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Häufige Infekte
in Kinderkrippe und Kindergarten

 

Hilfe, mein Kind ist ständig krank......!

Wenn der Sommer zu Ende ist besuchen viele Kinder erstmals den Kindergarten, eine Krippe oder eine Krabbelgruppe. Gleichzeitig kommen mit der kalten Jahreszeit auch wieder die üblichen "Erkältungskrankheiten" auf uns und unsere Kinder zu. Dabei muss man mit einem Irrtum aufräumen: Mit "Kälte" an sich haben diese Krankheiten nichts zu tun, sie werden immer von einer Infektion meistens zunächst durch ein Virus verursacht. Da wir im Winter aber sehr viel häufiger auf engem abgeschlossenen Raum miteinander Kontakt haben, haben es die Erreger viel leichter, sich von Mensch zu Mensch auszubreiten. Mütze, Wollschal und allzu dicke Kleidung schützen also nicht vor den "Erkältungsviren".

 

Was kann ich tun?

Oft sieht man Kinder, die für die herrschende Temperatur viel zu warm eingepackt und nass geschwitzt sind, und genau das macht sie anfälliger für eine Infektion. Viel Bewegung an der frischen Luft bei jedem Wetter und am besten zwiebelschalen-förmige und dem Wetter und der Aktivität angepasste Kleidung sind eine gute Vorsorge, nicht jeden Infekt aufzuschnappen. Ein wenig "Pfarrer Kneipp" mit warm-kühl Abduschen von Armen und Beinen und bei älteren Kindern auch Sauna sind die ideale und sogar wissenschaftlich bestätigte Abhärtung. Regelmäßiges Hände waschen verhindert die Weitergabe von Krankheitskeimen am effektivsten.

Und wenn der Schnupfen schon da ist?

Während ein Schnupfen Kinder tagsüber eher weniger beeinträchtigt, verhindert eine verstopfte Nase nachts meist einen erholsamen, tiefen Schlaf. Dann können abschwellende Nasentropfen mit spezieller Dosierung für Babys oder Kleinkinder helfen, die Atmung zu erleichtern. Der im Präparat Nasivin® enthaltene Wirkstoff Oxymetazolin bekämpft gleichzeitig die für die Erkältung verantwortlichen Viren und er wirkt antientzündlich und damit gegen die Schwellung der Nasenschleimhaut. Fragen Sie hierzu Ihren Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin.

 

Training für das Immunsystem

Warum kommt es gerade dann, wenn ein Kind plötzlich Kontakt zu vielen Altersgenossen hat, zu ständigen Infekten? Schuld daran ist unser Immunsystem, das bei Geburt noch lange nicht fertig ausgereift ist und erst ein paar Jahre trainieren muss. Erst wenn es praktisch jeden Infektionserreger einmal kennen gelernt hat, kann es in seinem Gedächtnis speichern, wie es beim nächsten Mal den Eindringling vernichten kann bevor er sich im Körper ausbreitet. Diese erste Infektion bedeutet aber nun mal leider Krankheit, die ein Kind durchmachen muss, damit sein Immunsystem für später "stark" und kompetent wird.

 

Impfen ist besser als krank werden

Genau dasselbe Prinzip machen wir uns zunutze, indem wir das Immunsystem ohne Krankheit mit Hilfe einer Impfung trainieren lassen. So können wir heutzutage bei vielen schweren Erkrankungen vermeiden, dass sie ein Kind erst mit hohem Risiko überstehen muss, um später dagegen gefeit zu sein.

Beispielsweise können Säuglinge und Kinder bis zum 2.Geburtstag mit dem 13-valenten Pneumokokkenimpfstoff gegen schwere Infektionen durch Pneumokokken geschützt werden, der den sehr erfolgreichen 7-valenten Pneumokokken-Impfstoff Ende 2009 abgelöst hat.

Ausführliche Informationen über diesen Impfstoff und darüber, ob ein erweiterter Schutz auch für Ihr Kind möglich ist, finden Sie hier.

Gerade bei Kindern in der Krippe oder im Kindergarten kann das Risiko einer Pneumokokkeninfektion um das 3-fache erhöht sein. Und ist es erst mal so weit, können diese Bakterien auch nach Hause geschleppt werden und Geschwister, Eltern und Großeltern gefährden. Die Pneumokokken-Impfung mit einem Konjugat-Impfstoff kann nach neuen Erkenntnissen nicht nur vor schweren Krankheiten wie Hirnhautentzündung, Blutvergiftung und Lungenentzündung schützen. Damit geimpfte Kinder bekommen allgemein weniger Erkrankungen der Atemwege und weniger Mittelohrentzündungen. Fragen Sie also bitte ihre Kinderärztin oder ihren Kinderarzt, ob auch Ihr Kind gegen Pneumokokken geimpft ist und ob eine Erweiterung des Impfschutzes mit dem 13-valenten Konjugatimpfstoff ratsam ist.

 

Infekte - ein notwendiges Übel ?

Leider gibt es gegen die üblichen "Erkältungs-Viren" noch keine Impfung. Häufige Infekte mit diesen sind also bei Kleinkindern leider trotz Impfungen möglich. Man sollte sie aber eher als "notwendiges Übel" betrachten und sich keine unnötigen Sorgen machen. 10 bis 12 Infekte pro "Saison" sind normal und nur wenn sich schwere bakterielle Infekte häufen, wird ihr Kinderarzt das Immunsystem genauer unter die Lupe nehmen. Wenn ihnen die nicht enden wollenden Infekte mal wieder allzu lästig erscheinen, dann denken Sie bitte daran, dass frühe Infekte und ein starkes Immunsystem ihr Kind langfristig weniger anfällig auch für Krebserkrankungen machen. Erst vor kurzem verglichen britische Wissenschaftler 6000 gesunde und 3000 krebskranke Kinder. Dabei zeigte sich, dass die Kinder, die frühzeitig Kontakt zu anderen z.B. in einer Krabbelgruppe hatten, deutlich seltener an Blutkrebs (akute lymphatische Leukämie) erkrankten.

 

Mit der Schulzeit ist der Spuk vorbei

Nicht nur ihr Kind selbst, auch sein Immunsystem hat mit dem Beginn der Schulzeit einen großen Reife-Schritt gemacht. Die empfohlenen Impfungen und die durchgemachten Infekte haben das Immungedächtnis kompetent und stark werden lassen. All die durchwachten Nächte am Krankenbett ihres Kindes sind Vergangenheit und Sie dürfen stolz darauf sein, dass Sie die oft nicht leichte Kleinkinderzeit überstanden haben.

Kindergesundheit