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Geschrieben von JoVi66 am 22.04.2003, 16:18 Uhr

Spezialeinheiten

Zum Thema US-Spezialeinheiten:
Der amerikanische Oberbefehlshabers der US-Truppen im Irak, General Tommy Franks, fand zum Auftakt der Kämpfe im Irak sehr drastische Worte, um die amerikanischen und britischen Einheiten, die sich in einer Stärke von zirka 300.000 Mann in Richtung des irakischen Territoriums in Bewegung gesetzt haben, zu motivieren: "Tosender Blitz und Donner" werden dem Irak "eine blutige Lektion erteilen".
Von weit weniger Mediengetöse und martialischen Worten begleitet, operieren die Spezialeinheiten der US-Regierung. Wenn auch bei der Suche nach dem Al-Kaida-Führer Osama Bin Laden wenig erfolgreich, wird diesen "Special Forces" im Irak-Konflikt die besondere Rolle zufallen, den irakischen Diktator Saddam Hussein aufzuspüren und unschädlich zu machen. Da Konkurrenz bekanntlich das Geschäft belebt, verlässt sich die Bush-Regierung auf zwei Organisationen, die an dieser Stelle vorgestellt werden.
"Special Operations Group" (SOG) – Paramilitärs der CIA
Die "Achse des Bösen" muss scheinbar manchmal mit ihren eigenen Waffen bekämpft werden. Denn die Methoden der Einzelkämpfer, die in der Zentrale der US-Geheimdienstes CIA (Central Intelligence Agency) in Langley ausgebildet werden, richten sich nicht nach der Genfer Konvention, sondern nach dem Motto "der Zweck heiligt die Mittel".
Die Einzelkämpfer der "Special Operations Group" operieren in der Regel verdeckt, sind aber in der Lage per Satellitenverbindung jederzeit Feindinformationen weiterzugeben – zum Beispiel lohnende Ziele für Luftangriffe. SOG-Agenten sind Experten für Bombenanschläge, werben Kollaborateure an, und haben wenig Skrupel, Aufträge zu erfüllen, die beispielsweise die Servierung des Kopfes von Osama Bin Laden auf dem Silbertablett mit einschließen.
Die SOG-Sondertruppe umfasst nur wenige hundert Mann. Offensichtlich nicht groß genug für die Bekämpfung des internationalen Terrors.
Die "Special Operations Forces" (SOF) der US-Streitkräfte
Der SOG-Spezialeinheit der CIA, die traditioneller Weise verdeckte Auslandseinsätze für die USA absolvieret, ist in den US-Streitkräften eine starke Konkurrenz erwachsen. September 2002 unterzeichnete Präsident George W. Bush die "National Security Presidential Directive No.18". Laut dem Spiegel, werden dadurch erstens die Militärs zu weltweiten Undercover-Einsätzen ermächtigt und zweitens die dafür vorgesehenen Mittel im Militärhaushalt auf zirka sechs Milliarden Dollar aufgestockt.
Die einzelnen Elitetruppen, die unter die SOFs fallen, sind ursprünglich den drei Truppengattungen Army (Heer), Navy (Marine) und Airforce (Luftwaffe) zugeordnet. Aber wie der Spiegel zu berichten weiß, hat das US-Verteidigungsministerium mittlerweile rund 44.000 Soldaten für den Undercoverkrieg dem "Special Operations Command" in Florida unterstellt.
– Die "Rangers" der Army operieren in Kompaniestärke von 200 bis 300 Mann. Zu den Aufgaben gehören Aufklärungseinsätze, Hinterhalte und Nachtoperationen. Aufgrund der Truppenstärke gehören zu den Einsatzzielen feindliche Flugplätze oder strategisch wichtige Stellungen des Gegners.
– Die "Green Berets" haben eine wesentlich kleinere Einsatzgröße. Man arbeitet meist in zwölfköpfigen Teams, wobei jedes Teammitglied individuell perfekt an einer Vielzahl von Waffen ausgebildet ist. "Green Berets" operieren vorzugsweise unerkannt hinter den feindlichen Linien.
– Eine multifunktionale Überfalltruppe der Marine sind die Navy Seals. Die Männer dieser Spezialeinheit haben die härteste Kampfschwimmerausbildung, die sich ein Drill-Sergeant ausdenken kann, genossen.
– Das Pentagon verfügt – allerdings offiziell unbestätigt – noch über zwei weitere Sondereinheiten. Die "Delta Force" ist eine Art "GSG9", die sich auf das Gebiet der Terrorabwehr spezialisiert hat, sprich auf Einsätze bei Flugzeugentführungen und Bombendrohungen. Eher präventiv agiert die Einheit "Grey Fox", die nach dem Teheraner Geiseldrama von 1979 vom Pentagon aufgestellt wurde. Spionage im Feindgebiet vor den eigentlichen Kriegshandlungen lautet der Auftrag dieser Militäreinheit
"Proactive, Preemptive Operations Group"
Das neue Lieblingskind des US-Verteidigungsministers, Donald Rumsfeld, heißt "Proactive, Preemptive Operations Group". Die P2OG soll künftig die Arbeit der SOG vom CIA und SOF-Spezialeinheiten der Militärs koordinieren. Laut dem Spiegel, regt sich im Washingtoner Kongress durchaus Kritik gegen diesen Plan. Abgeordnete sehen darin den Versuch, die gesetzlichen Auflagen auszuhöhlen, die den Wildwuchs der CIA-Machtbefugnisse zurückstutzen sollten. Es ist zu bezweifeln, dass sich die Bush-Regierung an dieser Stelle bei ihrem angeblichen Kampf gegen den Terrorismus stoppen lässt.


Wären diese Spezialeinheiten unter UN-FLAGGE!! würde ich sie vielleicht sogar begrüßen ( Siehe auch Kerstin Nie's Forderung nach ausgebildeten Spezialeinheiten), allerdings traue ich der US-Führung ( v.a. Rumsfeld) in keinster Weise eine angemessene Rolle in diesem Spiel zu.

Nun sollen Spezialeinheiten in Syrien (auf eigene US-Faust) nach Saddam und seinen Schergen suchen. Eigentlich begrüßenswert, wenn sie denn nicht über das Ziel hinausschießen und Unschuldige mit hineinziehen.
Mal sehen und abwarten.
Andere Gruppierungen (vor allem um Chalabi) behaupten, Saddam halte sich nach wie vor im Irak auf.
G JoVi

 
2 Antworten:

Hallo JoVi :-)...

Antwort von Kerstin Nie. am 22.04.2003, 16:51 Uhr

Ich wußte wohl, das die USA über einige geheime Organisationen verfügt, wußte aber nicht, daß diese bereits eingesetzt werden/wurden.
Genau diese Einheiten müßten aber allgemein unter dem Deckmantel der UNO laufen, damit Schindluder ausgeklammert werden kann.
Schließlich ist es nicht ganz unbekannt, daß die CIA Leute unschuldigen gegenüber nicht immer friedlich sind.
Andererseits habe ich auch etwas gegen "Nichtselbstdenkende" Einheiten, die jeden Befehl blind befolgen. Die UNO wüßte überzogene Aktionen eben eher zu verhindern, bei Bush und Co habe ich eher das Gefühl, daß sie letztendlich doch über Leichen gehen.

Ciao, Kerstin!

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Re: Hallo Kerstin :-)...

Antwort von JoVi66 am 22.04.2003, 18:55 Uhr

Diese ganzen Artikel (auch diejenigen, die du unter "Folter" (ich mein natürlich den Artikel:-))) beweisen aber doch einmal mehr, dass es auch anders gegangen wäre, ohne den Krieg, der Unschuldige mit hinein gezogen hat und vielfaches Leiden unter der Bevölkerung auslöste. Es war also doch nur der wirtschaftlichen Ausbeute wegen. Nicht nur den Schurken Saddam und seiner Familie wollte man das Handwerk legen, sondern "hochoffiziell" quasi durch einen Sieg im Angriffskrieg ein Land und seine Bodenschätze ausbeuten. Gleich die richtigen Truppen hinschicken (wie sie's jetzt auch machen), wäre besser gewesen. Na ja.
Gruß Johanna

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