ADHS - ADS

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Geschrieben von Nala1202 am 13.10.2019, 23:18 Uhr

Kommentare von außen

Wie geht ihr mit denen um?

Mein Sohn, knapp 8 hat diagnostiziertes ADHS, wurde bei ihm bereits mit ca 4,5 Jahren festgestellt, seitdem bekommt er auch Medikamente. Mittlerweile sind wir bei 15mg medikinet vormittags und eigentlich 10g mittags (die ich ihm jedoch nicht geben möchte)
Aus dem näheren Umfeld höre ich desöfteren, ADHS sei eine modeerkrankung und man würde seine Kinder mit Drogen ruhig stellen.. Manchmal frage ich mich deswegen natürlich auch ob das stimmt. Ich habe es oft probiert ohne Medikamente, es ist kaum tragbar sowohl für uns als Familie als auch für meinen Sohn selber. Er sagt immer er kann sich nicht zusammenreissen sobald ein Impuls kommt etwas zu tun, tut er es auch. Ich bin es einfach so leid zu erklären dass er Medikamente wegen ADHS nehmen muss. Oder ständige Diskussionen darüber zu führen dass er zu wenig isst wenn er die Medikamente nimmt. (er isst morgens vor der Einnahme und dann erst wieder wenn die Wirkung aufgehört hat gegen mittag.) ich bin es auch leid ständig Gespräche mit den Lehrern zu führen und ständig die selben Vorurteile zu hören.

Wie geht ihr damit um, vielleicht lerne ich ja noch etwas dazu.

Lg

 
12 Antworten:

Re: Kommentare von außen

Antwort von Maca am 14.10.2019, 9:02 Uhr

“Aus dem näheren Umfeld höre ich desöfteren, ADHS sei eine modeerkrankung und man würde seine Kinder mit Drogen ruhig stellen.“

Dummgeschwafel von Uniformierten, nicht mehr als eine saudoofe Plattitüde.
Solche simplifizierenden Pauschalurteile bezogen auf ein komplexes Störungsbild, sind eines Kommentares unwürdig.

AD(H)S ist eine Wahrnehmungsbesonderheit, mit der man in einer total reizüberflutenden Welt schlecht klarkommt.
Je nach Ausprägung brauchen die Betroffenen therapeutische Unterstützung, optional auch Medikamente, um ihre fehlende Passung an die Umweltbedingungen bestmöglich zu kompensieren.
Alternativ kann man natürlich auch auf eine einsame Insel ziehen.

Lass dich nicht verunsichern!

LG

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Re: Kommentare von außen

Antwort von Lewanna am 14.10.2019, 9:53 Uhr

Ich würde dann wohl nicht mehr darüber reden.
Solange ihr klar kommt geht es doch keinen etwas an.

Wir sind ja noch ganz neu. Und selbst beim Verdacht haben wir auch mir anderen Eltern gesprochen. Die konnten uns aber nicht verstehen.
Jungs sind halt so. Und deren Kinder sind ja auch so.
Nein, sind sie eben nicht. Bei denen läuft es ja. Und mit ADHS ist es "extremer".

Wir müssen jetzt schauen wie wir unserem Kind helfen können. Wenn er Medis braucht dann ist das so. Da können mir noch so viele Eltern sagen "gib ihm bloß keine Medis" die sind ja nicht betroffen.

Wie das so bei den Lehrer ankommt weiß ich noch nicht. Was sagen die denn?
LG

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Re: Kommentare von außen

Antwort von Strudelteigteilchen am 14.10.2019, 10:18 Uhr

Man gewöhnt sich ab, in diese Diskussionen einzusteigen. Eigentlich gewöhnt man sich sogar ab, überhaupt darüber zu reden mit Leuten, die nicht selber betroffen sind.

Ich führe solche Diskussionen nur noch, wenn ich wirklich Lust drauf habe - und auch nur mit Leuten, die ehrlich interessiert sind und nicht gleich mit sinnlosen, falschen Anschuldigungen (Ruhigstellen? Bitte? Das sind Aufputschmittel!) ankommen.

Auch den Lehrern habe ich ab der weiterführenden Schule nur noch erzählt, was sie wissen mußten (zum Beispiel, wenn es um die Medikamenteneinnahme bei Klassenreisen ging) - oder wenn ich das Gefühl hatte, ernst genommen zu werden (es lebe die Privatschule - da war man offen, interessiert und informiert).

Lustig ist ja, daß man so oder so Anstoß erregt. Wenn das Kind zu wild ist, hört man immer wieder: "Das ist doch nicht normal. Laß ihn mal auf ADHS testen!" Wenn man dann eine Diagnose hat, hört man: "Das ist doch Humbug, der gehört nur richtig erzogen!" Irgendwas ist doch immer. Man kann sich darüber aufregen - oder es lassen. Ich habe entschieden, es zu lassen

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Re: Kommentare von außen

Antwort von dana2228 am 14.10.2019, 10:25 Uhr

Wer keine Ahnung hat, sollte am besten die Fresse halten.
Ehrlich du brauchst ein dickes Fell. Mein Sohn ist leider sehr stark betroffen im Verbindung mit leichten Autismus. Ohne Medikamente ist er nicht tragbar. Nicht für ihn, nicht für deine Geschwister, nicht für uns als Eltern, nicht für die Lehrerin, nicht für seine I-Kraft......
Er selbst möchte es. Er ist jetzt 7 und es wurde sich mit 4 diagnostiziert. Wussten tat ich es viel eher.
Ich biete Leuten immer an ihn für 14 Tage zu betreuen, erst dann unterhalte ich mich weiter darüber. Und Ende der Diskussion!

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Re: Kommentare von außen

Antwort von ohno am 14.10.2019, 10:29 Uhr

Meine Tochter hat noch keine Diagnose, wir stehen damit ganz am Anfang. Auffällig ist sie schon sehr lange, so dass mir dämliche Kommentare IHR gegenüber sehr bekannt sind...

Aber Deine Frage zielt ja woandershin. Meine Tochter war kürzlich in einer Reha, psychosomatisch. Dort waren auch einige Kinder mit ADHS. Eine Mama war mit ihrem Sohn schon länger da wie wir, und sie hat mir erzählt, dass sie von anderen Müttern regelrecht zermürbt wurde, weil sie den angedachten Medikamenten für ihren Sohn skeptisch gegenüber stand. Sie wäre eine schlechte Mutter, wenn sie ihrem Sohn die Medis verweigert, er hätte dadurch weniger Lebensqualität etc etc. Sie war völlig fertig. Hat dann viel mit den Ärzten und der Psychologin gesprochen, abgewägt, hin und her überlegt und dann eine Entscheidung getroffen. Du siehst, genau das Gegenteil wurde da von BETROFFENEN Eltern angesprochen.

Wenn wir "unsere" Diagnose haben, werde ich mich nicht leiten lassen von Kommentaren von NICHT - Betroffenen. Ich tausche mich gerne mit allen aus, die verstehen UND nachvollziehen können, mit welchen Situationen wir klarkommen müssen.

Mein Chef, ein herzensguter Mensch, fragte mich auch nach der Reha, aus welchen anderen Gründen wir die auch noch gemacht hätten, wg ADHS doch bestimmt nicht, das hätte doch heutzutage gefühlt jedes Kind ... Er hat es nicht so gemeint wie es sich anhört, aber ich habe ihm auch einiges dazu sagen können, und ich habe bei ihm und bei einigen anderen auch gemerkt, dass eher gedacht wird, dass auffällige Kinder schlecht erzogen werden und dadurch einfach einen ADHS-Stempel bekommen.

Es kommt ja auch nicht selten vor, dass auffällige Kinder gar nicht ADHS-betroffen sind, sondern andere Störungen haben.

In der Reha war es nun auch so, dass Kinder auch mit anderen psychosomatischen Problembereichen aufgenommen waren. zb Neurodermitis. zb Sprachverzögerungen, sonstige Entwicklungsstörungen, und dadurch bedingte sozial-emotionale Probleme. Deren Eltern haben bei den "ADHS-Kindern" hintenrum Eigendiagnosen gestellt und über die Unfähigkeit deren Eltern gelästert. Ganz schlimm war das, und ja, ich muss sagen, ganz schön dumm war das mit dazu.

Wie ich damit umgegangen bin? Ich habe es ignoriert. Und mein Kind größtenteils von so Leuten ferngehalten,damit sie an deren Verhalten ihr gegenüber nicht zusätzlich zu knabbern hat.

Mein Credo wie oben: Nur Austausch mit anderen Betroffenen. Auch innerhalb der Familie nur das nötigste. Denn auch hier ist bei uns kein übern Tellerrand blicken drin, von daher.

Liebe Grüße und alles Gute! ohno

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Re: Kommentare von außen

Antwort von Nala1202 am 14.10.2019, 12:03 Uhr

Vielen Dank für eure Antworten. Jetzt Weiss ich zumindest dass ich nicht alleine bin und auch andere die Erfahrungen gesammelt haben. Es ist schwierig, selbst nach 4 Jahren, damit umzugehen und den perfekten Weg für uns zu finden.
Zu der Frage mit den Lehrern, er besucht seit 2 Jahren die Grundschule, bzw ist jetzt in der zweiten Klasse. Ich habe direkt zu Anfang mit offenen Karten gespielt und die Lehrer über die Erkrankung aufgeklärt. Trotz medis hat er natürlich auch mal schlechte Tage, das kommt vor. Es gab Phasen, da wurde ich zwei bis dreimal die Woche benachrichtigt wie schlimm mein Kind sich verhält und dass sein Verhalten für das Umfeld nicht tragbar ist. Daraufhin mussten wir die dosis erhöhen, seitdem klappt es einigermaßen. Ejdoch habe ich das Gefühl dass kein Verständnis von Seitens der Schule aus kommt.

Naja. Ich freue mich aufjedenfall auf den Austausch mit euch allen. Und bin wie gesagt froh nciht alleine zu sein mit Sorgen, Ängsten und Problemen.

Lg

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Re: Kommentare von außen

Antwort von ohno am 14.10.2019, 19:49 Uhr

Darf ich fragen, ob er eine Schulbegleitung hat?

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Re: Kommentare von außen

Antwort von desireekk am 14.10.2019, 22:03 Uhr

Hallo,

hier 2 Buben mit ADHS/ADS :-/

Die Umwelt reagiert aus der eigenen Erfahrung heraus. Das mag dann als blöder Kommentar angekommen, ist aber meistens einfach nur Unwissenheit weil man nicht im Thema ist.
Versuch es einfach so zu sehen.

Bei den Lehrern habe ich es so gehandhabt: Mitgeteilt dass Medikamente gegeben werden, gefragt ob es Fragen, Bedenken o. ä. gibt. Ein paar kurze Tips mitgegeben (vorne sitzen, kurz die Hand auf die Schulter bei abdriften, etc.). Und immer drum gebeten dass man kurz Bescheid gibt wenn es nicht rund läuft (BEVOR der Ärger zu groß wird). Und besonders am Anfang eher häufiger bei den Lehrern erkundigt. "Beschwerden" habe ich keine entgegen genommen, dann eher gesagt "oh, aha.. ich denke, wir müssen mal mit dem Arzt reden wie wir X da besser helfen können!"

Bei den Lehrern wirst Du es ebenso wie mit dem Rest der Welt erleben: es gibt solche und solche.
Ich hatte fast immer Glück, zur Not habe ich immer auf "Der Arzt hat gesagt wir sollen..... machen" zurückgegriffen, dann sind auch schwierigere Lehrer meistens ruhig ;-)

Generell würde ich über retardierte Medikamenten nachdenken, wobei der "Dosierungsgrad" höher sein muss. Aber das was im Kind ankommt ist meist niedriger.
Meine kamen retardiert 30 mg, unretardiert reichte je 10 mg, da die Freisetzung bei den Einzelgaben besser ist.
Der Vorteil ist einfach, dass das Kind nicht in ein "Loch" fällt wenn die erste Tablette nachlässt.

Den verringerten Appetit hatten wir auch, insbesondere mein Älterer ein totaler Strich in der Landschaft. Und super klein. bis zur 9. Klasse war er der kleinste der ganzen Klasse.
…. jetzt ist er über 1,80 :-) und schlank.
Sein Bruder ist kaum kleiner, aber viel breiter und kräftiger.
Das halte ich also für das geringste Problem.
Dafür musste ich kaum drauf schauen dass sie nicht "Zuviel" aßen :-)

Gruss

D

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Re: Kommentare von außen

Antwort von Hailie am 15.10.2019, 10:55 Uhr

Im Freundeskreis habe ich tatsächlich auch deshalb aussortiert. Alle die es nicht lassen können solche dummen Phrasen um sich zuwerfen, brauchen mich nicht mehr kontaktieren.
Außerhalb war es bei uns ganz schlimm im Kindergarten. Der hatte für die Testung ja auch Berichte einreichen müssen, was sich mit unseren gedeckt hat. Dann als sie erfuhren dass wir Medikamente geben ging es los. Er hat ja überhaupt kein ADHS usw.. Ich habe dann immer freundlich erklärt und eines Tages hatte ich ihm Stress morgens vergessen ihm die Medikamente zugeben. Beim abholen war alles ganz schlimm und wieso ich nicht noch gekommen wäre um ihm die Medikamente zugeben. Danach war das vom Tisch und nie wieder ein Wort.
In der Schule haben sie das ganz gut aufgenommen, aber er ist dort auch nicht das einzige Kind welches Medikamente bekommt. Ohne wäre es für ihn gar nicht möglich in der Schule zu folgen.

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Re: Kommentare von außen

Antwort von Nala1202 am 15.10.2019, 20:54 Uhr

Schulbegleitung hat er keine, wüsste auch nicht für was das gut sein sollte. Habe mich damit noch nicht beschäftigt.


Er bekommt medikinet retard, über den Vormittag in der Schule wirkt es. Mittags möchte ich es ihm ungern geben. Meist hält es bis die Hausaufgaben fertig sind. Ich möchte es ihm mittags u. A. Auch ungern geben, da er an der Grenze zum Untergewicht ist und ich wirklich schauen muss dass er dann in den Phasen in denen die medis nicht wirken genug isst und trinkt... Ist oft beschwerlich und ein Kampf, aber wir kriegen es hin. Die Lehrer haben es anfangs gut aufgenommen bis dann die ersten Probleme auftraten und die Dosierung angepasst werden musste. Mich verletzt es auch, dass einige Kinder ihn nicht auf ihre Geburtstage einladen wollen da er zu lebhaft ist..

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@Nala2012

Antwort von ohno am 16.10.2019, 13:09 Uhr

"Schulbegleitung hat er keine, wüsste auch nicht für was das gut sein sollte. Habe mich damit noch nicht beschäftigt."

Ich fragte nur deshalb, weil ich nicht weiß, ob es üblich ist. Die Psychologin in der Reha und die Chefärztin dort haben es empfohlen für meine Tochter. Im Moment strömt soviel auf mich ein, manches habe ich noch garnicht sortiert. Ich weiß auch garnicht, wo ich überhaupt anfangen soll....

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Re: Kommentare von außen

Antwort von 2auseinemholz am 01.11.2019, 15:35 Uhr

Hallo!

Ja - deswegen spreche ich über ADHS nur mit einschlägig ausgebildetem Personal. ;-)
Sehr häufig noch nicht einmal mit Ärzten anderer Fachrichtungen außer Psychiatrie / Neurologie.

Es hat aber lange gedauer tdiese Einstellung zu verinnerlichen. Gezwungen wurde ich dazu, als meine Kräfte nicht mehr ausreichten die Untaten meines Kinder mit der KL zu diskutieren / erläutern / entschuldigen, ... und mein Kind im Thema voran zu bringen und bei Elternabenden auszuhalten, wie sich andere Eltern den Umgang mit Kindern mit ADHS so vorstellen. Und überhaupt wäre ADHS die Erfindung von der Pharmaindustrie und von erziehungsunfähigen Eltern. - Will ich das wirklich mit irgendwem besprechen?!? Und was ist dabei meine Mission / mein Ziel?!?
In meinem tiefsten Herzen wünsche ich denen zuckersüße, witzige, liebreizende Enkel mit ADHS.

LG, 2.

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