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Geschrieben von Danny mit Max am 17.04.2006, 11:19 Uhr

Warum verschiebt sich Ostern immer kalendarisch gesehen ?

Hallo,
oh je, gestern nachmittag kam beim Osterkaffeetisch diese Frage auf. Und es konnte sie tatsächlich niemand erklären. Ich eingeschlossen ... *rotwerd*

Kann wer helfen?

LG
Danny.

 
3 Antworten:

Oh, hab gegoogelt und prompt was passendes gefunden:

Antwort von Danny mit Max am 17.04.2006, 11:23 Uhr

"Formel des Ostertermins

Der Ursprung
Das Dogma
Das zur Erinnerung an die Auferstehung Christi gefeierte Osterfest findet für die »westlichen« christlichen Kirchen nach einem Beschluss des Konzil von Nicäa im Jahre 325 n. Chr. statt:

Am ersten Sonntag
bei oder nach dem ersten Vollmond,
nach Frühlingsanfang.

Also: Erst Frühlingsanfang - wenn am gleichen Tag Vollmond, dann zählt dieser nicht, dann nächster Vollmond - dann Sonntag - ist der Ostersonntag.

Um allerdings den Oster-Termin vorausberechnen zu können bedarf es einer tiefergehenden Betrachtung, da weder der Frühlingsanfang immer auf den gleichen Tag fällt, noch der Mondumlauf und damit der Vollmond dem Rhythmus der 7-Tage-Woche folgt.

Frühlingsbeginn
Naturwissenschaftlich betrachtet
Der Frühlingszeitpunkt auf der Nordhalbkugel findet zwischen dem 19. März 2096 um 14:05 UT und dem 21. März 1903 um 19:14 UT statt. Frühlingsanfang ist der Tag der Tag-und-Nacht-Gleiche (Frühlingsäquinoktium) im März. Die Sonne steht zu diesem Zeitpunkt senkrecht über dem Äquator.
Der »synodische« Monat, d.h. die Zeit zwischen zwei Neumonden, beträgt zwischen 29,274 und 29,830 Tage (im Durchschnitt: 29,53 Tage).

Kirchenstandard
Vereinfachung
Bei der Festlegung des Oster-Termins ist der Frühlingsanfang generell auf den 21. März gelegt.
Auch die Unregelmäßigkeit des Mondumlaufes wird bei der Berechnung nur unvollständig berücksichtigt.
Der frühest mögliche Ostertermin ist damit der 22. März. Der mögliche Termin schwangt damit nur noch innerhalb von 35 Tagen.
Nach 5.700.000 Jahren wiederholt sich rechnerisch der »Osterzyklus«. In diesem Zyklus ist der 19. April der häufigste Ostersonntag."

Ist ja doch komplexer als ich dachte ...

LG
Danny.

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Oha...

Antwort von Frosch am 17.04.2006, 11:45 Uhr

Hallo!

Kompliziert aber interessant!

LG Antje

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Re: Oh, hab gegoogelt und prompt was passendes gefunden:

Antwort von Martin am 19.04.2006, 23:33 Uhr

Hallo,

leider ist der Artikel sowohl unvollständig, als auch falsch.

(a) Das mit dem Konzil stimmt im Großen und Ganzen, allerdings ist dies kein Dogma (ein Dogma ist ein fundamentaler Glaubenslehrsatz), sondern einfach eine Festlegung.

(b) Vollmond und Frühling stimmt auch.

(c1) Die Zeit zwischen zwei Vollmonden beträgt etwa 29.5 Tage (= synodischer Monat), 12 Vollmonde ergeben 354 Tage.

(c2) Der Umlauf der Erde um die Sonne dauert etwa 365.25 Tage.

(c3) Damit ergibt sich, dass sich der Vollmond jedes Jahr etwa 11 Tage verschiebt, somit Ostern nicht an einem festen Datum stattfinden kann.

(d1) Frühlingsbeginn: Astronomisch zu dem Zeitpunkt, an dem die wahre Sonne die Knotenlinie, das ist die Linie, die sich als Schnittlinie zwischen der Ebene des Äquators der Erde und der Bahnebene der Erde um die Sonne ergibt, von Süden nach Norden durchquert.

(d2) Dies ist streng gesehen nicht der Zeitpunkt der Tag- und Nachtgleiche, da bei dieser Aussage davon ausgegangen wird, dass sowohl keine Bewegung der Erde um die Sonne, als auch keine Erdrotation stattfindet.

(d3) Dies ist auch nicht der Zeitpunkt, an dem die Sonne senkrecht über dem Äquator steht. Das tut sie nämlich jeden Tag des Jahres.

(d31) Hier fehlt die Ergänzung, dass die wahre Sonne zum Zeitpunkt des wahren Mittags über dem Äquator stehen muss. Exakter ist allerdings die Definition über die Winkelverhältnisse zwischen Erde und Sonne.

(d32) Aber selbst die genaue Definition ist nicht eindeutig, das dies ebenfalls zum Herbstanfang zutrifft, insofern die weitere Ergänzung, dass die scheinbare Sonne sich in aufsteigender Bewegung befinden muss.

(e) Das mit den 5.7 Mio. Jahren ist kompletter Unsinn, da hierbei nicht berücksichtig ist, dass die Bewegung der Erde um die Sonne, wie auch die Erdrotation, wie auch die Bewegung des Mondes um die Erde nicht stabil, sondern Änderungen unterworfen sind, die auf diesem großen Zeitraum weder bekannt sind, noch in irgendeiner Weise vorausberechnet werden können, da zu viele Unbekannte (mehrere Tausend) in dieser Rechnung stehen.

(f1) Der Frühlingsanfang wurde früher wie auch heute über Kirchentafeln und Tabellen berechnet, die gewisse Vereinfachungen haben müssen, damit die Rechnung nicht zu kompliziert wird (diese Tafeln und Berechnungen sind immerhin fast 2000 Jahre alt).

(f2) Gegenüber dem exakten astronomischen Termin ergeben sich immer wieder (ganz wenige Male pro Jahrhundert) Abweichungen, wobei sich die Kirche seit einigen Jahrzehnten an den astronomischen Termin hält.

(g) Und das Allerwichtigte fehlt in diesem Artikel: Warum macht man sich überhaupt diesen Aufwand?

(g1) Das liegt daran, dass die Bibel schreibt, dass Jesus am Freitag vor dem jüdischen Peschachfest nach Jerusalem einzog, dann gekreuzigt wurde, und am Sonntag darauf wieder auferstand.

(g2) Wir feiern also heute Ostern am Sonntag nach dem jüdischen Fest, und dieses wiederum wird von den Juden seit vielen tausend Jahren zum ersten Frühlingsvollmond gefeiert.

Grüße, Martin

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