Für alleinerziehende Eltern

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Geschrieben von Natjenka am 07.05.2003, 11:54 Uhr

gerade erst getrennt :-(

Hi,
ich weiss zwar nicht, ob dass auch noch hier her gehört, aber ich muss euch trotzdem mal mein Herz ausschütten.
Ich bin 21 Jahre alt und werde im Oktober 22 Jahre. Ich bin jetzt zum ersten mal schwanger und es ist immer noch ein absolutes Wunschkind, welches Anfang September auf die Welt kommen wird. Als ich vor einem Jahr mit meinem Freund zusammen kam (er ist 30 Jahre) habe ich gewusst, dass er öfters mal einiges zuviel trinkt und so auch jeden Tag sein Bier braucht. Aber wie es halt so am Anfang in jeder Beziehung ist, hab ich dass noch nicht so schlimm gesehen. Nach einiger Zeit hab ich dann auch öfters gemeckert wegen seinem Trinkverhalten. Er hat sich dann auch meistens wieder eine zeitlang zusammen gerissen, bis es mir dann im Februar dieses Jahr gereicht hat. Ich bin früh in die Arbeit gefahren und abends nicht mehr heimgekommen und hab für fünf Tage bei meiner Mutter geschlafen. Ich hab ihm auch in einem Brief erklärt, warum ich jetzt zu meiner Mutter bin. Nach fünf Tagen haben wir uns dann getroffen und miteinander geredet. Er hat mir versprochen nichts mehr zu trinken. Ich muss noch dazu sagen, dass er vor ca. 1,5 Jahren den Führerschein verloren hat - natürlich wegen dem Alkohol. Auf jeden Fall hat er dann seit dem 1. Februar nichts mehr getrunken. Er sagte, er macht das wegen mir und auch weil er am 28.April seinen MPU hat. Drei Monate hat er durchgehalten ohne einen einzigen Tropfen zu trinken. Ich war echt erstaunt, dass er das geschafft hat. Auch wenn er öfters Lust auf ein Bier hatte, hat er keins getrunken.
Nachdem er seinen MPU hatte am 28.4, hat er abends ein Bier getrunken. Ich hab mir nur gedacht, ich schau es mir erstmal an, und fange nicht schon wieder das meckern an. Vielleicht bekommt er es ja wirklich so auf die Reihe, dass er nur 1 oder zwei bier in der Woche trinkt. Ich meine nach drei Monaten, in denen er nichts getrunken hat, macht man sich doch Hoffnungen. Naja, auf jeden Fall trinkt er jetzt seit einer Woche wieder jeden Tag. Mal zwei, mal drei, gestern waren es vier. "FeierabendHalbe" nennt er das dann. Ich wollte jetzt echt noch ein paar Wochen warten,bevor ich ausziehe. Er sagt zwar, er hat sein Trinkverhalten im Griff, aber jeder Blinde würde sehen, dass das nicht der Fall ist.
Ich hab seit Anfang der Woche versucht mit ihm mal vernünftig über sein Problem zu reden. Aber er sieht bzw. will gar nicht sehen, dass er bald wieder soviel trinken wird wie vor meinem ersten Auszug. Ihr seid doch bestimmt auch der Meinung, dass jeden Tag zwei oder drei Bier zuviel sind. Ab und zu ja, aber jeden Tag ist einfach zuviel !!! Nachdem er nicht mit sich reden lässt, hab ich ihm heute früh eine sms geschrieben, dass ich ihn wirklich liebe, er sich aber entscheiden muss zwischen mir und seinem Kind oder dem Bier. Bis jetzt hat er noch nichts darauf zurückgeschrieben. Glaubt ihr, ich tu überreagieren? Wenn ich mir nicht so sicher wäre, dass er bald wieder soviel trinken wird wie vorher, würde ich ja auch gar keinen stress machen. Aber ich bin mir halt so sicher :-(
Ich hab ihm auch gesagt, dass es mir echt nichts bringt, wenn ich bei ihm bleibe, er jeden Tag sein Bier trinkt und ich jeden Tag heulend auf dem Sofa sitze. Das tut weder mir noch dem Kind gut! Sorry für den langen Text.
Ich würde mich echt freuen, mal eine Meinung von einer Unbeteiligten zu hören. Was würdet ihr an meiner Stelle machen bzw. wie würdet ihr reagieren ?

Vielen Dank für eure Antworten

Liebe Grüsse
Natjenka

 
21 Antworten:

Re: gerade erst getrennt :-(

Antwort von amber74 am 07.05.2003, 12:56 Uhr

hallo natjenka,

ich bin auch gerade schwanger und kann deine gefühle voll verstehen.
meiner meinung nach hast du das richtige getan, denn du mußt an dich und das baby denken!! ich weiß andere haben leicht reden, aber du mußt mit ihm leben (kein anderer) und wenn du jetzt schon so ein gefühl hast, wird es sich nicht ändern. also mach, das du dich von ihm trennst, solange du es noch kannst. AUCH WENN ES SCHWERR FÄLLT!! liebe grüße amber

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Re: gerade erst getrennt :-(

Antwort von Prinz am 07.05.2003, 14:27 Uhr

Hallo,

auch auf die Gefahr hin, gleich wieder eins auf die Mütze zu bekommen *fg*, wenn es Dir in seiner Gegenwart nicht gut geht, dann gehe doch nocheinmal für eine Weile z. B. zu Deiner Mutter, Freundin, ... Wenn Du merkst, daß es für Dich und Deinen Zwerg besser ist, wenn der KV nicht in der Nähe ist, würde ich meine Sachen packen und mir eine eigenen Bude suchen!
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß es sich vor der Schwangerschaft leiter trennt (welches duetsch!) als danach. Vielleicht, weil man dann von Anfang an alles alleine macht und es nicht anders kennt. Wenn Deine Mutter Dir hilft, würde ich diese Hilfe auf jeden Fall annehmen!

Ich halte Dir die Daumen und wünsche Dir trotz Allem eine schöne Schwangerschaft.

GLG, Prinz

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Re: gerade erst getrennt :-(

Antwort von Natjenka am 07.05.2003, 14:46 Uhr

Vielen Dank für eure Meinungen.
Es tut echt gut zu wissen, dass ich "im Recht" bin und auch ihr der Meinung seid, dass es mehr oder weniger das Beste für mich und meine Kleine ist. Ich würde sowieso erstmal zu meiner Mutter ziehen. Ich werde ihn auch vor die Wahl stellen, dass wenn ich wieder zurück kommen soll, nur dann, wenn er eine Therapie macht. Sonst geht es wieder nur für kurze Zeit gut und dann hab ich wieder den selben Mist. Also wenn dann nur mit Therapie. Alleine bekommt er es ja leider nicht in den Griff :-( Aber mir geht es ja wirklich besser, wenn ich ihn nicht trinken sehe. Bin ja mal gespannt, ob er heute abend auch wieder trinkt, wenn ich heimkomme. Dann werd ich schon ab heute Nacht bei meiner Mutter schlafen. Ich schreib euch morgen mal, wo ich diese Nacht verbracht habe. Aber er muss so oder so zur Therapie, wenn er mich wieder haben will.
Bis morgen dann.

Liebe Grüsse
Natjenka

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Re: gerade erst getrennt :-(

Antwort von Rob am 07.05.2003, 16:30 Uhr

Hallo Natjenka!
Auch wenn sich gleich mindestens das halbe Forum auf mich stürzen wird: du handelst dumm und verantwortungslos!
Dein Freund ist genau derselbe, den er war als du ihn kennenlerntest.
Der Typ ist 30 Jahre alt. Glaubst du in Ernst, DU kannst ihn ändern? Das kann er vielleicht selbst, aber ein anderer Mensch ganz bestimmt nicht.
Du wünscht dir ein Kind, lässt ihn eines zeugen und dann trennst du dich, mit der Begründung, er trinkt 2 oder 3 Bier täglich. Was er schon immer tat.
Wenn er jetzt anfängt Streß zu machen wundert mich das nicht!
Wahrscheinlich beglückst du uns bald bach der Geburt mit Hilferufe weil er sich sträubt Unterhalt zu zahlen: Oder kommst mit Bedenken, ob du ihm wohl DEIN Kind anvertrauen kannst.
Unglaublich wie man sich so verhalten kann!
Gruß, Rob *kopfschüttelndwiedervonderpalmerunterklettert*

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Boah Ey *AufRobStürz*

Antwort von fusel am 07.05.2003, 17:52 Uhr

Hi,

also ich weiß nicht warst du es oder ein anderer, der erst neulich in diese Kerbe gehauen hat? Was solln das jetzt? Samenklau? Oder was? Wenn Mann sich auch mal aktiv an der Verhütung beteiligen würde, hätte er mittelfristig (9 Monate) nicht das Problem der UH.
Nicht jede Frau die von jemanden schwanger wird hat den KV reingelegt, Herrgottnochmal. Tragt Dauerkondom - dann muß frau sich diesen Krempel "Der Arme *schnüff* - reingelegt" nicht mehr anhören.

grüße

fusel, auf der Palme

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Genau das dachte ich auch.

Antwort von Richie am 07.05.2003, 18:30 Uhr

Hallo Rob,

danke für deinen Beitrag. Ich muß jetzt
noch einige Termine 'abarbeiten' und kann
erst heut abend spät noch mehr dazu
schreiben.
MfG Richie

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@ Fusel: Bitte genau lesen!

Antwort von Rob am 07.05.2003, 18:43 Uhr

Denn der "Samenklau" bezieht sich nicht auf Natjenka sondern auf Aleksa30.
Zwei ONS in 14 Tage und dann schwanger, das ist kein Zufall!
Ausserdem ist das meine Palme!
Gruß, Rob

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@Natjenka

Antwort von Mama von Nicolino am 07.05.2003, 19:12 Uhr

Hallo.

Dumachst das richtige. Meine Meinung.

Ich war mal in einer ganz ähnlichen Lage wie du.
Liebe macht bekanntlich Blind, und auch ich habe gedacht das er sich ändert.
Aber leider, man kann einen Menschen nicht ändern oder ihm helfen, wenn er es nicht will.
Ich habe 4 Jahre Ehe gebraucht um das zu begreifen und um aus meiner verliebtheit aufzuwachen.

Ich bin nun bald ein Jahr geschieden und eines habe ich gelernt:
ich bin ohne ihn tausend mal besser dran.
Er hat mir auch oft versprochen er ändert sich. Er hat auch immer eine Zeitlang ohne Alkohol ausgehalten, aber wenn er dann wieder anfing zu trinken, dann aber mit Vollgas.

Ich wünsche dir alles Gute
Birgit

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Liebe Natjenka!

Antwort von CIaudiaUSA am 07.05.2003, 19:35 Uhr

hi!

ich gehoere nicht in dieses forum, bin aber froh, hier reingeschaut zu haben.

also erstmal: das trinkverhalten deines freundes ist NICHT DEINE SCHULD. ich finde es weitsichtig und verantwortungsvoll von dir, einzusehen, dass ein gesundes, glueckliches leben mit einem alkoholiker nicht moeglich ist. wenn du jetzt beispielsweise mit ihm weiterlebst, als ob nichts waere, und er weitertrinkt, dann wird das loch tiefer, fuer alle drei. er hat schon seinen fuehrerschein und dich verloren, aber er scheint noch nicht tief genug gesunken zu sein. er KANN sich selbst helfen, wenn er WILL.

denk bitte dran, dass alkoholismus eine krankheit ist, wie alle suechte. der willen, trocken zu werden muss aber von IHM kommen, du kannst ihn nicht heilen. aber ich finde es wichtig, dass du ihm deine grenzen zeigst, sonst bist du der "enabler", du ermoeglichst ihm also das saufen. sorry, mir fehlen in diesem thema einige deutsche woerter.

ich hoffe, dass du und das kind gewinnt, nicht der alkohol. aber es ist seine entscheidung.

ich moechte dir eine webseite ans herz legen: http://www.al-anon.de/

schau dort doch mal, ich weiss, unterstuetzung und hilfe gibts massig, wenn man will (fuer ihn & fuer dich).

liebe gruesse
claudia
(recovering alcoholic, bald 5 jahre trocken)

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@ Fusel: habe ich doch....

Antwort von fusel am 07.05.2003, 21:13 Uhr

Hi,

ich hatte diesen Beitrag nur flüchtig im Hinterkopf, der schnieke Pilot nicht wahr? Es geht mir darum, das zur Zeugung immer zwei gehören. Ich sage dir jetzt aber nichts Neues, oder? Höhö.
Es soll zwar Fälle geben wo Männer von Frauen angefallen wurden und ihres kostbaren Erbguts beraubt worden, aber seien wir doch mal ehrlich: wie oft kommt sowas vor? Da in deutschen Schulen doch relativ früh aufgeklärt wird, gehe ich doch mal aus das ein Mann ab einem bestimmten Alter durchaus in der Lage ist sich der Gefahr bewußt zu werden und nicht ohne Tütchen aus dem Haus zu gehen.
Ich verstehe dann nicht diese: "Aber wie konnte das passieren, Frau????" Selbermachen, sag ich!
Ein Drittel aller SS sind übrigens ungewollt, nein, nicht von den Vätern sondern von den Müttern.

Möglich das der Gedanke von Natjenka ihr Freund würde sich für sie/das Kind ändern, naiv war. Dumm und verantwortungslos würde ich sie dann bezeichnen wenn sie sich in der Situation nicht! Gedanken drüber macht, wie das mit der Beziehung weiterläuft. Den Glauben man könnte einen Menschen ändern haben leider viele, wenn nicht die meisten. Das ist menschlich und man muß schon einige Male auf die Schnute gefallen sein um festzustellen, das es eben nicht funktioniert.

Dritter Punkt: mein Vater war bis zu meinen 14.Lebensjahr Alkoholiker, nicht so ein ruhiger Täglichtrinker wie der über den wir gerade 'reden', sondern ein gewaltätiger Wochenendsäufer. Und nein (o: meine Mutter hat ihn mit mir nicht "reingelegt", laut Gyn wäre erst eine OP von nöten gewesen. Aber ich kam, sah und siegt.
Die Kindheit die ich hatte, und das sage ich ganz sachlich, wünsche ich meinen schlimmsten Feind nicht. Deshalb: Naiv? - Vielleicht. Verantwortungslos? Nie und nimmer. Ich sage es immer wieder: nicht die Mama ist wichtig, nicht der Papa ist wichtig, das Kind hat Prio. Wenn er mehr der sanfte Trinker ist, spricht denke ich nichts dagegen ihm den Umgang zu ermöglichen ganz im Gegenteil.

Und was die Palme angeht: du bist runtergeklettert. Weg gegangen - Platz vergangen *gg*

grüße

fusel, allein auf der Palme

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Re: gerade erst getrennt :-(

Antwort von lucile am 07.05.2003, 21:30 Uhr

Hallo Natjenka
Der Vater Eures Kindes ist und bleibt für sein Tun und Handeln selbst verantwortlich.
Alkoholismus ist eine Krankheit. Co-Alkoholismus auch.

Tu das Dir und vor allem auch eurem Kind nicht an.

Mit Dir kommt er allenfalls aus dieser Klemme raus, wenn Du ihm keine Brücke mehr baust.... ergo seinen Alkoholismus nicht miträgst. Alles andere reisst Dich nur mit hinein.

Du bist schwanger. Sieh' zu, dass es Dir und dem Kind gut geht. Das ist alles aws für Dich nun zählen muss.

Und schafft er den Absprung aus seinem Problem. DAnn sicherlich nicht, wenn Du dabei sitzt und Händchen hältst.
Allenfalls indem Du Härte zeigst. Und das heisst nicht ihn in den Boden rammen, sondern Dich und das Kind emotional distanzieren. Er hat ein Problem, nicht Du und schon gar nicht das Kind.

Kopf hoch. Du hast da schon die richtige Einstellung gefunden. Lass' Dich nicht verwirren.

Lieben Gruss
Heike

P.S. solltest Du Dich entscheiden das mitzumachen, ziehst Du ein Kind gross, dass sich immer irgendwie schuldig und verantwortlich fühlen wird. Willst Du das?

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Re: Liebe Natjenka!

Antwort von fusel am 07.05.2003, 21:36 Uhr

Hi,

also dem was Claudia geschrieben hat, habe ich fast nichts mehr hinzuzufügen.

Du mußt dir nur vergegengewärtigen, das wer einmal Alkoholiker war, es den Rest seines Lebens bleiben wird. Schöner ware es nätürlich wenn dein Freund sich dessen bewußt wäre.
D.h. jemand der eine Entziehungskur gemacht hat und trocken ist darf nie wieder Alkohol trinken, muß sogar drauf achten das er keine Rumtörtchen ißt o.ä. Weil alles was Alkohol ist oder danach schmeckt kann einen Rückfall nach sich ziehen.
Wenn dein Freund also jetzt wieder ein paar Gläschen trinkt, wird er über kurz oder lang wieder dort sein wo er woher war. Das hast du schon richtig gesehen.
Zumindestens früher war es so, das man 6 Wochen zur Entgiftung mußte und dann 3 Monate ins sogenannte "Blaue Kreuz": Gesprächsgruppen, Therapie etc. Ich denke allein schaffen es die wenigsten. So wie ich das rauslese ist dein Freund psychisch abhängig, wäre er körperlich abhängig würde er es kaum schaffen 3 Monate trocken zu bleiben. Menschen die körperlich abhängig sind scheinen im ersten Moment schlechter dran zu sein. Beim Entgiftungsaufenthalt in der Klinik darf z.B. selbst Rasierwasser oder Parfüm nicht ins Krankenhaus gebracht werden, weil selbst getrunken würde, nur weil Alkohol drin ist. Grundsätzlich braucht ein psychisch Abhängiger aber mehr therapeutische Hilfe. Die kann ihm ein Laie nicht geben.

Diesbezüglich finde ich sein Verhalten wegen der MPU auch exemplarisch. Er war trocken bis zum Termin und fing dann wieder an. Viele Suchtkranke geben höchst selten für Familie/Partner ihr Steckenpferd auf. Da muß erst was anderes kommen: Konflikte mit dem Gesetz, Verlust des Arbeitsplatzes, etwas was den Suchtkranken direkt betrifft. Dann entschließt er sich u.U. für eine Entziehungskur.
Fazit: selbst wenn dein Freund nicht gewalttätig ist, halte ich deine Entscheidung für sehr richtig. Es macht keinen Spaß einen Alkoholiker als Vater zu haben, und oftmals zieht das ganze auch finanzielle Probleme mit sich. Umgang kann er auch dann mit dem Kind haben wenn er nüchtern ist.


grüße & alles gute für das Baby

fusel

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Uiii Rob

Antwort von lucile am 07.05.2003, 21:37 Uhr

Mich reizt einen scharfen Vergleich zu ziehen....

Sag mal findest Du eigentlich immer eine Entschuldigung für Mangel an Verantwortungsbewusstsein?

Ist beileibe nicht böse gemeint. Aber auch einem Menschen mit Alkoholproblem bleibt das Türchen der Selbstentschuldigung nicht offen.
Es gibt schlimme und schlechte Voraussetzungen. Für sein eigenes Handeln bleibt letztlich jedoch jeder selbst verantwortlich.

Und Trinken zu entschuldigen. Da warte ich drauf, was als nächstes entschuldigt wird.
Hier geht es immerhin nicht um den "light social drinker", sondern um ein abdriften in eine Abhängigkeit, die allenthalben weite Kreise zieht.

Ich schliesse mich den Worten von ?? (sorry, habe die Threads nicht mehr namentlich im Kopf) an: Es geht ums Kind!!!!!!
und nicht um das allfällige Wohlgehabe eines 30jährigen, der offensichtlich sein Leben nicht mehr im Griff hat *kopfschüttel*.

Schönen Abend, nichtsdestotrotz
Grüsse
Heike

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Re: gerade erst getrennt :-(

Antwort von harmony_ am 07.05.2003, 23:48 Uhr

Hi, Rob,

ein paar Gedanken von mir dazu.

"Dein Freund ist genau derselbe, den er war als du ihn kennenlerntest."

Da hast du recht. Allerdings sieht man manchmal zu Beginn einer Beziehung nicht das Ausmass der Eigenschaften. Und der betreffende Mann kann sich ja sehr wohl auch mal zusammenreissen, hat er ja bereits gezeigt. Nur auf Dauer hat er es eben nicht im Griff.

Zweitens war es sicherlich keineswegs klug, von ihm schwanger zu werden. Vielleicht auch gedankenlos oder sogar egoistisch (wenn dahinter die Einstellung steht: Hauptsache ein Kind bekommen, egal von wem - aber das habe ich bisher nicht aus N.s Beitraegen herauslesen koennen).
Ich glaube aber, dass man einen Fehler nicht mit einem zweiten Fehler gutmachen kann. Und bei einem uneinsichtigen Alkoholiker zu bleiben, egal ob mit Kind oder ohne, ist ein Fehler. Punkt.

Ich weiss nicht, wie stark das Alkoholproblem ist (in meiner Familie wird auch fast jeden Abend ein Bier getrunken, es ist eine Gewohnheit, aber ich sehe *dort* tatsaechlich kein Problem). Zwei oder drei Bier JEDEN Abend ist aber eindeutig ein wenig viel, und wenn derjenige seinen Fuehrerschein deswegen verloren hat, dann hat er eindeutig unter Alkoholeinfluss unverantwortlich gehandelt (fuers Zuhausetrinken hat noch niemand den F. verloren, oder???)

Wer gibt ihr die Garantie, dass er nicht auch mit dem Kind unverantwortlich umgeht, wenn er seine drei Bier aufhat? Soll sie jede Sekunde ueber die beiden wachen?

Gute Nacht,
harmony

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@Rob

Antwort von Prinz am 08.05.2003, 7:02 Uhr

Ich habe gerade 2 Postings gelesen. Mir kommt es so vor, als würden in Deinen Augen die meisten Frauen sich ein Kind wünschen, sich so einen armen, wehrlosen Mann schnappen und wenn sie wissen, daß sie schwanger sind, einen Grund suchen um ihn schnell wieder loswerden zu können.
Das man am Anfang einer Beziehung den Partner noch nicht so gut kennt und auch die weniger geliebten Seiten noch nicht so zum Vorschein kamen oder noch nicht richtig wahrgenommen wurden, ist doch wohl bei Männlein und Weiblein das Selbe!

Und wenn jemand (wie weiter oben) mehrere One-Night-Stands hatte, ist es ein Mann kräht kein Hahn danach, ist es eine Frau - die ja nun als einzige schwanger werden kann! - bekommt sie die schärfsten Unterstellungen und Anschuldigungen an den Kopf geworfen. Finde ich ziemlich affig!

Aber scheinbar laufen auf der Welt ausschließlich Frauen rum, die darauf warten von einem Mann schwanger zu werden, damit sie ein Kind haben, einen der zahlt (wahlweise sind sie bestimmt tierisch geil drauf sich auf den Ämtern durch zu schlagen) und eine Pause in Arbeitsleben einlegen können.

Prinz *nurnochkopfschüttelnd*

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Re: gerade erst getrennt :-(

Antwort von Natjenka am 08.05.2003, 10:15 Uhr

Vielen Dank für eure Meinungen.
Ich hab gestern abend meine Sachen gepackt und bin zu meiner Mutter gegangen. Ich hab dann abends nochmal mit ihm telefoniert. Ich hab zu ihm gesagt, dass er mir leider gar keine andere Wahl lässt, aber ich muss ihn einfach vor diese Entscheidung stellen. Ich oder das Bier.
Er weiss auch, dass ich nie so einen Stress gemacht hätte, wenn ich gesehen hätte, dass es bei eins oder zwei Bier in der Woche bleibt und, dass Tage dazwischen sind in denen er nichts trinkt. Nur ist das halt leider nicht der FAll :-(
Er meinte nur, wenn er nicht jeden Abend trinken soll, muss er ja wieder ganz aufhören und darf gar nichts mehr trinken. Bin ja schon mal froh, dass er es auch so sieht. Ich werd jetzt einfach mal abwarten, ob er sich wirklich für eine Therapie entscheiden wird, was ich im Moment noch bezweifle. Er will ja auch, dass ich wieder zurück komme und er will auch nicht alles hinschmeissen. Er will auch eine Zukunft und Familie mit mir. Das habe ich ja bereits die ganze Zeit gewusst. Nur werde ich erst dann wieder zu ihm zurück gehen, wenn er eine Therapie macht. Ich würd ja auch mitgehen. Ich will ihm ja helfen und unterstützen. Naja, mehr als abwarten kann ich jetzt leider auch nicht :-(
Aber der Abend gestern bei meiner Mutter hat mir schon mal echt gut getan, weil ich Abstand von ihm habe und ich ihn nicht mehr trinken sehen muss.
Achja, und dann wollte ich noch schreiben, dass es ein Wunschkind von uns beiden ist. Und auch von meiner Seite immer bleiben wird!!! Wir haben uns im September letztes Jahr gemeinsam entschieden, die Pille abzusetzen.
Also nochmal vielen Dank für euren Zuspruch und ich bin mir immer sicherer, dass ich das Richtige mache.

Liebe Grüße
Natjenka

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@All

Antwort von Richie am 08.05.2003, 11:20 Uhr

Hallo z'samm,
kann mich nach zwischenzeitlichem Nach-
denken hauptsächlich den Postings von
'fusel' anschließen, die, wie ich finde,
sehr bedächtige und elternpaarorientierte
Beiträge schreibt!
MfG Richie

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Sorry...

Antwort von Rob am 08.05.2003, 16:00 Uhr

Hallo Natjenka,
gestern war ich wohl etwas zu aufbrausend, dafür entschuldige ich mich. Allerdings... da sieht man mal wie wichtig komplette Informationen sind: >>Wir haben uns im September letztes Jahr gemeinsam entschieden, die Pille abzusetzen.>Er meinte nur, wenn er nicht jeden Abend trinken soll, muss er ja wieder ganz aufhören und darf gar nichts mehr trinken.

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Sorry: Teils des Beitrags verschluckz, hier gehts weiter...

Antwort von Rob am 08.05.2003, 22:16 Uhr

Mit diese Informationen wäre wohl auch meine Reaktion wesentlich milder ausgefallen!
Gruß, Rob*natjenkadenfreienplatzaufderpalmeanbietet*

PS; benutzt keine Pfeile,> die werden falsch interpretiert!

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Re: Sorry: Teils des Beitrags verschluckz, hier gehts weiter...

Antwort von Natjenka am 09.05.2003, 11:15 Uhr

Entschuldigung angenommen :-)

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Etwas Spät, aber...

Antwort von Sunny1973 am 12.05.2003, 20:19 Uhr

... vielleicht hilft Dir meine Geschichte auch weiter?!

Eigentlich gehöre ich gar nicht in dieses Forum, da ich eigentlich glücklich verheiratet bin, nur manchmal fühle ich mich doch als "alleinerziehend". Daher hab ich mich hier mal umgeschaut und bin auf Deinen Beitrag gestossen (deswegen auch das späte Posting).

Also, zuerst einmal denke ich, dass wenn er EUCH wirklich will, dann wird er aufhören zu trinken. Wobei ich so ein bissel im Zwiespalt stecke?! Würde bei uns jeden Abend Bier stehen, würde mein Mann auch jeden Abend einige Halbe trinken. So lange, bis es alle ist und dann wieder von vorn und er ist KEIN Alkoholiker (er MUSS nicht trinken) NUR es wird irgendwann zur Gewohnheit.

So und nun zur eigentlichen Geschichte: Als Jugendliche/Teenie habe ich einen Jungen kennengelernt. Den hätte ich nicht wirklich von der Bettkante geschuppst, wenn er es auch gewollt hätte und meine damalige FESTE (4 Jahre) Beziehung hätte ich auch aufgegeben. Ok, das hat sich aber nie so ergeben. Vor ca. 3-4 Jahren haben wir uns wieder getroffen und er war alkoholabhängig! Es ist mir UNHEIMLICH schwer gefallen mit ihm klar zu kommen, na ja in "beziehungstechnischer" Sicht. Er war egoistisch und unzuverlässig. Aber seinen Job und Führerschein hatte er noch und war auch SEHR GEPFLEGT. Man hat ihm den Alkoholismus also nicht sofort angesehen. Irgendwann kam ER zu mir und sagte: "Wenn das mit uns gut gehen soll, MUSS ER einen Entzug machen" (Er hatte schon 3 Entgiftungen hinter sich und hat immer wieder angefangen). Ich habe ihm damals die Starthilfe gegeben! Ich habe ihm einen Platz besorgt, ihn regelmässig besucht und mit Cola und Schoki (Ersatzdroge) versorgt. Nach dieser 4-wöchigen Entgiftung sollte eine ambulante Therapie folgen. Leider habe ich die nicht mehr mitbekommen, denn er hat sich einfach NIE WIEDER bei mir gemeldet! Auf Anrufe, Briefe ... auf GAR NICHTS von mir hat er reagiert. Nach ca. 6-7 Wochen bekam ich eine SMS von ihm, obs mir gut geht. Ich war erst ziemlich angepisst. Klar, so einfach ohne Angabe von Gründen abserviert zu werden. Aber ich antwortete ihm, dass es mir ganz gut ginge und warum er sich nicht gemeldet hat. Und da schrieb er mir, dass ein Freund ihm erzählt hat, dass man mich ANGEBLICH auf einem Konzert mit einem anderen Mann gesehen haben will *lach* Wie gut, dass ich auf dem Konzert bei meiner Freundin im Arm hing und nur geheult habe, weil ich sonst nirgends die Möglichkeit hatte, diese "Last" mal loszuwerden.

Allerdings hatte ich immer den Eindruck, dass er es nicht ernst mit mir meinte. Er hat sich nicht für unsere Beziehung ins Zeug gelegt, obwohl ich ihm SUPER OFT die Möglichkeit dazu gegeben habe, das zu zeigen/zu beweisen, aber er hat sie eben nie genutzt. Irgendwann fragte er mich per SMS (wir hatten da schon monatelang nur SMS-Kontakt) ob ich ihn heiraten möchte und auf meine Frage, wie er dazu kommt, mich das zu fragen, antwortete er: "Weil Du mir so toll geholfen hast". Na wenn das keine Basis für eine "gute Ehe" ist *ironisch lach*. Ich habe es einfach nicht mehr ausgehalten, ihn nur zu sehen, wenn es ihm in den Kram passt (2x in etwa 3 Monaten) und ausserdem ist das wohl kaum als "Beziehung" anzusehen.

Später, als seine Therapie zu ende war, gings mit ihm bergauf. Er hat sich ein Auto gekauft (seine Worte, damit er auf dem Bahnhof morgens nicht den Säufern über den Weg läuft), er hat einen Job auf einer Tankstelle, wo er später die Werkstatt als "Selbstständiger" übernommen hat. Mittlerweile ist er verheiratet und seine Frau dürfte vor einigen Wochen ein Kind zur Welt gebracht haben.

Meine Entscheidung war die Richtige, denn noch kurz bevor er geheiratet hat, da hat er noch den sexuellen Kontakt zu mir gesucht, aber da ich glücklich (später dann auch verheiratet) mit meinem Mann war, hab ich "abgelehnt". Und als ich dann das Ergebnis meiner SS bekam, ihm mitteilte, dass es durchaus sein kann, dass Dirk mein Handy mal dabei hat, wenn es mit der Geburt "losgehen" kann, da hat er sich NIE WIEDER gemeldet. Mein Mann ist nicht besonders gut auf ihn zu sprechen, klar, wenn er mir Sex anbietet, obwohl ich in einer festen Beziehung bin (er wusste das ja die ganze Zeit).

Es ist nicht einfach gewesen mit einem "Alkoholiker", auch wenn er trocken ist, umzugehen! Aber wenn man es wirklich will und vorallem sich BEIDE lieben, dann schafft man/frau es auch. Er sollte seine Entscheidung selber treffen, ihm muss klar werden, was er wirklich will. Dann solltest Du ihn UNTERSTÜTZEN, ihm aber nichts abnehmen oder ihn gar bemuttern oder "anmeckern". IHM MUSS klar werden, was er an Dir hat und wenn er DICH und das Kind liebt, dann wird er die richtige Entscheidung treffen. Zwingen kannst Du ihn aber nicht.

So, auch wenn das Posting unter die Kategorie "Postings die die Welt nicht braucht" fällt, hoffe ich, dass ich Dir vielleicht auch etwas "Hilfe" bei Deiner Entscheidung geben kann.

Liebe Grüße
Sunny
www.novembermamis.de (die leider im Moment nicht funktionieren).

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