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Geschrieben von Schwoba-Papa am 06.10.2004, 14:42 Uhr

Reaktionen auf Statistik

Hallole an alle,

ich bin sehr überrascht wegen der großen Resonanz auf das Statistik-Posting "Was kostet ein Kind", das eigentlich nur als Info gedacht war.

In manchen Reaktionen wurde unterschwellig aber auch die Frage aufgeworfen : Kann man sich ein Kind leisten ?
Da dies auch gerade Gegenstand der Medienberichterstattung ist (Viele Paare wollen kein Kind wg. der finanziellen Einbußen) würde ich das schon gerne näher beleuchten. Obwohl hier wahrscheinlich wenig Kinderlose
Juppies sein werden und daher die Kontroverse etwas schwierig sein wird, bin ich mal so frech und frag :

Ist man Egoistisch oder Vernünftig wenn man sich unter gewissen Gesichtspunkten finanziell gegen Kinder entscheidet bzw. ist heute der Kinderwunsch auch eine Frage des Taschenrechners ?

 
12 Antworten:

Re: Reaktionen auf Statistik

Antwort von Schlumpie am 06.10.2004, 14:56 Uhr

Kinder lose Juppies ist gut, in dem Stadtteil in dem ich lebe gibt es ganz viele Juppies mit bis zu 3 Kindern. Nur mal so am Rande.

Ich denke, dass es sich heute viele Paar erst 10 x überlegen ein Kind zu bekommen. Meine Freundin hätte so gern ein 3. Kind, geht aber finanz. nicht.
Ich denke, wenn es uns finanz. schlecht gehen würde, würden wir wohl auch kein Baby planen. Aber man weiß ja nie was so in einem Jahr sein wird.
Ich finde es nicht egoistisch, wenn man sich überlegt kein Kind zu bekommen, wenn es mit dem Geld nicht hinhaut.

Ich glaube auch gar nicht, dass die geringe Geburtenzahl so viel mit dem Geld zusammenhängt, ich denke, da spielen auch noch ganz andere Faktoren eine Rolle. In Deutschland war es ja noch nie wirklich üblich viele Kinder zu haben.
Selbst meine Großeltern waren damals mit 4 Kindern schon eine Ausnahme.

Gruß Schlumpie

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Re: Reaktionen auf Statistik

Antwort von marit am 06.10.2004, 15:32 Uhr

Huhu Schwoba,

ich bin ziemlich auf die Frage angesprungen, weil sie in meinem Umkreis für sehr hitzige Diskussionen sorgt. Außerdem bin ich ja sehr plötzlich in die Situation gekommen, für ein Kind sorgen zu müssen- ein eigenes Kind hatten wir zu diesem Zeitpunkt eigentlich noch nicht geplant, das steht erst jetzt allmählich zur Debatte. In meinem Arbeitsumfeld sind Kinder immer noch eher die Ausnahme (was ich traurig, aber auch irgendwie verständlich finde).

Wenn ich die Sache als zumindest biologisch kinderlose Berufstätige sehe, habe ich die Einstellung, daß ich gerne für die Infrastruktur für Kinder aufkomme, gerne mehr in Schulen und Jugendzentren, Kindergärten und Spielplätze, in Familienhilfseinrichtung etc. aufkomme, daß ich auch bereit wäre, für all das mehr Steuern zu zahlen - aber es sperrt sich definitiv etwas in mir, für unkluge Lebensentscheidungen anderer finanziell herangezogen zu werden. Da finde ich es schon problematisch, wenn eine Frau oder ein Paar dem ersten zart aukeimenden Kinderwunsch sofort nachgibt, ohne sich auch nur zu fragen, ob das gerade ein günstiger Zeitpunkt ist, ob einem nicht in Wirklichkeit etwas anderes im Leben fehlt, oder wenn man ein Kind bekommt, um einen Mann an sich zu binden (das Ergebnis aus einer solchen Motivation sitzt mir gerade als Pflegekind gegenüber)...Natürlich habe ich auch schon diverse heftige Kindewunschschübe gehabt - habe ihnen aber eben nicht nachgegeben, weil es zu diesen Zeitpunkten egoistisch gewesen wäre (ja kinder bekommen kann genauso egoistisch sein, wie Kinder nicht bekommen). Wir haben heute die Möglichkeit, uns bewußt für Kinder zu entscheiden - und ich finde, das sollte man auch, wann immer es möglich ist tun: eine bewußte Entscheidung treffen und dafür die Verantwortung tragen. Ein Kind zu bekommen, nur weil man sich selbst gerade etwas nutzlos, leer und einsam fühlt, heißt im Grunde schon, ein Kind für die eigenen Belange ausnutzen zu wollen. Ein Kind zu bekommen, darf auch kein leuchtender Ausweg sein, was man die nächsten drei Jahre mit einem abgebrochenen Schulabschluß mit sich anfangen soll. Ich wäre hier ganz strikt dafür, die Zahlung von Erziehungsgeld an solche Eltern davon abhängig zu machen, ob sie sich neben der Kinderbetreuung beruflich etwas weiterbilden oder einen Abschluß nachholen. Das Geld sollte es nicht "bloß" für das "Bekommenhaben" eines Kindes geben, sondern als Anerkennung und Hilfe für Weiterqualifikation unter erschwerten Bedingungen, dafür darf es dann auch gerne ein bißchen mehr sein.

Gegen Argumente wie "wir brauchen aber doch mehr Kinder" wehre ich mich. Wir brauchen definitiv ein anderes Rentensystem, aber daß unsere Gesellschaft nur dann Bestand haben soll, wenn wir viele Kinder bekommen ist doch bloße Ideologie. Die Kinder, die zur Welt kommen, DENEN soll es möglichst gut gehen - darum hat sich eine Gesellschaft zu bemühen, nicht um eine absolute Zahl, immerhin müssen die Kinder, die jetzt geboren werden später nicht so sehr um ihren Arbeitsplatz bangen wie wir geburtenstarken Jahrgänge.

Wie ich unten schon geschrieben habe - es ist weniger die Angst vor der Armut, die z.B. uns lange hat zaudern lassen, die Verhütung abzusetzen, sondern eher die Berufsaussichten generell. Wenn ich in meinem Beruf dauerhaft für weniger Geld arbeiten könnte, würde ich das sofort (!!!!!) tun und hätte wohl schon seit Jahren auch ein eigenes Kind. Aber in vielen Berufen gibt es eben nur "alles oder nichts"-Lösungen. Entweder du bleibst am Ball, oder du bist draußen. Nun kann man auch mit Kind am Ball bleiben, wie ich zu meinem Erstaunen feststellen mußte - aber das wußte ich ja vorher nicht. zudem ist es schon manchmal schwer ertäglich, in jeder Hinsicht im Risiko zu leben. Ich weiß heute nicht, wo ich in drei Jahren arbeiten werde, ganz zu schweigen davon, daß ich nicht weiß, ob mein Mann da dann auch Arbeit finden wird,man traut sich nicht, in eine größere Wohnung zu ziehen, weil man wieder umziehen müßte, wenn der Projektvertrag nicht verlängert wird; dann versucht man auch immer die Zeugungsmonate auszulassen, bei denen der Geburtstermin mitten in eine internationale Konferenz fallen würde, die absolut weiterbeschäftigungsentscheidend ist... das trägt alles nicht zur Entkrampfung der Situation bei. Es ist einfach eine rasend schwere Entscheidung, einen Beruf, den man wirklich heiß und innig liebt, nach einem unglaublichen Aufwand, ihn überhaupt ausüben zu dürfen, im Zweifel dann wieder zu verabschieden. Denn, daß zumindest zeigen die Uni-Statistiken ganz deutlich: die Frauen (!), die mitten in der Habilitationsphase Kinder bekommen, schaffen es nur zu einem ganz geringen Prozentanteil nicht beruflich abzustürzen (ind der Regel haben sie anders als die meisten Männer niemanden, der ihnen WIRKLICH den Rücken freihält). Vielleicht ist das ganz ähnlich in der Wissenschaft, wie mit Leistungssportlern. Man denkt immer, "ok, das nächste Jahr nimmst du noch mit, es läuft grade so gut - für Kinder ist ja noch genug Zeit" und irgendwann ist auf einmal gar keine Zeit mehr da... Nur mit dem Unterschied, daß der Leistungssportler sich zurücklehnen und vom Vermögen zehren kann, während man selbst froh ist, gerade mal die Bafögschulden los zu sein.

Es ist nich immer alles eine Frage von finanziellem Egoismus, wie es gerne hingestellt wird, wenn man den Kinderwunsch aufschiebt.

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Re: Reaktionen auf Statistik

Antwort von krissie am 06.10.2004, 15:57 Uhr

Ökonomisch gesehen ist es für viele Familien eine ausgesprochen unsinnige, unvernünftige Entscheidung Kinder zu bekommen. Es wäre ökonomisch sicher vernünftiger, wenn beide voll weiter arbeiten könnten, keine horrenden Extraausgaben für Kinderbetreuung hätten (und die ganzen anderen Kosten, die halt ein Kind noch verursacht, s.u.) und das Geld, dass ihnen übrig bleibt, in die Altersvorsorge investieren. Kinder sind ja nun keine Altersvorsorge mehr in unserem System. Gut,sie müssen ggf. das Pflegeheim zahlen, für das sonst der Sozialstaat aufkäme...
Für die berufliche Entwicklung (der Frau, meist) ist es auch nicht gerade eine kluge Entscheidung, selbst wenn frau es irgendwie hinkriegt, beruflich drin zu bleiben, ohne Kinder würde sie es vermutlich in den allermeisten Fällen sehr viel besser hinkriegen. Zum Glück weiß frau vorher nicht immer, mit welchen blöden Alltagsproblemen sie sich dann rumschlagen muss, wenn sie Kind und beruf vereinen will.

Die meisten, die hier sind, haben sich trotzdem für Kinder entschieden und wissen wohl auch warum. Mir wäre der "emotionale" Preis, den ich für ein Leben ohne Kinder in meinen Augen gezahlt hätte, zu hoch gewesen!
Ich glaube übrigens nicht, dass es "den" richtigen Zeitpunkt fürs Kinderkriegen gibt und fürchte, dass eben deshalb die Kinderlosigkeit unter Akademikerinnen so hoch ist, weil die immer auf diesen nie eintreffenden Zeitpunkt warten. Klar kann man planen und es gibt bessere und schlechtere Zeitpunkte, aber manchmal muss man/frau einfach auf den Bauch oder das Herz hören und ihrem Wunsch nachgeben.

Ich glaube übrigens schon, dass es gesamtgesellschaftlich gesehen sehr wichtig wäre, wenn mehr Kinder geboren würden. Ein leichtes Schrumpfen der Bevölkerung ist sicher gut zu verkraften und auch wünschenswert, aber so rapide wie das zur Zeit passiert, kann das m.E. bald nicht mehr aufgefangen werden und wird die Sozialsysteme sprengen. Da tun mir echt die heutigen Kinder leid, die werden es noch schwerer haben als wir!

LG Kristina

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Re: Reaktionen auf Statistik

Antwort von Elisabeth mit Fumi & Temi am 06.10.2004, 16:31 Uhr

Hallo,

wer kann sich heute noch irgendwas leisten? Jeder setzt ja auch die Prioritäten anders. Für den einen ist der Zweitwagen unverzichtbar, der andere braucht nicht mal ein Auto, um glücklich zu sein. Kann man, sagen wir mal, einen Boris Becker fragen, warum er nicht mehr Kinder in die Welt gesetzt hat, er hätte es sich ja leisten können? Muß man einen Beckenbauer loben, weil er ständig neue Kinder mit anderen Frauen zeugt, schließlich hinterlassen die Kinder ja kein bemerkenswertes Loch in seinem Vermögen?

Und: Gibt es "gute" und "schlechte" Motive fürs Kinderkriegen? Welche sind erlaubt, welche nicht?

Ich bilde mir ein, daß ich eine durchschnittlich gute Mutter bin. Aber - ganz ehrlich - auch ich entdecke mich dabei, meine Kinder für eigene Motive zu "mißbrauchen". Zum Beispiel gehe ich gerne mit den Kindern auf Familienfeste, weil ich dann etwas Positives, Vorzeigbares habe. Ohne Kinder gehe ich nicht gerne, weil ich selber mir da immer vorkomme wie die große Familienenttäuschung.

Ich bin der festen Überzeugung, daß die meisten gar nicht wissen, warum sie jetzt wirklich ein Kind wollen. wahrscheinlich wissen es die, die keines wollen, schon eher. Ich habe ja meine Kinder relativ spät bekommen (bei Fumis Geburt war ich 30). Und ich wußte immer genau, warum es vorher gerade NICHT paßte. Im Nachhinein kann ich aber nicht wirklich sagen, warum es dann irgendwie doch paßte.

Aber es gibt da doch etwas, was mir Bauchweh bereitet. Wahrscheinlich kommt das jetzt sehr stammtischmäßig rüber, aber ich sag es trotzdem:
Es ist und bleibt eine Tatsache, daß Sozialhilfebezug erblich ist. Rein gesellschaftspolitisch sind "Akademikerkinder" eine bessere Investition als "Sozialhilfeempfängerkinder". Natürlich gibt es auch Kinder von Sozialhilfeempfängern, aus denen etwas wird, und es gibt auch Akademikerkinder, die auf der Straße landen. Aber rein statistisch hat einfach ein Kind aus einer besserverdienenden Familie bessere Chancen, einen gesellschaftlich wertvollen Beitrag zu leisten, als ein Kind von einem am Existenzminimum herumkepelnden Sozi-Empfänger. Das war ja eines der - so empfand ich es zumindest - traurigsten Ergebnisse, die PISA zutage gefördert hat.

So, was heißt das jetzt? Sozi-Empfänger sterilisieren? Deren Kinder in Heime stecken? Akademiker kriegen mehr Kindergeld?

Ich weiß es nicht. Ich vermute mal, es gibt keine einfache Lösung. Es wird auf Förderung, Betreuung, Hilfe hinauslaufen - und das ist immer der problematischste Weg, weil man da jeden Einzelfall betrachten muß und die Gefahr besteht, daß der eine oder andere auf der einen oder anderen Seite hintenrunter fällt. Aber meines Erachtens ist es der einzige Weg, der mit einem Rechtsstaat vereinbar ist.

Nur: Um den Weg gehen zu können, müssen die Tatsachen anerkannt und thematisiert werden. Und das sehe ich nicht. Ich finde, daß immer noch viel zu viele Eltern mit ihren Kindern alleingelassen werden. Daß man Eltern viel eher - auch mit leichtem Zwang - Hilfe anbieten, notfalls sogar aufdrängen muß. Leider haben die 68er da das Pendel zu stark von der staatlichen Überfürsorge zum Lassez-faire schwingen lassen. Und es muß wieder mehr Geld in die Förderung fließen. Leider wird ausgerechnet da derzeit ständig gekürzt - das fliegt uns mit Sicherheit in 10 bis 20 Jahren ganz fürchterlich um die Ohren.

So, das waren meine 10 Cent dazu. Ich mache erneut darauf aufmerksam, daß ich auch keine idiotensichere Lösung weiß, die sich mit der Demokratie, dem Rechtsstaat und mit der menschlichen Selbstbestimmung vereinbaren läßt.

So, und jetzt gehe ich die Kinder abholen.

Schönen Gruß,
Elisabeth.

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Re:@krissie

Antwort von marit am 06.10.2004, 16:39 Uhr

Hallo Krissie,

es ist aber auch einfach eine gender-Schieflage. Männer haben weit weniger Probleme mit dem Zeitpunkt, weil sie durch das "Kinder haben" nicht per se institutionell abqualifiziert werden. Auch ist es als Frau schwerer einen Partner zu finden/bzw. es mit einem Parntner auszuhandeln, der ggbf. bereit wäre anfangs die Hauptbezugsperson für ein Baby zu sein. Auch ein Problem, das Männer so nicht haben. Aber es kann doch nicht dauerhaft so bleiben, daß Frauen sich immer noch für Wissenschaft ODER Kinder entscheiden müssen, wie die Lehrerinnen um 1800...

Wir wollen es ja nun trotzdem wagen, aber ich stelle mich auf sehr große Schwierigkeiten ein.

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Re:@krissie

Antwort von krissie am 06.10.2004, 21:18 Uhr

Hallo Marit,
ich gebe Dir absolut Recht! Nur nützt uns das ja leider persönlich nix, weil wir nunmal nur im privaten Versuchen können, das einigermaßen auszuhandeln, zu verteilen, hinzukriegen. Klar, gleichzeitig kann frau sich natürlich gesellschaftspolitisch engagieren (haha, wenn frau dazu dann noch wirklich Zeit hätte!), aber dennoch muss sie es halt einfach irgendwann wagen. Gut, vielleicht gäbe es den richtigen Zeitpunkt für Wissenschaftlerinnen, nämlich wenn sie ein feste Professur haben. Aber dann ist es oft für Kinder schon sehr spät und frau hat sich natürlich auch um einge Jahre gebracht, die sie vielleicht gerne schon mit Kindern gelebt hätte.

LG Kristina

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Re: Reaktionen auf Statistik

Antwort von krissie am 06.10.2004, 21:32 Uhr

Hallo Elisabeth,

naja, ich denke, Kinder bekommen wir natürlich aus "egoistischen" Gründen. (Wobei ich mit dem Begriff Egoismus so meine Probleme hab). Wir denken, dass wir mit Kindern glücklicher leben als ohne. Dass es uns bereichert, mit ihnen zu leben, sie zu begleiten,... Wenn das jemand nicht so sieht sondern lieber sein GEld in Autos, Urlaube, .... steckt und lieber seine zeit anders verbringt, dann ist er nicht unbedingt egoistischer. Es ist halt nur irgendwie merkwürdig, wenn sich immer mehr Menschen in einer Gesellschaft, die eigentlich ziemlich reich ist, so entscheiden, weil es doch vermutlich eigentlich in unserer Natur liegt, uns fortzupflanzen und den Nachwuchs fürsorglich aufzuziehen....

Es ist erschreckend, wie wenig in die Zukunft der Kinder investiert wird, und zwar in Bildungseinrichtungen, die mehr Chancengleichheit ermöglichen. Ich bin überzeugt davon, dass es mit wirklich guten Ganztagsschulen und davor mit guten Kindergärten möglich ist, eine ganze Menge aufzufangen. Und vor der Kindergartenzeit mit jeder Menge Erziehungshilfenangeboten. Vielleicht bin ich da zu optimistisch?
Anreize speziell für gutverdienende Akademiker zu schaffen wie so ein Erziehungsjahrgehalt finde ich wieder relativ undemokratisch. Da wird ja nicht nur die Erziehung von Kindern in finanziell schlechter gestellen Familien weniger wertgeschätzt, sondern auch angehende Akademiker, die sich eben etwas früher für Kinder entscheiden werden benachteiligt. Gut, es soll wohl Männer mehr motivieren, ein Erziehungsjahr zu nehmen, aber bitte, das glaub ich wirklich nicht, dass das so klappt.

Hat Boris Becker nicht zumindest drei Kinder? Ist doch schon mal was, zwar zahlen die wohl alle nie in unsere Sozialversicherungssysteme ein... :-)

LG Kristina

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Re: Reaktionen auf Statistik

Antwort von marit am 07.10.2004, 12:34 Uhr

Mit dem Ausbau der Betreuungs-Infrastruktur hast du absolut recht. Das ist m.E. die einzige Möglichkeit, die kinder aus dieser Armutsfalle herauszuholen und ihnen eine wirkliche Chance zu geben. Außerdem wäre damit natürlich auch das Betreuungsproblem gelöst. In Schweden oder Frankreich ist es kein Problem, ein Kind zu kriegen, denn dort gibt es gesellschaftliche und staatliche Zusammenhänge, die es jungen Familien oder jungen Müttern ermöglichen, Beruf, Karriere und Kind miteinander zu vereinbaren. Damit geht automatisch eine viel größere Chancengleichheit einher. Was spricht im Gottesnamen dagegen, das hier ähnlich zu organisieren?

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Re: Reaktionen auf Statistik

Antwort von Schlumpie am 07.10.2004, 12:59 Uhr

Ja, dass möchte ich auch mal wissen, warum das bei uns in der BRD so schwerzist, Betreuungsmöglichkeiten zu schaffen, wo wir doch sowieso so wenig Kinder haben.
Aber ich glaube, der Staat will das garn nicht so richtig. Ich glaube, dass die Diskussionen im Fernsehen nur "schein" Diskussionen sind, um die Gemüter zu beruigen. Es wird bestimmt nie wirklich besser werden.

Gruß Schlumpie

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Verschlafen

Antwort von Schwoba-Papa am 07.10.2004, 13:07 Uhr

ebenso wie die Umstrukturierung der Sozialversicherung wurde dies in den 80ern von unserer doch eher konservativen Kohl-Regierung verpennt (Die Renten sind sischer).

Und nun ist kein Geld vorhanden (z.Zt. größte Neuverschuldung) aber nach und nach wird das Thema Ganztagesschulen z.B. bei den Ländern akut. Da sind kleine Schritte schon viel !

Grüßle

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Re: Verschlafen

Antwort von marit am 07.10.2004, 13:18 Uhr

Da sollte man mal eine ehrliche Kosten-Nutzen-Rechnung aufmachen. Millionen von(vor allem) Müttern teuer auszubilden, die dann überhaupt nie so richtig auf dem Arbeitsmarkt landen, kann ja nicht im Ernst die günstigere Alternative sein. Auch der subventionierte Krippe- oder Ganztagsschulplatz lohnt sich doch, wenn dadurch der vorher Betreuende plötzlich in der Lage ist, seinerseits Steuern und Sozialabgaben zu zahlen sowie sich selbst krankenzuversichern- und das potentiell mehr, weil er bzw. sie keinen Karriereknick hatte, das Ehesplitting fiele auch automatisch weg, wenn beide gleichwertig arbeiten. Außerdem können Familien mit dadurch höherem Haushaltseinkommen ja auch wieder mehr für die Plätze zahlen.

Nicht zuletzt: Zusätzliche Menschen auf dem Arbeitsmarkt vernichten nicht Arbeitsplätze, sondern schaffen Arbeitsplätze. Sie konsumieren mehr und nehmen in größerem Umgang Dienstleistungsangebote in Anspruch (alleine schon, weil sie die verbleibende Zeit für ihre Kinder nutzen wollen).

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Re: Verschlafen

Antwort von krissie am 07.10.2004, 14:10 Uhr

Ja, ich denk auch, dass nicht in erster Linie Kostengründe dagegen sprechen bzw. sprachen. Das stehen ja auch verschiedenen Ideologien dahinter. Alleridngs ist es im MOment natürlich schon eine große Kostenbelastung, die sich sicher auszahlen wird bzw. werden wir einen sehr hohen Preis zahlen müssen, wenn sie unterbleibt. Aber die KOmmunen, Länder, Staat hangeln sich halt gerade mal so von Haushaltsjahr zu Haushaltsjahr...

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