Dr. med. Vincenzo Bluni

Sport in der Schwangerschaft

Antwort von Dr. med. Vincenzo Bluni

Frage:

Guten Tag Herr Dr. Bluni,

ich bin in der 8. SSW und konnte die letzten 2 Monate wegen einer Armverletzung keinen Sport machen. Nun merke ich, daß ich bereits einige Kilos zugelegt habe (vermutlich durch das weniger Bewegen) und auch leicht Wasser einlagere (Sockenränder sind eindeutig stärker abgezeichnet, als vor der SS).

Nun würde ich gern wieder sporteln. Bislang habe ich in erster Linie viel Sport im Rahmen von wirbelsäulengymnastik, Beckenbodentraining und allgemeine Fitness gemacht - also mehr Muskelkräftigung als Ausdauersport.

Kann ich da wieder anknüpfen? Wenn ja, wie ist es mit den Bauchmuskeln? Dürfen die geraden Bauchmuskeln noch mitgemacht werden, oder nur die seitlichen??? Wenn ich versuche mittig hochzukommen, empfinde ich es am Bauch als unangenehm und fühle mich wie aufgebläht. Muß dazu sagen, daß der Bauch schon richtig Form annimmt - was ich erschreckend finde. Es ist die 2. SS!

Sollte ich sonst lieber mehr Ausdauersport machen, um den Grundumsatz zu erhöhen? Walken, Schwimmen,.....

???

Vielen Dank für eine Einschätzung, da ich derzeit nicht so richtig weiß, wie ich nach 2 monaten Pause "richtig" beginnen soll.

Daß ich dann auf die körperlichen Signale hören soll, ist klar....

DANKE
puw

von PuW am 02.02.2010, 08:33 Uhr

 

Antwort auf:

Sport in der Schwangerschaft

Hallo,

allgemein gilt Sport unter Berücksichtigung gewisser Einschränkungen für werdende Mütter als durchaus empfehlenswert. Nicht nur im Zusammenhang mit der Bewältigung des Geburtsschmerzes hat sich physische Aktivität sowohl in präventiver als auch in therapeutischer Hinsicht als sinnvoll und positiv bewährt. Neben der deutlich verringerten Häufigkeit an typischen, schwangerschaftsbedingten Unterbauchbeschwerden zeigt sich eine schmerzunterdrückende Wirkung bei Wehen und es gibt eine positive Wirkung auf den späteren Geburtsverlauf-und fortschritt.

Welche Sportart für welche Schwangere ist zu empfehlen?

Die Beantwortung dieser Frage orientiert sich neben medizinischen und allgemeingültigen Kriterien am subjektiven Wohlbefinden der Schwangeren. Grundsätzlich sollte die Schwangere nicht an ihre persönliche Leistungsgrenze gehen ("suboptimale Leistungsgrenze" Prof. Dr. Jung, Sportmediziner)und sollte immer wieder kurze Pausen einlegen. Die Herzfrequenz sollte nicht über 140/Minute steigen.

Dieses dient dazu, die Sauerstoffbilanz nicht zu ungunsten des Kindes zu verschlechtern, die Körperkerntemperatur nicht übermäßig zu erhöhen und nicht in eine Unterzuckerung des mütterlichen Organismus zu gelangen. Vor und nach der sportlichen Belastung sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden, um eine Austrocknung zu verhindern.

Zur Frage, welche Sportarten allgemein zu empfehlen sind kann man sagen, dass insbesondere körpergewichtsentlastende Sportarten wie das Schwimmen und das Radfahren eher zu empfehlen sind als Sportarten, bei denen das Körpergewicht selbst getragen werden muss (Laufen, Aerobics).Bei letzteren ist der Energieverbrauch und die Gelenkbelastung höher. Darüber hinaus sind aerobe (positiv für die Sauerstoffbilanz der Mutter) Sportarten, bei denen große Muskelgruppen beansprucht werden, und die rhythmischer Natur sind, vorzuziehen.

Das Schwimmen stellt nach dem Spazierengehen und dem Radfahren die am meisten zu empfehlende Sportart während der Schwangerschaft dar, da sie alle großen Muskelgruppen beansprucht, die Gelenke und Bänder schont, ein günstiges thermisches Medium bereitstellt und ein geringes Verletzungsrisiko birgt.

Wie ist es mit Krafttraining?

Untersuchungen der I. Münchener Universitätsfrauenklinik (LMU) zufolge wurden für ein leichtes bis moderates Krafttraining mit freien Gewichten oder an Geräten keine negativen Effekte beschrieben. Deren Untersuchungen konnten hier im Gegenteil belegen, dass Krafttraining in Verbindung mit Stretching zu einer Verbesserung der Kraft und Beweglichkeit führen, was der schwangeren Frau den Umgang mit dem erhöhten Körpergewicht und dem veränderten Schwerpunkt erleichtert. Außerdem beugt die Stärkung der Rückenmuskulatur Rückenschmerzen vor. Schwere Gewichte oder maximale isometrische Kraftanstrengungen sollten allerdings gemieden werden und Anfängerinnen sollten bezüglich der Atemtechnik angeleitet werden, um Atemanhalten zu vermeiden.

Bei unauffällig verlaufender Schwangerschaft ohne Frühgeburtsrisiko gilt für Bauche-Beine-Po, dass die Bauchübungen sukzessive reduziert werden sollten, um sie spätestens - je nach Wohlbefinden - nach dem 7. Monat ganz wegzulassen.

Welche Sportart ist für die schwangere Frau nicht zu empfehlen?

Kampf- oder Kontaktsportarten mit hoher Wahrscheinlichkeit von Körperkontakten, so z. B. Hockey oder Basketball. Abgeraten wird auch von Sportarten mit erhöhtem Sturzrisiko (Reiten, Mountainbiking) und auch von Abenteuersportarten wie Bungeejumping, Drachenfliegen und Fallschirmspringen. Auch Gerätetauchen ist in der Schwangerschaft tabu. Schnorcheln gelten dagegen als relativ ungefährlich.



VB

von Dr. med. Vincenzo Bluni am 02.02.2010

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