Patchwork - Familien

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Geschrieben von jannas am 16.01.2019, 20:42 Uhr

Immer wieder Stress wegen Stiefsohn

Hallo,
es ist nicht neu, belastet mich aber sehr.
Mein Stiefsohn (volljährig, lebt bei uns )macht was er will.
Er lügt, auch völlig unsinnige Dinge, die sowieso raus kommen, und macht, was ihm gefällt.
Mir geht er schon eine ganze Zeit aus dem Weg. Am Familienleben nicht er so gut wie gar nicht teil. Ich sehe ihn nicht so häufig, er verschwindet immer sofort grußlos in seinem Zimmer.
Auch das nicht-grüßen finde ich unmöglich.
Kein hallo, aber morgens die Krümel in der Küche beseitigen von seinen Nachtmahlzeiten und seine Wäsche machen und die Vorräte auffüllen, damit er sich bedienen kann, das darf ich.
Am liebsten spielt er die ganze Nacht am PC, geht nur sporadisch zur Schule (wiederholt gerade die letzte Klasse ), schläft dann den Rest des Tages.
Mein Mann hat unzählige male mit ihm geredet.
Aber an der Situation ändert sich nichts.
Das einzige, was ihn trifft, ist es, das Internet abzustellen.
Kurzfristig wurde das mal gemacht, dann tat er meinem Mann wieder leid.
Ständig ist es Thema, was er aktuell wieder gemacht hat. Mein Mann leidet unter der Stimmung und jede neue Lüge trifft ihn mächtig.
Er sagt immer, er ist ratlos, weiß nicht, was er noch machen soll, damit sein Sohn zur Vernunft kommt.
Andererseits, meine Meinung, lässt er sich im Grunde einfach alles von ihm gefallen.
Und trotz allem macht er trotzdem alles für seinen Sohn.
Er nimmt ihm alles ab und macht alles möglich, Hauptsache, der Junge hat es einfach.
Und der sitzt alles einfach aus. Kein Wunder, irgendwann kümmert Papa sich ja.
Inzwischen wird der Stress wegen ihm immer häufiger und heftiger und für mich belastender.
Und mein Mann sagt nur immer, es wäre doch sein Sohn, er könnte ihn nicht raus werfen, das bringt er nicht übers Herz.
Ich finde, es gibt ja noch Sachen zwischen einfach machen lassen und raus werfen.
Ehrlich gesagt kann ich meine eigene Gefühle gar nicht deuten.
Wut auf den Jungen, weil er uns alle so dreist anlügt. Ärger, wie er mit allen Sachen, auch den meiner Kinder, umgeht. Neid, weil er sich ein schönes Leben macht? Keine Ahnung...
Mein Mann meint, er wäre genau meiner Meinung, daß sein Verhalten nicht geht. Aber lässt ihn mit allen gewähren.

Was bloß tun?

Danke für jede Anregung,
Jannas

 
34 Antworten:

Re: Immer wieder Stress wegen Stiefsohn

Antwort von Ichx4 am 17.01.2019, 10:41 Uhr

Ich denke, Du hast das schon erkannt, dass Dein Mann das Problem ist.
Nicht, dass ich ihn nicht verstehen würde. Selbst wenn man die Gören liebt, muß man irgendwann hart durchgreifen. Gerade in einer Situation wie bei Euch.
Finanzielle Konsequenzen, Hilfen einschränken, Grenzen setzten, Wäsche liegen lassen. Es ist eben ein Geben und Nehmen.
Das schreibt sich alles toll und ich weiß natürlich auch, wie schwer es ist das umzusetzen.
Viel Glück.

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Re: Immer wieder Stress wegen Stiefsohn

Antwort von Strudelteigteilchen am 17.01.2019, 11:01 Uhr

Bitte, halte Dich raus! Zumindest soweit es Dich nicht direkt betrifft.

Ich bin in der Situation Deines Mannes - und es nervt unendlich. Mein Sohn ist 17, mein Lebensgefährte findet ihn unmöglich und versucht ständig, mir zu erklären, daß (und wie) ich ihn "härter anpacken" soll. Aber ich kann das nicht, so bin ich einfach nicht. Ja, vielleicht bin ich zu nachsichtig. Möglicherweise wäre eine andere Herangehensweise pädagogisch wertvoller. Aber ich möchte mich nicht verbiegen, ICH bin halt ein Weichei oder feige oder was auch immer.

Das interessante ist: Seit ich meinem Freund deutlich sage, daß ich nicht gedenke, seinen Erziehungsstil zu übernehmen, fällt es meinem Sohn auch wieder leichter, sich mir gegenüber zu öffnen. Wenn mein Freund mal nicht da ist, kommt mein Sohn freiwillig und unaufgefordert aus seinem Zimmer, setzt sich zu mir aufs Sofa, erzählt mir von sich, fragt mich um Rat. Und ich habe den Eindruck, daß es eine Veränderung zum positiven gibt - langsam, aber nachhaltig und gut.

Wobei ich sagen muß: Mein Sohn ist nicht so "schlimm" wie Dein Stiefsohn. Er macht eine Lehre, hat gute Noten, geht zuverlässig zur Arbeit und zur Berufsschule. Aber er grüßt nicht, hinterläßt nachts Fraßspuren in der Küche (die mein Freund nicht mehr beseitigt - das mache ich dann), sitzt die ganze Nacht am Computer, haust im Chaos und braucht eine Woche und 10 Aufforderungen, bis er mal den Müll wegbringt oder seine Dreckwäsche ins Bad befördert.

Interessant, übrigens: Mein Freund hat ebenfalls einen Sohn, der ist 20 Jahre alt und wohnt bei der Mutter. Seit dem Abitur vor eineinhalb Jahren macht der Sohn gar nix, außer chillen und ein cooles, aber erfolgloses Start-up nach dem anderen gründen. Immerhin grüßt er freundlich, räumt sein Zimmer auf, bringt den Müll sofort weg, wenn man ihn drum bittet, und ist ganz generell sehr charmant und eloquent - alles Charakterzüge, die meinem Sohn komplett abgehen. Mein Freund zahlt klaglos Unterhalt (was er nicht müßte) und jammert bloß bissi rum, daß er sich Sorgen macht und das mit der fehlenden Ausbildung nicht so ideal findet. Aber wahrscheinlich ist es doch immer noch was anderes, wenn es nicht das eigene Kind ist. Oder unterschiedliche Menschen setzen unterschiedliche Prioritäten. Oder was der Gründe für so eine unterschiedliche Beurteilung mehr sind. Aber das nur nebenbei....

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Re: Immer wieder Stress wegen Stiefsohn

Antwort von Ichx4 am 17.01.2019, 11:14 Uhr

Da sehe ich genau so.
Aber ein gewisser Druck vom Vater kann ja in der o. g. Situation nicht schaden, gerade wenn es um Ausbildung u.s.w. geht.

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Re: Immer wieder Stress wegen Stiefsohn

Antwort von Strudelteigteilchen am 17.01.2019, 11:35 Uhr

Du sagst es: Vom Vater! Und wenn der nicht will oder kann, dann ist das zu akzeptieren.

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Re: Immer wieder Stress wegen Stiefsohn

Antwort von lilly1211 am 17.01.2019, 11:37 Uhr

Na da finde ich aber auch dass eine Ausbildung die jemand ernsthaft und motiviert macht erstmal das Wichtigste ist.

Sicher wären charmante Umgangsformen dazu auch noch schön, aber jahrelanges Rumgammeln finde ich schlimmer.

Ich stelle es mir allgemein sehr schwierig bis unmöglich vor mit fremden Kindern zusammenzuleben. Glaube ich könnte das nicht.

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Re: Immer wieder Stress wegen Stiefsohn

Antwort von pauline-maus am 17.01.2019, 11:41 Uhr

leider fehlt dir die mütterliche synapse zu diesem kind , blut ist eben dicker als wasser.
verlasse diese baustelle und lass nur deinen mann bauleiter sein, sonst werdet ihr ewig konflikte haben
patchwork ist eben nicht so einfach, ich hätte auch probleme mit bonuskindern und mein partner bestimmt mit minime

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Re: Immer wieder Stress wegen Stiefsohn

Antwort von Banu28 am 17.01.2019, 11:58 Uhr

Hallo,

der Sohn ist offenbar ein Trennungsopfer. Das Zerbrechen der Familie, die Uneinigkeit der Eltern untereinander und bei der Erziehung, die Schuldgefühle des Vaters (der deshalb zuviel erlaubt, um des dem Sohn leichter zu machen) - all das hat ihn aus der Lebensbahn geworfen.

Du kannst da als Außenstehende (und das bist Du in dieser Situation) gegenüber dem Sohn nicht viel machen. Indirekt kannst Du aber sehr viel tun: auf den Vater einwirken, dass er sich Hilfe sucht. Es gibt auch Erziehungsberatung bei volljährigen Kindern, das ist bei einem erst 18jährigen Teen kein Problem. Es wird sogar oft zu Kindern beraten, die den Start in ein verantwortliches Leben nicht schaffen, sondern sich aus Lebensangst hinter der Spielkonsole verstecken. Kostenlose Beratung bieten u. a. Caritas und Diakonie an (mit ausgebildeten Jugendpsychologen).

Das eigentliche Problem ist nicht Dein Stiefsohn, sondern Dein Mann. Er wagt es nicht, eine klare Linie zu vertreten. Er murkst herum, anstatt den Kontakt zu seinem Kind wieder herzustellen, was bei älteren Teens sehr mühsam sein kann - aber nicht unmöglich ist. Man muss aber auch Zeit investieren, zum Beispiel jedes Wochenende etwas mit dem Teen unternehmen - als reine Vater-Sohn-Aktion. So etwas verbindet innerlich, und dann bekommt man auch wieder Zugang zum Kind.

Mach' doch einfach mal einen Beratungstermin aus, zu dem Du mit Deinem Mann hingehst. Da die Sache auch Eure Beziehung und Deinen Alltag belastet, solltest Du mitgehen. Ein Fachmann kann Deinem Mann besser als Du vermitteln, wie er bei seinem Sohn jetzt vorgehen kann und sollte, um ihm zu helfen. Der Sohn ist nicht schlecht erzogen, auch wenn das so wirkt - sondern er fühlt sich verloren. Und er hat große Angst vor dem richtigen Leben und dem Erwachsenwerden. Er braucht Hilfe, und zwar vor allem von seinem Vater.

Erarbeitet mit dem Psychologen bei der Beratungsstelle einen Plan, wie Dein Mann jetzt vorgehen sollte, Punkt für Punkt - damit sein Sohn flügge werden kann. Ich würde gleich heute Abend mit Deinem Mann sprechen, allein bekommt er es einfach nicht hin - es ist okay, Anstoß und Rat von außen zu bekommen!

LG

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Re: Immer wieder Stress wegen Stiefsohn

Antwort von Ichx4 am 17.01.2019, 12:45 Uhr

Ich finde die Leute rennen viiiieel zu oft zu einer Beratungsstelle.
Hier soll der Vater angeblich professionelle Hilfe erhalten, weil er an seinen Sohn nicht ran kommt und der Sohn braucht professionelle Hilfe, weil er nicht erwachsen werden will. Oh Gott. Den Ausspruch volljährige Kinder finde ich komisch. Volljährig oder Kind?
Der Vater soll mal mit der Faust auf den Tisch hauen und sein ERWACHSENER Sohn braucht eine Ansage.
Sicherlich gibt es Extreme, denen geholfen werden muss, aber ich lese hier ständig -geh da hin, hol Dir da Hilfe, rufe da an, Dir steht das zu, u.s.w-.
Entweder man will etwas ändern, dann schafft man das ganz alleine, oder man will nichts ändern.
Viele Eltern scheunen doch einfach die Konfrontation. Sie geben nach oder schweigen.
Bei uns zu Hause haben die Säbel gerasselt. Es war unbequem und sehr laut. Aber es hat sich gelohnt.

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Re: Immer wieder Stress wegen Stiefsohn

Antwort von fsw am 17.01.2019, 16:57 Uhr

Halte dich mal komplett da heraus und seine Wäsche kann auch Papa waschen! Mal sehen,wie lange DAS Beide mitmachen?

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Re: Immer wieder Stress wegen Stiefsohn

Antwort von jannas am 17.01.2019, 19:52 Uhr

Hallo und vielen Dank für für eure Gedanken.
Es stimmt, ich nehme das ganze Thema wohl viel zu wichtig.
Mich wirklich komplett raushalten ist schwer, wenn man in einem Haushalt lebt.
Außerdem kriege ich, auch wenn ich den Jungen gar nicht täglich sehe, trotzdem seine Aktionen und den daraus resultierenden Krach mit meinem Mann mit.
Wir sprechen natürlich auch drüber, mein Mann ist auch bei jeder neuen dreisten Lüge sehr getroffen und verletzt.
Sein Eindruck, er macht alles für seinen Sohn, und trotzdem kommt nur Undank und Lügen und Gleichgültigkeit zurück.
Ist auch so.
Da tut mir mein Mann schon wieder leid.
Und die Art meines Stiefsohns macht es mir echt nicht leicht, ihn zu mögen.
Die Tipps, daß ich den Dreck und Wäsche von ihm nicht mehr beseitige...tja, habe ich schon (halbherzig )versucht.
Allerdings hat mein Mann ein deutlich anderes Empfinden, was Dreck angeht, als ich.
Er macht echt viel, allerdings nicht wirklich im Haushalt und stört sich bei weitem nicht so an Schmutz wie ich.
Ihm würde das nächtliche Schlachtfeld noch nicht mal auffallen...
Außerdem freut er sich dann schon, wenn sein Sohn den Weg zum Bett frei räumt, wenn er aufräumen soll, schliesslich hätte er überhaupt etwas gemacht.
Nach wie vor finde ich, es fehlen klare Ansagen von ihm.
Und wenn er das nicht will oder kann, soll er wenigstens beim nächsten Drama nicht jammern.
Das sich von alleine etwas ändert, braucht er nicht drauf zu warten.
Die Idee mit einer Beratungsstelle...ich weiß nicht. Mal drüber nachdenken.
Liebe Grüße,
Jannas

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Re: Immer wieder Stress wegen Stiefsohn

Antwort von Sternspinne am 17.01.2019, 20:12 Uhr

Ich vermute, dem Sohn geht es auch nicht besonders gut in der Situation.

Klar, von aussen gesehen wäre alles einfach, er müsste nur ein wenig gefälliger sein, ein bisschen kommunizieren und den Müll raustragen.
Und ja, das Zusammenleben fällt damit definitiv leichter.

Aber das sind für mich keine Kriterien, an denen ich Jugendliche (also "meine" Kinder) messe.
In fünf Jahren wird es ein stinknormaler junger Mann sein, der genauso den Müll rausbringt wie fast alle anderen Menschen.

Immerhin versucht er einen Schulabschluss hinzubekommen.

Aber ich kann mir vorstellen, dass er sich auch nicht besonders gut fühlt bei euch in der Familie.
Vielleicht sind ja alle anderen Mitgeschwister nette hübsche Wesen, die artig mit am Familientisch sitzen und beim Würfeln nicht ausrasten? (ich übertreibe.....)
Vielleicht hat er auch Geschwister, die nicht sitzen gebleiben sind und schon einen tollen Beruf erlernen?
Vielleicht fühlt er sich bei seiner eigenen Mutter auch nicht willkommen?

Jedenfalls ist es auch ein schlechtes Alter für den Vater jetzt mit Grenzen und Forderungen zu kommen.

Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass er sich ein schönes Leben macht....

Ich kann dich verstehen, aber mir tut er auch ein bisschen leid.

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Re: Immer wieder Stress wegen Stiefsohn

Antwort von jannas am 17.01.2019, 22:51 Uhr

Hallo,
weißt du was, wenn ich nicht so direkt hier drinnen stecken würde, täte mir von außen gesehen wohl auch der arme Junge leid.
Klar, die Eltern haben sich getrennt.
Eigentlich wollte/sollte er bei seiner Mutter bleiben, aber das klappte schon nicht, bevor es losging. Inzwischen verstehe ich seine Mutter...
Sie wollte ihn nicht nächtelang PC spielen lassen und die Situation ist eskaliert.
Daraufhin wurde ungeplant und er kam zu Papa.
Und seitdem wurde und wird alles so gemacht, daß er es möglichst bequem und einfach hat.
Er hatte bei den Kindern immer eine Sonderstellung.
Die anderen haben sich durchaus an Regeln zu halten und , im Rahmen, Aufgaben zu erledigen.
Ihn interessiert es kein Stück, wenn ich oder auch mein Mann, um etwas bitte.
Normale Sachen wie benutztes Geschirr zurück in die Küche, bevor es schimmelt.
Flaschen nicht angetrunken unter dem Bett horten sondern austrinken und zurück in die Kiste, Zähne putzen, duschen, Wäsche wechseln...
Wir verlangen also nichts außergewöhnliches.
Ich versuche, allen Kindern je nach Bedürfnis gerecht zu werden und die Aufmerksamkeit zu verteilen.
Aber garantiert ist ihm die meiste Aufmerksamkeit gewiß.
Er legt keinen Wert auf unsere Gesellschaft, hockt vor seinem PC, auch wenn ich nicht da bin und er seinen Vater für sich hätte.
Vater Sohn Aktivitäten schon so oft von meinem Mann vorgeschlagen, aber er will einfach nicht. Und irgendwann hat Papa dann halt auch keinen Nerv mehr, immer nur zu reden und zu motivieren.
Vor allem, da gefühlt alles, was der Junge him erzählt, sowieso gelogen ist. Früher oder später kommt es raus.
Klar kann man ihn bedauern.
Aber ich kann nichts dazu, daß seine Eltern sich getrennt haben.
Die Schule besucht er nur sporadisch, gibt immer mal wieder Briefe wegen schwänzen.
Von Ehrgeiz, einen Abschluß zu bekommen, kann man leider nicht reden.
Und Pläne für "danach" hat er nicht wirklich. Auch ein heikles Thema.
Aber ich will mich ja nicht mehr so arg mit belasten...
Jannas

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Re: Immer wieder Stress wegen Stiefsohn

Antwort von nils am 18.01.2019, 8:50 Uhr

Vieles was du beschreibst kenne ich von meiner (leiblichen) Tochter. Ich denke Teenager/junge Erwachsene sind oft so, dass sie sich in ihrem Chaos-Zimmer am wohlsten fühlen, bis 3 Uhr früh im Internet surfen oder Fernsehen und nicht willig sind im Haushalt mitzuhelfen.

All das stört natürlich noch weit mehr, wenn es sich dabei nicht um das eigene Kind handelt (obwohl mir mit ihrem Verhalten schon meine Tochter sämtliche Nerven kostet) - sondern um das Bonuskind. Wobei ich sagen muss, dass meine Tochter seit kurzem weiß, dass sie für sich lernt und auch seither die Noten gut sind.

Wir haben es so geregelt, dass das Internet ab 22 Uhr abgesteckt wird (haben so eins das man in die Steckdose gibt) und erst nach dem Lernen (so um 19 Uhr) wieder angesteckt wird.
Ab und zu muss sie auch mal Hausarbeiten erledigten wie Geschirrspüler ausräumen, Staub saugen,... Das wird zwar meist mit Murren erledigt, aber es wird erledigt. Hab ihr erklärt, dass in einer Familie jeder seinen Teil beitragen muss - und wenn es ihr hier nicht passt, dann steht es ihr jederzeit frei in eine eigene Wohnung zu gehen.

Was ich aber auch nicht leiden kann ist, wenn sich mein Mann (also ihr Stiefvater) einmischt. Er kommt auch nicht gut mit ihr klar und wenn er sich einmischt, dann meist in einem Ton wo ich mir denke er braucht so nicht mit meinem Kind sprechen. Ich möchte zwar, dass er hinter mir steht, aber "erziehen" möchte ich mein Kind dennoch selbst.

Deshalb denke ich ist es wichtig, dass du mit deinem Partner sprichst. Er muss seinem Sohn klar machen, dass es so nicht geht. Dass ihr ihn zwar unterstützt, aber er muss eben auch einen Beitrag zum Familienleben leisten.
Ich würde ihm die Wäsche auch mal nicht machen, auf keinen Fall das Zimmer zusammenräumen (mache ich bei meiner Tochter auch nicht) und ihr einfach mal Verantwortung lernen indem man ihm viele Dinge, die ihn betreffen selbst machen lässt.
Aber da ist es an deinem Mann, dass er ihm das erklärt.
Alles Gute!

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Re: Immer wieder Stress wegen Stiefsohn

Antwort von Sternspinne am 18.01.2019, 9:04 Uhr

Ja, ich weiss, wenn man drin steckt ist es schrecklich.

Ich finde halt den Gedanken ganz hilfreich, dass es ihm meiner Ansicht nach auch nicht gut geht.
Und ich meine nicht, dass er Mitleid braucht, aber für dich kann es hilfreich sein, ihn zu verstehen. Lügen passiert doch nicht ohne Grund.
Das ändert ein bisschen dieses Täter-Opfer-Ding.

Im Grunde macht er das Gleiche wie der Vater, er übernimmt keine Verantwortung und sieht weg.

Ich kann dich gut verstehen und möchte auch nicht an deiner Stelle sein. Sowas erträgt man ja höchstens bei der eigenen Brut.

Vielleicht kann man ihm einen langen Auslandaufenthalt nach der Schule schmackhaft machen. So ein bisschen Work and Travel bringt manchmal ungeahnte Energien ans Tageslicht.

Und wenn gar nix hilft, freu dich, dass er keine fünf Jahre mehr ist und irgendwann seiner eigenen Wege geht.

Ich wünsche dir viel Kraft! Patchwork ist echt schwierig......

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Re: Immer wieder Stress wegen Stiefsohn

Antwort von kravallie am 18.01.2019, 11:30 Uhr

ich bin ja immer noch der Meinung, dass den Knaben durchaus rauswerfen kannst....es ist DEIN haus und DEIN leben.

bin bei sowas mitleidslos.

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Re: Immer wieder Stress wegen Stiefsohn

Antwort von jannas am 18.01.2019, 18:06 Uhr

Recht hast du...theoretisch.
Mein und dein gibts bei uns eigentlich nicht.
Mein Mann ist da sehr entspannt und hat auch wahnsinnig viel investiert.
Grundsätzlich ist es natürlich trotzdem meins, aber wenn er mir klar sagt, er kann ihn nicht rauswerfen, das könnte er nicht...und dann würde ich es tun, weil ich es ja theoretisch kann...vielleicht würde mein Mann da gleich mit gehen...

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Re: Immer wieder Stress wegen Stiefsohn

Antwort von kravallie am 19.01.2019, 8:32 Uhr

dein leben ist es aber immer noch und das ist zu kurz, um sich mit dingen aufzuarbeiten, die man scheinbar nicht ändern kann.
auf dauer belastet das auch eure beziehung, ein mann der so wenig eier hat, dass er den missratenen sohn in die schranken weist, ist wenig sexy....

schwierige phasen kann man zusammen durchstehen, keine frage, aber DAS ist keine phase mehr.

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Re: Immer wieder Stress wegen Stiefsohn

Antwort von pauline-maus am 19.01.2019, 14:13 Uhr

also meine ganz privat persönliche meinung ist, wenn ein mann probleme , egal welcher art mit meinem kind hat, dann muss er eben gehen und nicht mein kind...egal wie alt es ist.
ein mann hat nie für mich den stellenwert meines kindes

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Re: Immer wieder Stress wegen Stiefsohn

Antwort von Mariechen2015 am 20.01.2019, 12:40 Uhr

Nein ich finde absolut nicht,dass die AP sich raushalten muss und es so hinnehmen muss,schließlich wohnen sie als Familie zusammen!
Die Regeln durchsetzen müssen die Eltern,ganz klar.Ich würde vom Mann erwarten,dass es ein Gespräch mit der Mutter wenn greifbar,dem Sohn und Mann stattfindet.
Ich würde an deiner Stelle eine Frist setzen.
Mit 18 Jahren kann man durchaus verstehen dass man nicht machen kann was man will und vor allem dass es eben auch Pflichten gibt wie seinen dreck wegmachende und zur Schule zu gehen.
Wenn er das nicht kann,hätte ich keine Lust mehr mit ihm weiterhin zu Woge .
Er ist 18,volljährig und ich würde langsam durch machen den Eltern gegenüber.

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@Pauline Maus

Antwort von jannas am 20.01.2019, 15:07 Uhr

Hallo,
weißt du, wenn es wirklich drauf an käme, würde ich auch immer zu meinen Kindern halten und müsste ich mich, warum auch immer, entscheiden zwischen Mann und Kinder, wären klar die Kinder an erster Stelle.
Allerdings, je nach Alter und Reife der Kinder, verlange ich trotzdem ein vernünftiges Verhalten.
Als es eine Phase gab, daß mein eine Kind meinte, nicht grüßen zu müssen, wenn man morgens zum Frühstück kommt, habe ich ganz klar gesagt, was ich bzw wir möchten.
Eigentllch sollte es nämlich normal sein, sich zu begrüßen usw.
Notfalls wurde nochmal nett erinnert oder, wenn es hieß, hallo Mama, drauf hin gewiesen, du, S. ist auch da.
Hallo sagen tut nicht weh.
Die Wahrheit sagen normalerweise auch nicht.
Im Grunde habt ihr Recht.
Ich habe entweder die Möglichkeit, mich komplett raus zu halten.
Das ist schwierig, da ich von der Stimmung, dem Dreck, der "Laune "meines Mannes direkt betroffen bin, ob ich will oder nicht.
Oder einfach auf Zeit spielen, in der Hoffnung, er ist nicht mehr allzu lange hier.
Einerseits gemein irgendwie, aber ehrlich...
Oder halt was an der Situation zu ändern...
Da ich meinem Stiefsohn nichts zu sagen habe, wie er mir schon deutlich gesagt hat, also drauf bestehen, daß mein Mann bei seinem Sohn die wichtigsten Punkte durchsetzt.
Tja, damit ist allerdings mein Mann wohl überfordert. Raus werfen kann und will er ihn nicht, reden hilft nicht, mehr Ideen hat er nicht.
Meine Vorschläge gefallen ihm nicht.
Da blieben theoretisch wirklich nur die krasseste Lösung, dann müssen beide gehen.
Und das mein Mann hier ist, möchte ich ja eigentllch gar nicht ändern...
Also drehe ich mich im Kreis.

Jannas

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Re: @Pauline Maus

Antwort von Strudelteigteilchen am 20.01.2019, 15:24 Uhr

Dann läuft es auf eine Frage der Prioritäten hinaus. Den Mann gibt es aktuell halt nur im Paket mit dem Sohn. Ändern wirst Du den Schratz jedenfalls nicht.

Dennoch würde ich ihn bitten, seinen Unmut über den Sohn nicht bei mir abzuladen. Sowas finde ich unsexy.

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Re: @Pauline Maus

Antwort von pauline-maus am 20.01.2019, 21:01 Uhr

Ich glaube dir gern, das es nicht einfach ist .
Aber was dein Mann bei seinem Sohn gesät hat, muss er auch selber ernten.
Du kannst nur versuchen das allesalles soweit es dir möglich ist , von dir abprallen zu lassen .sieh den Sohn eher wie einen WG Mitbewohner, dem man durchaus kommunizieren kann ,was dir nicht passt sie , als wie einen Stiefsohn. Da hat das ganze vom Kopf her gleich einen anderen Stellenwert.
Ich bin da aber gerade oberschlau teorethisch;) da ich das selber so nicht lebe

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Re: Immer wieder Stress wegen Stiefsohn

Antwort von katja13 am 20.01.2019, 21:40 Uhr

Hast du deinem Mann denn wirklich schon konkret gesagt, was dich alles stört. So wie hier? Deine schlechte Laune darüber auch mal an ihm ausgelassen? Mir scheint, du schönst das Thema ihm gegenüber etwas. Weil er ja sich ja auch über den Herrn Sohn ärgert und dir dann schon wieder leid tut..... Ich wäre am Ende meiner Geduld und würde es auch hammerhart so äußern. Pistole auf die Brust sozusagen. Vielleicht braucht dein Mann so eine Ansage?

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Re: @Pauline Maus

Antwort von wolfsfrau am 22.01.2019, 13:11 Uhr

Hat sein Sohn dir das so direkt gesagt? Oder dein Mann?
Wenn es der Sohn war, wäre für mich der Fall klar: jemand der mit mir wohnt, muss auch mit mir kommunizieren.
Jemand, der mit mir wohnt, muss sich an ein paar Regeln halten.

Ich würde sofort alle Annehmlichkeiten einstellen. Wasche seine Wäsche nicht, kaufe kein Lieblingsessen mehr, keine extra Getränke. Putze nicht mehr bei ihm.

Klar, das Chaos in der Küche würde ich auch nicht ertragen und weiterhin wegräumen. Aber mehr auch nicht.
Sollte er Wäsche in den Wäschekorb legen, lege es ihm zurück in sein Zimmer, zur Not vor seine Tür.

Was ich weiterhin machen würde: den Tisch für ihn mitdecken, als Zeichen, dass er willkommen ist.

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Ich habe das jetzt einige Tage mit mir rumgetragen...

Antwort von desireekk am 24.01.2019, 0:40 Uhr

Hallo,

Ich habe das jetzt einige Tage mit mir rumgetragen...
Wollte das erst Mal durchdenken. Den mir geht/ging es ja so ähnlich. Wenngleich in abgeschwächter Form, weil meine große Stieftochter sich ja zu 99% weigert zu uns zu kommen. Aber wenn sie hierher kommt, ignoriert sie mich völlig ...und mein Mann sieht machtlos zu. Ab und zu haben die beiden dann ein Krisengespräch, das aber nie zu irgendetwas führt.

Als sie aber noch häufiger hier war und damit die Krisenmomente ebenso viel häufiger, war es echt sehr schwierig, ich kann Dich da also voll verstehen.

Ich habe dann verlangt, dass wir zu einer Paartherapie gehen um uns Hilfe zu holen wie wir das gemeinsam lösen können (und da waren wir noch nicht mal 1 Jahr verheiratet). Mein Mann fand das gar nicht toll, aber hat siech dann doch gefügt.
Wir waren dort genau 1x zusammen... und der Therapeut entschied sofort, dass mein Mann erst Mal einige Male alleine kommen muss/soll um die Beziehung zur Tochter aufzudröseln ("armes Scheidungskind", Schuldgefühle, etc.)
Am Schluss waren wir dann noch einmal zusammen dort (das hätte für mich mehr sein dürfen).

Es hat geholfen, wenn auch nicht so viel wie ich mir erhofft hatte. Aber immerhin.

Wäre das was für Euch? Damit ihr beide auf EUCH schaut und wie ihr damit umgeht? Mit den gegenseitigen Erwartungen?

Wenn jemand mit mir im haus lebt, dann gibt es einfach Mindestspielregeln die einzuhalten sind. Dein Mann hat auch Verantwortung deinen Kindern gegenüber, denn die sehen den Großen und mit welchem verhalten er "durchkommt". Das darf nicht vergessen werden.

Und ich sehe sehr wohl, dass der Große "Hilfe" schreit bzw. zumindest zeigt, dass er nicht sicher im Leben steht. Aber, dann muss man ihm Halt und Orientierung geben und nicht irgendwie laufen lassen.

Aber: s. o. ggf. kann ein Therapeut da zur Seite springen und helfen (nur den Eltern im ersten Schritt).

Ich für mich "überlebe" einfach die Tage mit der Großen und übe mich in Ignoranz, es sind aber eben auch nur Stunden.
In einem fall wie Euch würde ich wie gesagt auf Hilfe von Außen bestehen, denn aus Verantwortung den Kleineren gegenüber kann man hier nicht einfach "ignorieren".

Alles Liebe!

D

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Rauswerfen

Antwort von emilie.d. am 24.01.2019, 9:46 Uhr

Das Problem ist halt, dass Dein Mann nicht mitzieht. Im Grunde seid ihr eine WG, wo ein Mitglied sich nicht an die Regeln hält, für einen Rauswurf sich aber alle einig sein müssen.

Eine Möglichkeit ist, dass Du es aussitzt. Die andere Du gehst bzw. setzt Mann samt Kind vor die Tür. Wie hoch ist Dein Leidensdruck?

Ich war mal mit einem leiblichen Geschwister in einer ähnlichen Situation, nicht so krass, aber es gab ständig Streit. War unheimlich entspannt nach dem Auszug.

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Re: Ich habe das jetzt einige Tage mit mir rumgetragen...

Antwort von emilie.d. am 24.01.2019, 10:01 Uhr

Ich weiß nicht, ob Du es hören willst. Aber offensiv 'Anerkennung, Respekt, Einhalten von Höflichkeitsregeln' über den leiblichen Elter einzufordern, ist wirklich in keinster Weise zielführend.

Ich hab als Studentin in einigen WGs gewohnt und da waren wirklich ziemliche Knaller dabei, wo ich bei der ersten Gelegemheit geflüchtet bin. In einer WG ist man sich aber ebenbürtig. Es zahlen alle Miete und wenn die Person mir nicht mehr passt, ziehe ich aus.

Als Kind in einer Patchworkfamilie hast Du die Möglichkeit nicht. Du bekommst jemanden vor die Nase gesetzt, mit dem Du freiwillig keine Zeit verbringen würdest und sollst ihn oder sie fortan als respektiertes Mitglied der Familie behandeln. Es gibt ein riesiges Machtgefälle und die einzige Möglichkeit zum Ausdruck zu bringen, wie man das innerlich findet, ist eben, die Person zu dissen. Um zu überblicken, dass auch das nicht zielführend ist, fehlt einem die Lebenserfahrung.

Nicht zu grüßen ist ein Machtspiel. Als Erwachsener sowas mitzuspielen bzw. dem Kind über Druck zu zeigen, wo der längere Hammer hängt, führt nicht dazu, dass sich das Verhältnis verbessert.

Ich bin nach Jahrzehnten wirklich altersmilde geworden und mache auch mit sagen wir mal nicht so geliebten Anhängen höfliche Konversation. Aber wenn ich an diese erpressten 'Guten Morgens' und so zurückdenke, da kommen heute noch Rachegefühle in mir hoch. Ich habe das als demütigend empfunden.

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Re: Ich habe das jetzt einige Tage mit mir rumgetragen...

Antwort von desireekk am 24.01.2019, 15:47 Uhr

Tja… ich ehe das anders.

1..) ist es eben KEINE WG wie Du mal gelebt hast.

2.) finde ich durchaus, dass man die "Macht des Elternseins" quasi "ausnutzen" kann um ein Kind zu erziehen. Und wenn es nur ist, dass ein Kind lernt dass man nicht stirbt wenn man sich an gewisse ungeliebte und erzwungene Regeln hält.
Zumal das "Kind" hier 18 ist und auch gehen kann wenn es denn soooo schrecklich ist.
Oder wird er künftig auch den Kollegen/Chef/Kunden nicht grüßen weil er ihn doof findet? Dann wird spätestens da der Chef ihm beibringen dass er sich einen anderen Job suchen muss wenn er bis dahin nicht erkannt/gelernt hat dass ein "Guten Tag" nicht zum sofortigen Herzstillstand führt.

Meine Kinder waren auch schon Teenager als sie in ein unfreiwilliges Patchwork geworfen wurden. Besonders einer der beiden tat sich richtig schwer.
Aber ich war hartnäckig. Verstehend: ja, aber auch klar einfordernd. Da war nicht viel Raum für Verhandlungen und Gezicke (und frag nicht, was da alles versucht wurde und wie oft ich auf dem seelischen Zahnfleisch ging). Aber das ist nun rum. Fast 5 Jahre später geht das hier sehr gut. Mit Anerkennung dessen, was der Stiefvater für ihn tut und guten Gesprächen.(Und das obwohl sogar der leibl. Vater gern mal dazwischenschießt).

Mein Mann war supersoft mit seiner Großen, ständig nachgebend, nach Ihren Wünschen richtend.... und sie zieht die Daumenschrauben nur immer mehr an. Setzt immer noch einen drauf, etc.
Glaub mir 7 von 8 mal ignoriere ich ihre Unverfrorenheiten und das eine mal wo ich letztes Jahr ganz leise NICHT nachgegeben habe hatten wir hier einen totalen Showdown...
Mein Mann hat dafür seine Quittung bekommen, obwohl ich die L eidtragende (dieser Quittung)war.
Ob es ihn aufweckt? .. keine Ahnung... aber mir war es wichtig.

Und nochmal: da sind noch mehr Kinder da. De Sonderrolle des Großen geht halt einfach nicht immer und ewig.

Letzter Satz: ich würde eine Paartherapie suchen die uns da durch hilft.

Gruss

D

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Ist etwas ot

Antwort von emilie.d. am 24.01.2019, 23:11 Uhr

Aber meine Chefin würde never ever 'pull rank' nutzen, um jemanden aus dem Team zum Grüßen zu bewegen. Wenn man soweit ist, hat man ganz andere Probleme als eine fehlende Grußformel.

Man kann über Zwang und Druck auf den leiblichen Elternteil die eigenen Vorstellungen von Erziehung, die der leibliche Elter nicht teilt, irgendwo versuchen durchsetzen, sicher. Dabei riskiert man aber neben der Beziehung zum Kind, die halt wegen der Stiefgeschichte eh schwierig ist, auch die Beziehung zum Partner. Ich will Kinder ungern mit Hunden vergleichen, aber im Grunde ist es ähnlich, da sind Herrchen oder Eltern eben nicht unbedingt rational.

Würde ich an Stelle der AP nicht machen. Wenn Vater nicht tätig werden will, entweder aussitzen oder aber sich räumlich trennen.

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Re: Immer wieder Stress wegen Stiefsohn

Antwort von spiky73 am 01.02.2019, 12:52 Uhr

Hallo,

Ich habe jetzt lange Zeit überlegt, ob und was ich zu deinem Beitrag schreibe.

Da hier die Posting-Frequenz ja nicht so hoch ist, steht weiter unten auf dieser Seite noch mein Beitrag aus dem Juni, von wegen wenn Patchwork nicht funktioniert...

Bei uns ist die Situation ja eine etwas andere. Wir hätten die Söhne meines Mannes nur alle zwei Wochen hier.
Aber das hat hinten und vorne nicht funktioniert. Die Kinder bekämpfen sich gegenseitig, sie jammern ständig, dass es so furchtbar langweilig sei, angebotene Beschäftigungen/Unternehmungen sind jedoch doof und werden pauschal abgelehnt. Und meist ruft einer von beiden dann die Mutter an und lässt sich abholen.
Regeln kennen beide nicht und was man ihnen sagt, befolgen sie grundsätzlich nicht. Nicht die Ansagen meines Mannes, und meine schon zweimal nicht.
Die Ex hat dann noch fröhlich Öl ins Feuer gegossen und ständig Frechheiten gemacht oder mehrfach den Umgang eigenmächtig eingestellt.
Irgendwann hat mein Mann dann gesagt, dass er diese Spiele nicht mehr mitmacht und dass kein Umgang mehr stattfindet. Auch mit Hinblick auf die Jungs, zu deren Lasten das ganze Hickhack ja auch geht.

Danach hatte seine Frau nichts eiligeres zu tun, als vor Gericht zu ziehen und auf Umgang und einige andere Dinge zu klagen. Der Großteil der Dinge wurde vorher von meinem Mann mehrfach zur Klärung angesprochen und Entgegenkommen angeboten. Sie hatte jede Kommunikation abgelehnt und will es jetzt halt auf Biegen und Brechen gerichtlich klären lassen. Die Verhandlung findet nächste Woche statt. Bin mal gespannt.

Wir haben über die ganze Angelegenheit natürlich viel geredet und im Grunde genommen sind wir uns beide einig.
Es ist schließlich so - und hier ist der Punkt, wo sich eure und unsere Situation ähneln - dass da ständig zig Personen im Ausnahmezustand sind und um eine (bzw zwei) Person(en) herum eiern und auf Zehenspitzen herum tanzen, nur um nichts eskalieren zu lassen und die Situation möglichst ruhig zu halten..
Aber ganz ehrlich: Auf Dauer geht das nicht, absolut nicht. Nicht alle anderen müssen Rücksicht nehmen, nur damit der faule Apfel weiter das Klima vergiften und seine Unarten pflegen kann.
Hier gingen ständig irgendwelche Sachen zu Bruch, dauernd wurde herum geschrien. Meine beiden mussten zurück stecken und die Füße still halten und es hinnehmen, dass die Jungs einfach und ungefragt an ihre Dinge gingen und sie auch kaputt machten.
Aber ich sehe es dann auch so, dass ich mich schützend vor meine beiden Kinder stellen und auch darauf bestehen muss, dass in _meinem_ Haus auch _meine_ Regeln eingehalten werden. Sonst kann der Umgang hier nicht mehr stattfinden.
Das war halt mein Standpunkt, den mein Mann auch vollkommen unterstützt.

Jetzt kommt noch erschwerend der Unfall meiner Großen dazu... Sie wird in der den nächsten Wochen und Monaten meine ganze Unterstützung benötigen und auch die meines Mannes. Es ist noch nicht abzusehen, inwiefern sie Schäden zurück behält und zusätzliche Betreuung benötigen wird.
Was sie jedoch auf keinen Fall braucht: Krach, Zank und Geschrei und den Aufruhr, den die Besuche der Jungs immer mit sich brachten. Da denke ich dann auch pro mein Kind.
Meinem Mann steht es von meiner Seite her frei, seine Kinder an den Besuchswochenenden besuchen zu gehen. Die Kinder können aber nicht erwarten, dass er dann mit der dicken Geldbörse anrückt und sich ihre Zuneigung erkauft. Das wird von seinen Kindern nämlich als selbstverständlich vorausgesetzt.
Ich bin aktuell Alleinverdienerin. Würde meine Große pflegebedürftig bleiben, würde mein Mann dauerhaft zuhause bleiben. Aber ich werde in nächster Zeit jeden übrigen Cent in mein Kind stecken müssen. Da geht mein Kind auch mal wieder vor.

Ich kann aus meiner Sicht nur dazu raten, bei dem jungen Mann mal auf den Tisch zu hauen und rigoros durchzugreifen. Alles andere nützt doch nichts. Und wenn man dem Knaben ständig noch Zucker in den Allerwertesten bläst, tut man ihm doch keinen Gefallen.
Die Familie ist doch der erste Ort, an dem Werte und Benehmen vermittelt werden. Und was lernt er? Führ dich auf wie die Axt im Wald - und alle nicken und klatschen dazu? Das kann es ja nicht sein...
Da musst du mit deinem Mann schon eine gemeinsame Linie finden und er muss da auch hart bleiben. Ihm muss doch auch klar sein, dass er mit seinem derzeitigen Verhalten dem Sohn nichts Gutes tut?

Ich wünsche euch, dass ihr da einen Konsens findet und einen Weg, der allen anderen hilft und nicht nur dem Sohn...

Alles Gute,
Martina

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Re: Immer wieder Stress wegen Stiefsohn

Antwort von Nenilein am 04.02.2019, 23:41 Uhr

Ehrlich gesagt halte ich so eine Phase leider für relativ normal.
Wenn ich an meinen Bruder denke...
Der hat lange kaum an der Familie teil genommen, viel Zeit vor dem Computer oder im Bett verbracht, war unleidlich, unfreundlich, faul, hat nur Müll gegessen.

Tja. Auch er hat eine Ausbildung gemacht und lebt jetzt ganz normal, arbeitet, kümmert sich um sein Leben.
Gebraucht hat das so bis er etwa 23 war schätze ich.

Daher wäre meine Lösung:
Nicht zu viel drücken, da sperren die im Normalfall einfach noch mehr. Die werden alle früher oder später erwachsen und öffnen die Augen.
Und wo es geht als Stiefmutter am besten einfach raus halten.

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Re: Immer wieder Stress wegen Stiefsohn

Antwort von jannas am 07.02.2019, 7:21 Uhr

Vielen Dank für die Anregungen, Ideen und Erfahrungen.
Eine wirkliche "Lösung "gibts wohl nicht.
Auch wenn ich in manchen Momenten so genervt bin, daß der Gedanken kommt, wenn es so keine Änderung gibt, müssen eben Mann und Sohn gehen.
Allerdings meine ich das bei genauem hinschauen nicht wirklich ernst.
Mein Mann ist Klasse...außer in Bezug auf dieses Problem.
Klar ist es für meine Kinder ein absolut unmögliches Vorbild. Allerdings hängen sie auch sehr an meinem Mann. Es gibt so viele Momente, in denen ich mich einfach drüber freue, wie vertraut und innig sie miteinander sind. Das möchte ich uns allen nicht nehmen.
Gerade, weil der eigene Vater seit der Trennung eigentllch komplett aus unserem Leben verschwunden ist und die Kinder sonst nur mich haben.
Vielleicht muss ich einfach akzeptieren, daß es nunmal diesen Sohn mit vielen rProblemen gibt und mich eher auf andere, schönere Dinge konzentieren.
Ja, ich weiß, bis zum nächsten großen Knall
Danke euch allen,
Jannas

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Dein Mann würde deine halbwüchsige Große pflegen?

Antwort von Leewja am 13.02.2019, 10:04 Uhr

die ihn gerade erst kennt, sozusagen?
ist das wirklich die richtige Idee?
Aus Sicht deiner Tochter?

Und v.a.: er wüprde die Pflege eiens quasi fremden Kindes übernehmen, sich aber nicht um seine wirklich kümmern?

Tut mir leid, Spiky, mich würde ein so unengagierter Vater sehr unterbegeistern.

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Re: Immer wieder Stress wegen Stiefsohn

Antwort von saput am 22.03.2020, 9:58 Uhr

Hallo,
Du beschreibst, dass dein Sohn schon Probleme macht. Du möchtest (implizit), dass du beiden gerecht werden wirst, deinem Freund und deinem Sohn. Friede, Freude, Eierkuchen. Zeitgleich schlägst du dich aktuell auf Seiten deines Sohnes, den du beschützt. Und ein wenig hintergehst du die Autorität deines Freundes, bist illoyal. Rechtfertigst das aber, irgendwie...

Tja, das wird aber nicht ewig gutgehen, diese ständige Gratwanderung: Entweder zieht dein Freund aus, Oder dein Sohn. Oder du und dein Sohn.

In jedem Fall sind weiter viel Ärger und Ruhelosigkeit vorprogrammiert. Hier hilft nur ein klares Aufgliedern und Bewusstmachen der Probleme, am besten mit Hilfe eines unabhängigen Dritten (Beraters). Da muss auch dein Sohn hin, denn sein Verhalten kann du nicht "normal reden" und weiter verharmlosen. Auch nicht dadruch, dass du es mit anderen vergleichst.

Saput

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