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Bitte helfen Sie mir!

Liebe Stillberatung

meine Tochter Emilia ist nun 16 Monate alt und hat immernoch beinahe kein Interesse am Essen. Brei wollte Sie noch nie haben, hat sich schon immer weg gedreht und hat sich nicht füttern lassen. Fingerfood nimmt sie auch fast nichts an mir kommt es manchmal vor als hätte sie einen richtigen Ekel vor dem Essen. Sie isst ab und zu ein paar Bissen Apfel schmeißt ihn aber meistens einfach weg wenn ich ihr einen gebe, das macht sie mit jeglichem anderen Obst oder Gemüse auch. Sie isst ab und zu eine halbe Scheibe Brot aber auch dann wieder tagelang keins. Sobald Butter oder etwas anderes auf dem Brot ist rührt sie es nicht an. Ich merke, dass Sie Hunger hat aber trotzdem isst sie nichts von dem was ich ihr anbiete und mag dann wieder gestillt werden. Was kann ich tun? Ich lasse sie meistens gewähren weil sie mit 9 kg sowieso nicht gerade viel auf den Rippen hat. Soll ich tagsüber komplett abstillen? Bekommt sie dann mehr Interesse am Essen? Ich habe Angst dass wenn ich tagsüber abstille sie gar keine Vitamine mehr bekommt. Nachts wird sie jede Stunde wach und trinkt an der Brust. Ich weiß nicht mehr weiter und weiß nicht was ich tun soll damit die kleine anfängt gerne zu Essen. Vielen Dank vorab für Ihre Hilfe

Grüße


von EmiliaLuzia am 12.01.2018

Frage beantworten

Antwort:

Re: Bitte helfen Sie mir!

Liebe EmiliaLuzia,

wurde der Eisenwert des Kindes kontrolliert? Kann dein Kind eventuell einen Zinkmangel haben? Beides kann die Ursache für ein schlecht essendes Kind sein. Wichtig ist irgendwann nach dem ersten Geburtstag wirklich, dass die Ursache für die Essensverweigerung gefunden wird und nicht, dass mit dem Kind eine Gewaltkur inklusive plötzlichen (und traumatischem) Abstillen veranstaltet wird.

Gleichzeitig solltest Du weiterhin versuchen, deinem Kind feste Nahrung anzubieten.
Setze auf den Nachahmungstrieb des Kindes und biete ihm an, was auch ihr esst (natürlich nur, wenn es sich um etwas babygeeignetes handelt). Stillkinder sind durch die immer wieder auftretenden Geschmacksveränderungen der Muttermilch (je nach dem was die Mutter isst, schmeckt die Milch unterschiedlich) an den Speiseplan der Mutter gewöhnt und lehnen andere Nahrung dann oft ab. Wenn Du zum Beispiel nie gekochte Karotten isst, dann kennt dein Kind diesen Geschmack nicht über die Muttermilch und wird sie höchst wahrscheinlich auch vom Löffel ablehnen.

Was sollst Du denn machen? Dein Kind in einen Schraubstock spannen, ihm die Nase zuhalten, damit es den Mund auf macht und ihm dann unter Zuhilfenahme eines Kartoffelstampfers feste Nahrung in den Magen zwingen?
Was macht ein Mensch, den man mit Gewalt dazu zwingen will, etwas zu tun? Er blockiert oder zerbricht. Beides ist nicht wünschenswert, schon gar nicht in der Eltern Kind Beziehung. Druck und Zwang sind nicht geeignet, um ein Kind zum Essen zu bringen. Im Gegenteil: je mehr Druck, je mehr Kampf es gibt, umso schwieriger wird die Situation und zum Schluss gibt es in diesem Kampf ums Essen nur Verlierer.

So schwer es auch fällt, versuche die Geduld zu bewahren und mach weiterhin keinen Kampf ums
Essen. Wenn es erst einmal so ist, dass das Essen Machtkampf bedeutet, dann sind wir Eltern
sehr schnell die Verlierer und viele Essstörungen haben ihre Ursache in einem krampfhaften
Machtkampf ums Essen im Baby und Kleinkindalter.

Probiere es einfach weiterhin immer wieder aus lass einmal die Werte kontrollieren.


LLLiebe Grüße
Biggi

Antwort von Biggi Welter am 12.01.2018
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