Keuchhusten ist bedrohlich für junge Babys!

Keuchhusten ist bedrohlich für junge Babys!

© fotolia, onoky

Keuchhusten, lateinisch als Pertussis bezeichnet, ist eine akute bakterielle Infektionskrankheit der Atemwege, nimmt einen langen Verlauf über Wochen bis Monate und gehört zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten im Säuglingsalter.

Die Krankheit ist hoch ansteckend, die Hustenanfälle können bei jüngeren Babys lebensbedrohlich sein. Neugeborene haben keinen ausreichenden Nestschutz über ihre Mama und so können sie bereits in den ersten Lebenstagen erkranken.

Risiko lässt mit dem Lebensalter nach

Je jünger die Babys sind, desto höher ist ihr Risiko. Denn der Keuchhusten kann im ersten halben Lebensjahr auch ohne die typischen Hustenanfälle verlaufen und es kann stattdessen zu Atemstillstillständen kommen bis hin zum "Plötzlichen Kindstod". Außerdem können Komplikationen auftreten, wie beispielsweise eine Lungenentzündung, eine Mittelohrentzündung oder eine Entzündung des Gehirns mit Krampfanfällen.

Keuchhusten wird als Tröpfcheninfektion übertragen, zum Beispiel durch Niesen oder Husten, Küssen und Benutzen desselben Geschirrs. Der Erreger, das Bakterium Bordetella pertussis, ist hoch ansteckend. Etwa 80 Prozent der nicht geimpften Menschen, die mit dem Erreger in Kontakt kommen, erkranken.

Krankheitsverlauf in drei Phasen

Die Krankheit verläuft typischerweise in 3 Phasen: Zunächst zeigen sich Symptome, die einer Erkältung ähneln: Schnupfen, Niesen, manchmal eine Bindehautentzündung, Heiserkeit und leichter Husten. Während dieser Zeit ist die Krankheit am ansteckendsten.

Nach etwa 10 bis 14 Tagen treten die charakteristischen Hustenanfälle auf. Sie äußern sich mit heftigen bellenden Hustenstößen und anschließend ziehendem und keuchendem Einatmen. Diese Hustenanfälle wiederholen sich in kurzen Abständen und enden häufig auch mit Erbrechen. Die Zahl der Hustenanfälle schwankt zwischen 5 und 50 innerhalb von 24 Stunden. Dieses Stadium dauert im Allgemeinen drei bis vier Wochen, in Ausnahmefällen länger. Danach folgt das Stadium des abklingenden Hustens, das ebenfalls viele Wochen dauern kann.

Tatsache: größte Ansteckungsgefahr durch Eltern und Großeltern

Hauptinfektionsquelle: Die größte Gefahr für Babys und kleine Kinder sind Erwachsene. Denn manche kommen gar nicht auf die Idee, dass sich hinter ihrem hartnäckigen Husten ein Keuchhusten verbergen könnte. Tatsache ist, 50 bis 70 Prozent der erkrankten Säuglinge werden von ihren Eltern oder Großeltern angesteckt.

Besonders gefährdet sind Säuglinge, die noch nicht entsprechend den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) gegen Keuchhusten geimpft wurden. Eine Grundimmunisierung besteht im Kindesalter aus vier Impfungen, diese sollten bei vollendeten 2., 3., 4. und 11. bis 14. Lebensmonat gegeben werden. Im Alter von 5 bis 6 Jahren steht eine Impfung zur Auffrischung an. Der vollständige Impfschutz gegen Keuchhusten besteht erst nach der dritten Impfung - also frühestens ab dem fünften Lebensmonat. Davor sind die Babys den gefährlichen Bordetellen schutzlos ausgeliefert. Aus diesem Grund sollten alle Eltern, Großeltern und Babysitter - alle die regelmäßig mit Babys umgehen - für den eigenen Impfschutz sorgen.

Die Impfung gegen Keuchhusten im Erwachsenenalter erfolgt immer gemeinsam mit der Auffrischimpfung gegen Wundstarrkrampf (Tetanus) und Diphterie. Und selbst wenn eine Auffrischimpfung gegen diese beiden Krankheiten erst kürzlich gegeben wurde, kann die Kombi-Impfung mit der wichtigen Komponente gegen Keuchhusten gegeben werden. Davon abgesehen sollten natürlich alle Babys ab dem beginnenden 3.Lebensmonat ihre 1. Impfung erhalten.

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