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Geschrieben von Moneypenny77 am 14.01.2004, 9:57 Uhr

Hm... habe mir darüber vorher noch nie Gedanken gemacht...

...aber ich denke, Ihr habt da recht!

Klar, verdienen Politiker mehr Geld als manch anderer, aber immer noch weniger, als viele Leute, die weniger Verantwortung haben. So denke ich, daß unser Bundeskanzler immer noch weniger Einkommen hat, als z.B. ein Michael Schumacher, Dieter Bohlen oder Oliver Kahn. Und ich denke ebenfalls, daß gerade unsere Spitzenpolitiker auch weitaus mehr Zeit in ihren Job stecken, als man glaubt und alles andere als faul sind. Selten zu Hause, oft auf Reisen, immer Schelte von der Presse und auch im Privatleben immer unter Beobachtung (ein Aspekt den man nicht vergessen sollte)...

Nun ist es aber leider wirklich so, daß viele von ihnen total überfordert sind mit dem was sie tun. Schaut man sich die Berufe so an stößt man bei Herrn Schröder auf einen Juristen (2. Bildungsweg), Lehrer, Mathematiker (Herr Eichel) und Fliesenleger (Herr Riester). Keiner hat Management-Erfahrung oder bringt volks- bzw. betriebswirtschaftliche Vorkenntnisse mit, da ist es doch eigentlich vorprogrammiert, daß das in die Hose gehen muß. "Schuster bleib' bei Deinen Leisten"...

Und die die's besser machen könnten, weil sie über die erforderlichen Erfahrungswerte verfügen, wie z.B. Herr von Pierer, haben es eben nicht nötig, weil sie in ihren "alten" Jobs weitaus mehr Geld verdienen und sich das nicht ständig von 80 Millionen Deutschen vorhalten lassen müssen. Den Aufschrei möchte ich sehen, wenn die Bild titelt: "Kanzler verdient 1 Mio. € im Jahr..."

Politiker zu werden ist einfach kein attraktiver Berufswunsch für jemanden der die Fähigkeiten hat einen besser dotierten und auch höher angesehenen Job zu bekommen!

 
14 Antworten:

UUUUPS... das sollte unten mit dran, sorry! o.T.

Antwort von Moneypenny77 am 14.01.2004, 10:02 Uhr

.

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AAAAAber.

Antwort von marit am 14.01.2004, 10:25 Uhr

was wäre die Folge daraus?
Dürfen nur noch Betriebswirte den Job von Herrn Eichel machen, nur noch Pädagogen in die Ministerien für Erziehung, nur noch Agrarwissenschaftler sich um Landwirtschaftsubventionen kümmern? Wenn wir für alles nur "Experten" ranlassen, haben wir sowas wie eine Expertokratie, keine Demokratie mehr, Und letztlich wird dann wohl auch nur Lobbyarbeit gemacht. Jemand der sich von "ganz unten" auf dem zweiten Bildungsweg nach oben arbeitet, hat sicher auch Qualitäten, die jemand, dessen sehr gute Ausbildung von Anfang an Elternfinanziert war und für den etwas anderes als Gymnasium und Studium nie infrage kam.

Besser fände ich, wenn zu jedem Problem, das sich ergibt ein Expertengremium gebildet würde (gerne auch 2 konkurrierende, die zusammen Lösungsvorschläge ausarbeiten und dies dann an die Öffentlichkeit tragen. Aber zum Teil wird das ja auch schon so gemacht, m.E. aber eben zu parteienzentriert. Ich halte eigentlich das Parteienmodell für etwas überholt, zumal man sich auf die ursprünglichen Profile der Parteien ohnehin nicht mehr verlassen kann.

Zum Thema Studiengebühren ja oder nein könnte sich doch prima ein Arbeitskreis aus Studierenden, Professoren und Dozenten, Absolventen (sowohl erfolgreiche als auch weniger erfolgreiche), uniunabhängigen Forschern und Versicherungsfachleuten zusammensetzen, die ein Modell ausarbeiten, das allen nützt. Als Grundlage für eine solche Bemühung müßte aber vorab klargestellt werden, daß z.B. die Länder ihre Beteiligung an den Unis nicht aufgrund etwaiger Gebühren (wieviel und nach welchem Modell auch immer) zurückfahren dürfen. Ich bin mir sicher, daß man auf diese Weise zu einem Vorschlag käme, der zumindest sinnvoller wäre, als alles was derzeit stattfindet... Die Politiker wären dann sozusagen nur die Organisatoren und Vermittler solcher Arbeitskreise und müßten sicherstellen (oder können bei konkurrierenden Modellen für ein Modell eintreten). Das wäre eine Mischform aus Expertokratie und Demokratie, die ich akzeptieren könnte - und ehrlicher als die Lobbyarbeit, die derzeit stattfindet.

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Geht nicht

Antwort von Elisabeth mit Fumi & Temi am 14.01.2004, 10:43 Uhr

Dazu müßte man die Verfassung ändern, und ich wäre damit auch nicht einverstanden.

Gesetze dürfen in einer Demokratie nur von gewählten VOLKS-Vertretern erlassen werden. Eine Abweichung davon fände ich gaaaanz schlecht.

Und die Expertenkommissionen haben wir doch schon - und alle mosern darüber. Ich sage nur Hartz und Herzog. Das Problem ist doch, daß die konstruktiven Vorschläge dieser Kommissionen nicht umgesetzt werden, weil jeder nach dem Sankt-Florians-Prinzip vorgeht und seine eigenen Pfründe bewahren will.

Und viel schlimmer als die Lobbies finde ich BILD, RTL und Co., die aus Mini-Problemchen Dramen machen und dabei die wirklich wichtigen Themen aus den Augen verlieren, weil die keine schönen Schlagzeilen machen. Wie kommt es, daß ein Florida-Rolf wichtiger ist als ein Herbstgutachten der Wirtschaftsweisen? Schröder und Co. machen Ad-Hoc-Politik, und das ist Scheiße. Aber das liegt doch auch daran, daß langfristige Politik mit Konzepten gar nicht gefragt ist - und das schon seit einiger Zeit nicht. Kohl hatte auch keine langfristigen Konzepte, wie sein Faux-Pas mit den "blühenden Landschaften" deutlich gezeigt hat. Der Unterschied ist lediglich, daß man ihm das noch irgendwie geglaubt hat. Heute würde man sowas doch keinem Politiker mehr abnehmen. Ob das gut ist? Ich würde mich nicht wundern, wenn der Aufschwung da wäre und keiner glaubt's, weil wir keinem Politiker mehr die Wahrheit zutrauen.

Schöne Grüße,
Elisabeth.

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Re: Geht nicht

Antwort von marit am 14.01.2004, 11:39 Uhr

Naja, sie sollen ja nicht die Gesetze erlassen sondern nur Vorlagen dafür liefern. Für WELCHE Vorlage sich der jeweilige Volksvertreter dann entscheidet, bzw. die jeweilige Fraktion, können sie ja gerne abstimmen. Jedenfalls bringt es nichts, ein geschlossenenes Konzept auseinanderzureißen und dann Teile, die nicht zusammenpassen wieder zusammenzufrickeln (und dann hinterher behaupte, der gesamte Kommissionsvorschlag funktioniere nicht).

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Und wenn ich nicht mehr weiter weiß, dann bild' ich einen Arbeitskreis... ;-)

Antwort von Moneypenny77 am 14.01.2004, 11:53 Uhr

Ich wollte auch sicher nichts gegen eine Ausbildung auf dem zweiten Bildungsweg oder, um das andere "Extrembeispiel" zu nennen, Fliesenleger sagen, bei weitem nicht! Die Frage die ich mir stelle ist nur, was die Herren im Rahmen ihrer beruflichen Aus- oder Weiterbildung gelernt haben und inwieweit sie das für ihren jetzige Tätigkeit prädestiniert.

Wenn ich mir die völlig schwachsinnige Riester-Rente so anschaue, scheint es offensichtlich nicht unbedingt Aufgabe eines Fliesenlegers sein zu können, die Rente einer ganzen Nation sichern zu wollen.

Unsere Sekretärin hier in der Bank wäre auch sicherlich gern Privatkundenbetreuuerin und würde in der Vermögensanlage beraten. Das würde sie auch sicher gern und freundlich tun, aber ob sie es auch GUT machen würde, zweifle ich an. Hätten wir sonst niemanden dafür und wäre sie vermessen genug sich das zuzutrauen, dann wage ich zu behaupten, daß eine Menge Leute viiiiel Geld verlieren würden. Und zwar nicht, weil sie zu dumm ist oder wissentlich Fehler macht, sondern weil sie a) das was sie tut eigentlich gar nicht kann und b) niemand ihren Job haben will (Gut, bei uns würde der Laden nicht zusammenbrechen, wenn unsere Sekretärin den Job unseres Chefs machen würde, sondern eher umgekehrt *fg* aber ich fand's ein schönes Beispiel).

Aber: die sind alle gewählt worden, das darf man ja nicht vergessen. Und wer den Bock zum Gärtner macht, darf sich nicht wundern! Eines der Probleme ist, daß ein Großteil der Deutschen gar nicht weiß, was er mit seiner Stimme so "anrichtet". Jeder hat die Wahl zu entscheiden, wen er in den Bundestag schickt und wenn der dann Karriere macht, darf man hinterher nicht schreien "Wie konnte der da hin kommen?"

Aber ich muß sagen: eine Lösung habe ich auch nicht! Das System an sich finde ich gut, so wie es ist.
Bei dem ein oder anderen frage ich mich halt, was ihn oder sie in die Politik getrieben hat... Da kommt dann schnell der Verdacht auf "weil sonst nix aus ihm/ihr geworden wäre" und einige bestätigen diesen Verdacht leider konsequent. Auf kommunaler Ebene, das sehe ich ja selbst, verliert man schon nach drei Wochen jegliche Illusion... Bei vielen hat man den Eindruck, daß sie nur da sind, weil sie sich selbst gern reden hören, "Kontakte" für ihren Hauptberuf knüpfen wollen oder was auch immer. Wirklich etwas "zu sagen" haben leider die wenigsten. Da geht man voller Enthusiasmus und Idealen zu einer "Versammlung" und stößt dort auch wieder nur auf Widerstand, weil eben doch jeder sich selbst am nächsten ist.

Und genau DAS ist der Grund, warum eben gerade die Strategen, Idealisten und "kluge Köpfe" die Finger von der Politik lassen und sich die Zeit "sinnvoller" vertreiben und sich, wenn überhaupt, auf anderen Wegen Gehör verschaffen.

Wenn ich das jetzt nochmal mit der Deutschland-AG als Unternehmen kombiniere denke ich, daß es gar nicht an der Struktur, der Mitarbeiter und dem Unternehmensziel liegt, daß die Kunden mit der Dienstleistung nicht zufrieden sind, sondern einfach nur daran, daß die derzeitigen Mitarbeiter nicht motiviert sind und man neue, andere Mitarbeiter benötigt. Das das Unternehmen als Arbeitgeber aber nicht attraktiv ist, ist der Topf aus dem das Presonal geschöpft werden könnte sehr klein.

Wie gesagt: eine LÖSUNG, habe ich auch nicht!

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Denkt mal an Managergehälter...

Antwort von Frosch am 14.01.2004, 12:18 Uhr

Hallo!

Manager auf höchster Firmenebene verdienen EINIGES mehr als Politiker. Klar, sie haben ganze Firmen "unter sich", aber was passiert, wenn sie eine Firma in den Bankrott schicken? Sie bekommen ein paar Milliönchen Abfindung, steigen bei einer anderen Firma auf gleicher Ebene ein uswusf.
Und ich glaube, diese Menschen haben erst recht den Bezug zu den Angestellten verloren. Sieht man ja schon an Projektleitern oder Abteilungsleitern (zu 90%). Die haben überhaupt keinen "EQ" mehr, da geht es auch nur ums Geld.
Ein Abteilungsleiter kam zu meinem Mann ins Großraumbüro, sagte nicht "Hallo" oder irgendwas, sondern: "Da müßten mal ein paar Bilder an die Wände, mit Simulationen drauf, für die Kunden" und ist wieder gegangen, kein "tschüß". War anscheinend recht skurril...
LG Antje

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Muß auch mal mitsenfen

Antwort von klingenstaedterin am 14.01.2004, 23:12 Uhr

Hallo,

also warum werden Politker Politiker?

Festgestellt hat man, dass Politiker in jungen Jahren keine Freunde hatten. Das kann ich mir auch gut vorstellen, denn wir man sie so beobachtet, dann ist alles was sie tun und beschließen niemal zu ihrem nachteil.

Praxisgebühr: Fällt für die Polikiker nicht an, denn sie sind aufgrund der Höhe ihres Gehaltes sicher Privat oder zumindest freiwillig versichert.

Fahrten zur Arbeitsstätte: Egal, denn wo ist die Arbeitsstätte eine Politikers? er wird wohl keine feste haben und somit sind es sicher alles Reisekosten.

Riester Rente: Fällt nicht an, denn sie bekommen Pension

Alles was wir hier so bejammern, ist nur zu unseren Nachteilen, niemals aber zum Nachteil der Politiker. Sie sind eben Egoistisch und somit kann man auch keine Freunde haben. Sie legen alles zu ihrem Vorteil aus und übergehen ihren Auftrag nämlich den Willen des Volkes durchzusetzen.

Ich wähle sicher niemanden, damit er sich die Diäten erhöht, aber ich habe auch noch nicht erlebt, dass man sich für meine Belange einsetzt.

Seit Jahren wird es schlechter statt besser. Kann mein Wunsch aber nicht sein, oder?

Ich denke auch, es ist ein Problem, das viele nicht wissen was sie tun. Überlass mal einem Politiker für 1 Jahr einen Tante Emma Laden und ich wette der ist spätestens nach 6 Monaten insolvent.

Aber trotzdem trauen wir ihnen zu das Großunternehmen Deutschland zu führen? das kann ja wohl nicht sein.

Sinnvoll wäre es zumindest, wenn es schon Leute gibt die Fachwissen mitbringen diese auch an der richtigen stelle einzusetzen. Wenn wir schon einen Lehrer haben, warum ist der dann Finantminister und nicht Kultusminister?

Ich denke die Kiste ist nun total verfahren und am besten wäre es nicht an den Gesetzen (z.B. Steuern und Krankheitswesen) rumzubasteln sondern sie Platt zu machen und dann mal ganz was neues zu bringen. Wir haben hier viele Länder um uns herum bei denen man ja mal ein wenig abkupfern könnte und von alles das Beste, schließlich haben wir ja seit der EG auch Eiblick in die Politik anderer Länder. Warum wird Familienpolitik nicht wie in Frankreich ganz groß geschrieben? Das kurbelt die Wirtschaft an, denn viele Kinder sind auch viele neue Konsumenten, Zahler für Versicherungen und Renten. Mehr Konsum bedeutet mehr Arbeit und Warum also nicht die Steuern mal einfach senken? und zwar richtig und nicht nur so getürkt?

Was bringt es mir, wenn ich auf der einen Seite nun mehr raus bekomme, aber dafür eine geringere Kilometerpauschale habe und der AG nicht mehr steuerfreie Fahrtkosten ersetzen darf? Da ist man bereit jeden Tag fast 80 km zu fahren damit man einen Job hat und wird dafür noch bestraft? Dann bleib ich doch lieber Arbeitslos und warte auf einen Job hier in der Nähe, oder?

Es ist alles so Paradox, aber das sehen die lieben Herren und Damen leider nicht.

Vielleicht sollte das Unternehmen Deutschland mal eine Unternehmensberatung beauftragen um den Karren aus der Mocke zu ziehen. Vielleicht wären viele Steuerzahler gerne bereit, dass ihre Gelder herfür benutzt werden.

LG Conny

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Re: Muß auch mal mitsenfen

Antwort von marit am 15.01.2004, 12:09 Uhr

Also, das möchte ich nun doch mal en détail kommentieren...


"also warum werden Politker Politiker?
Festgestellt hat man, dass Politiker in jungen Jahren keine Freunde hatten. Das kann ich mir auch gut vorstellen, denn wir man sie so beobachtet, dann ist alles was sie tun und beschließen niemal zu ihrem nachteil."
Da wüßte ich doch nochmal gern die Quelle, das kommt mir so als These total lächerlich vor. Ich schätze es eher so ein, daß viele mit sher viel Idealismus und Weltverbesserungswille da rein gehen, und dadurch, daß man so langsam und bisweilen gar nicht vorankommt, dadurch daß alles endlos zerredet wird und dadurch, daß man gewissen Gesetzmäßigkeiten unterworfen ist, an die man zuvor nicht dachte irgendwann resigniert. Wenn man aber mit Mitte 40 oder so resigniert, wie soll man dann noch nen anderen Beruf anfangen? Dann versucht man die Sache eben "irgendwie" zu Ende zu bringen...

"Praxisgebühr: Fällt für die Polikiker nicht an, denn sie sind aufgrund der Höhe ihres Gehaltes sicher Privat oder zumindest freiwillig versichert." Jep, finde ich auch nicht ok, das ist aber nicht so, weil sie Politiker sind, sondern weil sie Beamte sind (was im übrigen durchaus auch Nachteile hat wie fehlendes Demonstrationsrecht, daß man bei einem Fehlverhalten, wenn man seinen Beamtenstatus verliert auch seine komplette Pension los ist, etc).

"Fahrten zur Arbeitsstätte: Egal, denn wo ist die Arbeitsstätte eine Politikers? er wird wohl keine feste haben und somit sind es sicher alles Reisekosten."

Mag sein, aber DAS finde ich ist eine sinnvolle Sparmaßnahme, die ich absolut unterstütze. Ich finde es unmöglich, daß sich jemand anmaßt, sich 50 km von seinem Arbeitsplatz bei günstigen Grundstückspreisen fett im Grünen niederzulassen und DANN auch noch erwartet, daß der Staat die Fahrt zur Arbeit subventioniert. Entweder man leistet sich ne teure Stadtwohnung und spart die teure Fahrt ODER man profitiert von günstigen Mieten aufm Dorf (oder niedrigen Grundstückspreisen dort) und zahlt sein Benzin gefälligst selbst.

"Riester Rente: Fällt nicht an, denn sie bekommen Pension"
Hä, wieso ist ein Rentenmodell, das du freiwillig eingehen kannst und das staatlich subventioniert wird was schlechtes??? Mag sein, daß das nicht so die ideale Geldanlage ist, aber du wirst ja nicht in die Riester-Rente gezwungen.

"Alles was wir hier so bejammern, ist nur zu unseren Nachteilen, niemals aber zum Nachteil der Politiker. Sie sind eben Egoistisch und somit kann man auch keine Freunde haben."
*gg* mir scheints, als hätte sie bisweilen eher zu viele Freunde (z.B. in den Lobbygruppen)


"Sie legen alles zu ihrem Vorteil aus und übergehen ihren Auftrag nämlich den Willen des Volkes durchzusetzen. "

Wenn ich so lese, was du im einzelnen gut oder schlecht findest, würd ich auch mal sagen, du legst alles zu deinem Vorteil aus. Hättest du kein Auto, wär dir das mit der Pendler-Pauschale doch auch egal. Also ich finde das, was Herr Mehdorn mit der Bahn-AG macht viel schlimmer als daß man die paar cent Pendler-Pauschale nicht mehr absetzen kann. Für pendelnde BAHNFAHRER hat DAS nämlich viel größere Konsequenzen. Man kann auch nicht alles, was schlecht läuft, "den Politikern" anlasten. Z.B. auch nicht, daß große Unternehmen heute so etwas wie eine "nationale Verantwortung" oder auch soziale Verpflichtungen nicht mehr kennnen. Für die Krupp-Generation war das noch eine Selbstverständlichkeit, daß eigentum verpflichtet- dazu waren keine speziellen Gesetzgebungsverfahren notwendig.

"Ich wähle sicher niemanden, damit er sich die Diäten erhöht, aber ich habe auch noch nicht erlebt, dass man sich für meine Belange einsetzt."
Heißt das, es gibt in unserem System gar nichts, das für dich gut ist? Profitier(te)st du nicht von Erziehungsgeld, Ehegattensplitting, Mutterschutz,feier Schulbildung, Arbeitslosenversicherung, öffentlichen Schwimmbädern und subventionierten Kulturveranstaltungen? Diese "ich seh NUR, was schlecht ist"-Mentalität bringt mich wirklich auf die Palme...

"Seit Jahren wird es schlechter statt besser. Kann mein Wunsch aber nicht sein, oder?" Stimmt, meiner auch nicht. Aber: wir haben alle von 1950-1990 in einer Luftblase von ständig wachsendem Wohlstand gelebt. Ein Traum, der heute ausgeträumt ist. Hast du wirklich gedacht, es wär möglich, daß das immer so weitergeht??? Aus der Tatsache, daß wir zu einer sehr privilegierten Zeit großwurden kann man nicht das Recht ableiten,dass das immer so weitergeht...
"Aber trotzdem trauen wir ihnen zu das Großunternehmen Deutschland zu führen? das kann ja wohl nicht sein."
Wäre schön, wenn es "nur" ein Großunternehmen wäre...aber m.W. "führt" es nicht "ein" Politiker.
Es GIBT in einer so komplexen Gesellschaft wie der unseren keine einfachen Lösungen mehr...

Soviel erstmal dazu, später vielleicht noch mehr

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Re: zum Rest

Antwort von marit am 15.01.2004, 12:41 Uhr

"Ich denke die Kiste ist nun total verfahren und am besten wäre es nicht an den Gesetzen (z.B. Steuern und Krankheitswesen) rumzubasteln sondern sie Platt zu machen und dann mal ganz was neues zu bringen."

Und was passiert in der Zeit zwischen dem alten und dem neuen System? Wir können halt für ein komplett neues System nicht einfach ein paar Leute sterben lassen, es muß einfach einen langsamen Übergang geben. Was ich da allerdings dringend überprüfen würde, ist ob man die Preise für Medikamente staatlich irgendwie deckeln kann oder zumindest die Preissteigerungsraten. Man kann nicht den einen Teil des Systems dem freien Markt über lassen und den anderen staatlich regeln, ist ja klar, daß das zu Verwerfungen führt.


"Wir haben hier viele Länder um uns herum bei denen man ja mal ein wenig abkupfern könnte und von alles das Beste" Man kann nicht einfach von allen das Beste nehmen, weil es ja zusammenpassen muß. Wenn Länder einen Posten subventionieren, müssen sie das natürlich woanders einsparen.

"schließlich haben wir ja seit der EG auch Eiblick in die Politik anderer Länder. Warum wird Familienpolitik nicht wie in Frankreich ganz groß geschrieben?"
Die betreuungssituation und die Einkommenssteuer sind dort günstig für Familien. aber von den exorbitanten Mieten, und den sehr hohen Mehrwertsteuern sind Familien doch wohl auch stark betroffen.
"Das kurbelt die Wirtschaft an, denn viele Kinder sind auch viele neue Konsumenten, Zahler für Versicherungen und Renten." Naja, aber nur, wenn sie auch Geld und Arbeit haben, oder? außerdem sind sie dann später auch Bezieher von Renten, das sollten wir nicht vergessen.



"Mehr Konsum bedeutet mehr Arbeit und Warum also nicht die Steuern mal einfach senken? und zwar richtig und nicht nur so getürkt?" Stimmt, bin ich sehr dafür. allerdings geb ich zu, daß ich von 200 euro, die ich jetzt mehr hätte zumindest versuchen würde, auch mal 100 zu sparen, das Leben auf Kante macht mir nämlich ein wenig zu schaffen. Es würde also auch nicht 1:1 in den Konsum fließen.

"Was bringt es mir, wenn ich auf der einen Seite nun mehr raus bekomme, aber dafür eine geringere Kilometerpauschale habe und der AG nicht mehr steuerfreie Fahrtkosten ersetzen darf? Da ist man bereit jeden Tag fast 80 km zu fahren damit man einen Job hat und wird dafür noch bestraft? Dann bleib ich doch lieber Arbeitslos und warte auf einen Job hier in der Nähe, oder?" Wie heißt es doch so schön: kommt der Berg nicht zum Propheten, muß der Prophet zum Berg. Ich käme gar nicht auf die Idee, mich so weit entfernt von meinem Arbeitsplatz niederzulassen, gebe aber zu, daß die ständige Bereitschaft zum Umzug auch ein wenig in meiner Natur liegt, weil ich das aufregend finde (zumindest dann, wenn es klar ist, daß ich den Job länger als 2 Jahre haben werde).Dadurch spare ich nicht nur Zeit und Benzin, sondern auch ein Auto. Wenn du allerdings ein durch üppige Eigenheimzuschüsse gefördertes Haus dein eigen nennst, finde ich, hast du doch bereits mehr vom System profitiert, als das an Fahrtkosten kostet.

"Es ist alles so Paradox, aber das sehen die lieben Herren und Damen leider nicht." Das stimmt so auch nicht. Klar ist es bei vielen so, daß in die eine Tasche gesteckt wird, was aus der anderen wieder genommen wird, aber man kann doch nicht für jeden Bürger ein passendes Konzept zurechtschneidern. Mein persönlicher Aufreger ist die Hochschulpolitik, aber ich kann durchaus verstehen, wenn da ein Lagerist sagt "DIE Probleme gehen mir am Arsch vorbei"; da würde ich mich nie persönlich angegriffen fühlen, obwohl es für mich auch um existentielle Fragen geht. Wenn ich umgekehrt jemandem mit eher geringer Qualifikation sagen würde "ist doch kein Beinbruch, nur ein Jahr Arbeitslosengeld zu kriegen, in der Zeit wird man schon was neues finden", DA würden mir dann wohl alle ins Gesicht springen.

"Vielleicht sollte das Unternehmen Deutschland mal eine Unternehmensberatung beauftragen um den Karren aus der Mocke zu ziehen." Äh, Täusche ich mich jetzt, oder besteht darin , DASS sie das getan haben, nicht der Aufreger der letzten Monate (stichwort, Beraterverträge Berger)????

*uff*

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nochn Nachtrag

Antwort von marit am 15.01.2004, 12:44 Uhr

in meinem Auslandsjahr in Paris, lebte neben mir eine kleine Familie auf 12 qm in einem zimmer mit Küchenzeile. Gemeinsames Etagenklo- und Dusche. Die hatten nur Klappmöbel, die sie je nach Bedarf aufstellten. Das Zimmer kostete schon DAMALS 3000 Franc (also etwa 600 Euro).Heute ist es sicher um einiges teurer.

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Paris, stelle ich fast gleich mit München, Berlin und andere Deutsche Großstätte

Antwort von klingenstaedterin am 15.01.2004, 15:07 Uhr

Hast Du nicht eben noch geschrieben, dass man dafür nicht so einen weiten Weg zur arbeit hat und rechtfertigst Du damit nicht auch die geringe Kilometerpauschale?

Ich wohne im übrigen nicht billig auf dem Land sondern im Ballunsgebiet NRW und da ist es nunmal nicht so einfach einen Arbeitsplatz zu bekommen. Da fährt man eben auch mal von Solingen nach Köln. Öffentliche Verkehrsmittel sind da leider nicht drin, da mein Mann teilweise 2 Kunden am Tag besucht und somit nicht auf öffetnlich Verkehrsmittel zurückgreifen kann.

Ja, wir wohnen in einem Haus, aber leider ohne Eigenheimzulage, also nicht subventioniert. Somit haben wir auch keinen vorteil gegenüber leuten die in der Großstadt (tun wir ja auch) wohnen.

Wenn man dann ein Haus hat, zieht man auch nicht mehr so leicht um und mit Kindern stellt sich das in meinen Augen auch schwierig dar , denn Schulwechsel sollten ja nun auch nicht alle 2 Jahre anstehen.

LG Conny

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Re: Paris, stelle ich fast gleich mit München, Berlin und andere Deutsche Großstätte

Antwort von marit am 15.01.2004, 15:27 Uhr

Hallo Conny,

das Pariser Beispiel habe ich bloß aufgezählt, damit du siehst, daß in frankreich auch alles nicht rosig ist. Uns mag es hier nicht mehr so gut gehen, aber das deutsche sozialsystem läßt es (auch in München) nicht zu, daß eine 3-4 köpfige Familie in EINEM Zimmer mit etagenklo leben muß.


Ich meine ja auch nicht, daß ihr unbedingt umziehen müßt, ich finde es aber eben ausgleichend gerecht, daß man Entweder von günstigen Mieten/Grundstückspreisen profitiert, dafür aber weiter fahren muß, OOOODER aber eine höhere Miete hat aber dafür geringe Fahrtkosten. Ich kann ja auch nicht einen Teil meiner Miete steuerlich absetzen (ihr aber schon eure Tilgungsrate, nehme ich an), warum solltet ihr also höhere Fahrtkosten geltend machen können.

So habe ich das gemeint. Daneben ist es natürlich auch ein Signal,das der weiteren Zersiedlung der Städte entgegenwirken soll.

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Re: Paris, stelle ich fast gleich mit München, Berlin und andere Deutsche Großstätte

Antwort von Moneypenny77 am 15.01.2004, 16:08 Uhr

Die Tilgungsrate kannst Du nur steuerlich geltend machen, wenn Dein Eigentum fremdgenutzt ist: dann kannst Du die Belastung von Deinen Eträgen absetzen...

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Re: Paris, stelle ich fast gleich mit München, Berlin und andere Deutsche Großstätte

Antwort von klingenstaedterin am 16.01.2004, 14:25 Uhr

Hallo,

richtig, wir haben keine Eigenheimzulage, keine absetzbare Tilgungsrate und trotzdem hohe Fahrtkosten zu Arbeit.

Im Ballungszentrum NRW ist es nun mal so, das viele Großstädte eng aneinander liegen und wenn man hier keine Arbeit bekommt, fährt man eben auch mal ein paar Kilometer mehr in die nächste Stadt und nun wird das in meinen Augen bestraft. Wir haben die KFZ kosten ja nun, dafür liegen wir der Arbeitslosenversicherung nicht auf der Tasche. Die hohen KFZ kosten für die Fahrten zur Arbeit (mit dem Sprit finanzieren wir ja zum Glück auch noch Vater Staat, denn hauptsächlich bezahlen wir an der Tanke ja Steuern) dürfen wir nun nur noch zu einem geringen Teil absetzen. Das ist doch ungerecht. Wir zahlen also mehr steuern, als jemand, der in Wohnungsnähe arbeitet. Bekommen also eine Strafe dafür, das es hier keinen Arbeitsplatz für meinen Mann gibt.

So ist es also in Deutschland.

LG conny

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