Dr. med. Vincenzo Bluni

Vorzeitige Wehen und Gebärmutterhalsverkürzung

Antwort von Dr. med. Vincenzo Bluni

Frage:

Sehr geehrter Herr Dr. Bluni,

ich bin seit Mittwoch letzter Woche im KH und werde wegen vorzeitigen Wehen und einer Gebärmutterhalsverkürzung beobachtet. Ich bekomme einen Wehenhemmer in Tropfform, der meine Venen kaputt macht und auch sonst keine schöne Nebenwirkungen hat. Aber das nur am Rande.
Ich bin jetzt heute bei 28+0 also in der 29. Woche.
Vor 2 Wochen war ich mit meinem Freund in London unterwegs und danach noch einige Tage auf Sylt. Eventuell kam das dadurch, da wir wirklich viel (!) gelaufen sind und ich oft dachte, dass mein Bauch so schwer und auch hart wird.
Bei mir sind 16mm offen und 21mm geschlossen. Eine Infektion habe ich nicht, die das ausgelöst haben könnte.
Ich bin nun die ganze Zeit im Bett, meist liegend oder halb sitzend und gehe nur zur Toilette und darf ab und an mal duschen. Wehen habe ich so gut wie gar nicht mehr. Immer nur wenn ich den Bauch "anspanne", beim Hinlegen, Aufsetzen oder vorne über beugen z.B. (und auch nicht immer) verhärtet sich mal leicht der Bauch. Vielleicht so maximal 10 Mal am Tag.
Ich nehme nun auch noch insgesamt 720 mg Magnesium am Tag.
Der Wehenhemmer war anfangs auf 3ml/h eingestellt und steht seit heute bei 1,5ml/h. Eventuell kann ich Mittwoch abgenommen werden.
Ein Kontrollultraschall ist leider noch nicht wieder gemacht worden. Da werde ich aber bei der Visite morgen mal drauf drängen. Irgendwie kam es mir so vor, als sieht man das gerade nicht für nötig an. Wie sehen Sie das denn? Ich möchte doch gerne wissen, ob es stagniert, oder sich eventuell sogar zurückgebildet hat.
Ich möchte natürlich auch so schnell es geht wieder nach Hause. Ich kann mich auch dort ohne Probleme hinlegen und Nichts tun. Nur habe ich dort eben nicht diesen Wehenhemmer...

Dann habe ich noch eine Frage. Ich soll noch die Salbe Multigyn Actigel nehmen. Kann es sein, dass diese - wenn sie wieder raus kommt - gelb grünlich ist? Ich frage das, weil ich das eben gesehen habe und mir nun Sorgen mache, es könnte dieser Schleimpropf sein. Von dem habe ich aber eigentlich gehört, dass er rot, bräunlich oder so sein soll oder auch mal klar. Aber von gelb-grünlich habe ich noch Nichts gehört.

Ich würde mich sehr über Ihre Antwort freuen!

Viele Grüße,
Nina

von 79Nina am 26.09.2011, 22:34 Uhr

 

Antwort auf:

Vorzeitige Wehen und Gebärmutterhalsverkürzung

Liebe Nina,

Ihre Sorge kann ich sehr gut verstehen und sie ist bei der beschriebenen Situation auch berechtigt. Aber, hier bedarf es von Ihrer Seite auch der entsprechenden Geduld.

Bekanntermaßen haben die Frauen in der Klinik die größere Schonung. Das klappt zuhause eben meist nicht so, auch, wenn es versprochen wird.

Die Wehenhemmung macht sicherlich Nebenwirkungen, sie wird aber in aller Regel auch nur einige Tage durchgeführt.

Wenn nach Eingangsuntersuchung die Situation zum Stillstand gekommen ist, dann ist es gerade sinnvoll, eben nicht ständig vaginal zu untersuchen, wie es sonst ja so gerne gemacht wird. Die Devise lautet dann ganz klar "Finger weg"!

Eine Verlaufskontrolle wird ganz bestimmt vor Entlassung erfolgen oder bei längerem Aufenthalt vielleicht nach einer Woche.

Ja, das Gel kann auch einen solchen Ausfluss begünstigen.

Liebe Grüße

VB

von Dr. med. Vincenzo Bluni am 27.09.2011

Antwort auf:

Vorzeitige Wehen und Gebärmutterhalsverkürzung

Zusatzfrage:
Warum bekomme ich einen Wehenhemmer, wenn ich schon bei Aufnahme kaum noch einen harten Bauch hatte?
In einer anderen Klinik hätte ich nur eine hohe Dosis an Magnesium bekommen.

von 79Nina am 26.09.2011

Antwort auf:

Vorzeitige Wehen und Gebärmutterhalsverkürzung

Du frag doch alle diese Sachen einach den Arzt bei der Visite.
Wenn du dir Sorgen machst es könnte der Schleimpropf sein, dann solltest du hier nicht auf eine Antwort warten, sondern mal den Arzt vor Ort fragen.

von blauerVogel am 27.09.2011

Antwort:

an Herrn Dr. Bluni noch mal: Vorzeitige Wehen und Gebärmutterhalsverkürzung

Sehr geehrter Herr Dr. Bluni,

Sie sagen den Wehenhemmer bekommt man nur einige Tage. Ich habe diesen nun seit letztem Mittwoch und soll ihn noch mindestens bis nächsten Freitag (als Tropf) bekommen. Ab 29+0 sagt man hier kann man umsteigen auf Tabletten (Adalat). Das wäre dann bei mir wohl auch vorgesehen, wenn nächsten Freitag der Früherkennungstest auf Frühgeburt wieder positiv wäre. Und dann sagte man mir auch müsse ich diesen bis zur 34. SSW nehmen und auch hier bleiben.
Das kommt mir Alles schon extrem lange vor, muss ich sagen.
Ich habe unter dem Tropf und mit Magnesium auch Nichts mehr. Nur wenn ich meinen Bauch anspanne, beim Aufstehen etc. merke ich ab und zu das er mal hart wird. Sonst nicht. Das sind ja auch keine richtigen Wehen.
Warum wollen die mich dann aber hier so lange dem Wehenhemmer aussetzen?
Irgendwie wird hier Alles von diesem Test abhängig gemacht. Wäre dieser negativ gewesen, hätte man es heute versucht abzusetzen um zu sehen, wie es ohne geht. Wäre Alles in Ordnung könnte ich in 1 bis 2 Tagen entlassen werden. Da mein Test aber eben positiv war, muss dieser nun nächsten Freitag (geht wohl nur alle 2 Wochen?) wiederholt werden. Bis dahin muss ich den Tropf bekommen :-(.

Wegen des Schleims: Ich wurde heute noch mal untersucht. Es kommt tatsächlich von dem Gel, was mich sehr beruhigt.
Ansonsten ist mein GMH konstant bei 21mm geblieben. Jetzt sieht man nur, dass er bei Druckausübung nur noch 12mm hat. Da das vorher aber sicher auch bereits so war, hat sich ja eigentlich Nichts verändert - zumindest nicht zum Schlechten.

Danke und viele Grüße,
Nina

von 79Nina am 27.09.2011

Antwort:

noch mal: Vorzeitige Wehen und Gebärmutterhalsverkürzung

Hallo Nina,

1. warum die Klinik die intravenöse Wehenhemmung so lange fortsetzt, weiß ich nicht.

Aber, in den Leitlinien wird zwar "Eine Dauertokolyse über 48 Stunden hinaus ist in der klinischen Routine nicht angezeigt"

aber, es heißt dann auch

"Die Empfehlungen sind unter Berücksichtigung individueller Patientinnenbedürfnisse,
den wirtschaftlichen Möglichkeiten und Grenzen der durchführenden
Institutionen und den individuellen Erfahrungen der ärztlichen Fachpersonen anzuwenden"

Insofern ist hier jede Klinik frei in ihren Entscheidungen.

Dazu stimmen Sie sich am besten vor Ort ab.

Liebe Grüße

VB

Quelle

http://www.agmfm.de/_download/unprotected/g_04_03_01_medikamentoese_wehenhemmung.pdf (AWMF-Leitlinie 015/025 „Medikamentöse Wehenhemmung bei drohender Frühgeburt“ der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (Expertenkommission), Stand: September 2006, letzter Abruf:27.9.2011

von Dr. med. Vincenzo Bluni am 27.09.2011

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