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Geschrieben von Maximum am 08.04.2006, 10:53 Uhr

...moderne Sklavrei???

Wo fängt moderne Sklaverei an? Ich zerbreche mir echt das Hirn um rauszufinden was Menschen so alles freiwillig machen...
Ich bin im mobilen Pflegedienst tätig,habe in den letzten vier Wochen ...ja wie soll man sagen...4 Leibeigene kennen gelernt.
Alles Frauen aus Polen die über eine Agentur vermittelt werden.Sie leben jeweils mit einer einzelnen alten ,hilfsbedürftigen Person zusammen.Umsoregen diese 24 Std.am Tag,machen alles was Madame so wünschen.Haben freie Logie und freie Kost....wobei...freie Kost bei und mit der alten Dame die jeden Bissen in deren Mund zählt.Jeder Tropfen Spüli wird gezählt und jeder Schritt überwacht.
Sie bekommen dann noch einen Lohn von ca.700,-€im Monat,und fahren nach 4/5 Monaten wieder heim.Dann kommt eine Kollegin und das Spielchen geht weiter.
Ich frage mich was jemanden dazu bewegen kann sich so etwas an zu tun.Für 700,-€im Monat sich zum Sklaven machen...
Nicht alle alten Leute sind so schlimm,ich weiß,aber ein großteil ist so sparsam erzogen wurden das sie nix anderes kennen als sparen.Da wird jedes Tempo wieviel mal benutz....usw.
In meinen Augen ist sowas unverschämt.Klar,jemand deutsches würde das bestimmt nicht machen.Aber für die Behandlungspflege und Durchführung kommen wir dann ins Haus und rechnen dies auch mit der Kasse ab.

...also,wenn jemand Geld und lange Weile hat...man kann sich alles kaufen,auch für billiges Geld!

 
27 Antworten:

Re: ...moderne Sklavrei???

Antwort von Claudia36 am 08.04.2006, 11:38 Uhr

Klar für uns unverständlich, aber diese Frauen bekommen 700 € und können damit ihre gesammte Familie über einen gewissen Zeitraum ernähren.
Sie würden alles tun um Geld zu verdienen ( mache gehen dafür auch anschaffen und da finde ich die Pflege wirklich viel besser)

Klar werden sie ausgebeutet, aber sie wußten auf was sie sich einlassen und wollten es so.
Für unseren Verstand "zu hoch"

Mache dir nicht zu viele Gedanken.
Liebe Grüße
Claudia

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Re: ...moderne Sklavrei???

Antwort von faya am 08.04.2006, 11:53 Uhr

Ich sehe das etwas anders.

Wenn die Menschen hier in einem Monat soviel verdienen, daß es zu Hause für 3 oder 4 Monate reicht, dann schränken die sich dafür gerne ein.

Kenne diese Fälle auch - und nicht immer ist es so negativ. Oft ist auch ein herzliches und schönes Verhältnis zwischen den Leuten.

Und wenn nicht, dann ist es eben eine Plackerei Und da die Verhältnisse befristet sind auf max. 3 Monate ist da auch nicht so schlimm, weil ja ein Ende in Sicht ist.

Modernes Sklaventum ist die Leiharbeit, die mittlerweile auch viele Deutsche machen - in der Hoffnung auf eine Festeinstellung.

Im Schichtdienst knochenharte Arbeit am Fließband, Jahresmindesturlaub zu vorgeschriebenen Zeiten, entwürdigender Umgang mit den Zeitarbeitern und dafür ein Lohn der geringer ist, als wenn andere Hartz IV bekommen und zu Hause bleiben.

Ohne 3-Monats-Befristung ! Und ohne, daß die monatliche Bezahlung fjür 3 Monate gut leben lässt.

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Re: ...moderne Sklavrei???

Antwort von nanni76 am 08.04.2006, 12:17 Uhr

das ganze ist doch wohl eher ein geben und nehmen. Die einen sind froh, das Sie gutes Geld verdienen und die anderen sind froh, jemanden zu haben, der sich kümmert. Die wenigsten alten Leute( ich habe noch keine kennengelernt schauen irgendwehm auf die Finger wieviel spüli sie nehmen und schon garnicht ob man zu viel isst. Meistend sind die alten Menschen dankbar darüber das jemand da ist und versuchen durch "kleine aufmerksamkeiten" die wir ja nicht annehmen dürfen , sich zu bedanken.
Das es auch dort ausnahmen gibt will ich gerne glauben.
Ich denke das 700€ eine Menge Geld sind, und das manch ein Deutscher ALG2 Empfänger für "so wenig" Geld noch nicht einmal vom Sofa aufstehen würde, was ich persöhnlich sehr schade finde. Aber das ist eben Deutschland.

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Re: ...moderne Sklavrei???

Antwort von kleinmäuschen am 08.04.2006, 12:18 Uhr

Hallo,
für 700 Euro mtl plus freie Kost/Logis ist das ja schon fast für unsereins überlegenswert! Find ich gar nicht schlimm, ausreichend bezahlt (v.a. in Polen wird das Geld einige Zeit reichen, schätze ich), und außerdem hat das ja mit Sklaverei schonmal rein gar nichts zu tun, da Sklaverei doch schließlich jeglichen freien Willen ausschließt. Diese Angestellten (sind sie das denn eigentlich üerhaupt?) nehmen diese Arbeit freiwillig an, und könnten jederzeit wieder gehen. Immer noch besser, als däumchendrehend zuhause zu sitzen ;-) Und die alten Damen freuen sich sicher auch über die Hilfe und Gesellschaft. AuPairs sind sicher auch nicht immer glücklich, und kriegen noch weniger Geld für ihre Dienste, aber das bezeichnet ja auch keiner als Sklaverei.
LG, I.

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Das verdient meien Mama auch uns muss davon Miete udn Essen zahlen

Antwort von FrauFrosch am 08.04.2006, 12:23 Uhr

Die sind doch eh noch gut dran. Was soll das gejammere?? Meine Mama hat knapp 800 Euro im Monat aber nichts mit kost und logie frei. Aber da sie schon älter ist und auf den Job angewiesen und nicht vom Staat leben will, nimmt sie das auf sich. Auch das mobbing vom Arbeitgeber. Dazu rakert sie sich für das Geld noch recht ab. Oft von Morgen 7 - 22 Uhr Abends. Aber beschweren kann sie sich nicht,d en dann ist sie den HJob los. Und Arbeitslos und Sozi empfangen will sie icht. Obwohl es ihr da wohl besser ginge. Es gibt auch noch leute die sich ihr Geld selber verdienen wollen auch wenn sie damit die Arschkarte gezogen haben.

grüsse
Tanja

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Re: Das verdient meien Mama auch uns muss davon Miete udn Essen zahlen

Antwort von halbdoppelpapa am 08.04.2006, 12:47 Uhr

1 Zi Wohnung Miete: 300 EUR
Verpflegung : 150 EUR
Strom 39 Eur
Versicherung 15 EUR
"Gehalt" : 700 Eur
Entspr. 1204 EUR ziehen wir mal die Schritte und die Spülitropfen ab sind`s 1200 EUR.
Vergleich: Ich hatte bei 2.200 Brutto und 12 Std am Tag an 5,5 Tagen im Einzelhandel. Als Sklave fühlte ich mich nicht.

Wo ist das Problem???

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@FroschFrau

Antwort von halbdoppelpapa am 08.04.2006, 12:48 Uhr

sollte nicht auf deinen Beitrag allein bezogen sein, Sorry :-)

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Re: @FroschFrau

Antwort von FrauFrosch am 08.04.2006, 14:18 Uhr

Schon klar. Meine Mama beschwert sich auch nicht. Sie ist froh zu arbeiten. Könnte sich ja auch faul auf die Haut legen und vom Staat kassieren. Sie war vor kurzem ein halbes JAhr Arbeitlos. Da ging es ihr zwar besser, aber sie hasst es nichts zu tun zu haben. Denke auch es ist das Gefühl gebraucht zu werden und sagen zu können: Ich verdiene mir mein Geld selber! Mehr von solchen Leuten und es wäre um einges besser um Deutschland bestellt.

Aber 700 Euro und Miete und Essen frei haben und das dann als Sklaverei ab zu tun finde ich schon arg. 700 euro frei zur verfügung haben, ist eine menge Geld.

700 Euro ( für Essen und Kleidung) haben wir oft nur zu 5. und kommen auch durch.

grüsse
Tanja

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ich finde 700 Euro nicht viel

Antwort von Tajomi1971 am 08.04.2006, 15:05 Uhr

Aber für die 700 euro müssen die dann auch 7 tage die Woche 24 Stunden verfügbar sein
Grade bei alten Leuten kann das manchmal nachts sehr heftig sein.Eine Kollegin von mir hat mal bei einer Patientin Dauernachtwache gemacht.Da war nichts mit schlafen. Die alte Dame wurde ständig wach , ist nachts durchs Haus gegeistert , hat an die wand geklopft und gerufen und musste ständig zur Toilette.
Ich würde mir das für 700 Euro nicht antun.
Manchmal sind diese Menschen aufgrund ihrer erkrankungen auch sehr garstig. Die gönnen einem die Butter auf dem Brot nicht.

Gruß Tanja

Gruß Tanja

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Re: und was sagt Deine Chefin/Dein Chef dazu?

Antwort von Benedikte am 08.04.2006, 16:05 Uhr

Altenpflege ist eine prekaere Situation-klar.

Aber meine Freundin, die einen Altenpflegedienst leitet,sagt, dass ihr die illegalen Billigpolen das Geschaeft komplett runinieren. Sie darf nur Leute mit aifenthalts- und Arbeitserlaubnis einstellen. Sie muss die AZO beachten, die Arbeitszeitverordnung, sie muss fuer ihe Leute auf deren gehalt Krankenversicherung zahlen.Ganz abgesehen von Lohnsteuern, Solidaritaetszuschlag, Kirchensteuern etc. Und arbeiten tun die Leute nur, wenn es sich lohnt, d.h., das Gehalt muss deutlich ueber Hartz 4 liegen.Und wenn sie , um ihren betrieb zu erhalten, diese Preise verlangt, sagt ma ihr immer, dass Osteuropaer das billiger machen.

Aus ihrer Not heraus, ja, aber sie zahlen keine Steuern, sie zahlen keine krankenversicherung unfund und. Und wenn sie krank werden, nutzen sie natuerlich doch das Gesundheitssystem, weil sie alle wissen, dass man in Deutschland nicht abgewiesen werden kann- ohne je dafuer zu zahlen.Viele von denen haben auch keine Ausbildung, meine Freundin sagt, dass man dann gar keine Medis verabreichen darf und so.

Kurzum- dasAnliegen der Damen, hier in deutschland Geld zu verdienen, in Ehren, alleine die Tasache des staendigen Wechsels zeigt ja, dass sie wissen, dass ihr Tun illegal ist. aber jede dieser Damen traegt zur Erosion des Sozialstaats bei, weil sie weder Steuern noch Abgaben zahlen und damit billiger sein koennen als jede redliche inlaendische Arbeitskraft.Bei fuenf Millionen arbeitslosen- deren Kosten wie Unterkunft, Krankenkasse, Lebensunterhalt - ich als Steuerzahler trage- haelt sich mein Mitleid echt in Grenzen.

benedikte

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Re: und was sagt Deine Chefin/Dein Chef dazu?

Antwort von Maximum am 08.04.2006, 17:52 Uhr

wer würde denn von euch für 700,-€+freie Logie+Verpflegung 7 Tage die Woche,24 Stunden Dienst machen? Schlafen heißt Schlaft-Rufbereitschaft.Ausgehen ,nur in Begleidung einer alten Dame oder Herrn...
Ich würde das nicht tun.Und es zu glauben das die meisten alten Damen großzügig und tolerant sind irrt gewaltig.Die Menschen die in der Altenpflege arbeiten können mir da bestimmt beipflichten.
Es gibt natürlich auch ganz positive Erfahrungen,aber das ist die seltenheit.
Aber sicher,in einem Punkt geb ich euch recht....sie machen es freiwillig und der Begriff"Sklaverei"kam mir eben spontan als ich so die letzten drei Wochen live miterleben darf wie das geht.In den meisten Fällen hängt eine Glocke neben dem Bett....damit auch nix überhört wird in der Nacht.

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*denen*??SIE ARBEITEN WENIGSTENS

Antwort von titu am 08.04.2006, 18:46 Uhr

schonmal nicht gewusst wie du das brot für dein kind bezahlen musst???
Aus spass an der deutschen luft machen sie es sicher nicht,
grussl tina

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700 Euro WOW soviel Geld haben wir nicht übrig

Antwort von Jo2003 am 08.04.2006, 19:05 Uhr

nach Miete, Fahrkosten, Kinderbetreuung...

Die Polen die hier arbeiten können in Polen von 700 Euro leben wie eine Made im Speck. Wenn die Deutschen sich zu fein sind für solche Arbeiten dann kommen halt die Polen.

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Re: wenn ihr meint die verdienen soooo gut

Antwort von Maximum am 08.04.2006, 19:28 Uhr

dann frag ich mich warum die Leute die hier schreiben ,daß sie so viel nicht haben und der Job sooo gut bezahlt wär, nicht sowas machen?????
Jo2003
du mußt ja auch nicht 24 Stunden am Tag arbeiten....aber es steht dir ja frei solche Jobs anzunehmen,wenn die sooo gut verdienen warum machen es dann die Leute hier nicht??????
Warum ist es eurer Meinung nach denn nötig, daß Polinen her kommen müssen um diese Arbeit zu machen? Warum denn, wenn ihr die Jobs für so gut bezahlt haltet?
Ich bin gespannt auf Antworten....
Ich glaube ich bin im falschen Film...ihr sagt die sind doch gut versorgt,verdienen mehr als ihr unterm Strich,aber dennoch will niemand hier die achsoguten Jobs machen....klärt mich bitte auf

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Tja Maximum

Antwort von Frosch am 08.04.2006, 20:17 Uhr

Hallo!

ICH glaube auch nicht, daß es hier EINEN gibt, der einem fremden (!), grantigen, bettlägerigen Menschen täglich die Windeln wechseln will. Und dafür KEINEN Dank erhält.
Ist ein krasses, aber nicht weit hergeholtes Beispiel. Aber es gibt noch krassere Beispiele.
ICH möchte diesen Job nicht erledigen. Und irgendwo anscheinend die Kinder auch nicht, sonst wären diese Hilfen nicht nötig. Oder nur eingeschränkt nötig.

LG Antje

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betreut doch diese menschen mal

Antwort von Tajomi1971 am 08.04.2006, 20:37 Uhr

Ich denke die Leute die hier sagen wieviel Geld 700 euro dafür doch sind haben noch nie einen alten Menschen betreut.
Mir reicht es bei manchen Patienten schon wenn ich morgens meine halbe Stunde dort verbringe um sie zu versorgen.
Teilweise sind diese Menschen so grantig und unfreundlich das ich froh bin wenn ich da raus bin.
Wenn da nicht jeder handgriff perfekt sitzt , und sei es nur die menge der Seife die benutzt wird , wird gleich gemeckert.Und das in einem Ton das ich mich teilweise beherschen muss um nichts zu erwidern.
Und da sollte ich dann 24 Stunden am tag bleiben und mich anmotzen lassen.
Nein Danke.

Gruß Tanja

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Zum Nachdenken...

Antwort von fiammetta am 08.04.2006, 22:12 Uhr

Hi,

schwierige Frage, denn manche empfinden es bereits als regelrechte Sklaverei überhaupt morgens aufstehen zu müssen. Will sagen, jeder hat andere Schmerzgrenzen, die auch davon abhängig sind, welche Konsequenzen (z.B. miserables Sozialsystem) einen sonst erwarten oder wie weit der eigene Stolz geht. 700.-€ bei freier Kost und Logis erscheinen möglicherweise manchen als viel - solange sie den tatsächlichen Stundenlohn nicht ausrechnen. Ich kann nur bestätigen, daß alte Menschen oft zeitlebens haben sparen müssen oder auch nur wollen und sich nun mit Großzügigkeit schwer tun (umgekehrt diese aber gerne in Anspruch nehmen - wie jeder eben). Frust über tatsächlich vorhandene Krankheiten, die einen in der Mobilität einschränken und von anderen abhängig machen, macht einen auf Dauer auch nicht einfacher im Umgang. Dazu häufig Demenzerkrankungen: ein Horrortrip, den nur derjenige beurteilen kann, der so etwas schon miterlebt hat! Niemand kann sich auch nur im Entferntesten vorstellen, wie es ist, mit einem Menschen zusammenzuleben, der nachts dauergeistert, munter seine Exkremente an den Wänden verteilt, alles und jeden wegen irgendetwas verdächtigt, halluziniert, etc. Ich verspreche Euch: Euch reicht EINE Stunde - die Frauen ertragen das mehrere Monate lang und sind nicht mit den Leuten verwandt. Nachsicht übt man aber eher und leichter mit Menschen, die man als liebenswert, großzügig, hilfsbereit, etc. kennengelernt hat. Diese Frauen müssen also einem gewaltigen Druck ausgesetzt sein, denn für in Wirklichkeit lausige 700.-€ gibt sich bei uns keiner das volle Programm. Länger als drei oder vier Monate hält das außerdem niemand aus, weder physisch noch psychisch.
Gleichzeitig ist es aber auch so, daß zahlreiche Familien nicht wissen, wie sie ein Pflegeheim finanzieren sollten. Das Pflegegeld reicht nämlich bei weitem nicht. Im Falle meines Schwiegervaters hätten wir - je nach Heim - zwischen 1400.- und 2500.-€ monatlich draufzahlen dürfen. Davon leben oft ganze zwei Familien, d.h. es ist schier unbezahlbar. Die Unterstützung durch einen Pflegedienst ist abhängig von der Pflegestufe, die oft erst nach langem Kampf gewährt wird (viele trauen sich aber nicht zu kämpfen - spart `ne Menge Geld und ist Teil des Systems) und auch dann muß man noch draufzahlen. Damit werden einem zwar Arbeiten wie Waschen und Windeln abgenommen - der Pflegebedürftige braucht aber weitaus mehr. Wer macht letztendlich meistens den Job? Die Töchter oder - wesentlich häufiger, da erstere ihre Eltern häufig nicht uneingeschränkt lieben - die Schwiegertöchter, die dann hinterher selbst Wracks sind, aber vorher erst einmal vom Gatterich abhängig sind (und dann die Eltern regelrecht erben - s. z.B. Oma-Forum...). Würdet Ihr das tun wollen? Wohl kaum. Folglich sehe ich eher den volkswirtschaftlichen Nutzen, denn lieber zahlt der "Staat" ein paar Nebenkosten illegaler Pflegekräfte als die zusätzlichen dauerhaften Krankenkosten der zumeist über Jahre hinweg Aufgearbeiteten, die in der Zwischenzeit selbst nicht arbeiten konnten und damit weder Steuern noch Sozialbeiträge entrichtet haben.


LG

Fiammetta

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also meine mama

Antwort von brockdorf am 08.04.2006, 23:11 Uhr

oder vielmehr wir, haben vor ca 15 jahren meine oma gepflegt (eigene wohnung im haus meiner eltern), sie war dann die letzten 1,5 jahre bettlägerig.
meine oma warf alles andere als grantrig, sie war liebenswürdig und dankbar!

und trotzdem sind wir, vorallem meine mom, die die hauptarbeit hatte fast auf dem zahnfleisch gegangen!!!

also stressig ist das in jedem fall und so finde ich auch, das 700€ nicht viel sind für einen job an der psychischen schmerzgrenze-wenn man nicht total schmerzfrei ist...

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die "Alten" sind doch keine Monster!

Antwort von celmin am 08.04.2006, 23:47 Uhr

Hallo,
ich kenne das von der Uroma eines Freundes (das ist jetzt aber schon fast 4 Jahre her). Die Frauen bekamen 700 Euro, das stimmt, aber sie waren angemeldet, hatten einen Tag in der Woche ganz frei und dann noch täglich zwei Stunden. Die Uroma war eine liebe, alte Frau, 88 Jahre alt, geistig fit, aber nicht mehr so beweglich.
Für die Oma war schlimm, dass sie zwar den ganzen Tag jemand um sich herum hatte, mit dem sie sich aber meist nicht unterhalten konnte, denn von den 4 Frauen (im Jahr), konnte höchstens eine einigermaßen deutsch.
Gruß
Iris

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Re: Ältere Menschen

Antwort von Tina78 am 09.04.2006, 11:38 Uhr

Ich beneide niemanden der 24 Stunden rund um die Uhr pflegen muss und dafür " nur" 700 Euro bekommt. Ich würde das nicht tun.
Ich bin Krankenschwester, habe 6 Jahre ü+berwiegend auf Geriatrischen Stationen gearbeitet. Ich war so froh als ich schwanger wurde, das kann ich euch sagen.
Ich habe " nur" vollzeit gearbeitet, keine 24 Stunden am Tag, aber auch 8 Stunden haben mir oft gereicht bis sonstwohin.
Wir hatten zu 80% nur schwerstpflegebedürftige, die überweiegend recht egoistisch, egozetrisch und unfreundlich waren, denen nie was gepasst hat, die vor langeweile die schrägsten " Bedürfnisse" hatten... nur recht wenige alte Menschen waren wirklich super lieb, freundlich und bedankten sich für jeden Handgriff 5 mal.
Ich kam mir bei meinem Gehalt wirklich oft wie ein Sklave vor, ich habe aber über 1000 Euro bekommen im Monat.

Fragt mal im Kreise der examinierten Krankenschwestern und Altenpflegerinnen nach ob sie freiwillig für 700 Euro im Monat arbeiten würden... da wette ich das keine 10% hier rufen.
Jemand der nie in der Pflege gearbeitet hat und vielleich eine nette Oma in der Nachbarschaft kennt, der weiss bei Gott nicht was Pflege für ein Megaknochenjob ist.

Die Deutschen müssen für solche Jobs ja schon fast Ausländer reinholen. Oben wurde genannt dass man sich das heutzutage fast gar nicht mehr leisten kann weil die Ünterbringungskosten im Heim so hoch sind, vielfgach ist es aber auch so dass die Angehörigen auf gut Deutsch die Schnauze voll vom selber pflege haben, die wollen das Pflegegeld kassieren, stellen sich dann eine Polin für 700 Euro an und brauchen selber nichts mehr tun, kassieren aber noch etwas das über bleibt.
Wir hatten oft viele Fälle von erwahrlosten Patienten die angeblich zuhause gepflegt wurden, da haben die Angehörigen schön brav das Pflegegeld kassiert, die Oma war aber den ganzen Tag im Kämmerlein und vegetierte vor sich hin ohne das recht viel nach ihr geschaut wurde.

Tina

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kenne auch so ein nettes bsp.

Antwort von brockdorf am 09.04.2006, 12:41 Uhr

aber mal umgekehrt...
die alte dame ist echt bösartig!

tochter und swisohn kümmern sich tägl.-essen bringen, putzen, einkaufen helfen...
sie ist nicht pflegebedürftig und kommt noch recht gut allein zurecht-trotzdem kümmern sich die beiden, als einzige von drei kindern tatsächlich!

mal abgesehen davon, dass sie immer schon undankbar und gemein zu ihrer tochter war, kam kürzlich der gipfel:
ein anonymer brief in dem beiden gedroht wurde-sie seien ja sooo dreist, die ganze kohle einstecken (welche kohle???) und dann die arme oma verhungern lassen (sie schmeisst deb "frass" der tochter teilweise weg...) und mit dicken einkaufstüten allein im dorf stehen lassen usw.

da fühlt man sich doch richtig gut!
zumal sie dann auch noch grinsend da stand, als ihr swisohn sie darauf ansprach-sie wüsste von nix!

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körperliche und psychische belastung

Antwort von Tajomi1971 am 09.04.2006, 12:58 Uhr

Ich arbeite seit 5 Jahren in der ambulanten Pflege.In dieser zeit wurde ich gebissen,geschlagen,gekniffen,mit Essen samt Teller beworfen, angespuckt, beleidigt und beschimpft.
Ich habe Essen und exkremente von Wänden und Böden entfernt, war teilweise in Wohnungen die völlig verwahrlost und stinkend waren.
Und das alles für 1400 Euro im Monat.
Selbst das ist meiner meinung nach nicht wirklich viel für einen Job der einen körperlich und Psychisch fertig macht.
Das ganze 24 Stunden am tag für 700 euro ist meiner meinung nach wirklich moderene Sklaverei.
Sicher gibt es auch nette alte Menschen die wirklich dankbar sind .Nur sind die leider die ausnahme.

Gruß Tanja

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Re: ...moderne Sklavrei???

Antwort von Jake94 am 09.04.2006, 13:19 Uhr

Kann mich Faya nur anschließen, da ich mich auch immer maßlos über Leiharbeit aufrege (es gibt aber offensichtlich kaum jemanden, der sich dafür interessiert - habe dieses Thema vor einiger Zeit mal hier angeschnitten).

Zum Thema häuslich Krankenpflege kann ich ganz aktuell von meiner Tante berichten, die vor einigen Wochen einen Schlaganfall hatte und nun ebenfalls bei sich zuhause von einer Polin gepflegt wird.
Meine Tante ist heilfroh, daß sie nicht in ein Pflegeheim muß und in ihrer vertrauten Umgebung bleiben kann, die Polin ist froh, daß sie - für ihre Verhältnisse - recht gut verdient (sie bekommt, soviel ich weiß, 1400,- Euro, Kost und Logies frei). Beide Seiten sind zufrieden!

Nein, ich sehe da kein Problem, habe aber jahrelang hautnah miterlebt, wie Leiharbeiter in der Fabrik, in der ich beschäftigt bin, ausgebeutet werden.

DAS ist moderne Sklaverei, und sollte es wider Erwarten doch noch jemanden interessieren, kann ich gerne einige Beispiele nennen.

LG
Kerstin

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Re: körperliche und psychische belastung

Antwort von kikido am 09.04.2006, 15:12 Uhr

hallo tanja,

ist das dein brutto- oder nettoverdienst?
ich habe bis 2000 in der amb. pflege gearbeitet und dabei 2400-2600 dm netto verdient, bei steuerklasse 1 und 38,5 stundenwoche.
ich fand den verdienst sehr gut!
bist du der meinung, dir stünde mehr zu, weil du unter den genannten umständen arbeitest?


lg
kiki

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@kikido

Antwort von Tajomi1971 am 09.04.2006, 20:07 Uhr

Das war mein Nettoverdienst.
Zur zeit arbeite ich nur auf 400 euro Basis.Allerdings bei einem anderen Pflegedienst.
Für das was ich bei dem anderen Arbeitgeber geleistet habe hätte ich meiner meinung nach mehr Gehalt verdient gehabt. Unsere Schichten gingen von 6.00 bis 14.00 , 15.00 bis 22.00 oder 23.00 Uhr und 16.30 bis 2.00 Uhr.Immer 12 tage am Stück und dann Samstag und Sonntag frei. Pause war zwischendurch fast nie möglich weil die Touren so eng gesteckt waren das das zeitlich nicht passte.Jeden tag andere Patienten.
Hatte man einen Krankenschein konnte es passieren das man am nächsten tag gekündigt war.
Ich habe sogar Probleme bekommen weil ich den tag nach meiner Hochzeit frei haben wollte.
Bei meinem jetzigen Arbeitgeber läuft es besser.Feste Patienten. Genug zeit. Und zeit für eine kleine Pause zwischendurch.


Gruß Tanja

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Re:

Antwort von Tina78 am 09.04.2006, 20:34 Uhr

Ich hab bis zur Entbindung in einer Reha gearbeitet, habe netto gerade mal 1.138 euro verdient, bei 38,5 Std /Woche die sowieso immer auf gute 42 Stunden pro Woche gesteckt wurden. Urlaub musste man sich erkämpfen, freie Tage waren zwar laut Dienstplan da aber meist wars eh so dass man kur vorher wieder zum einspringen gebeten wurde.
Hatte man nen gelben Schein stand man auf der Liste derjenigen die bei ner erneuten Kündigungswelle sofort dran waren.

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Re: ...moderne Sklavrei???

Antwort von babyschmuserle am 10.04.2006, 9:57 Uhr

Entschuldige, wenn ich dir diese Frage stelle, aber meinst du das ernst? Für diese "Skalvinnen", wie du sie so nett betitelst, sind 700 € im Monat vielleicht viel Geld! Es fällt mir, wie leider so oft schon bei dir, auf, dass du völlig borniert bist und nicht über den Rand deiner Hutschnurr hinaus sehen kannst.

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