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Stillen - Tipps, Erfahrungen und Austausch für stillende Mütter Stillen - Tipps, Erfahrungen und Austausch für stillende Mütter
Geschrieben von DreiJungsMama am 06.11.2017, 11:45 Uhr zurück

Bitte nicht schreien lassen!

Liebe Schnupi,
ich kann dich gut verstehen. Wenn man mit den Nerven so runter ist - kein Wunder, wenn du so wenig emotionale Unterstützung hast!, dann ist alles nur noch zum Kotzen.
Und du bist nicht zu dumm zum abstilllen!

Es ist keine "Methode", sein Kind / Baby nachts schreien zu lassen, bis es - nach langer Quälerei - aufgibt. Dann hat es nämlich nur eins gelernt: Dass auf seine Mama, die bislang immer für es da war, kein Verlass mehr ist. Damit traumatisierst du dein Kind und gibst seinem Urvertrauen mindestens einen großen Knacks mit. Und ob es erfolgreich wäre, ist auch sehr fraglich.

Ich würde dir zu einer schrittweisen Brustentwöhnung in der Nacht raten.
Du hast ja noch Zeit bis zur Geburt, wenn du es natürlich auch so schnell als möglich hinkriegen willst, gehe ich aber trotzdem davon aus, dass du die ganze Sache so verträglich und dauerhaft erfolgreich über die Bühne bringen willst wie möglich, für dich (Brust muss auch abgestillt werden!) und für deine Tochter (kein psychischer Schaden).

Dazu wäre aber auch wichtig zu wissen, dass sie tatsächlich tagsüber genug Nahrung bekommt, um die in der Nacht nicht mehr zu benötigen? Das muss definitiv gegeben sein.

Habt ihr ein Abendritual, mit dem du sie schlafen legst, ausser einschlafstillen? Wenn nicht, dann höchste Zeit eins einzuführen. Z.B.: Geschichte erzählen/Bilderbuch angucken, dann Stillen, dann Zahnpflege, dann im Bett bei Nachtlicht eine Spieluhr ablaufen lassen, einkuscheln / Hand halten bis sie schläft.

Das ist anstrengend, aber: Wenn du sie nachts entwöhnen willst, geht es darum, dass Sie lernt, ohne deine Brust einzuschlafen. Aktuell benutzt sie dich / dein Brust dazu, sich wieder in den Schlaf zu bekommen, und schafft das noch nicht allein. Das muss sie lernen! Von allein kann das lange dauern, wie du bei deinem großen Sohn gesehen hast.
Du kannst ihr helfen, indem du ihr so abends beibringst, ohne die Brust einzuschlafen. Das ist der erste und wichtigste Schritt, natürlich nur, nachdem sie wirklich satt getrunken ist.
Wenn sie dann nachts aufwacht, musst du versuchen, sie - für eine Weile! - ohne Brust zu beruhigen. Also: wenn sie beginnt, sich aufzuregen / zu schreien, nimm sie sofort zu dir, und beruhige sie mit dem zweitstärksten Mittel nach Stillen: Tragen. Also auf den Arm nehmen, und ggf. langsam mit ruhigen Schritten im möglichst dunklen (gedimmtes Licht / Nachtlicht) Raum umhergehen. Vielleicht Summen... Wenn sie ruhiger wird mit dir hinlegen und kuscheln oder Hand halten, ggf. Spieluhr aus dem Abendritual.
Du kannst damit die erste Stillmahlzeit der Nacht (nach 1 h?) überbrücken. Mache dir einen Plan, wann ihre üblichen Zeiten sind, und stelle ggf. einen leisen Wecker. Du kannst ihr auch schon beim Einschlafen mit Worten erklären, dass ihr jetzt nachts nicht mehr so oft stillt, weil die Milch weniger ist, und erst wieder stillen werdet, wenn das Signal vom Wecker kommt. Dann tröstest du deinen Tochter so über ihre übliche erste Stillzeit hinweg, und stillst sie zur regulären zweiten Zeit (3 h nach Einschlafzeit?).
Sobald die erste Stillpause erfolgreich drin ist, kannst du die nächste nach hinten verschieben, den Wecker also auf 5 h nach Einschlafzeit verstellen.

Dein Kind braucht aber in jedem Fall! einen Ersatz für die Brust, die du ihm ja nun entziehst. Sie ist einerseits Nahrung - das sollte über ausreichende Nahrung tags sichergestellt sein!, und andereseits, bei 14 Monaten vermutlich weit wichtiger, emotionale Stabilität. Darum ist jeder Trost recht und richtig!

Leider ist das ganze in jedem Fall mit Anstrengung verbunden, für deinen Mann wäre es natürlich viel einfacher, du würdest die Brust geben und gut. Schade, dass er so wenig unterstützend ist. Er könnte nämlich sehr gut - vorausgesetzt die beiden haben eine gute Bindung?! - die erste Stillpause übernehmen und trösten. Sehr oft beruhigen sich die Kinder beim Vater viel besser, weil er nicht so für das Stillen steht (und auch nicht nach Milch riecht).

Ich würde ihm an deiner Stelle erklären, dass du 1. nicht weiter stillen kannst und willst in der Nacht, weil du sonst kaputt gehst und er dich dann demnächst in KH bringen kann; sowie 2. du dein Kind nicht mit Schreienlassen traumatisieren wirst; und 3. die schrittweise, liebevolle Brustentwöhnung durchführen wirst, was aber mit Anstrengung verbunden ist, wofür die entweder sehr gut seine Hilfe brauchen kannst oder b) zumindest keinen zusätzlichen Stress!
Vielleicht schläft er dann für eine Weile im Gästezimmer / auf dem Sofa / Auf einer Matratze beim Sohn im Kinderzimmer?

Ich wünsche dir Viel Erfolg! Und alles Gute!
Kannst mir gern auch per PN schreiben.

 

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