
Die Zahl der Keuchhusten-Erkrankungen in Deutschland ist alarmierend gestiegen. Besonders Babys sind stark gefährdet – und der Schutz durch Impfung wichtiger denn je. Was Eltern, Großeltern und medizinisches Personal unbedingt wissen sollten.
Keuchhusten – Infektionszahlen auf Rekordniveau
Noch nie seit Einführung der Meldepflicht gab es so viele Fälle: Allein 2024 wurden laut dem Robert Koch-Institut über 25.000 Keuchhusten-Erkrankungen in Deutschland registriert. Besonders betroffen sind Kinder unter einem Jahr – sie tragen das höchste Risiko für schwere oder sogar tödliche Verläufe. Keuchhusten ist keine harmlose Kinderkrankheit!
Wie kommt es zum Keuchhusten:
- Die Erkrankung, medizinisch als Pertussis bezeichnet, wird durch das Bakterium Bordetella pertussis ausgelöst.
- Die Tröpfcheninfektion verbreitet sich beim Husten, Niesen oder Sprechen – selbst kurze Kontakte können zur Ansteckung führen.
Warum gerade Babys besonders gefährdet sind
Neugeborene haben keinen ausreichenden Nestschutz – also keine Antikörper der Mutter gegen Pertussis. Deshalb können schon kurze Kontakte mit erkrankten Geschwistern oder anderen infizierten Personen zu einer schweren Infektion führen.
Die Symptome bei Babys:
- Beginn als zunächst harmlos klingender Husten, der nicht auf normale Mittel anspricht
- Nach 1 bis 2 Wochen dann zunehmend heftige, anfallsartige Hustenstöße – oft begleitet von Würgen und Erbrechen
- Atemnot, glasiger Schleim, krächzender Einatemlaut ("Hi-Geräusch")
- Nächtliche Hustenattacken, die kaum zur Ruhe kommen lassen
Rund 50 % der erkrankten Babys müssen stationär behandelt werden. Ein schwerer Verlauf kann lebensbedrohlich sein und Besserung setzt erst nach 3 bis 6 Wochen ein.

Erwachsene als heimliche Überträger
Ob Eltern, Großeltern oder medizinisches Personal – oft sind Erwachsene unbewusst die Quelle einer Ansteckung für Babys. Denn das Tückische bei Keuchhusten: Viele Jugendliche und Erwachsene, die an Keuchhusten erkrankt sind, sind sich darüber nicht bewusst. Sie bringen ihren hartnäckigen, trockenen Husten nicht in Verdacht mit dieser Erkrankung. Bei ihnen fehlen nämlich häufig die typischen Pertussis-Symptome
Es ist aber so: Fast jeder Kontakt mit einer erkrankten Person verursacht eine Ansteckung.
Typische Anzeichen bei Erwachsenen:
- Meist harmlos erscheinender, aber langanhaltender trockener Husten
- Kein typischer Keuchlaut – daher bleibt die Krankheit oft unerkannt
- Krankheitsdauer: im Schnitt 48 Tage, in Extremfällen bis zu 72 Wochen
Die gute Nachricht: Keuchhusten lässt sich verhindern!
Impfung: der beste Schutz vor Pertussis
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine klare Impfstrategie, um vor allem Babys zu schützen:
Grundimmunisierung fürs Baby so früh wie möglich
- Alter: 2, 4 und 11 Monate
Keuchhusten-Impfung für Schwangere
- Schutz des Neugeborenen ab Geburt durch mütterliche Antikörper
- Im 3. Trimenon, unabhängig vom Impfstatus
Auffrischimpfung für enge Kontaktpersonen
- Alle 10 Jahre
- Eltern, Geschwister, Großeltern, medizinisches Fachpersonal

Tipps für den Alltag
Babys schützen durch Impfungen & Kontaktvermeidung:
- Vor der Geburt mit der gesamten Familie über die Keuchhusten Impfung sprechen
- Kontakt zu hustenden Personen meiden
Unklarer Husten - Verdacht auf Keuchhusten?
- Unverzüglich Kinderärztin/Kinderarzt kontaktieren
Infektion bei Erwachsenen erkennen:
- Chronischen Husten ernst nehmen.
- Arztbesuch zur Abklärung – auch ohne typische Symptome
- Eltern sollten wissen: Keuchhusten ist eine hochansteckende Infektionskrankheit vor der Sie Ihr Kind aber schützen können!
- Besonders für Neugeborene und junge Babys stellt die Erkrankung eine ernste Gefahr dar.
- Mit guter Information, Vorsicht und Impfschutz lässt sich das Risiko deutlich senken.