Aua, mein Bauch! - was Kindern auf den Magen schlägt

Aua, mein Bauch! - was Kindern auf den Magen schlägt

© fotolia, Anatoliy Samara

Bauchschmerzen gehören zu den häufigsten Symptomen bei Kindern. Buchstäblich alles - von Zahn- und Ohrenschmerzen über Erkältungsinfekte bis zum Streit der Eltern oder Schulstress kann ihnen auf den Magen schlagen.

Die richtige Diagnose ist deswegen nicht immer ganz leicht. Grundsätzlich sollten Bauchschmerzen - egal ob organisch oder seelisch bedingt - bei Kindern immer ernst genommen werden.

Alles schlägt auf den Magen

Der Teil des Nervensystems, der den Ursprung von Schmerzen lokalisiert, ist bei kleinen Kindern noch nicht vollständig ausgebildet. Sie spüren die Schmerzen deshalb nicht wirklich dort, wo sie entstehen - beispielsweise im Hals oder in den Ohren - sondern in ihrem Körperzentrum, im Bauch. Deshalb beschränkt sich die Suche nach der Ursache auch nicht auf den Magen-Darm-Trakt, sondern kann genauso gut woanders liegen. Mandel- oder Mittelohrentzündungen können sich ebenso mit Bauchweh äußern, wie Zahnungsschmerzen. Und häufig ist Bauchweh auch einfach ein Vorbote für einen allgemeinen Erkältungsinfekt, der im Anzug ist.

Bauchweh bei Babys

Fast alle Säuglinge haben in den ersten Wochen und Monaten mit Bauchweh und Blähungen zu kämpfen. Der Grund sind sogenannte "Regulationsstörungen", auch Drei-Monats-Koliken genannt. Die Ursache liegt aber meistens nicht im Bauch sondern im noch unreifen "Nervenkostüm" der Kleinen: sie sind vor allem am Abend oft überreizt und finden dann nicht zur Ruhe und weinen. Dazu beitragen kann auch, dass der unreife kleine Darm den komplizierten Vorgang der Verdauung erst erlernen muss. Hier hilft am besten Ruhe und Gelassenheit und leises Reden und Singen am Bett. Das Bäuchlein entspannt sich mit einem warmen Kirschkernkissen und einer sanfte Bauchmassage im Uhrzeigersinn rund um den Nabel.

Magen verdorben

Kommt Ihr kleiner Schatz gerade vom Kindergeburtstag zurück, liegt der Grund für die Bauchschmerzen wahrscheinlich auf der Hand: bergeweise Mohrenköpfe, Gummibärchen oder Kartoffelchips - und Limo bis zum Abwinken. Kleine Kinder können sich angesichts solch ungewohnter Verlockungen noch nicht bremsen und stopfen dann Süßes in sich hinein, bis es buchstäblich oben wieder herauskommt. Ein warmer Tee und fettarme, leicht verdauliche Kost für die nächsten ein, zwei Tage helfen, den verstimmten Magen wieder einzurenken.

Akute Bauchschmerzen - manchmal ist es der Blinddarm

Magen-Darm-Infekte oder Verstopfung äußern sich ebenso mit Bauchschmerzen wie beispielsweise eine Blasenentzündung. Starke, kolikartige Schmerzen mit hartem, aufgetriebenem Bauch, Fieber und Übelkeit können aber auch auf eine Blinddarmentzündung hindeuten. Als Laie kann man das kaum beurteilen, deshalb sollten Sie im Zweifelsfall lieber einmal zu viel mit Ihrem Kind zum Arzt gehen.

Wenn Kummer und Stress auf den Magen schlagen

Nicht immer sind es wirklich organische Ursachen, die bei Kindern auf den Magen schlagen. Auch Stress in der Schule, Krach mit der besten Freundin oder Kummer und Angst, dass sich die Eltern trennen könnten, weil sie streiten, lösen bei Kindern Bauchweh aus. Diese Schmerzen konzentrieren sich dann oft auf den Bereich rund um den Nabel, weshalb wir Ärzte sie auch als "Nabelkoliken" bezeichnen. Nabelkoliken sind aber keineswegs eingebildete Schmerzen oder gar eine Ausrede. Für Kinder fühlen sie sich ganz echt an und sollten deshalb, neben der Ursachenforschung, auch als echte Schmerzen behandelt werden.

Wann zum Arzt?

Als Faustregel könnte man festhalten: je mehr sich die Schmerzen rund um den Nabel lokalisieren lassen, desto weniger wahrscheinlich ist ein akute Erkrankung als Auslöser.

Wenn Sie sich bezüglich der Ursache der Bauchschmerzen unsicher sind, wenn die Schmerzen heftig und krampfartig auftreten, wenn sie von Fieber, Durchfall oder Erbrechen begleitet werden oder Ihr Kind richtig elend oder gar apathisch erscheint, sollten Sie mit ihm umgehend zum Kinderarzt gehen. Außerdem wenn die Schmerzen länger anhalten oder immer wiederkehren. Ihr Kinderarzt ist übrigens auch bei seelisch bedingtem Bauchweh die richtige Anlaufstelle und kann Sie gegebenenfalls an eine Familienberatungsstelle oder einen Kinder- und Jugendpsychiater überweisen, die bei schulischen Problemen oder bei Familienkonflikten weiterhelfen.

Das hilft bestimmt

Egal was nun der eigentliche Auslöser ist - das Beste bei Bauchweh ist immer noch viel Liebe und Aufmerksamkeit: Mamas warme Hand, die den Bauch streichelt. Eine kleine Massage zur Anregung der Verdauung. Ein warmes Kirschkernkissen oder eine kuschelige Wärmflasche. Das alles tut dem wehen Bäuchlein gut. Liebevolle Zuwendung ist auch dann die beste Medizin, wenn die Bauchschmerzen eher seelischer Natur sind. Immer hilfreich ist darüber hinaus ein warmer Tee aus Kamille, Melisse oder Pfefferminze. "Baby-Bauchweh-Tees" mit einer Mischung aus Fenchel, Kümmel und Anis sind für größere Kinder genauso geeignet wie für die ganz Kleinen.

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