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Geschrieben von famisa am 22.03.2005, 18:38 Uhr

Wachkomapatientin Terrie wird sterben

Nach neuestem richterlichen Beschluss wird die künstliche Ernährung für Terrie eingestellt. Sie wird nun wohl verhungern bzw. verdursten.
Ihr Ehemann spricht von einem erlösenden Urteil.

Ich weiß, dass das in Österreich nicht möglich wäre. Aktive und passive Sterbehilfe ist gesetzlich verboten.
Nicht in den USA.

Nur so zum Nachdenken....
LG Mi

 
24 Antworten:

Re: Wachkomapatientin Terrie wird sterben

Antwort von elody am 22.03.2005, 19:17 Uhr

Einen Menschen langsam aber sicher verhungern und verdursten zu lassen kann ich nicht als Sterbehilfe ansehen. Sie wird doch Hungegefühle bekommen und einen fürchterlichen Durst haben.
Es ist für mich sehr schwer zu sagen auch für andere, ob ihr Gefühlsempfinden da ist, ob sie die Menschen um sich herum wahrnehmen kann. Möchte sie Leben, möchte sie sterben?? Wer weiß das.....???

Nicht das noch mehr Menschen auf die Idee kommen so eine Entscheidung erneut vor Gericht durch zusetzen.
Gruss Moni

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Schwieriges Thema...

Antwort von Frosch am 22.03.2005, 19:18 Uhr

Hallo!

Nachdem sie selber nicht sagen konnte, ob sie leben oder sterben möchte, ist das sicher ein sehr schwieriger Fall gewesen...
Es ist doch Quälerei, sie einfach verdursten zu lassen! Nachdem man sich nicht sicher ist, WIEVIEL Komapatienten von ihrer Umwelt mitbekommen. Ich möchte da als Elternteil nicht zusehen müssen. Aber der Ehemann macht sich die Entscheidung sicher auch nicht leicht.
Da müßte es noch andere "Mehthoden" geben, aber das wäre dann aktive Sterbehilfe und somit strafbar? Ich verstehe das nicht so ganz.

LG Antje

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Re: Wachkomapatientin Terrie wird sterben

Antwort von maleja am 22.03.2005, 19:39 Uhr

Ich würde für mich auf jeden Fall wollen, dass ich nicht in einem Wachkoma gefangen wäre. Wahrscheinlich werde ich das auch mal per Verfügung festhalten. Denn das ist DER Alptraum schlechthin.
Ich finde es gut, dass sie nun sterben darf und sich nicht weiter quälen muss. Warum hält man immer so am Leben fest? Noch weitere Jahre Qual, um dann doch irgenwann zu sterben! Wir sind alle nicht unsterblich. Warum künstlich und qualvoll verlängern????

Silvia

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Re: Wachkomapatientin Terrie wird sterben

Antwort von nördel-1 am 22.03.2005, 19:44 Uhr

Da bin ich ganz Malejas Meinung, jahrelang künstlich!! am Leben gehalten werden? Furchtbar!
Diese Patientenverfügung werden Männe und ich auch fertigmachen, besser ist..

LG Nördel

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Wg. Patientenverfügung!

Antwort von Frosch am 22.03.2005, 19:59 Uhr

Hallo!

Da müßt Ihr Euch GENAU informieren, denn es kann durchaus sein, daß diese Verfügung durch Formfehler nichtig wird.
Am besten bei einem darauf spezialisierten Rechtsanwalt nen Termin machen...

Ich habe vor längerem eine Sendung gesehen, da war es das Thema. Und viele Verfügungen enthielten bestimmte Fehler (juristische Kleinigkeiten), die dieselben nichtig machten.

LG Antje

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Re: wieso lässt er sich nicht scheiden?

Antwort von Benedikte am 22.03.2005, 20:52 Uhr

DAs ist die FRage, die mich bewegt.Wegen des Wachkomas habe ich mich noch nicjt endgültig positioniert, wieich nun dazu stehe. Aber hier ist es ja so, dass der Mann mit einer anderen FRau schon mehrere Kinder hat und sich alleine aufgrund des Erbes nicht scheiden lassen möchte. Das haben die Eltern ihm ja scho mehrfach borgeschalgen, weil sie dann das Sorgerecht für Teri hätten. Er hingegen besteht darauf, dass er verheiratet bleibt, um als ihr Ehemann an ihr Vermögen zu kommen, als gescheidener ginge er ja leer aus. Das sollte man auch nicht so abtun- ich glaube jedenfalls, dass der MAnn keine lauteren Motive hat.

Benedikte

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Re: Wachkomapatientin Terri wird sterben

Antwort von kirsy71 am 23.03.2005, 2:13 Uhr

Ob das Urteil so stehen bleibt oder nicht, wird in Atlanta von ein Berufungsgericht entschieden werden. Das Berufungsgericht setzt sich aus drei Richtern zusammen, die willkürlich aus der Richtergruppe dort ausgewählt werden, 7 sind Republikaner, 5 Demokraten. Die Entscheideung muss einstimmig sein, soviel dazu.

Wir leben ja sozusagen um die Ecke, und das Thema Terri Shiavo begleitet uns nun schon seit fünf Jahren.
Im Prinzip frage ich mich nur, was die Eltern und Angehörigen da rehabilitieren wollen, das Grosshirn hat sich verflüssigt (so makaber sich das anhören mag) und solange da kein Grosshirn nachwächst, wird sie auch nicht aus dem Wachkoma erwachen. Darüber können auch keine medienwirksamen Bilder mit einer hübsch hergerichteten Terri hinwegtäuschen, keine Therapie hat an ihrem Zustand auch nur das geringste ändern können. Mediziner sind sich einig, sie empfindet nichts mehr, ihr Zustand ist dauerhaft und endgültig. Somit hat sie auch kein Hunger oder Durstgefühl mehr.
Für die Eltern ist es aber logischerweise wahnsinng schwer, ihre Tochter auf diese Art gehen zu sehen, es ist und bleibt nunmal im Prinzip ein verdursten.
Ich frage mich, auf der einen Seite werden Menschen per Giftinjektion hingerichtet, auf der anderen Seite ist es aber nicht legitim mit derselben Rezeptur jemanden zu erlösen.
In gewisser Weise beneide ich da meine Katze, mein Tierarzt macht es möglich sie sanft ins nächste Leben gehen zu lassen... wenn ihre Zeit gekommen ist.

Wir haben eine ähnliche Entscheidung vor fast sechs Jahren fällen müssen, mein Grossvater hatte einen schweren Schlaganfall, das Grosshirn war komplett betroffen, im Prinzip funktionierte nur noch das Stammhirn. Die Ärzte haben uns verschiedene Szenarien gegeben, wir haben uns damals entschieden, die Medikamente abzusetzen, die den Hirndruck künstlich niedrig gehalten haben. Mein Grossvater ist daraufhin innerhalb weniger Stunden verstorben. Ich habe meine Entscheidung bis heute in keinster Weise bereut.

Und um nochmal auf Terri Shiavo zu sprechen zu kommen und dem ganzen eine religiös-spirituelle Note zu geben, die meisten, die sie am "Leben" erhalten wollen, sind fundamental-konservative Christen. Wie wenig Glauben müssen diese Menschen besitzen, um Terrie seit 15 Jahren das Leben nach dem Tod zu verweigern?

Ach ja, und Mr. Shiavo hat kein Vermögen mehr, was glaubt ihr, was 7 Jahre Rechtsstreit vor Gericht hier in Florida kosten, Terri wird seit fast einem Jahr auf Staatskosten im Hospiz gepflegt, da gibt es nichts mehr zu erben.
Meiner Meinung nach hätte Mr. Shiavo mit einer Scheidung einen einfachen Weg gehen können, ihm war aber Terri, auch wenn er eine weitere Beziehung mit einer anderen Frau hat, nicht egal.


kerstin in Fl

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Sterbehilfe

Antwort von Schwoba-Papa am 23.03.2005, 8:47 Uhr

Eine Entscheidung über das Leben eines anderen zu treffen ist alles andere als leicht. Für einen der noch keinen Menschen Zuhause oder im Krankenhaus erlebt hat, der permantent mit "toten" Augen an die Decke starrt, aber trotzdem irgendwie lebt und Betreuung braucht, ist es einfach nicht nachvollziehbar was das bedeutet.

Meine Oma verstarb Mitte Dezember an Kieferkrebs. Sie sah zum Schluß aus wie ein Zombie, konnte nix mehr machen ausser liegen, war nicht mehr ansprechbar, reagierte auch sonst nicht mehr und wir warteten 3 Wochen bis sie dann starb. Das hätte aber auch noch monatelang so gehen können.

Ich finde es gibt auch beim Sterben eine Würde.

Und christliche Aspekte da anzuführen finde ich nur Panne. Den außer einer "Sterbebegleitung" und etwas Weihwasser kommt da nicht viel rüber.

Was die Problematik Sterbehilfe betrifft ist uns Holland und die Schweiz weit voraus.

Grüßle

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Lasst sie sterben!!!

Antwort von noahjaden am 23.03.2005, 8:53 Uhr

Mal ganz ehrlich, wer von uns wünscht sich, 15 Jahre künstlich am Leben gehalten zu werden und vor sich hin zu vegetieren??? Niemand!! Und selbst wenn sie noch was mitbekommt (was sehr fraglich ist) hat sie so starke Hirnschäden, das sie mit den "Informationen" nichts anfangen kann. Ich finde es ist ein sehr schweiriges Thema, als Altenpflegerin, sehe ich täglich leidene und dahin vegetierene Menschen! Viele wollen einfach nur sterben! Ich bin davon überzeugt Terrie würde auch sterben wollen.
Zu dem Thema Durst und Hunger, sie wird entsprechende Medis bekommen und der Mund wird mit einem Schwamm ausgewischt werden, so das keine Hunger und Durst bzw. Schmerzgefühle entstehen. Sie wird einfach in ein Paar Tagen einschlafen und nicht wieder aufwachen! Das wird kein todeskampf werden! Ich glaube um die 20 Ärzte die den Fall begutachtet haben sind der meinung, man sollte sie gehen lassen.
Ob der Mann nun was Erben will hin oder her, ich glaube das ist nicht so ganz das Thema! Genauso kann ich mich über die Eltern aufregen, die verzweifelt an ihrer Tochter klammern! Es ist mit Abstand das schwerste, sein eigenes Kind zu Grabe zu tragen, aber so hart es klingt, so was passiert. Warum können die Eltern sich nicht in Ruhe verabschieden und sie gehen lassen! Sie ist nicht mehr Lebensfähig! Und das ganze gefasel von Gott und das wäre Mord... allein Gott entscheidet wann jemand stirbt! Und Terrie soll sterben! WARUM lässt sie denn niemand? Die Heutige Medizin ist ein Fluch und ein Segen...
ICH und ALLE die ich kenne würde nicht im Wachkoma liegen wollen. Nach 6 Monaten liegt die chance aufzuwachen bei 1%...nach 2 Jahren bei annähernd 0% und wenn dann nur mit extremen Hirnschäden!
Steffie

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Mich regt dabei v.a. auf...

Antwort von Don Camillo am 23.03.2005, 9:16 Uhr

...dass sich der liebe Georgie da einmischt und mal eben das Gesetz ändert zu gunsten der Eltern. Diese Einfühlsamkeit wünschte ich mir mal von ihm, wenn es um die Todesstrafe geht, da ist er nicht so zimperlich. Entschuldigt, Mädels, aber da könnt ich kot... -
Ansonsten das übliche Spiel: die angebl. Superfrommen, die da für ihr Leben beten, haben nur eins im Sinn: Rechthaberei, aber nicht Terries Wohl. Wäre dem so, würde man sich nicht derart offensiv positionieren und demonstrieren. Dafür ist das Thema nämlich zu heikel.
Ich selber finde es extrem schwer, hier eine Entscheidung zu treffen. Ich verstehe die Eltern, die ihr Kind nicht gehen lassen können - ich verstehe alle anderen, die glauben, das ist kein Leben mehr. Doch weiss man, ob sie nicht doch noch etwas mitbekommt? Wer darf entscheiden über Leben oder Tod? Sehr heikel, und auch in solchen Fällen für einen Kirchenmann :-) nicht einfach zu entscheiden...

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Re: Wachkomapatientin Terrie wird sterben

Antwort von cinderella77 am 23.03.2005, 12:31 Uhr

hallo
hab mir das auch im fernsehen angesehen. ich finde die vorstellung schlimm so hinzuvegetieren. Ich habe eine Patientenverfügung und bin froh drum und weiß auch, dass meine Familie hinter mir steht, denn ich will nicht, dass ich leiden muss und meine Familie leidet ja dann auch darunter.

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Re: Lasst sie sterben!!! - aber doch nicht verhungern!

Antwort von Schokoladenkuchen am 23.03.2005, 12:54 Uhr

Es ist unmenschlich einen Menschen über TAGE hinweg verhungern und verdursten zu lassen!

In einem TV-Bericht hieß es, es ginge um sehr viel Geld. Im Todesfall würde eine ihre Lebensversicherung einen Haufen Geld zahlen.

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Nochmal mitsenf

Antwort von Frosch am 23.03.2005, 12:57 Uhr

Hallo!

„Sterben in Würde“ schön und gut, aber leider geht das nicht im Krankenhaus, normalerweise.
Mein Vater meint, kein Arzt, der bei Sinnen ist, wird in einem KH bei einem Patienten die Geräte abschalten. Denn auch WENN die Angehörigen dies gewünscht haben, könnte es sein, daß sie im Nachhinein den Ärzten die Hölle heiß machen.
Meine Mutter bekam im KH, obwohl sie im Sterben lag, Infusionen mit Eiweißlösung und Elektrolyten. Im Hospiz bekam sie nur eine Infusion mit Wasser, damit sie nicht austrocknet. Ansonsten war es, soweit man sagen kann, ein Sterben in „Würde“ ...

Ich hab nochmal nachgedacht - wenn diese Frau sich seit 15 Jahren quälen muß, mit den Apparaturen, den Infusionen, sind die zwei Wochen Qual (auch wenn es sicher heftig ist) NICHTS gegen die 15 Jahre Qual des "Leben müssens". Es sagt sich für einen gesunden Menschen leicht, daß sie leben soll, wenn man eigentlich nicht weiß, ob SIE leben will.
Es ist schon hart, daß man so wenig weiß, wieviel Komapatienten von ihrer Umwelt mitbekommen... Deswegen ist es so unendlich schwer, über diesen Fall zu urteilen.

LG Antje

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Re: Nochmal mitsenf

Antwort von marit am 23.03.2005, 13:29 Uhr

was ich eigentlich am schlimmsten finde, ist die Alternative "so leben müssen oder verdursten". Daß der Tod durch bloßes Abschalten der Geräte erfolgen soll, finde ich jämmerlich und verlogen. als ob man dafür weniger Verantwortung trüge, als wenn man z.B. eine Überdosis Morphium spritzt. Entweder man geht davon aus, daß sie überhaupt gar kein Bewußtsein mehr hat - dann wäre die Vergabe von Morphium eh unproblematisch. Wenn man aber davon ausgeht, daß sie tatsächlich noch basala Bedürfnisse HAT, dann sollte man erst recht einen schnellen Tof ermöglichen- und kein qualvolles Dahinsiechen.

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Re:

Antwort von famisa am 23.03.2005, 13:38 Uhr

Das ist für mich ja auch der Knackpunkt: man kann nicht mit Sicherheit sagen, wieviel Wachkomapatienten wirklich mitbekommen und wieviel nicht.

Und wo beginne ich und wo endet meine Sterbehilfe?
Als nächstes stehen wir wieder bei der Frage - was ist lebens-WERT und was un-WERT? Behinderte Kinder - wie der des kleinen Tim zeigen doch auch auf - dass diese Entscheidung nicht so einfach getroffen werden können.

Und: Teri hat angeblich aus eine Kunstfehlerprozess, der zum Koma geführt hat, Geld bekommen - eine Lebensversicherung gibts sicher auch..
Der Mann hat ja trotz ihres Komazustandes nicht gerade traurig gelebt - wenn er mit einer anderen Frau Kinder hat etc.

Trotzdem ist es nicht leicht, in solchen Fällen aus der Ferne zu urteilen, da wir die Fakten nicht kennen.
Fakt ist, dass es sehr wohl Besserung für Wachkomapatienten geben kann, wenn man sie auch therapiert. Wozu aber soll man therapieren, wenn man sowieso die Möglichkeit hat, den Knopf auszuschalten?

Und es bleibt die Frage, wer denn diese Entscheidung über Leben und Tod treffen soll? Insofern finde ich das kathegorische Nein in Ö gut, da es die Diskussion im Keim erstickt.

Und ganz ehrlich: wer will schon gelähmt sein, sein Augenlicht verlieren etc. - aber schießen wir uns dann gleich eine Kugel in den Kopf?? Weils halt nicht so toll ist wie früher?
Und wenn ich im Wachkoma liege und irgendetwas in mir noch funktioniert? Und dann heißts von außen her aus?
Und wo ist die Grenze, wenn ich ein behindertes Kind mit massivem Hirnschaden habe? Das sich ja anfangs auch nicht selbst ernähren kann - und es vielleicht nie können wird? Danke und Aus?

Insofern kann ich für mich nur "nein" sagen, zu allen Überlegungen der Sterbehilfe - Begleitung ja, häusliche Pflege als letzter Schritt, wenn ich das entscheiden kann - dort und dann, wenn ich die Situation ermessen kann - ja. Aber all dieses "Was wäre wenn" - ich kann doch jetzt nicht wissen, ob ich dann mit jeder Faser am Leben hängen, weil ich, auch wenn ich mich nicht mitteilen kann, sehe, wie mein Sohn aufwächst etc.

Wie gesagt, ist meine Meinung und nicht allgemeingültig...

LG Mi

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Hmmm...

Antwort von Frosch am 23.03.2005, 13:42 Uhr

Hallo!

Aber eine Morphiumspritze wäre doch "aktive" Sterbehilfe, während das Verhungernlassen "passive" Sterbehilfe ist? Gibts da irgendwelche juristischen Unterschiede?!
Übrigens wurde meiner Mutter im Hospiz immer ewas zu trinken angeboten (trotz Infusion), damit die Zunge nicht so trocken wird.
es ist gräßlich, jemanden verdursten zu lassen. Auch wenn diese Frau nicht viel mitbekommt (?), ist DAS für mich kein Sterben in Würde.

LG Antje

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Re: Terri und das Sterben

Antwort von Andrealine am 23.03.2005, 13:56 Uhr

Hallo,
also ich schliesse mich malejas meinung an. wozu diese lebensverlängernden massnahmen? es ist nur noch ein dahin vegetieren und ich persönlich möchte nicht sooo leben. mein opa wurde durch einen arzt wiederbelebt. im krankenhaus stellte man dann einen gehirntumor fest. der arzt sagte uns, glück und pech in einem. für den opa wäre es besser gewesen, er wäre nicht wiederbelebt worden. er war nicht mehr der alte und das sterben war grausam lang.... zum sterben hat ihn dann das personal des krankenhauses (rotes kreuz in bremen!!!) ins badezimmer geschoben. man brauchte das zimmer. nee, leute so will ich nicht sterben und terri hat ein 15 jahre andauerndes dahin dämmern auch nicht verdient. so sieht es auch ihr mann. und das er sich nach 15 jahren eine neue frau gesucht hat, ist ja wohl auch verständlich, ich würde jedenfalls nicht wollen, dass mein mann in einer solchen situation ohne partnerin da steht. das sterben von terri ist jetzt nach 15 jahren sicherlich grausam - grausamer als wenn man sie gleich damals hätte gehen lassen... lebensverlängernde massnahmen machen nicht immer sinn... da sind ärzte gefragt, die die angehörigen vernünftig beraten können...

grüsse
andrea

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@famisa

Antwort von maleja am 23.03.2005, 14:08 Uhr

Gerade die Vorstellung, etwas mitzukriegen, finde ich so grausam. Wenn sie nichts mitkriegt, dann quält sie sich ja auch nicht.

Aber stell Dir mal vor (und das hat überhaupt nichts mit blind oder gelähmt zu tun), Du liegst wach da, kannst Dich nicht rühren, hörst nichts, siehst nicht, kannst Dich in keinerlei Weise ausdrücken. Und das 15 Jahre lang!!! Manchmal schläfst Du gnädigerweise ein. Dann wachst Du wieder auf, Deine Gedanken rotieren und Du willst eigentlich nur eins: Dass man Dich endlich in Ruhe lässt, und Du für immer schlafen darfst. Davon bin ich 100% überzeugt.
das ist sooo der Horror, dies Vorstellung. Das ist die größte Angst, die ich für die Zukunft habe. Todkrank zu sein, ist auch schon schlimm, keine Frage. Aber bei wachem Verstand im Koma zu liegen, boah. Überleg Dir das mal so richtig. Falls sie was mitkriegen sollte, dann wird sie sich bestimmt wünschen, dass der Alptraum nun bald ein Ende hat.

Und wie schon einige vorher auch geschrieben haben: ich finde es viel bedenklicher, die Todesstrafe auszuführen. Denn DAS ist für mich ganz klarer Mord. (ohne Diskussion auslösen zu wollen). Und das zeigt mal wieder die Doppelmoral der bigotten Amis. *schüttel

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aktive oder passive Sterbehilfe

Antwort von marit am 23.03.2005, 14:21 Uhr

Natürlich wäre es aktive Sterbehilfe, ihr Morphium zu spritzen. Dennoch wäre das m.E. viel humaner. Es ist doch Unsinn zu sagen "passiv" gleich weniger schlimm...

Manche Dinge sollten vielleicht auch nicht die angehörigen entscheiden müssen... Ich kann mir gut vorstellen, daß die Eltern nicht aus sich herauskönnen, daß sie nicht sagen KÖNNEN, daß ihre Tochter sterben SOLL. Daß sie aber vielleicht doch ganz erleichtert wären, wenn diese Entscheidung jemand anderes für sie unwiderruflich träfe.

Daraus, daß der Mann inzwischen eine neue Partnerin hat, mangelnde Trauer zu abzuleiten, finde ich ehrlich gesagt ein wenig vermessen - wäre die Frau gestorben würde sich doch auch niemand darüber aufregen, daß er als Witwer nach der Trauerzeit noch mal einen neuen Versuch macht, eine Familie zu gründen. Ich denke, er hat ab einem gewissen Zeitpunkt für sich die Entscheidung getroffen, daß die Frau, die er liebte,für immer verschwunden ist.

Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, weshalb sich die öffentliche Empörung immer an solchen Einzelfällen hochzieht. Wie viele Menschen sterben Jahr für Jahr durch irgendwelche Unachtsamkeiten, durch Verkehrsunfälle oder sie werden in den USA sogar hingerichtet!!! Und ein Staat, der Menschen sogar HINRICHTET stellt sich dann hin und will keine Debatte über "lebensunwertes" Leben führen?

Ob der Tod für diese Frau eine Erlösung wäre, oder ob er ein Verbrechen an ihr wäre, das vermag niemand zu beurteilen (ganz anders als z.B. bei bestimmten Behinderungen). Aber in so einer totalen Patt-Situation finde ich, dürfen und müssen dann auch andere Faktoren eine Rolle spielen: und dazu gehören meiner Meinung nach auch die Kosten.
Ist es vertretbar, soviel Geld in die Behandlung eines einzigen Menschen zu stecken, während sich in den USA nicht einmal alle eine Krankenversicherung leisten können? Was würde dagegensprechen, in solchen Fällen zu kalkulieren "soviel sind wir bereit als Gesellschaft in die Aufrechterhaltung eines solchen Lebens zu investieren", wird dieser kritische Wert überschritten, muß das Geld wieder anderen caritativen Zwecken zufließen.

Es GIBT hier keine ethisch unter allen Umständen KORREKTE Grenze. Warum dann nicht die Grenze anders festlegen?

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Re: Terri und das Sterben

Antwort von Elisabeth mit Fumi & Temi am 23.03.2005, 14:27 Uhr

Hallo,

meine Mutter hat vor ihrer Pensionierung in einem Wohnheim gearbeitet, wo auch sehr viele pflegebedürftige alte Frauen (war ein Frauenwohnheim) wohnte. Es gab da auch eine Pflegestation.

In zwei Fällen hat sie es unterlassen, ärztliche Hilfe zu holen, als eine sterbenskranke Frau (beide waren jenseits der 90) Wiederbelebung gebraucht hätte. Sie sagte, das nimmt sie auf ihre Kappe. Beide Frauen wurden zig Mal wiederbelebt, waren aber bettlägerig und totkrank. So konnten die beiden in ihrer gewohnten Umgebung, mit den bekannten Pflegekräften, sanft einschlafen.

Meine Oma ist auch scherst pflegebedürftig. Sie war mit einer speziellen Reisegruppe in Lourdes (da wollte sie schon immer hin) und wurde in der Kirche dort ohnmächtig. Sie wachte ohne Wiederbelebungsmaßnahmen wieder auf. Aber der Pfleger sagte, wenn sie nicht von selber aufgewacht wäre, hätte man sie sterben lassen.

In beiden Fällen habe ich gedacht: "Hoffentlich ist so ein Mensch zur Stelle, wenn ich in der Situation bin!"

Was ich mich bei Terri frage: Merken die Eltern, daß sie instrumentalisiert werden? Wollen sie das, oder ist es ihnen egal? Aber wahrscheinlich merken sie es nicht, und das ist fast das Schlimmste!!!! Was, wenn Terri jetzt endlich sterben darf? Was ist dann mit den Eltern? Die haben doch fast keine Chance, wirklich zu trauern und Abschied zu nehmen, weil sie gar nicht mehr ihre Tochter sondern nur den Konflikt mit dem Schwiegersohn sehen. Das wird dann ein typisch amerikanisches (westliches???) Wer-hat-Schuld-Gekeife, statt einer hilfreichen und heilenden Annahme des Schicksals.

Verlernen wir nicht alle langsam, ein Schicksal anzunehmen? Dabei lehrt die Psychologie, daß man mit Trauer und Wut viel besser fertig wird, wenn man sie annimmt, statt sie zu bekämpfen.

Schöne Grüße,
Elisabeth.

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An Marit!

Antwort von Frosch am 23.03.2005, 14:34 Uhr

Hallo!

Ich hab doch gar nicht geschrieben, daß passive weniger schlimm ist!

Mir ging es nur um das juristische Gezerre der beiden Begriffe.

LG Antje

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Re:

Antwort von nördel-1 am 23.03.2005, 19:25 Uhr

Meine Schwiegermutter starb an einem Schlaganfall, sie war sofort tot. Meine Oma wurde nach einem Schlaganfall wiederbelebt, sie hatte dann noch 6 Jahre, die sie gelähmt, verwirrt, immer blinder werdend verbrachte. Aber sie bekam leider in ihren "wachen" Phasen genau mit, was mit ihr passiert, und sie hatte nur einen Wunsch-endlich gehen zu dürfen. Als sie am Sterben war, dauerte es noch einmal 3 Tage, bis es vorbei war. Und mein Opa sagte, ganau wie ich auch, es wäre besser gewesen, sie zu lassen und nicht wiederzubeleben.
Wenn ich mir vorstelle, dass Terri das 15 Jahre mitmachen muss-grausam!!!!

LG Nördel

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Patientenverfügung dürfen nur beim Notar gemacht werden!!!!!

Antwort von bine75 am 24.03.2005, 12:35 Uhr

o.T.

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Mit Oma so was erlebt

Antwort von bine75 am 24.03.2005, 12:48 Uhr

Meine Oma hatte mehrer unbemerkter Schlaganfälle, sicherlich kleinere, dazu kam aber, dass der Darm nicht mehr arbeiten wollte und eine OP sehr lange herausgezögert werden musste, weil sie ein schwachen Herz hatte.

Nach der OP wurde sie 10 Tage lang per Machinen am Leben erhalten.

Die Ärzte informierten freitags meine Mutter, sie sollte über das Wochenende entscheiden, ob die Geräte ausgeschaltet werden sollten, die Ärzte hatten meine Oma aufgegeben.

Am Samstag hat Gott sie zu sich genommen und uns die Entscheidung abgenommen, wir hätten nicht gewußt, was wir machen sollten. Rechtlich gesehen hätten wir uns nicht strafbar gemacht, das sie als klinisch tod galt, aerb moralisch einen sehr lieben Menschen im wahrsten Sinne des Wortes "den Saft abzuschalten" ist eine Entscheidung, die sich niemand leicht macht.

Man schwankt zwischen Mitleid und Verlustangst, immer wieder stellt man sich die Frage"vielleicht hat sie noch eine Chance, nehm ich ihr die?"

Ich glaube, Terries Mann hat sich das ganze nicht leicht gemacht, und der Rechtsstreit zerrt an seinen Nerven, er will das Beste für sie.

Andererseits versteh ich auch die Eltern, die -so interprtier ich das - davon überzeugt sind, dass Terrie kein Leben nach dem Tod bei Gott hat, wenn man ihr das Leben hier auslöscht. Es gibt viele Diskussionen unter Christen, ob Opfer eines Gewaltverbrechen (un dals solches sehen es ihre Eltern an) ein Leben in göttlicher Herrlichkeit erlangen.

Sie haben um das Seelenheil ihrer Tochter Angst.

Ich weiß, dass meine Eltern eien Patientenverfügung zu Hause haben, aber noch nicht den Mut aufgebracht haben, mit dem Arzt über Einzelheiten zu reden, um dann beim Notar sie zu unterzeichnen und zu hinterlegen.

Auch das ist eine Entscheidung, die man nciht leichtfertig machen kann, denn es gibt so viele Feinheiten in Bezug auf medizinische Fachbegriffe und Krnakheiten und Behandlungsmöglichkeiten, dass es gut ausformuliert sein muss, dazu brauchen Arzt und Patient seh viel Zeit .

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