Erbrechen - bei kleinen Kindern kommt das öfter vor

Erbrechen - bei kleinen Kindern kommt das öfter vor

© fotolia, Renata Osinska

Übelkeit, Bauchweh und Erbrechen kommen bei kleinen Kindern viel häufiger vor als bei größeren oder bei Erwachsenen.

Bis etwa ins Grundschulalter schlägt ihnen so einiges "auf den Magen": zu viel Süßigkeiten beim Kindergeburtstag, die Aufregung vor der Einschulung, ein Infekt, der im Anmarsch ist. In den meisten Fällen ist das unangenehm, aber nicht besorgniserregend. Dennoch kann Erbrechen natürlich auch ein Alarmzeichen für eine ernstzunehmende Erkrankung sein.

Der Magen räumt auf

Gummibärchen, Chips, Pommes, Kakao - wenn es grad so richtig schmeckt, ignorieren Kinder oft das Sättigungsgefühl und stopfen viel mehr in sich hinein, als eigentlich reinpasst. Hat der Magen aber zu viel "des Guten" abbekommen oder vielleicht gar Ungenießbares wie Sand oder Dreck, dann muss es eben wieder raus. Das ist ein ganz normaler Schutzmechanismus des Körpers, der bei Kindern zum Glück noch recht gut funktioniert.

Erbrechen als Begleiterscheinung von Infekten

Häufig ist Erbrechen bei Kindern Anzeichen oder Begleiterscheinung einer Infektion. Wird es von Durchfall und Fieber begleitet, liegt vermutlich ein Magen-Darm-Infekt vor. Aber auch Erkältungskrankheiten und einige Kinderkrankheiten wie beispielsweise Masern werden bei den Kleinen oft von Bauchweh, Übelkeit und Erbrechen begleitet. Außerdem kann starker Husten vor allem nachts zum Erbrechen führen, weil dabei der Würgereflex aktiviert wird.

Der nervöse Magen

Als wichtiger Teil unseres vegetativen Nervensystems ist der Magen mit einer ganzen Menge Nervenzellen ausgestattet. Wenn uns etwas "auf den Magen schlägt" - Kummer, Angst oder Stress -, dann ist das also durchaus wörtlich zu nehmen. Manche Kinder sind hier einfach empfindlicher als andere, weil ihr Nervenkostüm sensibler reagiert. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Probleme in der Schule oder andere Sorgen vielleicht die Ursache sein könnten, dann sprechen Sie bitte mit Ihrem Kinderarzt. Er wird Sie gegebenenfalls an einen Kinderpsychologen überweisen.

Speikinder - Gedeihkinder

Diese alte Hebammenweisheit kennen Sie bestimmt. Viele Babys spucken in den ersten Monaten regelmäßig nach dem Trinken einen Teil der Milch wieder heraus. Solange Ihr Baby dabei gut gedeiht, also normal zunimmt, ist das zwar lästig, aber kein Grund zur Sorge. Sie sollten das aber sicherheitshalber beim Kinderarzt ansprechen, da manchmal auch eine Verengung des Magenpförtners die Ursache sein kann.

Alarmzeichen

Treten Übelkeit und Erbrechen nach einem Sturz oder einer Kopfverletzung auf, deutet dies auf eine Gehirnerschütterung hin. In diesem Fall bitte sofort zum Arzt oder in die nächste Klinik.

Kommen Fieber, Durchfall und andere Krankheitszeichen hinzu, liegt vermutlich ein Infekt vor, der vom Arzt abgeklärt werden sollte.

Bei wiederholtem Erbrechen über längere Zeit verliert der Körper zu viel Wasser und Mineralstoffe und kann austrocknen. Diese Gefahr ist umso größer, je kleiner Ihr Kind ist. Augenringe, trockene Lippen, eingefallene Haut, Schläfrigkeit oder gar Apathie und wenig Urinabgabe sind hier Warnzeichen.

Erbrechen mit starken Bauchschmerzen, die nicht unbedingt immer im rechten Unterbauch auftreten müssen, und ein harter, aufgetriebener Bauch können z.B. auf eine Blinddarmentzündung hinweisen. Deshalb auch das bitte immer beim Arzt abklären lassen!

Was kann man tun?

Wenn Ihr Kind sich übergeben muss, können Sie ihm zur Beruhigung sanft über den Rücken streichen. Ihre kühle Hand auf seiner Stirn oder ein feuchter Waschlappen helfen, das gereizte Gleichgewichtsorgan zu beruhigen und das Schwindelgefühl zu beseitigen. Lassen Sie es am Ende den Mund ausspülen, um den unangenehmen Geschmack zu vertreiben.

Ein Baby oder Kleinkind, das sich im Liegen erbricht, sollten Sie in jedem Fall seitlich drehen oder mit dem Kopf nach unten hochnehmen, damit das Erbrochene abfließen kann.

Bei leichten Magen-Darm-Infekten reicht es oft, wenn Ihr Kind ein, zwei Tage nur leichte Kost zu sich nimmt. Mit einem Baby - aber auch mit einem größeren Kind, wenn die Beschwerden andauern - sollten Sie zum Arzt gehen wegen der Gefahr des Austrocknens. Achten Sie in jedem Fall auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr in Form von stillem Wasser, stark verdünntem Saftschorle oder Tee.

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