Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Kann ich etwas Milch auch vor dem Brei geben?

Antwort von Birgit Neumann

Hallo Karolin1510
die Sache mit dem Brei läuft manchmal nicht ganz nach Plan oder exkaten Vorgaben.
Eine ganz wichtige Vorraussetzung für die Beikost ist: dein Baby muss 100% beikostreif sein.
Bitte prüfe das einmal anhand der folgenden Kriterien:
Ein (gesundes) Baby ist beikostreif, wenn 1. der Zungenstoßreflex weg ist. Wenn es 2. mit leichter Unterstützung sitzen kann (ausreichende Rumpfspannung hat, dadurch kann es sich selbst aufrecht halten) und wenn es 3. sehen und greifen kann, um sich Nahrung (oder anderes gezielt) zum Mund zu führen (Stichwort Motorik, Auge-Hand-Mund-Koordination).
siehe auch hier: https://www.rund-ums-baby.de/ernaehrung/erster_brei.htm
Wenn du dies bejahen kannst und auch selbst die Bereitschaft hast Beikost zu geben, dann kannst du mit Brei weitermachen.
Eine weitere Frage ist:
Ist der/dein Brei fein genug und komplett homogen? Oder irritieren deine Tochter vielleicht kleine (grisselige) Stückchen im Mund? Oder ist der Brei zu fest, so dass dein Baby evtl Probleme mit der Konsistenz hat?
Fütterst du schnell genug? Oder dauert die Mahlzeit evlt zu lange, wodurch Unzufriedenheit aufkommt? Das Schlucken von Brei erfolgt reflektorisch und das Löffeln samt Schlucken sollte ähnlich schnell wie beim Milchtrinken geschehen. Vielleicht klappt es auf diese Weise besser?
Und ein hilfreicher Tipp kann sein:
gewöhne deine Tochter an Breimahlzeiten mit einer festen Zeitstruktur. Serviere den Brei aus dem jeweils gleichen Teller (Breischale, Gläschen oder was auch immer) - es dient dem Lerrnen in einem Gewöhnungsprozess. Ggf hilft rotes Geschirr, weil Babys diese Farbe lieben (besonderes Merkmal, besonderer Reiz). Auch aus diesem Grund ist orangefarbener Möhrenbrei besonders beliebt. Alternativ kannst du es mit Süßkartoffelbrei versuchen. Dieser macht aufgrund seiner hohen Kaloriendichte auch schnell satt. Etwas Öl dazu - prima.
Diese Reize wie Farbe, Gescmack, Sitzplatz, Ritual (Lätzchen umbinden etc) helfen deinem Baby ganz wesentlich dabei Neues zu erlernen.
Die Flasche anschließend zu geben wäre eindeutig besser.
Du könntest mit dem verlässlichen Tagesablauf und der wiederkehrenden Breiroutine das Milchfläschchen mittelfristig trotzdem reduzieren.
GIb deiner Tochter jeden Tag, wenn es klappt, einen Löffel mehr Brei und reduziere die Milch schleichend, in kleinen Mengen aber stetig. So gibst du deiner Tochter die Chance zur sanften Umgewöhnung.
Zwinge deine Tochter aber niemals zum Essen.
Denn Essen muss (bei gesunden Kindern) Spaß machen und Freude bringen.
Melde dich ggf noch einmal. Ggf wäre, wenn deine Tochter 100% beikostreif ist, auch BLW eine Möglichkeit für euch.
Oder stillst du und meinst mit "Milch" eigentlich Mumi? Dann melde dich ganz unbedingt gleich nochmal!
Bis dann
Grüße
Birgit Neumann

von Birgit Neumann am 13.08.2019

 
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