Für alleinerziehende Eltern

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Geschrieben von Sterni68 am 17.08.2004, 9:25 Uhr

@Elisabeth

Hallo Elisabeth,
ich finde es wirklich bewundernswert, fast übermenschlich, wie du die Trennung zu dem Vater deiner Kinder vollziehst und nie das Bewußtsein dafür verlierst, dass dieser Mann den Kindern als Vater erhalten bleiben soll - trotz scheinbar sehr grober Differenzen zwischen euch. Wegen deiner Kinder nimmst du sehr viel Rücksicht, schluckst deine Gefühle und steckst zurück. Das finde ich sehr bemerkenswert. ABER: Was wird später sein, wenn ihr getrennte Wohnungen habt und du gar einen neuen Mann/eine neue Liebe kennenlernst und der Vater deiner Kinder DAS realsiert? Genau da ist nämlich der Knackpunkt, der alle guten Vorsätze und Hoffnungen über den Haufen werfen könnte (von seiner Seite). Meiner Erfahrung nach gerät dann nämlich doch sehr schnell alles ausser Kontrolle und der KV zieht sich beleidigt zurück. Einer leidet ja doch immer mehr unter der Trennung als der andere und solange noch Gefühle im Spiel sind (von Vaters Seite) ist es ihm nicht möglich die Gefühle zwischen Frau und Kindern sauber zu trennen. Bei den meisten klappt ein guter Umgang mit den Kindern vorläufig nur, weil die stille Hoffnung auf eine Versöhnung mit der Mutter besteht. Da zeigen sich die Papas gerne von ihrer verantwortungsvollen und treusorgenden Seite, weil sie damit der Kindesmutter beweisen wollen, dass sie ja gar nicht so schlecht sind. Es gibt kaum etwas, was Mütter mehr beeindruckt, als Väter, die sich rührend um ihre Kinder kümmern! All das zerbricht wie ein Kartenhaus, wenn ein neuer Mann in das Leben von Frau und Kindern tritt. Ich sage nicht, dass es bei dir so ist. Ich sage nur, das das häufig das noch gößere Problem ist, als die Trennung.

 
3 Antworten:

@ Sterni

Antwort von Elisabeth mit Fumi & Temi am 17.08.2004, 10:39 Uhr

Hallo,

da sprichst Du einen wunden Punkt an: BEIDE müssen die Trennung zwischen Paarebene und Elternebene schaffen, nicht nur einer. Ich versuche es täglich und ich WEISS, daß mein Mann es nicht schafft und vielleicht nie schaffen wird. Aber das gibt mir doch nicht das Recht, es nicht weiter zu versuchen.

Mein Mann ist der festen Überzeugung, daß ich einen neuen Freund habe. Tatsache ist, daß ich einen neuen ebenfalls nigerianischen Freund habe, der mir hilft, die Heiratspapiere zu beschaffen, aber es ist kein "solcher" Freund sondern einfach jemand, der mir hilft. Der arme Kerl wird von meinem Noch-Mann bedroht ("Wenn Du meiner Frau hilfst, schlage ich Dich zusammen!") und ich bekomme auch was ab ("Wenn Du ihm meine Daten gibst, sage ich das dem Gericht!" - als ob das sich dafür interessieren würde). Außerdem zischt er jedes Mal, wenn wir uns zufällig in der Wohnung über den Weg laufen, Beschimpfungen in meine Richtung. Das, was Du voraussiehst, ist also schon eingetreten.

Aber, wie ich oben schon schrieb, das gibt mir nicht das Recht, die Beziehung zwischen den Kindern und ihrem Vater zu beeinflussen. Irgendwann werden sie vielleicht merken, daß ihr Vater viel kaputt gemacht hat. Im Moment sind sie dazu zu klein (ja, auch Fumi mit ihren 8 Jahren) und stecken auch zu tief drinnen. Sie bekommen - leider - viel zu viel mit.

(Kleine Episode am Rande: Letzten Mittwoch hat mein Noch-Mann mich mal wieder an den Rand eines Nervenzusammenbruchs gebracht. Bei der Gutenachtgeschichte war ich so fertig, daß ich zwei Mal einfach in Tränen ausbrach. Fumi und Temi haben mich getröstet und gefragt, was los sei. Ich sagte nur, daß ich traurig sei, mehr nicht. Am nächsten Morgen stürmte Temi in das Zimmer seines Vaters und schimpfte: "Du sollst die Mama nicht ärgern, das darfst Du überhaupt nicht!". Einerseits war ich geschockt, das habe ich Temi nicht "befohlen" und sowas sollte er auch nicht tun. Andererseits müßte ich lügen wenn ich sagen würde, daß es mir nicht auch eine gewisse Genugtuung gegeben hat - ich bin ja keine Heilige.)

Noch hat er es nicht geschafft, meine guten Vorsätze über den Haufen zu werfen. Dabei denke ich, daß es viel schlimmer nicht mehr werden kann. Aber mir ist einfach wichtig, daß ICH alles richtig mache. Wenn ER alles falsch macht, muß er dafür die Verantwortung tragen.

Wie ich unten schrieb: Ich würde liebend gerne alles hinschmeißen und mit den Kindern auswandern, um ihn nie wieder sehen zu müssen. Aber ich tue es nicht, und irgendwann wird er entweder Vernunft annehmen oder sich selber in die Scheiße reiten. Dann ist er für sein Schicksal, incl. Beziehung zu den Kindern, aber selbst verantwortlich, egal wie es dann ausgeht.

Meine heimliche Vermutung für die Zukunft (die mein Mann auch schon mehrmals mehr oder weniger indirekt angedeutet hat): Er sucht sich eine Neue, bekommt mit der wieder Kinder, und dann sind seine "alten" Kinder abgemeldet, damit er mit der Neuen seinen Traum von der "heilen Familie", den ich ihm mit dieser Familie zerstört habe, doch noch realisieren kann.
Aber wie auch immer es kommt, SEINE Beziehung zu den Kindern wird von IHM gestaltet, nicht von mir.

Schöne Grüße,
Elisabeth.

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Antwort von Elisabeth mit Fumi & Temi am 17.08.2004, 11:58 Uhr

"Der Haß ist die Liebe, die gescheitert ist."
Søren Kierkegaard

Das paßt gerade so gut. Sollte man sich vielleicht hin und wieder vor Augen führen.....

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@ Elisabeth

Antwort von Sunny1973 am 17.08.2004, 14:54 Uhr

Ich finde es auch bewundernswert, wie Du das alles meisterst, ohne einen Moment an Dich zu denken (na ja mehr oder weniger, denn irgendwann denkt man schon an sich selbst, glaube ich). Zumindest, was ich bisher von Dir gelesen habe!

Und ich habe kein "Aber" hinzuzufügen. Es wird sich zeigen, was in der Zukunft passiert und wie Du so schön geschrieben hast, der "Vater" schiesst sich dann ein "Eigentor" (Deine Kids sind ja schon alt genug, wie man liest). Das kann DIR ja egal sein (bzw. zum inneren Reichsparteitag führen *lol*).

Ich muss immer wieder an Dich und Deine Situation denken und bewundere Dich immer wieder aufs Neue!

Liebe Grüße aus dem leicht sonnigen Hamburg
Sunny

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