Für alleinerziehende Eltern

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Geschrieben von yola am 10.08.2005, 14:54 Uhr

Gibt's hier eigentlich auch Vollzeit- AE-Väter?

Hallo,

die Frage stell ich mir schon seit einiger Zeit. Gibt es hier im Forum auch 'Vollzeit'- alleinerziehende Väter? Nichts gegen die WE-Papis, aber mich interessiert, ob Ihr die gleichen Probleme habt, Kinder, Job und Haushalt usw. unter einen Hut zu bringen wie wir Frauen, ob Ihr Euch durch die Dauerbelastung ohne Ruhepausen oft genauso überfordert und erschöpft fühlt. Und wenn nicht, dann ist meine Frage: Was macht Ihr Männer anders/besser? Bekommt Ihr mehr Unterstützung vun Umgebung/Familie/Exfrau wegen 'Männerbonus' (So nach dem Motto, dem Mann muss man ja unter die Arme greifen, wie soll er das alles sonst schaffen - Nein, das ist NICHT ironisch gemeint, es ist halt so - bei einer Frau geht man davon aus, dass sie alles schaffen muss, bei einem Mann, der die gleiche Belastung hat - Kinder, Job und Haushalt - gibt's doch oft einen höheren Sympathiefaktor - oder erlebt Ihr Männer es anders?)
Organisiert Ihr Euch besser? Was ist anders?
Mich interessiert das wirklich. Ich will hier keine von diesen Mütter contra Väterdiskussionen lostreten, sondern suche nach konkreten Möglichkeiten, die Lebensumstände so gut wie in der jeweiligen Situation nur möglich zu gestalten und vielleicht können wir ja voneinander lernen.

LG

Yola

 
8 Antworten:

Re: Gibt's hier eigentlich auch Vollzeit- AE-Väter?

Antwort von Rob am 10.08.2005, 17:00 Uhr

Hallo Yola,
doch das gibts auch. Ich bin seit mittlerweile über 7 Jahre alleinerziehender Papa, Sonhnemann war zum Zeitpunkt der Trennung noch keine 5 Jahre alt.
Männerbonus hat es da nie gegeben, meine Eltern wohnten zu weit weg, vom Jugendamt kam gar nichts (man kann ruhig auch "Mütteramt" dazu sagen, wäre zutreffender...) Die Unterstützung habe ich mir selbst geholt, ein Kreis aus Nachbarschaftshilfe, Tagesmutter später Schulbetreuung.
Die Mama-Wochenenden habe ich meistens gearbeitet.
Ich habe immer 30 Stunden gearbeitet und komme damit einigermaßen gut über die Runden.
Im Haushalt lasse ich zur Not auch einmal Fünfe Gerade sein. Jetzt hilft der Sohnemann toll mit!
Gruß, Rob

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Re: Gibt's hier eigentlich auch Vollzeit- AE-Väter?

Antwort von nispi am 10.08.2005, 17:42 Uhr

Ich bin zwar kein AE-Papa, aber ich kann mir vorstellen dass es anders ist, schon allein wegen der Einstll

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Re: Gibt's hier eigentlich auch Vollzeit- AE-Väter?

Antwort von nispi am 10.08.2005, 17:43 Uhr

Ich bin zwar kein AE-Papa, aber ich kann mir vorstellen dass es anders ist, schon allein wegen der inneren Einstellung.
Ich habe beobachtet dass die bei Müttern und Vätern anders ist, Mütter sind in der Regel viel fürsorglicher und Väter haben schon allein deshalb weniger Stress weil sie sich nicht so viel GEdanken machen "was wäre wenn" und "ich muss für den fall gerüstet sein".

Aber ich bin auch auf Antworten gespannt.

nina

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nicht ganz Vollzeit

Antwort von Richie am 10.08.2005, 21:32 Uhr

Hallo zusammen,

ich bin eher eine Ausnahmeerscheinung.
Ich habe die Kinder etwa 80:20, wochen-
weise ists mal 40:60 oder auch 90:10.
Ich kann mir das auch nach Bedarf einteilen, weil ich Freiberufler bin.

Arztbesuche, Unterschriften und Eltern-
abende mache ich allein mit seltenen Ausnahmen, Mama steht da auch nicht so drauf, und es liegt ihr auch nicht so sehr.
In der früheren Kindheit meiner Zwillis
(Mädchen, jetzt 12 J.) habe ich sie während einer Ausbildung von Mama fast alleine betreut. Trotzdem haben die Rentenkassen Mama die Betreuungszeiten
auf die Rentenanwartschaft angerechnet
:-(
Ich kann mich als Vater nicht beklagen,
irgendwo sonst benachteiligt oder bevorzugt zu werden. Ich stelle nur fest, daß die ae Mamas von Klassenkameradinnen deutlich mehr Kontakt zur Mama suchen/pflegen als zu
mir, obwohl ich denen ihren PC schon öfters repariert oder gar neuinstalliert habe :-) :-(.
Ich bin nur froh (!?), daß ich keine Buben zu betreuen habe, denn ich stelle des öfteren fest, daß es hier, zumindest im kirchlichen Bereich (Frei und Amts),
fast keine Bubenangebote gibt.
Ich habe auch mal eine Dame von Diakonischen Werk darauf angesprochen.
Ach, die meinte, tja, dann müßte es auch (mehr) männliche Betreuer/Vorreiter geben, die Angebote für Jungs machen könnten. Oi, meinte ich, dann müßte die Müllabfuhr auch nur den Müll von Männern abfahren??!

MfG Richie

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Schon immer Vollzeit...

Antwort von Ralph am 11.08.2005, 6:51 Uhr

Hi Yola,

ich bin in diesen Wochen nun seit 7 Jahren alleinerziehender Papa und habe immer Vollzeit in einem sozialen Beruf mit enorm hohem Überstundenpotential gearbeitet. 10 Stunden oder mehr plus Fahrzeit pro Tag waren/sind keine Seltenheit.

Meine Kinder sind schon älter, befinden sich derzeit so richtig schön in der Pubertät, Machtkämpfe um Kleinigkeiten gibt es da mitunter schon, insbesondere was Mithilfe im Haushalt angeht, aber das habe ich NIRGENDS anders gehört, also warum soll es mit besser gehen. Ich glaube allerdings schon, daß ich noch recht verträgliche Exemplare abbekommen habe...:-)

Manches bekomme ich ganz gut hin, im Job bleibt trotz allem viel liegen, und im Haushalt muß ich 3,5,7 und 9 gerade sein lassen. Einkauf und Wäsche klappt recht gut (wenn man nicht den Anspruch hat, wirklich JEDES Hemd oder T-Shirt bügeln zu wollen). Wenn ich abends oft genug zwischen 18.30 und 19.30 Uhr nach Hause komme, bin ich froh, wenn ich warm kochen kann, 1-2 Waschmaschinen Wäsche druchlaufen lasse und die Wäsche noch aufgehängt bekomme (wenn's gerade gut läuft, hängen die allerdings auch die Kinder mal auf). Beim Abendessen wird meistens über diverses gesprochen (Schule, Job, Lustiges, Sorgen), und wenn das alles vorbei ist, steht die Uhr schnell auf 21 Uhr oder später, und dann bin ich so müde, daß im Haushalt mit mir kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist. Dann steht nur noch PC oder andere Entspannung auf dem Programm.
Liegen bleiben Papierkram, Fensterputzen (2x im Jahr wäre toll!), Staubwischen, sich von alten Kram mal trennen und viele andere Kleinigkeiten wie Gardinenwaschen (ok, das schaffe ich wenigstens 2-3x im Jahr *stolzbin*), Herd mal gründlichst sauberschrubben, auf den Küchenschränken mal wischen (oje) etc. pp.

Ich habe entschieden, daß im Job einigermaßen das Chaos zu vertreten sein muß (soll heißen unbezahlte Überstunden), der Job bringt schließlich die Brötchen, und daß der Kontakt und die Beziehung zu meinen Kindern oberste Priorität genießt.
Im Haushalt müssen einfach dann Abstriche hingenommen werden.
Das sieht bei jedem anders aus. Der/die eine stört es nicht, daß tagelang drei Wäschekörbe im Wohnzimmer herumstehen (das ginge mir auf den Keks), der/die nächste wischt lieber weniger Staub und hat's mit der Ordnung nicht so genau (von der Fraktion bin ich) und andere entdecken weitere "Schlupflöcher".

Als anmaßend empfinde ich negative Äußerungen über meinen Haushalt von Menschen, die entweder in einer funktionierenden Partnerschaft stehen, von daher nicht alleinerziehend sind und die Arbeiten verteilen können, von Menschen, die nicht oder nicht Vollzeit arbeiten gehen und von Menschen, die zwar Vollzeit arbeiten gehen, aber einen geregelten und zuverlässigen Feierabend haben. Hätte ich regelmäßig und zuverlässig um 16 Uhr Feierabend... boahh!... ich stünde in und mit meinem Leben völlig anders da!!!

Fazit: Vollzeitarbeit über 40 Stunden und mehr, alleinerziehend sein UND vorbildlich geführter Top-Haushalt schließen einander definitiv aus. Irgendwo müssen Abstriche gemacht werden. :-)

Ist etwas länger geworden... sorry! :-)

Liebe Grüße
Ralph/Snoopy

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Danke für Euer Feedback!

Antwort von yola am 11.08.2005, 9:49 Uhr

Ich sehe, dass die Situationen und Befindlichkeiten doch ähnlich sind, egal ob es Männlein oder Weiblin ist, welche/r sich als AE durchkämpft.

Danke für Euer Feedback - fand ich sehr interessant.

LG
Yola

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Re: Gibt's hier eigentlich auch Vollzeit- AE-Väter?

Antwort von lucile am 11.08.2005, 13:38 Uhr

Rob,

Was würdest Du Dir denn von einem
"Jugendamt" erwarten?
Den Haushalt schmeissen sie auch den Müttern nicht...

Gruss
Lucile

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Re: Gibt's hier eigentlich auch Vollzeit- AE-Väter?

Antwort von Gerald am 14.08.2005, 21:21 Uhr

Hihi .... Vollzeit-ae ...... WE-Papa .....

Meine Große ist alleine bei mir seit sie auf den Tag genau 6 Monate alt war - und wirklich niemanden hats interessiert das ich dazu auch noch Vollzeit- ARBEIT hatte.... und überlebt haben wir beide das trotzdem.
Ich frage mich heute allerdings schon wie ich Kind, Arbeit und Studium zusammen geschafft habe ( hier mal einen herzlichen Dank an Oma und Opa die sich trotz Berufstätigkeit beteiligt hatten).
Im Nachhinein können wir ( Töchterchen und ich) nur sagen : Es konnte uns nichts Besseres passieren als DAS

gruß Gerald aka DerTiny

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