Für alleinerziehende Eltern

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Geschrieben von monavb am 26.09.2005, 14:04 Uhr

Warum sind alleinerziehende Männer eigentlich immer Helden?

Hallo,

ich finde es großartig, wenn sich Väter um ihre Kinder kümmern, oder die Kids bei sich wohnen haben, ist ja selten, obwohl es eigentlich normal sein sollte.
Ich kenne auch einen alleinerziehenden Vollzeitdad.
Was ich fragwürdig finde, warum wird oft so`n Aufhebens davon gemacht?
Dann kommen Sprüche wie: Toll, wie schafft der das bloß, u.ä.
Diesen Männern wird immer besonderer Respekt gezollt.
Warum?
Mich hat noch nie jemand gefragt, wie ich das alles so organisiere.
Wenn Frauen ihre Kinder bei dem Dad lassen, sind sie schlecht.
Wenn Männer es machen, ok.

Macht mich immer wieder nachdenklich.

Wollt ich mal loswerden.

LG
Simone, mit bald drei Kids und wieder allein

 
32 Antworten:

eben WEIL sie so selten sind wahrscheinlich

Antwort von ghostrider am 26.09.2005, 14:07 Uhr

ot.

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Einfach weil

Antwort von max am 26.09.2005, 14:08 Uhr

es nicht der Regelfall ist und sich die Männer oft aus dem Staub machen.
Klar, im Grunde ist es nichts anderes und warum ein Vater dann meint er kann nicht arbeiten gehen wegen der Kinder finde ich eher befremdend. Was, wenn wir alle AE-Muttis das sagen würden? Wer würde das finanzieren? Bei Frauen muss es einfach gehen, bei Männern ist es ein Problem. Viell. können wir besser organisieren?

lg max

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Re: Einfach weil

Antwort von nightingale am 26.09.2005, 14:15 Uhr

sicher auch weil sie selten sind, aber vielleicht auch...

weil väter in dieser situation prozentual häufiger ohne subsidiäre zahlungen auskommen (müssen)?

weil sie, auch prozentual gesehen, weniger häufig die verschiedenen formen von erziehungshilfe in anspruch nehmen (müssen)?



greetz,
nachtigall

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Oder weil... (Vorsicht! Provokative, nicht ganz ernst gemeinte These...;-) )

Antwort von Ralph am 26.09.2005, 14:58 Uhr

Hallo,

ich mache als alleinerziehender Papa diese Erfahrung auch häufiger, und stelle immer die Gegenfrage, was daran so erstaunlich sei.
Übrigens stellen mir diese Frage AUSSCHLIEßLICH Frauen?! Deshalb meine These:

Könnte es sein, daß das damit zusammenhängt, daß viele Frauen insgeheim und/oder unterbewußt sich für die besseren Elternteile halten, besonders bei Kleinkindern und Babys, so daß irgendwie immer die Erwartung mitschwingt "Die Kerle würden das eh nie packen!" ? Und wenn dann tatsächlich mal eine AE-Mutti männlich ist, erzeugt das sofort ein exotisches Gefühl??? ;-)

Nix für ungut, war ja nur eine These, und nun könnt Ihr über mich herfallen... *gg*

Liebe Grüße
Ralph/Snoopy

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wer sagt denn das?

Antwort von Rob am 26.09.2005, 14:59 Uhr

Hi Simone,
habe mich noch nie als Held gesehen und glaube auch nicht das meine Umgebung das so sieht.
Wer ungewollt zum Alleinerziehenden wird leistet schon einiges, ich glaube das wird bei Männer wie bei Frauen anerkannt.
Mal 'ne Gegenfrage: warum wird immer von "Powerfrauen" gesprochen?
Gruß, Rob

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warum

Antwort von Suka73 am 26.09.2005, 15:04 Uhr

Warum wird auf der Straße komisch geschaut, wenn der Mann kleiner ist als die Frau? Wenn die Frau 20 Jahre jünger ist als ihr Kerl? Wenn eine 1,60 m große Frau mit einem 2 Meter Riesen zusammen ist? Eben, weils anders ist. Und "nicht normal"

Aber wat ist schon normal? Ich empfinde das weibliche Alleinerziehendsein nichtmal als normal, man schlägt aus der Norm und der Reihe. Wenn von Euch Frauen niemand gelobt wird, wie toll er das alles macht tut mir das sehr leid. Ich hörs jede Woche einmal. "Was DU machst würde ICH NIE schaffen" Und das geht mir schonmal runter wie Öl. Ob ichs glaube is halt die nächste Frage :o)

Ich kenne keinen wirklich alleinerziehenden Papa und unter alleinerziehend verstehe ich tatsächlich das, was ich habe. Ex meldet sich nicht und man regelt das ganze Leben und den Ablauf ALLEINE. Für mich ist ein alleinerziehender Papa niemand, der das Kind mal alle zwei Nachmittage bei sich hat, sprich, wo der Lebensmittelpunkt eben bei Mama liegt.

Ich kann insofern nur über das Thema spekulieren und werde mich hier vor ner Antwort hüten. Ich denke, wenn Du/Ihr mehr Anerkennung von "draußen" bekämt würdest/würdet DU/Ihr diese These hier nicht in den Raum werfen :o)

LG Sue

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Re: Warum sind alleinerziehende Männer eigentlich immer Helden?

Antwort von Leena am 26.09.2005, 17:26 Uhr

Hallo,

na, ich würde es nicht "fragwürdig" finden, wenn bei "alleinerziehenden Vollzeitdads" ein "Aufheben" davon gemacht wird, dass sie es schaffen, mit Kindern, Haushalt und (Vollzeit-)Arbeit klar zu kommen. Sicherlich "wundert" man sich über einen AE-Vater mehr als über eine AE-Mutter, aber das hat sicherlich viele verschiedene, vielschichtige Gründe.

Zum einen wohl, weil sie schlicht seltener sind - die meisten Leute kennen -zig AE-Mütter, aber kaum mal einen einzelnen AE-Vater. AE-Väter sind selten und somit "nicht normal", wie Suka schrieb, von daher werden sie vielleicht besonders beachtet und haben quasi einen "Exoten-Bonus". Zum Teil spielt aber sicherlich auch eine Rolle, dass "man" eben immer noch die Mütter als "bessere Elternteile" betrachtet, jedenfalls als diejenigen, die sich "normalerweise" um die Kinder kümmern. Viele Leute erwarten doch immer noch, dass frau zu Hause bleibt und Vollzeit-Mutter wird, und wenn sie trotzdem arbeiten geht, gibt es immer noch genügend schiefe Blicke und Vorurteile, denen sie begegnet (leider!), vor allem in ländlicheren Regionen - habe ich jedenfalls die Erfahrung gemacht. So gesehen denken sicherlich viele Menschen, die Mütter wären von Natur aus prädestiniert, sich (faktisch allein) um die Kinder zu kümmern, und wenn ein Vater es schafft, obwohl er eben nicht "von Natur aus prädestiniert" ist (nach dieser Logik), schafft er ja quasi mehr als eine Mutter in vergleichbarer Situation. Ich will nicht sagen, dass es so ist, aber sicherlich denken etliche Leute so - so gesehen stimmt Ralphs These irgendwo schon, auch wenn sie nicht ganz ernst gemeint ist. ;-)

"Anerkennung", jedenfalls in gewisser Weise, bekommen im übrigen nicht nur alleinerziehende Väter (diese vielleicht aber eher in jedem Fall, auch als Vollzeit-Hausmann), sondern aus AE-Mütter, die mit eigener Arbeit genug verdienen, für sich und das Kind, und so ohne "subsidiäre Zahlungen" auskommen und auch keine Erziehungshilfe in Anspruch nehmen müssen.

Ich habe bei mir selber aber oft bemerkt, dass mir zwar Komplimente gemacht worden, wie ich es mit Vollzeit-Arbeit und Kind und auch noch ohne finanzielle "Hilfe" durch den Vater geschafft habe - ich habe die Komplimente aber zum Teil nicht ernst genommen, weil sie meist von Leuten kamen, die nie in meiner Situation gewesen waren, und somit doch gar nicht wirklich wussten, wovon sie redeten... Geht mir aber immer so, dass ich Komplimente schlecht annehmen kann (vielleicht mangelndes Selbstbewusstsein, seufz). Ich gehe halt immer davon aus, dass das, was ich schaffe, jeder problemlos schaffen kann... Okay, bei der Arbeit bin ich stolz auf mich, wenn ich z.B. einen Fall gut vorbereitet und für meine Behörde erfolgreich vor Gericht vertreten habe - aber dass ich es jahrelang geschafft habe, Vollzeit-Arbeit und Kind zu organisieren, dass war für mich selbstverständlich - aber ich hatte ja auch gar keine Wahl, im Grunde... (da ist es wieder, mein mangelndes Selbstbewusstsein, seufz..!!!)

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Re: Warum sind alleinerziehende Männer eigentlich immer Helden?

Antwort von berita am 26.09.2005, 19:06 Uhr

Hallo,

ich kenne keinen AE-Vater. Wuerde ihn vermutlich auch erstmal anstaunen wie ein Wundertier und ja, auch in gewisser Weise bewundern, wie alle Menschen, die die "vorgegebenen Rollen" verlassen. Mich ernsthaft fragen, wie er das schafft, aber sicher nicht, schliesslich schaffe ich es auch.. vielleicht kommt das eher von gebundenen Frauen, Omas, Maennern?

LG
Berit

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Ich kenne keine alleinerziehenden Helden

Antwort von Sabri am 26.09.2005, 23:44 Uhr

Ich habe beruflich mit Vätern und Müttern, alleinerziehende und andere zu tun und habe noch keinen !!!alleinerziehenden Vater kennengelernt, der die Situation nach meiner Einschätzung auch nur halbwegs im Griff hat.
Ich kenne in meinem Umfeld auch keine Frau (und Mann sowieso nicht), die sich das zutraut, was einige alleinerziehende Frauen täglich machen.
Ganz klar, die Heldinnen sind wir, die alleinerziehenden und alleinverdienenden Mütter von Babys oder Kleinkindern ohne familiäre oder sonstige Unterstützung!!!
Oder hat von euch schon mal jemand einen alleinerziehenden Vater gesehen, der nach zwei Wochen ohne mehr als eine Stunde Schlaf am Stück (weil das Kind zahnt)eine Konferenz geleitet oder ein Seminar gemanaget hat? Oder mit 41 Grad Fieber das Kind gewickelt?
Ich kenne einige Frauen, die ich bewundere für ihre Energie und ihr Organisationstalent. Bei Männern ist da totale Fehlanzeige.

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Fehlanzeige

Antwort von Richie am 27.09.2005, 0:22 Uhr

Hallo Sabri,

ebensowenig wie andere bin auch ich kein Held.
Ich halte auch nichts von der Eröffnung solcher Gegeneinander-Betrachtungen, wo
welche Heldinnen und Helden zu finden seien oder nicht.
Überall gibt es Momente, in denen Menschen sich zeitweise wie 'Helden und Heldinnen' verhalten.
Das muß man/frau aber nicht zu einer
olympischen Konkurrenz stilisieren.
Vor allem nicht durch solche aussagen wie ***'' Bei Männern ist da totale Fehlanzeige.''***
Ich hatte auch eine Zeit derweil die Km meiner Zwillinge auf einem Lehrgang mehrere Wochen weit weg war und die Kinder, damals 2 J. alt, gleichzeitig eine Magen-Darm - Grippe hatten und alles vollbrachen. Ich wurde dann auch noch krank, mußte aber ein Probenwochen-
wochenende eines Laienorchesters organisieren und auch leiten.
Ich nahm die Kinder einfach mit, hochgerüstet mit Medikamenten und Spezialnahrung, Reinigungs- und Auffangzubehör. Am Ende des Probenwochendes, das mir in der Erinnerung wie im Traum erlebt vorkommt,
war ich schwer krank und mußte mit einer
schlimmen Lungenentzündung ins Krankenhaus. Die Kinder waren weitgehend wieder gesund und ich konnte sie bei einer Mutter, deren Kinder (auch Zwillinge) ich früher schon mal wochenlang betreut hatte (Vollzeit),
unterbringen.
Ich bilde mir nichts Besonderes darauf ein, weil ich tat, was ich für notwendig hielt.
Jetzt fällt mir bei Deinem Posting auf, daß es doch was Besonderes gewesen sein muß:-)
Aber: Anerkennung für Deine Leistung!

Aber ich denke auch, daß meine 'Leistung' nicht dazu dient, mit anderen
gleichzuziehen oder sie gar zu übertreffen.

MfG Richie

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Versager

Antwort von Allly am 27.09.2005, 7:57 Uhr

bin ich.

Ich habe mir die Dreistigkeit erlaubt, als AE zu studieren und nebenbei nur einen 400€ Job zu haben. Hätte auch Vollzeit arbeiten können. Aber wozu? Um mein Kind zwischen Tagesmutter, Kindergarten, Oma etc. hin und her zu schieben?

Und ich werde mich auf gar keinen Fall dafür entschudigen, dass ich es mir erlaubt habe, Zeit mit meiner Tochter zu verbringen, anstatt Tagungen zu leiten. Also echt, was soll die Angeberei? Müssen wir uns denn hier übertrumpfen, gerade wir?

Was die AE-Helden angeht: Ich finde es Heldenhaft, sich gegen alle Vorurteile durchzusetzen, im Job zurückzustecken und das zu tun, was keiner von Männern erwartet: Vater zu sein.

LG Ally.

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Re: Versager

Antwort von Peli75 am 27.09.2005, 8:36 Uhr

Und warum ist es bei Männern heldenhaft? Nur weil man es angeblich von Frauen "erwartet" Mutter zu sein und von Vätern nicht, wenn es zur Trennung kommt? Nur weil es zu 80% Frauen sind, die alleinerziehend sind??
Ich sehe keinen Unterschied zwischen alleinerziehenden Vätern oder Müttern, jeder muss Abstriche machen und zurückstecken.

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Es ist keine Heldentat....

Antwort von bibi!!! am 27.09.2005, 9:59 Uhr

.... wenn man kranke Kinder zu angeblich wichtigen Termine mit schleppt. Eine Heldentat wäre, wenn man die Kinder vor den Job stellen würde. Sicher geht das nicht immer so einfach. Aber möglich ist alles.

Es ist auch keine Heldentat, Vollzeit zu arbeiten und die Kinder nur von irgendwelchen Stellen abzuholen, ins Bett zu stecken und sich damit gut zu fühlen, weil es mitlerweile so erwartet wird. Dabei ist es mir ziemlich gleichgültig, ob das ein Vater oder eine Mutter macht.

Ich finde es sehr viel einfacher und bequemer, arbeiten zu gehen und andere alles regeln zu lassen und mich bestaunen zu lassen, wie das alles so toll klappt. Aber ist das sinnig? Haben wir Kinder bekommen, um sie nebenher laufen zu lassen? Oder wollen wir ihnen die Werte vorleben und mit auf den Weg geben, die wir für wichtig halten? Warum wundern sich so viele über die Aggressivität und Brutalität der heutigen Kinder? Bekommen die Eltern überhaupt noch mit, wie und was ihre Kinder sind, wie sie sich verhalten und was sie bewegt?

Mir stellt sich nicht die Frage, was heldenhafter ist, sondern was aus den Kindern wird...

Bibi

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Das ist der größte Käse, den ich seit langem gelesen habe

Antwort von Elisabeth mit Fumi & Temi am 27.09.2005, 10:17 Uhr

Und jetzt setze ich mich auf meine Hände, sonst werde ich ausfallend.

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danke Elisabeth, setz Dich doch bitte noch auf meine!

Antwort von Suka73 am 27.09.2005, 10:25 Uhr

o.T.

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hab ich auch nicht behauptet..

Antwort von Richie am 27.09.2005, 10:42 Uhr

Hallo bibi,

ansonsten denke ich, daß da was dran ist, was Du schreibst, zumindest bei Leuten, die sich das leisten können.

Ich finde die verbreitete Tendenz, Kinder überwiegend fremd betreuen zu lassen, auch nicht nur gut.
Fremdbetreuung ist immer eine zweitbeste Lösung. Besser wäre es, wenn Kinderbetreuung Bestandteil der Arbeit
ihrer Eltern wäre.
Unsere Arbeits- und Erwerbswelt ist kinderfeindlich, da beißt die Maus keinen Faden ab.
Zu viel Fremdbetreuung schafft für Kinder auch ein beziehungsarmes
Auswahl-Menü - Leben.

Aber wer kann es sich heute noch leisten, sich selbst und die Kinder
zu ernähren u n d sie kaum fremdbe-
treuen zu lassen?
Ach so, Familien mit Vater und Mutter könnten es sich noch leisten, aber die trennen sich ja meist nach 5-7 Jahren.
Und ein Wechselmodell ist ja in Deutschland eher verpönt.

Aber das Ganze ist schon ein weites Feld, und wir werden die Entwicklungen der 'Zeit' nicht aufhalten.

MfG Richie

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Re: danke Elisabeth, setz Dich doch bitte noch auf meine!

Antwort von Leena am 27.09.2005, 10:47 Uhr

Was da nun "Heldentat" ist und was nicht, sei doch mal eher dahin gestellt... Kommt doch darauf an, wie krank die Kinder sind (bei 40 Grad Fieber und Delirium etc. würde wohl kaum einer ohne echte Not die Kinder zu beruflichen Terminen mitnehmen, ein "Vergnügen" ist das nämlich bestimmt nicht!), und wenn man mit Medikamenten gut klar kommt, ist es doch nichts Tragisches, die Kinder trotzdem mal mitzunehmen - zumal sie im genannten Fall am Ende des Wochenendes ja wohl "weitesgehend wieder gesund" waren, also hat es ihnen definitiv NICHT geschadet. Es ist bestimmt nicht zwangsläufig eine "Heldentat", wenn man Kinder in jedem Fall grundsätzlich immer "vor den Job" stellt, obwohl es gar nicht notwendig ist (vielleicht manchmal sogar eher eine Ausrede?) - und man schließlich den Job auch hat, um die Kinder zu ernähren!

Außerdem lebt man, wenn man konsequent sich um den Job kümmert, den Kindern durchaus auch Werte vor! Nämlich die, dass man mit Arbeiten etwas erreichen kann, dass man stolz darauf sein kann, für sich selbst sorgen zu können und niemandem zur Last zu fallen, dass Pflichtbewusstsein durchaus etwas Positives ist, dass man etwas leisten muss, um sich guten Gewissens etwas leisten zu können,... und das ist etwas, was mir jedenfalls wichtig ist!

Es ist eben NICHT einfacher, eben mal so nebenbei (???) Vollzeit arbeiten zu gehen und die Kinder nur "von irgendwelchen Stellen abzuholen, ins Bett zu stecken und sich damit gut zu fühlen" - so ist es doch gar nicht! Zum einen sucht man sich ja schon eine Stelle aus, wo man wirklich das Gefühl hat, das Kind hat es gut dort, fühlt sich wohl, wird gefordert und gefördert etc. - also keine "Kinderverwahrung", oder wie Du Dir das vielleicht vorstellst... Außerdem ist es ein ganz massiver Stress und kein "Kinder mal eben abholen und ins Bett stecken". Ich habe jedenfalls meinen Nachwuchs nie um 16 oder 17 h abgeholt und dann direkt "ins Bett gesteckt", und die Zeit, die ich dann noch mit den Kindern nachmittags bzw. am Wochenende hatte, die haben wir durchaus auch miteinander geredet, so dass ich schon glaube, eine gewisse Vorstellung zu haben, wie und was meine Kinder sind.

Ich habe meine Kinder definitiv NICHT bekommen, um sie "nebenher laufen zu lassen", aber das tue ich auch nicht, nur weil ich nicht den ganzen Tag bei ihnen zu Hause bin! Ach ja - und "normale" Väter gehen doch auch den ganzen Tag über arbeiten und kommen abends heim, wenn der Nachwuchs ins Bett geht, und überlassen die Kinder quasi den Tag über ausschließlich den Müttern - wieso ist das besser als die ach so verteufelte "Fremdbetreuung"? Wieso sind Mütter für die Kinder besser als Omas, erfahrene und kompetente Tagesmütter, Kindergärtnerinnen, Lehrer,...??? Für ihre soziale Entwicklung profitieren die Kinder oft jedenfalls durchaus von dieser "Fremdbetreuung"! "Aggressivität und Brutalität der heutigen Kinder" beruht jedenfalls zwangsläufig nicht darauf, dass die Eltern arbeiten - und Kinder von Eltern, die den ganzen Tag zu Hause hocken, mit ihrem Leben und ihren Kindern nicht klar kommen, haben bestimmt keine besseren Chancen im Leben! (Sorry, natürlich ist es nicht zwangsläufig schlecht, wenn Eltern(teile) für die Kinder zu Hause bleiben - aber der umgekehrte Fall ist auch nicht zwangsläufig verkehrt!)

So, und ansonsten schließe ich mich Elisabeth und Sue vollinhaltlich an...!!!

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Re: danke Elisabeth, setz Dich doch bitte noch auf meine!

Antwort von bibi!!! am 27.09.2005, 10:59 Uhr

Liebe Leena!

Ich stimme dir da voll und ganz zu. Mein Text ist vielleicht nicht ganz glücklich gewählt. Weiter oben habe ich auch noch etwas dazu geschrieben.

Wie schaffst du es denn, Vollzeit arbeiten zu gehen und um 16 oder 17 Uhr zu Hause zu sein??? Wie sind deine Kinder denn dann betreut? Bei uns sind die Betreuungszeiten für arbeitende Eltern in Kindergarten bzw. Hort von 7.15 bis 16 Uhr bzw. 16.15. Mit jeweils einer Stunde Fahrtzeit (also 2 Stunden täglich), komme ich auf 11 Stunden ausser Haus, wenn ich regulär 8 Stunden plus einer Stunde Pause arbeiten gehe. Und dann habe ich noch keine Überstunden, die eigentlich auch üblich sind.

Bibi

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Re: hab ich auch nicht behauptet..

Antwort von bibi!!! am 27.09.2005, 11:16 Uhr

Hallo, Richie!

Dass gerade du mir nicht den Kopf spaltest, wundert mich ja schon. *kopfkratz*

Dass Fremdbetreuung unumgänglich ist, wenn man arbeitet, steht ausser Frage. Mir geht es darum, wielange das Kind täglich fremdbetreut ist und wieviele Leute daran beteiligt sind. Unsere Betreuungszeiten (in Leena´s Antwort näher erläutert) geben es gar nicht her, dass ich Vollzeit arbeiten gehen kann, ohne eine Tagesmutter zu beauftragen, mein Kind vom Hort abzuholen. Wenn mein Kind solange in EINER Instituation gut betreut würde, solange ich arbeite, und sich dabei auch noch wohl fühlt, würde ich auch in diesen sauren Apfel beissen. Leider bin ich hier in der Gegend eher der Exot mit dem Status alleinerziehend. Die meisten arbeitenden Eltern teilen sich das Bringen und Aholen der Kinder. Der eine morgens, der andere nachmittags. Tja, wenn das alles mal so einfach wäre...

Bibi

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Re: hab ich auch nicht behauptet..

Antwort von Suka73 am 27.09.2005, 11:47 Uhr

wenn ich nicht ne super Tagesmutti hätte könnte ich auch nicht volltags arbeiten. Und wenn Simon nächstes Jahr in den Kiga kommt (haha WENN er einen Platz bekommt) dann sieht das auch schon wieder anders aus, denn dann habe ich gleiches Problem, dass ich eben nicht mehr so lange arbeiten kann - was heißt, mir geht jede Menge Gehalt flöten. Ich hoffe ja immer noch auf eine Kita bei mir in Firmen- oder Wohnnähe, die bis 17 Uhr auf hat. Da muss echt noch viel gemacht werden. Der Staat sollte sich gerade in dem Bereich mal ein wenig kümmern. Für Alleinerziehende, egal ob Mann oder Frau, ist das hier alles sicherlich kein schönes Modell.

LG Sue

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Re: hab ich auch nicht behauptet..

Antwort von kevome* am 27.09.2005, 12:53 Uhr

Zwischen gar nicht arbeiten und Vollzeit arbeiten gibt es ja auch noch jede Menge Spielraum. Ich arbeite z. B. 30 Stunden. Da haben wir genug Geld zum Leben und auch noch ausreichend Zeit gemeinsam. Unsere KiTa bzw. eigentlich alle städtischen KiTa´s hier in Stuttgart haben von 6.30 bis 17.30 geöffnet. Da beliebt genug Zeit zum arbeiten.

Gruß KeVoMe

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Re: hab ich auch nicht behauptet..

Antwort von Elisabeth mit Fumi & Temi am 27.09.2005, 13:47 Uhr

Das ist es: Es gibt ja nicht nur "ganz oder gar nicht".

Ich arbeite derzeit 30 Stunden, ab 1.10. wieder 35 Stunden. Meine Arbeit ist 10 Gehminuten von Hort/KiGa/Schule/Wohnung entfernt. Die Betreuung ist regulär von 08:00 Uhr bis 17:00 Uhr. Außerdem habe ich ein funktionierendes "Notfallnetzwerk" aus Freunden und Bekannten. Verwandte fallen allerdings weg, die wohnen zu weit weg bzw. sind selber berufstätig.

Ich weiß, daß ich einen 6er im Lotto gezogen haben mit meinen Arbeitsbedingungen. Andere haben einen erheblich höheren Aufwand, um Kinder und Job unter einen Hut zu bringen. Daher kann ich natürlich gut reden, das ist klar.

Aber es hat auch funktioniert, als Temis Krippe noch 20 Minuten in der entgegengesetzten Richtung war. Es war anstrengender, aber es ist gegangen.

Ich denke, daß sich in 80% aller Fälle eine Lösung finden läßt. Es ist vielleicht nicht immer die optimale Lösung, aber wichtig ist doch vor allem, daß die Lösung zur Familie und zu den Umständen paßt. Man muß natürlich dann auch die Prioritäten entsprechend setzen.

Und da geht es für mich schon los: Auch wenn die TaMu das ganze zusätzliche Geld auffrißt, würde ich trotzdem arbeiten gehen. Denn es geht ja nicht nur im das, was am Ende des Monats auf dem Konto ist. Es geht auch um Folgendes:
* Rentenpunkte
* Berufserfahrung
* Wiedereinstigsmöglichkeiten - jeder Monat in Harzt4 läßt die Chancen auf einen guten Job sinken
* Kontakte knüpfen
* Etwas für mich tun
* Vorbild sein

Von daher kann ich tatsächlich nicht nachvollziehen, wenn jemand zu Hause bleibt, obwohl es eine andere Lösung gäbe. Keiner muß 60 Stunden arbeiten und Überstunden scheffeln. Aber ein paar Stunden sollten drin sein, auch wenn netto nichts dabei rauskommt, aus den o.g. Gründen.

Meine Kinder sind "fremdbetreut", seit sie 15 (Fumi) bzw. 6 (Temi) Monate alt sind. Sie haben bisher nur profitiert. Ich mache Abstriche bei der Arbeit, meine "Karriere" ist zum Teufel gegangen. Aber ich habe eine für uns gute Balance zwischen Arbeit und Familie gefunden, die auch einen Blick in die Zukunft zuläßt. Denn in 5 Jahren brauchen die Kinder mich immer weniger, mit dem, was ich derzeit mache, kann ich in 5 Jahren nochmal richtig beruflich durchstarten. Wenn ich ausgestiegen wäre, wäre das nicht möglich. Und dann sitze ich zu Hause un gehe meinen Kindern auf den Senkel, weil ich mich zu Tode langweile? Nee, nee, da habe ich lieber jetzt etwas mehr Streß als andere um die Ohren.

Schöne Grüße,
Elisabeth.

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Re: ich gebe Allly recht!

Antwort von Loona25 am 27.09.2005, 15:11 Uhr

Ich sehe es genauso wie Allly. Arbeiten gehen muß sein, aber man muß es echt nicht übertreiben. Ich gehe Mo-Fr von 6-14 Uhr arbeiten. Würde es nicht einsehen, bis 17 Uhr oder noch später zu arbeiten, was habe ich da von meinem Kind?? Zwei Stunden spielen und dann ab ins Bett? Das kann es wirklich nicht sein. Wenn die Kinder mal ca 8 Jahre sind, ist das kein Problem, aber bis dahin, muß es wirklich nicht sein.

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Re: Nachtrag

Antwort von Loona25 am 27.09.2005, 15:17 Uhr

Meine Cousine hat drei Kinder, und sie mußte von anfang an immer vollzeit arbeiten gehen. Nun ist Ihr ältestes Kind 14, und sie bereut es bis heute, dass sie so wenig von der Entwicklung im Kleinkindalter mitbekommen hat.

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es kommt nicht auf die Quantität an...

Antwort von Suka73 am 27.09.2005, 15:32 Uhr

sondern meines Erachtens auf die Qualität der Zeit, die man mit seinem Kind verbringt. Ich habe die Wahl, entweder ich arbeite bis mittags, verdiene lächerliches Geld, wohne in einer Zweizimmerwohnung mit 40 qm in Au oder Giesing oder Neuperlach oder ich arbeite was länger, mein Kind ist in einer Gruppe anderer Kinder und in individueller Betreuung und verdiene dadurch mehr und LEISTE uns was!!! Nämlich, eine angenehme Umgebung wo mein Kind nicht türkisch oder russisch sprechen muss, weil man es sonst auf dem Spielplatz nicht versteht, einen kleinen Garten wo er sich austoben kann und nette Nachbarn, eine nette Umgebung. Und noch ein paar andere Sachen die für Leib und Wohl wichtig sind.

LG Sue

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Re: Nachtrag

Antwort von Elisabeth mit Fumi & Temi am 27.09.2005, 15:41 Uhr

Das ist doch Unsinn. Ich habe auch immer gearbeitet, quasi Vollzeit, bis auf 6 Monate nach Temis Geburt. Trotzdem habe ich die Entwicklung beider Kinder voll mitbekommen, ich habe nichts Wichtiges verpaßt.

Dazu gehört natürlich auch ein gewisses "kümmern". Ich war (und bin) immer in irgendwelchen Elternbeiräten, ich nerve die ErzieherInnen, ich verbringe praktisch meine gesamte Freizeit mit den Kindern. Uns ist kürzlich erst von einer Sozialpädagogin, die wir wegen Fumis Legasthenie eingeschaltet hatten, und von der Verfahrensbetreuerin im Scheidungsverfahren eine wunderbare und stabile Mutter-Kind-Bindung bescheinigt worden. Meinem Ex, der die meisten Zeit arbeitslos zu Hause saß und für Fumi sogar 15 Monate Erziehungsurlaub hatte, wurde keine so stabile Bindung bescheinigt. Aber er hat sich auch nicht interessiert für das, was die Kinder den ganzen Tag in der Betreuung machen. Er hat sich so gut wie nie mit den ErzieherInnen unterhalten, er war bei keinem Elternabend, er war nie im Elternbeirat.

Die Gleichung "viel Zeit = gute Bindung" geht nicht auf.

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Re: Nachtrag

Antwort von Loona25 am 27.09.2005, 18:02 Uhr

So würde ich es nicht nennen, dass "viel zeit = gute Bindung" nicht aufgeht. Man muß schon Interesse haben für sein Kind, und das war bei Deinem Ex anscheinend nicht so.
Ich kenne viele Erwachsene, die sich über mangelnde Mutterliebe beschweren, eben weil Ihre Mütter den ganzen Tag gearbeitet haben. Ich arbeite auch vollzeit, aber eben nur bis 14 Uhr, dafür habe ich weder eine Pause noch Mittag.
Jeder hat seine eigene Meinung, und das ist auch gut so!

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Re: Warum sind alleinerziehende Männer eigentlich immer Helden?

Antwort von Gerald am 27.09.2005, 19:00 Uhr

na toll, ich bin Vollzeit-Bergmann und schaffte 3 Studiengänge (Elektrotechnik, Maschinenbau und Geologie) mit nem dreivierteljährigem Kind - alleinerziehnd !

Ich wundere mich wie ich das schaffte und fühle mich selbst durchaus als Held ( na ok, als ein Kleiner vielleicht ;o) )

Übrigens bin ich für meine Tochter immer noch DER Vater.

Und die meist anerkennenden Äusserungen der Damen in meinem Umfeld haben mir echt gar nix ausgemacht *lol*

Als "Helden" werden wir Kerle meist von anderen Frauen angesehen, hauptsächlich weil unsereins vermutlich von Frauen nicht als "Mann" gesehen wird ,sondern als "Vater" ... exotisch und erotisch *grins*

lg Gerald

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Re: Oder weil... (Vorsicht! Provokative, nicht ganz ernst gemeinte These...;-) )

Antwort von SandraP am 27.09.2005, 23:13 Uhr

Schöne Grüße aus Zapfendorf nach HH - du lebst ja auch noch

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Re: Warum sind alleinerziehende Männer eigentlich immer Helden?

Antwort von Harriet am 28.09.2005, 0:14 Uhr

wow! wow! wow! Vollzeit Bergmann,und drei Studiengänge und kleines Kind - alles parallel?
Interessehalber: Wie sah dein Tag aus, zeitlich gesehen? Hattest du auch noch Zeit für Freunde, für dich selber usw.? Wo war dein Kind, während du Vollzeit gearbeitet hast, wie fandest du Zeit und Ruhe zum Lernen? Warst du bei der Fernuni? Hattest du dein Kind auch an den Wochenenden?
Interessiert mich echt.
Harriet

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Re: Das würde mich auch interessieren! oT

Antwort von Loona25 am 28.09.2005, 11:15 Uhr

oT

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Re: Warum sind alleinerziehende Männer eigentlich immer Helden?

Antwort von Gerald am 01.10.2005, 21:31 Uhr

Na ja, heute würde ich mir das gewiß nicht mehr aufhalsen .
Vormittags Schule, 2 bzw 3 mal wöchentlich nachmittags zusätzlich Schicht.
Ohne die echt fantastische Unterstützung durch meine Eltern hätte das garantiert nie geklappt .
An dieser Stelle mal einen herzlichen Dank an meine Eltern die mir in dieser chaotischen Zeit echt super geholfen haben.

Gerald

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