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Geschrieben von Gänsefee am 20.09.2019, 18:06 Uhr

Ich bemühe mich wirklich

Hallo zusammen, ich (28) bin seit einer Weile mit einem älteren Mann (Ende 40) zusammen, der aus einer früheren Beziehung eine Tochter hat. Die Tochter (8) hat zuerst bei der Mutter gewohnt. Die Mutter ist jedoch Alkoholikerin und konnte sich nicht mehr gut um ihre Tochter kümmern. Nun wohnt sie bei uns. Mein Freund hat eine Führungsposition in einer großen Firma und arbeitet sehr, sehr viel. Daher kümmer ich mich jetzt um seine Tochter. Das geht, da ich noch oder besser gesagt wieder studiere (Zweitstudium). Finanziell kümmert er sich um alles. Dafür kümmere ich mich um den Haushalt und seine Tochter. Ich bin ein sehr strukturierter Mensch. Ich habe eine geignete Schule und gleich eine Therapeutin für meine Ziehtochter gesucht. Ich kümmere mich um ihre Körperhygiene (die von der Mutter sehr vernachlässigt wurde), mache mit ihr Hausaufgaben, gehe zur Lehrerin, organisiere Nachhilfeunterricht, spreche mit der Therapeutin etc. Kurz: Ich mache vieles, was eine Mutter macht. Nur, wenn ich ganz ehrlich bin, merke ich, dass etwas fehlt. Ich kann ihr nicht die Liebe geben, die sie bräuchte. Da ist leider keine Liebe in mir für sie. Schön wäre es, wenn sie einfach da wäre. Es ist nicht so, dass ich sie nicht mag. Ich mag sie grundsätzlich, ich habe Mitleid mit ihr. Es tut mir furchtbar leid für sie, denn sie hat Schlimmes durchgemacht und hätte verdient, dass man ihr viel Liebe entgegen bringt. Aber ich merke: Ich kann mich gut um sie kümmern, mehr geht aber nicht. Vielleicht bin ich aber auch einfach etwas überrumpelt worden, indem ich plötzlich "Mutter" von einem 8-jährigen Mädchen mit schwieriger Vorgeschichte geworden bin. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass das Gefühl der Liebe nicht mehr kommen wird. So was kann man ja nicht erzwingen. Reicht es, wenn das Emotionale von ihrem Vater kommt und ich mich um den Rest kümmere?

 
13 Antworten:

Re: Ich bemühe mich wirklich

Antwort von miaandme am 20.09.2019, 22:16 Uhr

Du hast meinen vollsten Respekt.
Ich denke, das ist unter den gegebenen Umständen das Beste, was alle Beteiligte erwarten können. Ich kann nicht sagen, ob da Mutterliebe kommen wird, aber wenn du sie magst und sie in dir eine verlässliche Person hat, ist das schon sehr viel und du solltest von dir selbst aktuell nicht mehr verlangen.

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Re: Ich bemühe mich wirklich

Antwort von Zwerg1511 am 21.09.2019, 8:51 Uhr

Überforderte Dich nicht mit dem Gedanken, Du müsstest sie aus tiefsten Herzen lieben.

Du gibst ihr das, was ihr in den letzten Jahren gefehlt hat, Stabilität, Kümmern und Dasein. Das ist auch eine Form von Liebe und sicher um einiges mehr als sie bis jetzt hatte.

Solange Du Ihr Freundschaft entgegen bringst und für sie da bist, wird ihr Deine (Mutter-) Liebe nicht fehlen. Sie braucht keine Mutter, die hat sie (auch wenn diese sich nicht kümmern kann) , sondern eine verlässliche Freundin.

Vielleicht nimmt das von Dir auch den Druck runter Mutterliebe (das kannst Du logischerweise gar nicht) empfinden zu müssen, wenn Du Dir sagst, ich will dem Mädchen eine gute verlässliche Freundin sein.

Und vielleicht merkst Du irgendwann, dass der Schritt zwischen Freundschaft und Liebe manchmal auch ganz klein ist.

Ich bringe Dir und dem was Du leistest tiefen Respekt entgegen.

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„Sie war stets bemüht“! ;-)

Antwort von Astrid am 21.09.2019, 10:58 Uhr

Hallo,

ich finde es toll von Dir, dass Du Dich so gut im Deine „Stieftochter“ kümmerst. Trotzdem klingt durch, dass Du Dich nicht ganz wohl fühlst, und vielleicht kann man den Gefühls-Mix mal ein bissl aufdröseln. Da ergeben sich bestimmt ein paar Denkanstöße. Manche davon sind ein bisschen unbequem, aber das hilft vielleicht trotzdem. Also, schauen wir mal:

- Du darfst vor Dir ehrlich zugeben, dass Du Dich zwar in den Mann verliebt hast, aber nicht in sein Kind. Die Tochter hast Du Dir nicht gewünscht, sondern Du nimmst sie in Kauf. Es gibt keinen Grund, warum Du da Liebesgefühle haben müsstest. Erlaube Dir, das Kind nicht zu lieben, das ist normal. Frage Dich, warum Du an Dich selbst den Anspruch hast, sie lieben zu sollen.

- Stelle Dir dann gleich auch mal ehrlich die Frage, ob Du wirklich, wirklich (!) wolltest, dass dieses Mädchen bei Euch einzieht, obwohl Dein Partner keine Zeit für die Vaterrolle erübrigt, sondern Dir die ganze Arbeit überlässt.

- Klar ist Dein Freund wahn-sin-nig wichtig in seiner Firma. Und weil Du noch sehr jung bist, akzeptierst Du das klaglos. Ich selbst bin im Alter Deines Freundes und ich verrate Dir mal ein Geheimnis: Niemand ist in seiner Position unersetzlich. Wenn Dein Freund morgen einen Herzinfarkt hat und tot umfällt, dann ist sein Posten in 14 Tagen neu besetzt. Und in vier Wochen spricht man nicht einmal mehr von ihm (selbst meherfach im Berufsalltag erlebt).

- Natürlich (!) könnte er sich also einen Job suchen, bei dem er weniger Geld, dafür aber mehr Zeit für sein Kind hat. Das ist SEINE Aufgabe, denn es ist SEIN Kind. Und SEINE Ex hat keine Möglichkeit, sich gut um das gemeinsame Kind zu kümmern.

- Das Problem ist aber: Er hat gar keine Lust, auch nur auf etwas Geld und das Pöstchen zu verzichten, weil ihm das eben wichtiger ist als sein Kind. Und nun hat er ja auch eine bereitwillige, unerfahrene Frau gefunden, die ihm das Kinderproblem bequemerweise abnimmt. Die also in dieselbe Rolle schlüpft, wie seine Ex - praktischer geht‘s doch gar nicht. Es ist vielleicht auch kein Zufall, dass er sich nicht eine gleichaltrige Frau mit gutem Beruf gesucht hat, denn die würde ihm einen Vogel zeigen.

- Du hast eine Rolle übernommen, die eigentlich nicht Deine ist. Und die Du - das hört man - auch nicht wirklich gern übernimmst, sondern nur aus Verantwortungsgefühl und vor allem: um Deinem Freund zu gefallen. Ich fürchte, er wird es Dir nicht allzu sehr danken. Schließlich ist er es gewöhnt, dass „seine Frauen“ ihn brav entlasten, während er sein Karriere-Ding macht.

Ich weiß, Du wirst das alles nicht gern hören. Ich verstehe, Du bist verliebt, und Du hast sicher zu jedem Punkt viele Einwände, weil Dein Freund natürlich ganz anders ist. Es spricht auch nichts dagegen, dass Du die Ersatzmutter gibst - außer Deine Gefühle, die nämlich nicht wirklich so positiv sind gegenüber dem Mädchen, wie Du es von Dir selbst erwartest. Ich sehe das Problem darin, dass Du nicht nur über-bereitwillig eine Rolle übernimmst, die Dir nicht zusagt. Sondern Dir auch noch Schuldgefühle machst, weil Dein Bauchgefühl leise sagt: Ich. Will. Das. Nicht.

Das Problem sehe ich vor allem auch in der Zukunft. Es besteht ein hohes Risiko, dass Du trotz Zweitstudium eher den Hausputtel gibst, statt selbst beruflich durchzustarten. Denn wer hält Deinem Freund dann noch so schön den Rücken frei...?

Ich würde an Deiner Stelle darauf bestehen, dass Dein Freund seine Verantwortung als Vater übernimmt, anstatt sie auf Dich abzuwälzen. Dann verdient er eben weniger Geld, na und? Was ist denn wichtiger - sein Kind oder der BMW? Während Du das Gefühl hast, noch nicht genug für ein fremdes Kind zu empfinden, plagt er sich keineswegs mit seinem Verantwortungsgefühl, eh?

LG

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Re: „Sie war stets bemüht“! ;-)

Antwort von miaandme am 21.09.2019, 13:05 Uhr

Ich finde, du überinterpretierst da einiges.

Und ich finde, das Kind hat Stabilität verdient, was die AP auch so sieht und bereit ist zu geben. Ich finde, dem Kind zu Lunge sollte man das nicht kaputt reden.

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Re: Du wirst für dieses Kind NIE Mutter-Liebe empfinden...

Antwort von spiky73 am 21.09.2019, 13:05 Uhr

...denn du hast es nicht geboren, bist nicht seine Mutter. Punkt.

Wenn du das für dich akzeptieren kannst und aufhörst, ständig deine Gefühle zu analysieren und zu hinterfragen, ist das schon die halbe Miete.
Dazu kommt, dass du Mitleid mit dem Mädchen empfindest und ihm gegenüber ein starkes Verantwortungsgefühl. Das ist fürs erste ein guter Ersatz.

Du hast mit keinem Wort erwähnt, dass das Kind dir unsympathisch ist, oder zu viel oder was weiß ich. Das finde ich schön.
Ich glaube, nicht-romantische Liebe speist sich auch oft aus solchen pragmatischen Gefühlen und oft ist sie einfach da, ohne dass man sich dessen vielleicht selbst bewusst ist.

Daher kann ich dich nur ermutigen, da weiter zu machen, wo du gerade stehst, und nicht das Handtuch zu werfen oder ständig deine Motivation und dein Gefühlsleben zu hinterfragen.

Noch ein paar ergänzende Worte zu dem, was Astrid geschrieben hat:

In vielen Dingen hat sie nicht grundsätzlich Unrecht.
Aber dein Partner scheint ein Vertreter der Sorte Mann zu sein, die sich zunächst mit tradierten Rollenvorstellungen ins Berufsleben stürzten - und ab einem gewissen Punkt ihre Liebe in erster Linie durch das liebe Geld ausdrücken, also dadurch, dass sie die materielle Versorgung derjenigen sicherstellen, die ihnen am Herzen liegen und dabei oft sehr großzügig sind.
Ich glaube wenn frau dies akzeptieren kann, lebt sie ziemlich entspannt an der Seite eines solchen Mannes.
Ich habe nicht den Eindruck, als ob du dir die Butter vom Brot nehmen lässt und dass du unglücklich in der Beziehung bist. Ich finde Astrids Aussage bzgl "Karriere" auch etwas unglücklich. Das ist doch etwas, wonach nicht jeder strebt und was nicht jeder Mensch als höchstes Lebensziel ansieht.
Für dich ist nur wichtig, dass du dich in dem von dir selbst gesteckten Rahmen frei entfalten kannst und dass du Selbstverständlichkeiten nicht erkämpfen musst, weil dein Partner dich nur auf die Brutpflege reduziert.
Aber ich bin mir sicher, du bekommst das hin. :-)

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Re: Ich bemühe mich wirklich

Antwort von Windpferdchen am 21.09.2019, 14:26 Uhr

Ich bin völlig bei Astrid. Willst Du denn überhaupt schon ein Kind, wo Du doch selbst beruflich noch gar nicht in Deinem Leben angekommen bist...? Im Moment ermöglichst Du die berufliche Verwirklichung Deines Freundes, anstatt Dich voll und ganz um Dein eigenes Fortkommen zu kümmern.

Ich finde, wenn die Mutterrolle noch nicht so recht zu Deinem Leben passt - und so hört es sich an - dann solltest Du auch noch kein Kind kriegen müssen. Weder ein eigenes, noch ein fremdes. Wenn man noch studiert und dabei ist, sich eine eigene berufliche Zukunft aufzubauen, stellt man ja oft den Kinderwunsch noch zurück. Und das darf man auch.

Menschlich ist es toll von Dir, dass Du Dich so einsetzt. Pass aber auf, dass Du das Kind (und das gute Einkommen Deines Freundes) nicht unbewusst zum Vorwand nimmst, um selbst nicht auch Gas zu geben in Sachen Ausbildung und Job. Denn das rächt sich immer.

LG

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Ich kann nur denen beipflichten,

Antwort von emilie.d. am 21.09.2019, 15:35 Uhr

die Dir raten, Deine eigene berufliche Karriere voranzutreiben und die Verantwortung für das Kind da zu lassen, wo sie hingehört. Beim Vater.

Du bist nicht verheiratet, partizipierst also in keinster Weise an dem Einkommenszuwachs, den Du Deinem Freund aufgrund Deines Einsatzes ermöglicht. Ich bin mal aufgrund eines Bandscheibenvorfalls ausgefallen, meinen Job haben drei Leute übernommen. Eine Haushaltshilfe, die was taugt, liegt bei über 20 Euro die Stunde. Überlege mal, was Du Deinem Freund an Geld sparst. Geschäftsreisen bekommt man über externe Hilfe eigentlich nicht abgedeckt. Versuch mal zuverlässig jemanden zu finden, der zwischen 15 und 21 Uhr auf Deine Kinder aufpasst. Wir bekommen das hier und da tageweise hin, aber die wenigsten wollen solche Arbeitszeiten haben. Ohne Familie wären wir verloren gewesen, hätte er solche Alternativen ohne Dich?

Fällt das weg, muss man auch da sich einen Job suchen, wo man dann eher weniger verdient.

Deshalb finde ich es eher süß, wenn Du schreibst, er kümmere sich finanziell um alles. Wenn er Dir superteure Luxusreisen und einen aufwendigen Lebensstil ermöglicht, nehme ich das zurück.

Aber solltest Du seine Tochter z.B. am WE oder in Randzeiten bzw. bei Geschäftsreisen betreuen, zusätzlich zum Haushalt, liegst Du wahrscheinlich im Bereich einer Vollzeitstelle. Externe berechnen auch Nachtwachen. Hieße, er müsste extern jemanden für ca. 2500 Euro anstellen (wenn er das fände, wirklich nicht einfach wegen der Leerlaufzeiten) plus roundabout 500 Ero AG-Belastung dazurwchnen.

Sprich 36.000 jährlich zusätzlich ausgeben.

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Re: Ich bemühe mich wirklich

Antwort von Klee am 23.09.2019, 16:45 Uhr

Hallo!
Den weiter oben geschilderten Gedanken, dass du dich emotional entlastet fühlen wirst, wenn du dich mehr als Freundin siehst, finde ich naheliegend. Aber auch freundschaftliche Liebe zu dem Mädchen bzw. zwischen euch (du schreibst nichts über ihre Gefühle und darüber wie es ihr bei euch geht) muss wachsen. Mir scheint aber, dass auch der Vater des Mädchens keine großen Gefühle für sein Kind hegt. Und eigentlich bräuchte sie genau das. Was macht er denn, um die Beziehung zur Tochter zu festigen?
An dieser Stelle greifen genau die Antworten, die die Bilanz ziehen.... Und die Frage stellen, ob sich dein Freund nicht seiner Vaterrolle entzieht, bzw diese kostengünstig auf dich abwälzt.
Mir persönlich stellt sich die Frage, schlicht weil ich mich rechtlich in dem Bereich nicht so gut auskenne, wie du Dinge wie Schule, Lehrergespräche und Therapeutin überhaupt übernehmen kannst/darfst. Das ist doch Angelegenheit der Sorge- und Erziehungsberechtigten.
Diese Dinge sind aus meiner Sicht Sache des Vaters.
Nachdem ich den Beitrag nun ein drittes Mal gelesen habe, drängt sich mir der Gedanke auf, dass du genau das ("ich kann mich um vieles organisatorisches kümmern, aber ich kann im Moment nicht mehr") deinem Freund darlegen solltest.

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Re: Ich bemühe mich wirklich

Antwort von Gänsefee am 24.09.2019, 14:02 Uhr

Ich danke Euch allen dafür, dass Ihr Euch mit meinem Fall befasst habt. Eure Texte geben mir Kraft und bringen mich zum Nachdenken. Danke dafür!

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Re: Ich bemühe mich wirklich

Antwort von tonib am 24.09.2019, 14:30 Uhr

Ich bin bei Astrid, die das sehr kühl und richtig darstellt, sehe aber auch den Zwiespalt. Bei einem achtjährigen Kind kann man eben nicht einfach sagen: "ohne mich", wenn sich alle anderen schon nicht kümmern. Trotzdem muss man sich abgrenzen und die Verantwortung dahin tun, wo sie hingehört: zum Vater.

Und unbedingt eigene Absicherung im Fokus haben. Ich habe leider zu oft erlebt, dass Frauen sich aus Liebe haben ausnutzen lassen - total nachvollziehbar, aber im Nachhinein dumm.

Ich bestreite übrigens, dass sich Liebe zum Kind nicht entwickeln kann - klar geht das. Und wenn es auch keine echte Mutterliebe werden kann, so doch etwas sehr Ähnliches. Das geht, mit Zeit. Aber eine Garantie gibt es natürlich nicht.

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ich bin ein solches Kind

Antwort von somane am 26.09.2019, 12:14 Uhr

das ohne Eltern jedoch mit einer lieblosen Pflegemutter aufgewachsen ist. Sie war die 3. Ehefrau meines Grossvaters (die 1. ist meine leibliche Grossmutter) und zog mich nur ihm zuliebe auf. Äusserlich mangelte es mir an nichts, ganz im Gegenteil. Ich war ein gesundes, propperes Mädchen. Mein Umfeld war der Meinung, das ich grosses Glück hätte, nicht bei meiner Mutter leben zu müssen dafür in sehr geordneten Verhältnissen. Innerlich fühlte ich mich ungeliebt und maximal toleriert.Denn sie war zwar nicht böse, lieb aber auch gar nicht. Lieblos, kalt und ich fühlte mich, als würde ich ihr zur Last fallen.

Glaube mir, es ist nicht schön so aufzuwachsen. Das ich nicht bei den Eltern war, das war das Eine. Die Art aber wie ich gelebt habe, wie mit mir umgesprungen wurde, das hat mich bis heute traumatisiert. Ich bin mittlerweile 44 Jahre alt. Es fehlte die Liebe und die Geborgenheit. Eine Mutter kann niemals ersetzt werden, dennoch kann man ein Kind lieben. Dass du es nicht kannst, mach ich dir nicht zum Vorwurf. Du tust dein Bestes, mehr geht halt nicht. Und ich finde es echt toll von dir, das du es tust. Ob es richtig für dich ist, keine Ahnung, das musst du entscheiden. Dennoch pflichte ich den anderen bei, dass du den Vater mehr in die Pflicht nehmen solltest. Das Kind muss wissen und spüren, dass es bedingungslos geliebt wird, wenigstens von ihrem Vater. Eine Geschichte zu verarbeiten hat sie eh. Du kannst ihr dabei helfen, aber halt nur begrenzt, da ihr vor allem die Mutterliebe fehlt und du diese nicht ersetzen kannst.

Wenn sie sich aber bei dir und dem Vater wenigstens richtig gut aufgehoben und geborgen fühlt, dann habt ihr euer Bestes getan. Ein selbstbewusster Mensch mit gesundem Selbstwertgefühl (Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl sind nicht das Gleiche) kann die Hürden des Lebens viel besser meistern als einer, der sich ungeliebt und wertlos fühlt.

Aber ich denke, du machst es ziemlich gut. Schon allein dass du dir Gedanken um das Kind machst, zeigt, dass du eine tolle Ziehmutter bist.

Alles Gute

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Re: ich bin ein solches Kind

Antwort von Gänsefee am 07.10.2019, 13:43 Uhr

Vielen Dank, Dir! Und danke für Deine Erfahrung, die Du mit mir teilst. Finde ich mutig, so ehrlich zu sein.

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Re: Ich bemühe mich wirklich

Antwort von Lepri89 am 14.10.2019, 22:41 Uhr

Hallo,

ich denke du liebst sie auf deine art und weise ob es nun freundschaftlich, Mutterliebe oder sonst was ist, ist im Endeffekt egal. Würdest du sie nicht lieben und wäre sie dir nicht wichtig würdest du dir keine Gedanken darüber machen, was es für Auswirkungen auf sie hat, dass du sie nicht liebst. Ich schieße mal ins blaue und denke dass du sicher in einem sehr liebevollen zuhause groß geworden bist und dein Gefühle deiner stieftochter gegenüber mit den deiner Mutter(Vater) vergleichst und merkst das ist nicht genug.
Wie sieht es denn sonst bei euch aus? Wenn sie sich wehtut oder traurig nimmst du sie dann in dem Arm und tröstet sie? Wenn sie etwas gut gemacht hat in der schule oder sonst wo freustdu dich dann mit ihr und lobst sie, bist du dann stolz auf sie? Wenn sie Angst hat beschützt du sie? Das ist alles Liebe.
Also wenn du sie nicht nur wie eine Aufgabr auf deinem Tagesplan abarbeitest und mit ihr umgehst wie mit einer fremden, sondern dich für sie interessierst ihr zuhörst usw dann ist das definitiv liebe.

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