Wenn ich meinem Kind drohe

Mutter schimpft mit Tochter

© fotolia, Konstantin Yuganov

Hört sich schlimmer an, als es ist: Seinem Kind drohen muss man nicht mit Worten, sondern mit einem scharfen Blick - schon Kleinkinder wissen dann ganz genau, was los ist.

Das Drohen mit Blicken und Gesten

Drohen hört sich in den Ohren der meisten Eltern nicht gut an. Das Wort an sich wirkt schon bedrohlich. Dabei kann Drohen eine sinnvolle Erziehungsmaßnahme sein. Gemeint ist hier aber nicht das Androhen von Strafen, sondern das Drohen ohne Worte: mit dem Augenausdruck, mit der Mimik. Damit senden Eltern Signale an ihre kleinen Kinder, die diese viel besser verstehen als ein ausdifferenziertes Argument. Ein deutlicher Blick der Mutter oder des Vaters zeigt dem Kind an, dass es von der begonnenen oder beabsichtigten Handlung ablassen soll.

Erste Stufe im Umgang mit dem Trotzen

Schon Säuglinge nehmen Mimik sehr deutlich wahr. Und auch bei Einjährigen sind der Blick und die entsprechende Geste bessere Mittel als Erklärungen, die über das Verständnis des Kindes noch weit hinausreichen. Selbst unter Erwachsenen läuft Kommunikation zu einem großen Teil über Mimik und Körpersprache ab.
Mit Blicken oder einem kurzen "Nein" seinem Kind Konsequenzen anzudrohen, ist die erste von drei Stufen, die im Umgang mit einem trotzenden Kind empfohlen werden. Die beiden folgenden Stufen sind das Schimpfen und das soziale Trennen, wobei das dritte Mittel eine Notfallmaßnahme ist, die nur selten angewandt werden sollte.

Mimik ist ehrlich und direkt

Auf Anhieb erscheint vielen Eltern diese Empfehlung zum drohenden Blick wahrscheinlich etwas befremdlich: Wer will sein Kind schon böse anschauen? Doch Eltern sollten darauf vertrauen, dass man mit seinem Blick eine ehrliche Aussage trifft. Heißt: Wenn das, was das Kind tut, nicht so schlimm ist, ist auch der Blick entsprechend. Wenn das Kind aber etwas unbedingt lassen muss, ist der Blick deutlicher und das "Nein" auch energischer.

Zuletzt überarbeitet: Oktober 2019

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