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Geschrieben von DK-Ursel am 09.03.2018, 10:06 Uhr

An Mehrfachumziehende-schlechtes Gewissen????

Hej Benedikte!

ich finde Deine Gedanken auch sehr interessant,.
Nun willst Du ja dezidiert unsere Meinung - von denen, die einen Ausländer geheiratet haben - nicht so gern dabei haben,
Aber steckt bei Dir da die Idee, daß man automatisch das Land rundum liebt, wiel man ja der Liebe wegen dort ist?
Im Traum habe ich als junger Mensch weder an Ausland noch an DK als Lebensmittelmittelpunkt gedacht.
Letztendlich hat es mich also auch hierher verschlagen - nicht gegen meinen Willen, auch nicht, weil ich das angestrebte Ziel hatte, mal im Ausland zu leben.
Das kam eben, WEIL ich einen Ausländer geheiratet habe (der vorher auch zusammen mit in Dtld. lebte).
Auf eine Art also noch weniger "freiwillig" als bei jemandem, der in jungen Jahren sen Leben verändern will, raus will aus der gewohnten Heimat und Neues ausprobieren möchte. Und nur weil dies die Heimat meines Mannes ist, ist es ja noch nicht automatisch auch meine.

Nicht einmal meine Umzüge innerhalb Dtld.s von Bundesland zu Bundesland sind aus "Abenteuerlust" entstanden, sondern einfach ein bißchen der Not gehorchend - Studienplatz - Arbeitsplatz, dann eben schon die Liebe, um die Entfernung DK-Süddtld. zu verringern etc.
Da wird man also irgendwo hingepflanzt oder eigentlich eher gezogen oder geworfen, wo man im Traum nicht ausgesprochen hinwollte, und man lebt dort, weil der andere und die Familie dort ist.
Ich lebe hier so gern wir in Dtld., fühle mich aber laaaange nicht als Neu-Däne" (dieser Begriff war gerade modern, als ich herzog - und ich fand ihn von Anfang an schrecklich - und er scheint wieder zu kommen).
Ich bin Deutsche in DK und bleibe das sicher bis an mein Lebensende.
Nicht weil ich ich hier so vieles schrecklich finde, ganz und gar nicht.
Aber DK oder Ausland war nie mein erklärtes Ziel, mein Traum, und ich fühle mich zu Dtld auch noch sehr verbunden.
Weshalb ich also niemals auch nur im Traum daran dachte, die dän. Staatsbürgerschaft anzunehmen und somit auf meine deutsche zu verzichten - doppelte Staatsbürgerschaft auf diese Art geht erst seir 2-3 Jahren hierzulande.

Heimat läßt sich sowieso vielschichtig definieren - für mich ist sie schon lange kein Ort mehr, aber Dtld. als dt. Sprachraum ist und bleibt mir wichtig, meine dt. Sprache ist meine Heimat.
Mein Zuhause ist nach so vielen Jahren Leben hier nun wohl hier, hier ist ja auch meine Familie, aber das könnte ebenso gut woanders in DK oder wieder in Dtld. oder ? sein.

Meine Kinder sind natürlich deutlich DK-gebundener, also haben sie eine -dän.- Heimat - aber was die Freunde angeht, nun ja --- wieviele aus der Schulzeit habe ich selber denn noch?
Liegt das nicht auch daran, daß sich nach dem Abitur ALLE neu orientieren und verstreut leben?
Sogar aus dem Studium sind mit nur wenige geblieben, und aus den verschiedenen Wohnorten dann jeweils 1-2.
Wohingegen es aber auch schwierig ist, in DK Freunde zu finden - je nach Defintion natürlich.
Wie mir eine Deutsche, in Frankreich lebend, mal vor langer Zeit sagte:
"Nachfranz. Verhältnissen habe ich viele Freunde, nach deutschen keine hier."
Bezeichnend eben, daß 2 meiner wirklich guten Freundinnen hier deutsche sind, die andere ist Dänin und manchmal empfinde ich diese Freundschaft neben aller Bereicherung auch als etwas anstrengend und anders, weil ich mich ofter erklären muß - denn sie hat nie woanders gelebt als hier.

Ja, wie die Kinder das empfinden verarbeiten, ist sicher sehr verschieden, aber beider Globalisierung, die die heute alle mehr oder weniger drauf haben ,snid Neuanfänge sowieso gewöhnlicher als bei uns früher.
Ich denke, wenn sie ein familiäres, ein sprachliches oder anderes Zuhause/Heimatgefühl haben, haben sie doch einen Punkt, aus dem sie Beständigkeit und Zugehörigkeitsgefühle schöpfen können.

Ich werde gespannt lesen, was die anderen schreiben. -- schönes Wochenende allen - Ursel, DK

 
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