Unser Lexikon für die Schwangerschaft

Schwangerschaftslexikon

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Herpes genitalis - Genitalherpes

Das Herpes-simplex-Virus ist für zwei verschiedene Erkrankungen zuständig: den Genitalherpes (Herpes genitalis) und den Lippen-Herpes (Herpes labialis). Darüber hinaus werden auch einige andere Krankheiten wie Windpocken (Varizellen-Zoster-Virus), Pfeiffersches Drüsenfieber oder Zytomegalie von verschiedenen Typen von Herpes-Viren verursacht. Im Gegensatz zum harmlosen Lippenherpes kann eine unbehandelte Herpes genitalis Infektion in der Frühschwangerschaft und vor allem während der Geburt für das Baby sehr gefährlich werden.

Symptome einer Herpes genitalis Infektion


Genitalherpes (HSV Typ II) äußert sich mit juckenden oder brennenden kleinen Bläschen im Innen- oder Außenbereich der Scheide. Bei einer Erstinfektion können auch Schmerzen, großflächige, bläschenförmige Veränderungen und ein Anschwellen der Leistenlymphknoten auftreten. Herpes genitalis wird über die Schleimhäute übertragen und gehört zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten. Bei einem Verdacht sollten Sie in jedem Fall Ihren Frauenarzt/ärztin aufsuchen.

Herpes genitalis in der Frühschwangerschaft


Bei einer Infektion der Mutter während der ersten Wochen der Schwangerschaft besteht grundsätzlich die Möglichkeit einer Übertragung über die Plazenta auf das Kind. In diesem Fall können Fehlgeburt, Totgeburt oder Fehlbildungen des Kindes die Folge sein. Allerdings ist eine kindliche Infektion durch eine Übertragung während der Schwangerschaft sehr selten (nur 5% aller Fälle von Herpes bei einem Neugeborenen). Bei einer Erstinfektion besteht dabei insgesamt ein höheres Übertragungsrisiko als bei einer wiederholten Infektion (Rezidiv). Nach der 20.SSW stellen die Herpes-Viren für das Ungeborene kein erhöhtes Risiko mehr dar.

Herpes genitalis kurz vor oder während der Geburt


Gefährlich ist eine Infektion – und in erster Linie eine Erstinfektion - vor allem, wenn sie um den Geburtstermin auftritt. Dabei kann es auf dem Weg durch den Geburtskanal zur Ansteckung des Kindes durch direkten Kontakt mit infiziertem Genitalsekret kommen. Eine Erstinfektion mit Herpes genitalis kurz vor der Entbindung ist deshalb in jedem Fall eine Indikation für einen Kaiserschnitt. Eine Infektion kann beim Neugeborenen zu lebensbedrohlichen, sepsisähnlichen Symptomen und Hirnhautentzündung führen.

Bei Frauen mit wiederholtem Herpes genitalis hingegen ist ein vorsorglicher Kaiserschnitt normalerweise nicht nötig. Hier reicht eine antivirale Behandlung aus. Auch ohne akute Infektion sollte bei Frauen mit wiederholten Erkrankungen prophylaktisch etwa 3 bis 4 Wochen vor der Entbindung eine Behandlung erfolgen.
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