Dr. med. Vincenzo Bluni

Schwangerschaft und schweres Asthma

Antwort von Dr. med. Vincenzo Bluni

Frage:

Sehr geehrter Herr Bluni,

ich leide unter anderem an einem schweren, therapierefraktärem Asthma bronchiale. Trotzdem wünschen wir uns in den nächsten ein bis zwei Jahren Kinder.

Gibt es Erfahrungswerte? Ist eine Schwangerschaft bei sehr schwerem asthmatischen Verlauf möglich? Wie groß ist das Risiko für das ungeborene Kind? Und für die Mutter?

Mein Asthma ist zur Zeit nicht kontrolliert und ich muss dauerhaft Kortisontabletten (20 mg Prednisolon aufwärts) nehmen. Zu dem viel Betamimetika und auch Tiotropium. Außerdem stecke ich in einer Therapie mit Xolair. Vor Beginn der Schwangerschaft sollten sicherlich einige Medikamente reduziert werden. Doch was ist, wenn eine Reduktion fehlschlägt und es nur zu häufigeren Notfallbehandlungen kommt?

Ich würde mich über eine Einschätzung ihrerseits sehr freuen. Bevor wir die Schwangerschaft planen werden wir sicher noch längere Gespräche mit den Ärzten an meiner Uniklinik führen.

Vielen Dank und liebe Grüße

von finima am 08.08.2010, 21:04 Uhr

 

Antwort auf:

Schwangerschaft und schweres Asthma

Hallo,

in der Schwangerschaft können bei Heuschnupfen/Asthma/Allergien die meisten Antihistaminika bedenkenlos angewandt werden, insbesondere inhalative Präparate, die Cromoglicinsäure enthalten.

Diese Substanz wirkt überwiegend lokal und zeigt kein erhöhtes Risiko für teratogene Schäden. Neben den inhalativen Substanzen können Sie selbstverständlich auch Augen- oder Nasentropfen anwenden. Die Antihistaminika dürfen also zur Behandlung allergischer Erkrankungen, als Mittel gegen Schwangerschaftserbrechen und auch als Schlafmittel eingesetzt werden.

Falls Kortikoide erforderlich sind, empfiehlt sich hier ebenfalls die inhalative Gabe wegen der wesentlich geringeren systemischen Wirkung. Die besten Erfahrungen liegen für Sprays vor, die Budesonid enthalten. Bei Orientierung an die Dosierungen kann man auch mit einer Langzeitmedikation keinen Schaden anrichten.

Bei den Antihistaminika ist die Gabe von Terfenadin erst im zweiten Schwangerschaftsdrittel erlaubt, weil dann die Organbildung abgeschlossen ist.

Die sog. Betamimetika z.B. Sultanol, Berotec, Bronchospasmin oder Bricanyl sind ebenfalls gut erprobt. Sie lösen die Verkrampfung der Bronchialschleimhaut.

Bei Asthma-Symptomen kann man auch Prednisolon geben, weil es nur zu 10-20 Prozent über die Plazenta auf den Feten übergeht.

Bitte wenden Sie sich in dieser Frage in jedem Fall auch an unseren Experten für Medikamente in der Schwangerschaft, Herrn Dr. Paulus. Er hat übrigens hier bei rund-ums baby.de auch ein Forum zu solchen Fragen.

Die Adresse ist

http://www.rund-ums-baby.de/med_schwangerschaft/

VB

von Dr. med. Vincenzo Bluni am 09.08.2010

Antwort auf:

Schwangerschaft und schweres Asthma

hallo,
ich bin selber betroffen mit sehr sehr schwerem asthma... habe teils wöchentlich notfallcortisoninfusionen bekommen mit je 500 bis sogar 1000 mg cortison!!

zudem habe ich ebenfalls diese IGG Therapie mit XOLAIR bekommen... alle 4 wochen!

als ich schwanger wurde wurde XOLAIR sofort abgebrochen da es in der Schwangerschaft Tabu ist.

ich hab zudem das Viani Forte austauschen müssen in ein reines cortison plus mehrmals täglich sultanol da dies bei schwangeren wohl besser ist als das langzeiterweiternde medikament.

und es ist wie in jeder meiner schwangerschaften: das reicht an medikation!

durch die hormonumstellung habe ich WESENTLICH weniger asthmaprobleme und komme gut klar!
das einzige was ich durch das viele cortison wohl jetzt habe ich schwangerschaftsdiabetes.
ich bin nun in der 30. woche und ich habe kaum obstruktionen und wenn dann bekomme ich sie gut in den griff! probleme macht mir jetzt mehr das baby das ziemlich nach oben drückt und dadurch habe ich nun auch atemprobleme wie halt jede schwangere ;-)

ich hoffe ich konnte dir etwas mut machen!

LG

von feeli78 am 08.08.2010

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