Flunkern - mein Kind erfindet Lügengeschichten

Flunkern - mein Kind erfindet Lügengeschichten

© fotolia, mariiya

Der letzte Keks ist weg: Ein Drache kam durchs Fenster und hat ihn gestohlen, so lautet die Erklärung vom 4-Jährigen. Eine Erklärung, die von Phantasie zeugt - aber eben frei erfunden ist. Das Kinder nicht immer den Mut zur Wahrheit aufbringen, ist nicht ungewöhnlich.

Meist denken Kinder nicht über die Folgen des Lügens nach und suchen nur ganz schnell einen Ausweg - so erfinden sie schnell eine Lügengeschichte. Das Verständnis von Ehrlichkeit und den Umgang mit der Wahrheit müssen Kinder erst einmal lernen.

Ältere Kinder, etwa mit sechs bis sieben Jahren, wissen schon, in welchen Situationen Ehrlichkeit wichtig ist. Dann fühlen sich die Kinder, wenn sie lügen auch sehr unwohl, sie haben ein schlechtes Gewissen.

Im Folgenden möchte ich kurz ein paar Ursachen für Lügen skizzieren und Tipps geben, wie Sie dem Kind helfen können, dieses Verhalten zu überwinden.

1. Lügen aus Angst vor Strafe

Viele Kinder lügen, weil sie ein Vergehen, einen Fehler verheimlichen wollen. Sie trauen sich nicht - aus Angst vor Konsequenzen - die Wahrheit zu sagen und schieben den "Schwarzen Peter" gern anderen zu. Eltern können ihrem Kind helfen, indem sie Verständnis zeigen, nicht sofort eine Strafe verhängen. Reagieren die Eltern anders, als das Kind erwartet, verliert es die Angst. Muss Strafe sein, sollte immer eine logische Konsequenz folgen.

2. Lügen, um Anerkennung zu gewinnen

Der Papa fährt einen Lamborghini und Mama ist grad in New York. Kinder die wenig Selbstbewusstsein haben, übertreiben gern und erfinden opulente Geschichten. So buhlen sie um Anerkennung. Um diese Lügengeschichten zu beenden, sollten Eltern das Selbstbewusstsein ihres Kindes fördern. Denn ein Kind, welches selbstbewusst ist, braucht nichts zu erfinden. Heben Sie die Stärken und Talente Ihres Kindes hervor. Auch sollte das Kind bei einem Hobby seine Fähigkeiten zeigen und Erfolgserlebnisse sammeln.

3. Lügen aus Überforderung

Manche Kinder flüchten sich in Traumwelten und Ausflüchte, weil sie überfordert sind. Sie benutzen Lügen, um Konflikten aus dem Weg zu gehen. Eltern müssen hier eingreifen und möglichst verständnisvoll nachfragen und erklären, dass Lügen keine akzeptable Lösung sind.

4. Notlügen aus Höflichkeit

Notlügen werden täglich angewandt. Kinder müssen erläutert bekommen, wann eine Unwahrheit aus Höflichkeit angebracht ist. Zeigt das Kind z.B. Freude über ein Geschenk, das ihm eigentlich nicht gefällt, sollten die Eltern mit ihm über die Notlüge sprechen: Das Kind sollte erkennen, dass die Lüge durchschaut und akzeptiert ist.

5. Lügen aus Scham

Das Kind lügt, um anderen etwas zu ersparen, um jemanden zu schützen oder zu schonen. Eltern sollten dem Kind beibringen, dass Fehler normal sind, aber Ehrlichkeit wichtig ist.

Insgesamt sollten sich Eltern ihrer Vorbildfunktion bewusst sein und sich selbst um Ehrlichkeit und Offenheit bemühen, auch wenn es peinlich oder schmerzhaft ist. Haben die Eltern selbst einmal gelogen, sollten sie dem Kind erklären, warum. Der Sprössling soll verstehen, dass Lügen wohl vorkommen können, aber nicht in Ordnung sind.

Auch darf das Kind ruhig mal belohnt und gelobt werden, wenn es mutig die Wahrheit gesagt hat. Andersrum sollten Eltern ihr Kind besser nicht vor anderen bloßstellen und blamieren. Klären Sie die Situation besser unter vier Augen! Helfen Sie Ihrem Kind alternative Lösungsmöglichkeiten zu finden. Damit es lernt mit der Wahrheit kommt es weiter.

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