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Geschrieben von Ralph am 27.01.2006, 21:08 Uhr

@Alba wg. Hitlergruß und anderen ausländischen Einschätzungen...Hi D.,

Hi D.,

bei solchen Aussagen wie "Der Hitler hat ja auch was für die Arbeitslosen getan..." ist ja das Fatale, daß da immer auch eine Spur von Wahrheit enthalten ist.
Wenn ich mir die wirtschaftliche und soziale Situation im Jahr 1932 in Deutschland so ansehe mit den Millionen von Arbeitslosen - wohlgemerkt ohne auch nur annähernd die soziale Absicherung von heute -, dann frage ich mich, wie heute, ob in Deutschland oder anderswo, die Menschen abstimmen würden, wenn einer daherkäme und den Leuten Arbeit verspricht. Und glaubhaft kam er rüber, man muß sich nur Wochenschauen mit Wahlkampfreden Hitlers ansehen, um die Wirkung dieses Mannes zu erkennen, darüber haben schon ganze Scharen von Psychologen geschrieben.

So, nun wurde er gewählt, und u.a. durch den Bau der Autobahnen waren von jetzt auf gleich viele Arbeitslose in Brot und Arbeit. Daß die Autobahnen militärische Funktionen erfüllen sollten und bereits damals zu den Vorbereitungen des später angezettelten Angriffskrieges zählten, steht auf einem ganz anderem Blatt. Aber die Wirtschaft wurde angekurbelt, durch das Aufblühen der Rüstungsindustrie wurden weitere Arbeitsplätze geschaffen. Die Leute hatten Arbeit, die Familien wurden satt. So einer soll ein Verbrecher sein??

Ich will hier nicht dem Nationalsozialismus das Wort reden, dennoch, wenn ich das noch mit der für damalige Verhältnisse unglaublich gut geschmierten Propagandamaschinerie verbinde, wird es für mich nachvollziehbar, daß viele mit der Situation zunächst mehr als zufrieden waren. Die "Schmach von 1918" mit der Rheinlandbesetzung z.T. ausgeglichen, die Abstimmung im Saarland, und dann, Donnerlüttchen, Tausendsassa Hitler, Böhmen und Österreich ohne eine Patrone "heim ins Reich geholt", hey, wie will man solch einen Mann in dieser Zeit vom Thron stürzen und noch den Beifall der Leute ernten?
Nach meiner Kenntnis wurde genau in dieser Phase ein Putschversuch gegen Hitler u.a. unter Admiral Canaris abgeblasen, weil die mangelnde Unterstützung durch das deutsche Volk befürchtet wurde...

Im großen Kontext gesehen, aus der Sicht und mit dem Wissen von heute wurden damals bereits die größten Verbrechen der Menscheitsgeschichte geplant bzw. durchgeführt, keine Frage. Aber wer hatte Mitte der 30er schon Ahnung? Mein Kampf hatte kaum jemand gelesen, es ist auch für meine Begriffe unlesbar (ich habe vor vielen Jahren irgendwie auf Seite 20 oder 30 völlig entnervt aufgegeben, und ich bezeichne mich nicht gerade als dummen Menschen).

Ob die "Ausländer", von denen Du berichtest, sich auch diese Gedanken gemacht haben, weiß ich nicht (vorstellen kann ich es mir eher nicht), und ein Hitlergruß mir gegenüber empfände ich als nur als peinlich (für den Betreffenden), zeigt er doch damit nur seine mangelhafte Bildung. Nur, was ich in solch einer Situation tun könnte, ohne in ellenlange Monologe Und/oder Diskussionen zu verfallen, weiß ich auch nicht. :-(

Viele Grüße
Ralph/Snoopy

 
18 Antworten:

Hitlergruß

Antwort von Helena73 am 27.01.2006, 21:34 Uhr

Diesen tollen Gruß bekam ich vor kurzem auch gezeigt.

Ein Deutsch/Russischer Mitbürger hatte mich um Zig. angeschnorrt. Da ich aber nicht rauche, konnte ich seiner bitte nicht nach kommen. Als Dank, gab es den Hitlergruß und das Wort " Nazischwein" für mich.

Aber so ist das. Bläst man es ihnen nicht in den Hintern, ist man sofort Ausländerfeindlich. Dabei bin ich das keineswegs ;)

lg
Helena

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Re: Hitlergruß

Antwort von radischen am 27.01.2006, 22:00 Uhr

na supi das ist ja wohl der hammer

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nicht dumm aber schlecht informiert...

Antwort von brockdorf am 27.01.2006, 22:34 Uhr

bin ich von dir nicht gewohnt ralph...

die autobahnen wurden bereits in den 20´ern geplant, der bau eher begonnen-nur eben propagandistisch ausgeschlachtet wurde es eben von den nazis!

ich würde nicht behaupten mich unter den sozialen und sonstigen aspekten der zeit mich dem vorenthalten zu können, aber erkennen konnte man das schon!
das problemist, das der antisemitismus eine extrem breite basis hatte und der sozialneid auf die erst mit der gründung des 2´en dt reichs (1870) gleichgestellten (zum. offiziell) juden trug ein übriges dazu bei, dass erhebliche teile der bevölkerung schon zufrieden waren, dieses "pack" mal wieder in die schranken weisen zu können!

und eben da liegt die unheimliche parallele; antisemitismus ist verbreitet wie eh und je, und eine gewisse ausländerfeindlichkeit auch!

und da sind eben so beispiele wie das mit dem hitlergruß sehr passend:
denn die fünf idioten die so reagieren schüren das. genau wie die türken die tatsächlich sehr extrem sind und sogar "ehrenmorde" vornehmen, so bekommen vorurteile und ressentiments natürlich passende nahrung!

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ne,

Antwort von waterman am 27.01.2006, 23:00 Uhr

nicht supi, sondern Realität. Aber die wird ja von einigen hier noch für Gut erklärt.

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Re: ne,

Antwort von radischen am 27.01.2006, 23:02 Uhr

und wer erklärt das für gut???

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siehe

Antwort von waterman am 27.01.2006, 23:11 Uhr

Postings unten

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Re: siehe

Antwort von radischen am 27.01.2006, 23:14 Uhr

ich denke gleich scheiße wäre es aber wenn ein deutscher eine kippe schnorrt sie nicht bekommt und russensau oder sowas vom stapel lassen würde!

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@radischen

Antwort von maleja am 27.01.2006, 23:21 Uhr

Süße, ich habe den Satz nicht so richtig verstanden. kannst ihn bitte nochmals mit Kommas schreiben?

;-)))

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Re: siehe

Antwort von radischen am 27.01.2006, 23:25 Uhr

ich denk mal da kommt nur ein komma zwischenrein oder? nach schnorrt?

(und ich darf auch hier schreiben lol)

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liebste maleja

Antwort von radischen am 27.01.2006, 23:28 Uhr

wenn du hier schon auf klugscheiß machen musst dann wird es dir bestimmt schon aufgefallen sein das man nach nem punkt GROß schreibt oder wie?

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@radischen

Antwort von maleja am 27.01.2006, 23:35 Uhr

Süße, ich wollte nur den Sinn Deines Postings verstehen, mehr nicht. Ich sag ja auch gar nichts zu Deinen Schreib- Tipp oder sonstigen Fehlern, lach.

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Re: liebste maleja

Antwort von saulute am 27.01.2006, 23:44 Uhr

ne, radischen, mal ehrlich, ich bin etwas irritiert, benutzt du nie ein Komma? Es geht nicht um Rechtsschreibungsfehler, aber fehlende Kommas können den Sachverhalt völlig entstellen.

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@saulute

Antwort von maleja am 27.01.2006, 23:49 Uhr

Stimmt. Ich hatte den Satz völlig falsch gelesen. Erst, als ich das fehlende Komma nach "denke" gefunden hatte, wurde er mir klar. Ich dachte halt, sie hat das ein oder andere Wort vergessen zu schreiben.
Manchmal kann ein Komma vor oder hinter einem Wort eine völlig unterschiedliche satzaussage bewirken.

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Re: @saulute

Antwort von saulute am 27.01.2006, 23:52 Uhr

Leider läßt es sich im Deutschen grammatikalisch nicht korrekt übersetzen, aber im Litauischen wäre es so:
"Begnadigen, nicht bestrafen."
"Begnadigen nicht, bestrafen."

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Stimmt

Antwort von maleja am 28.01.2006, 0:00 Uhr

da entscheidet ein Komma über Leben oder Tod.

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Das ist aber eigentlich ein gänzlich anderes Thema... :-)

Antwort von Ralph am 28.01.2006, 0:36 Uhr

Hmmm, Ausgangspunkt war die These, daß Hitler ja auch etwas für die Arbeitslosen getan habe.

Wann die Autobahnen geplant wurden, spielt in diesem Zusammenhang aber eigentlich eher eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist doch, daß nach der Machtergreifung dieses Projekt angeschoben wurde und ganz objektiv dadurch viele in Arbeit kamen. Natürlich wurde das dann propagandistisch ausgeschlachtet bis zum geht-nicht-mehr.

Ich stimme Dir auch zu, was den Antisemitismus damals angeht, wenngleich ich eher glaube, daß das bei den meisten zunächst nicht ausschlaggebend war, sondern die meisten einfach einen Weg sahen, zu Arbeit und damit zu einem vergleichsweise überschauhbaren Lebensstandard zu kommen, ganz zu schweigen von der Selbstaufwertung, die mit einer Arbeitsaufnahme immer einhergeht.
Ich jedenfalls, so sozial in die Ecke gedrängt, würde für mich ebenfalls nicht die Hand ins Feuer legen, daß ich nicht auch einem solchen Bauernfänger auf dem Leim gehen würde.

Ich glaube zudem, daß der Bildungsstand heutzutage ganz allgemein höher ist als damals, deshalb kommen mir Zweifel, wer wirklich damals in der Lage war, die Gefahr in all ihrer Targweite zu sehen und abzuschätzen.
Es waren immerhin nicht mindere als die Herrschaften der Schwerindustrie, Krupp, Thyssen & Co., die selber nur an den Mammon dachten, glaubten, sie könnten den "kleinen Idioten Hitler" wie eine Marionette führen und mußten dann mit eigenen Augen ansehen, wie ihnen die Macht über Partei- und Staatsapparat mehr und mehr entglitt.

Über den Antisemitismus und dessen Geschichte wissen wir ja auch eigentlich erst seit der Nachkriegszeit etwas besser bescheid.
Auffällig, wenngleich auch historisch für mich vollkommen folgerichtig, ist, daß ganz besonders viele Juden im Bank- und Geldwechselgeschäft tätig waren und es bis heute noch sind. Um das zu begreifen muß man aber wissen, daß durch Jahrhunderte hindurch es den Juden, nicht nur in Deutschland, sondern überall in Europa, zumeist verboten war, einer Handwerksgilde oder anderen Berufen beizutreten. Das Geschäft mit Geld, ein uraltes im Übrigen, und z.T. auch der Handel, wurde ihnen belassen, und so wundert es nicht, daß es Juden waren, die schon vor vielen Jahren Bankinstitute gründeten, z.T. mit Handelsdynastien verwoben und verknüpft, die im Laufe der Jahrhunderte aufgrund der ja zweifellos vorhandenen Nachfrage reicher und reicher wurden.
Das alles wurde den Bevölkerungen natürlich nicht gesagt, nur ließ sich auf dem aktuellen Stand bestens der Antisemitismus züchten.
Darin sehe ich jedenfalls einen der Hauptgründe, weshalb der Antisemitismus nach dem ersten Weltkrieg überhaupt so hochkommen konnte.

Heute sehe ich es sehr viel differenzierter. Da gibt es immer noch die Ewiggestrigen, die z.T. prominenten Beistand bei der Leugnung des Holocaustes erhalten, neuerdings ja sogar mit staatlichem persischen Siegel, dann macht es die Siedlungspolitik der Israelis dem modernen Antisemitismus auch allzu leicht, und die Politik des "Aug um Aug, Zahn um Zahn" spielt m.E. auch dem Antisemitismus allzuleicht in die Hände, und schlußendlich darf man als Deutscher die letzten beiden Punkte israelischer Politik nicht kritisieren bzw. in Frage stellen. DAs halte ich absolut nicht für hilfreich bei der Bekämpfung des Antisemitismus. Ich jedenfalls bin dann mit meinem Latein relativ schnell am Ende, weil es dafür heute keine rationale Begründung gibt.

Schwieriges Thema...

Viele Grüße
Ralph/Snoopy

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Re: @Ralph

Antwort von Alba am 28.01.2006, 8:58 Uhr

Guten Morgen,

sorry, ich war gestern Abend nicht mehr online, habe die Schlacht um den Computer gegen meinen Freund verloren, der gerade seinen Familienstammbaum erforscht.

Die Aussage "Hitler hat ja auch was für die Arbeitslosen getan" habe ich auch in Deutschland schon oft gehört, in der Regel kam vorher der Satz "also ich bin ja kein Nazi, aber...". Ich fand es nur erstaunlich dies von jemanden zu hören der auf Sri Lanka aufgewachsen ist. Noch dazu jemanden der sehr gut gebildet ist, promovierter Strukturbiologe. Ich kann mich aber auch noch ganz vage erinnern vor ein paar Wochen gelesen zu haben, dass sich Israel bei einem Land (Indien, Indonesien, ich weiss nicht mehr) beschwert hat weil in einem Schulbuch genau dies stand. Und meine maledivische Freundin hat wie gesagt zwar den 2. Weltkrieg durchgenommen, aber der Holocaust wurde völlig unter den Tisch gekehrt.

Ich finde das Thema Propaganda interessant. Ich frage mich ob es heute noch so einfach wäre Leute in der Weise zu manipulieren. Einerseits haben wir soviele Medien die alles berichten und analysieren und ich denke wenn man einen guten Querschnitt davon liest kann man sich ein halbwegs akurates Bild machen. Andererseits wird gerade durch (mein heissgeliebtes) Internet jedem der mit einem Computer umgehen kann eine Plattform geboten.

Auf Channel 4 gab es vor ein paar Wochen eine Sendung von Richard Dawkins (Das egoistische Gen, Der blinde Uhrmacher, etc...) über Religion und Wissenschaft. Da gab es eine Szene in einer dieser amerikanischen Riesenkirchen (www.newlifechurch.org) bei einem Gottesdienst. 15 000 Leute die alle euphorisch tanzen und mitsingen, eine Band spielt und Rev Haggard sagt so Sachen wie "Jesus loves you" Jesus wants you to have a good life" (nicht "to lead a good life" wohlgemerkt). Jeder Satz wird mit begeistertem Applaus und vielen "yeah, he does" beantwortet. Ich sag noch zu meinem Freund "das ist ja wie bei Göbbels", später dann wenn Dawkins mit Rev Haggard spricht sagt er "Bitte entschuldigen sie, aber das hat mich sehr an die Nürnberger Aufmärsche erinnert". Ich weiss nicht mehr was Hagagrd darauf konkret sagte, aber er wurde dann noch furchtbar aggressiv und hat das Filmteam handgreiflich vor die Tür gesetzt. Es war unglaublich.

Ich bin ja bekennender Atheist aber eine solche Massenmanipulation würde mir egal bei welcher Organisation die Haare zu Berge stehen lassen. Ich fühle mich ja schon bei Konzerten wenn alle ihre Feuerzeuge rausholen bei irgendeiner Ballade leicht unwohl und manipuliert.

Ich hoffe jetzt einfach mal, dass wir Deutschen mit unserer Geschichte da etwas mehr sensibilisiert sind. Hoffen kann man ja immer.

Zu Hitler und Arbeitslosigkeit fällt mir noch ein. Gabs da nicht ein Dokument wo drin steht, dass bis zu einem bestimmten Zeitpunkt der Krieg beginnen muss weil sonst offenbar wird, dass die ganzen Arbeitsbeschaffungsmassnahmen nicht finanzierbar sind? Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, habe ich im Geschichtekrundkurs durchgeommen. Mein Abitur ist auch schon 20 Jahre her.

Ok, jetzt erst mal Frühstück. :-)

VG,
D

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Re: @Ralph

Antwort von brockdorf am 28.01.2006, 22:18 Uhr

ja du hast recht-alle rüstungsmassnahmen und das war fast das einzige, was die nazis selbst gemacht haben liefen aus mehrerlei gründen auf einen krieg hinaus:
1. rüstung als selbstzweck
2. wie bezahl ich den scheiss??- nachdem dann schon jüdische vermögen etc. eingezogen wurden-juden sich reisepässe kauften etc.

der krieg war unvermeidlich!

und ralph-der bau der autobahnen, wie vieles andere auch wurde von den nazis lediglich fortgeführt (und propagandistisch genutzt-das merkst du ja selbst-sehr erfolgreich)

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