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Geschrieben von jog_bln am 24.03.2021, 14:43 Uhr

Uebergriffe durch Erzieher / miserable Entwicklungsberichte - wie wehren?

Hallo,

wir waren bis vor kurzem mit dem Kindergarten unserer beiden Söhne (3.5, 5.5) hier in Berlin immer sehr happy und haben uns sehr wohl gefühlt - das hat sich jetzt leider durch Personalwechsel und andere Faktoren ziemlich stark verändert und wir müssen uns überlegen, wie wir für unsere Kinder das beste aus der Situation machen können...

Hintergrund:

- es handelt sich um eine kleine Kita, wo beide Kinder gemeinsam in einer Gruppe sind
- unsere Kinder sind als Jungs zugegeben recht lebhaft und besonder der ältere tanzt schon ab und an ein bisschen aus der Reihe, tobt, etc. - aber unserer Meinung nach komplett im Rahmen des für Jungs normalen und wir hatten auch in der Vergangenheit nichts Gegenteiliges von den Erziehern gehört (mit denen wir immer im regelmäßigen Austausch standen)
- seit Herbst letzten Jahres gibt es einen neuen Erzieher, der gleich auf den ersten Blick einen sehr engagierten / ambitionierten Eindruck macht - die Kita-Leiterin ist in Mutterschutz und man hat so ein bisschen den Eindruck, dass er sich hervor tun und empfehlen moechte; es gab bereits einige Beobachtungen, dass er sich so ein bisschen als durchsetzungsstark und resolut beweisen moechte
- wir haben den Corona-Lockdown sehr ernst genommen und unsere Kinder lange zuhause behalten - weil wir es konnten und weil wir so auch ein bisschen unseren gesellschaftlichen Beitrag leisten wollten; viele andere Kinder waren fast durchgehend mit verschiedenen Begründungen in der Kita - was ja auch ok ist - jede Einzelsituation ist anders - aber wichtiger Kontext, dass unsere Kinder in eine Gruppe zurueck kamen, die sich in ihrer Abwesenheit natuerlich weiter entwickelt hatte und wo sie ein bisschen erst wieder rein finden mussten; wir haben zum Ende des Lockdowns sehr deutlich gespuert, dass unsere Kinder unter der Isolation gelitten haben und sie deswegen auch dann am Ende wieder zurueck geschickt
- wir ziehen kommendes Jahr in unser grade im Bau befindliches Haus und haben schon laenger geplant, unsere Kinder dann in die dort ansaessige, tolle Schule mit angeschlossener Kita "umzusiedeln"

Was ist passiert:
- direkt in der ersten Woche nach der Rueckkehr in die Kita gab es einen Vorfall, wo unser 3-jaehriger nach Hause wollte und sich scheinbar in einen Wutanfall rein gesteigert hat; wir wohnen 2' von der Kita und hatten eigentlich vereinbart, dass man uns bei solchen Problemen benachrichtigen soll; das ist aber nicht passiert, sondern der Erzieher wollte das Problem allein loesen und hat unseren Sohn von der Gruppe isoliert in einen separaten Raum (scheinbar ueber laengere Zeit - insgesamt soll das Spektakel mehr als 3h gedauert haben); was da genau passiert ist natuerlich nicht 100% zu klaeren, aber unser Sohn moechte seitdem nicht mehr in die Kita, sagt, dass er die Erzieher nicht mag, dass dieser bestimmte Erzieher ihn fest gehalten und ihm weh getan habe...
- nach diesem Vorfall hat die Kita-Leitung sich bei uns gemeldet und uns darueber berichtet, dass unsere beiden Kinder den Betrieb derart stoeren, dass sie nicht mehr tragbar sind und getrennt werden muessen / nur einer zur Zeit in der Kita sein sollte; insbesondere unser 3-jaehriger sei schon seit geraumer Zeit (und nicht erst seit diesem Vorfall) verhaltensauffaellig und beteilige sich nicht am Kita-Leben, stoere, etc.
- wir haben die Vorwuerfe keineswegs komplett abgestritten, sondern waren total bereit, noch mehr mit den Kindern zu arbeiten - zB haben wir fuer den 5-jaehrigen innerhalb von 2 Tagen einen Ergo-Platz besorgt; gleichzeitig haben wir natuerlich aber auch hinterfragt, was genau eigentlich an diesem Tag passiert ist und wie das aufgearbeitet wird
- die Kita-Leitung und die Erzieher weisen das leider komplett von sich, gehen auf diese Fragen null ein; wir hatten gehofft, dass man beim Folgetermin dann wenigstens etwas zurueck rudert, konstatiert, dass die Lage sich beruhigt, etc. - das war aber ueberhaupt nicht der Fall, sondern es wurde nur aufgezaehlt, was die Kinder alles gemacht haben, dass sie nicht tragbar sind, etc. - Fragen zu den Vorfaellen wurden extrem aggressiv zurueck gewiesen
- wir sind extrem enttaeuscht und haben nicht den Eindruck, dass diese Situation noch mal zu kitten ist - und vor allem nicht ohne dass die Kinder vmtl. darunter leiden - deswegen wollten wir - nach dem Prinzip "der Kluegere gibt nach" den Umzug in die neue Kita / Schule vorziehen und die Pendelei dafuer in Kauf nehmen; wir haben das der Kita gegenueber angedeutet und das schien ihnen auch extrem recht zu sein, das Problem auf diesem Weg loszuwerden - nachdem wir es das erste Mal ueberhaupt als Moeglichkeit erwaehnt hatten, wurde es sofort als beste Loesung begruesst, was wir auch wieder unglaublich fanden....
- Fuer den Wechsel brauchen wir u.a. Entwicklungsberichte der Kinder von der aktuellen Kita und wir hatten die direkt erbeten mit dem expliziten Hinweis (bzw. Anreiz...), dass wir ohne vernuenftige Berichte gar nicht wechseln koennen und die sich bitte bemuehen sollen
- wir haben jetzt die Berichte bekommen, die absurd negativ und in vielen Punkten unwahr sind - die sind fuer eine positive Bewerbung total ungeeignet....

Unsere Fragen / fuer welchen Rat wir super dankbar waeren:
- welche Rechte / Moeglichkeiten haben wir, uns gegen die negativen Berichte zu wehren? Es geht nicht darum, dass wir unsere Kinder durch die rosarote Brille sehen und sie ueberall eine 1 statt einer 2+ haben sollen, sondern dass die Berichte total eindeutig beschreiben, dass unsere Kinder untragbare Stoerenfriede sind
- es wird am Ende unseren Kindern nicht helfen, aber ich moechte auch nicht akzeptieren, dass dieser Vorfall, bei dem der Erzieher mit absoluter Sicherheit uebergriffig war, einfach von der Kita-Leitung unter den Teppich gekehrt wird - schon zum Wohl der naechsten Kinder, die in diese Kita kommen - welche Rechte und Anlaufstellen gibt es hier?

Vielen vielen Dank fuer Ratschlaege und die Geduld, den langen Post zu lesen ;-)

Jan

 
6 Antworten:

Re: Uebergriffe durch Erzieher / miserable Entwicklungsberichte - wie wehren?

Antwort von Banu28 am 25.03.2021, 8:47 Uhr

Hallo,

ich kann Dein Anliegen total gut verstehen. Ich denke, Du wirst Dich sehr reinhängen müssen, Zeit und evt. auch Geld investieren müssen. Einen unwahren Entwicklungsbericht kann man in erster Linie über einen Rechtsanwalt anfechten. Das ist ähnlich wie bei einem Arbeitszeugnis.

In der Regel ist es so, dass die Kita-Leitung und auch der Träger der Einrichtung erst einknickt, wenn ein Brief vom Anwalt kommt, worin dieser darauf besteht, dass der Bericht nicht den Tatsachen entspricht, sondern voreingenommen und sachlich falsch ist. Und dass er daher neu formuliert werden muss.

Ich habe selbst schon erlebt (habe Jahre bei einem RA gearbeitet), dass dies recht gut funktioniert. Die meisten Einrichtungen haben keine Lust, wegen ein paar unguter Formulierungen einen Rechtsstreit in Kauf zu nehmen, vor allem wenn dann unschöne Dinge (übergriffiger Erzieher) auf den Tisch kommen. Der nächste Bericht ist dann deutlich zahmer und positiver.

Ich würde das jetzt zügig machen, bevor Ihr den Bericht dem neuen Kiga vorlegt. Damit Ihr den alten da gar nicht erst verwenden müsst. Ein Beratungsgespräch beim RA plus das Verfassen eines solchen Widerspruchs ist keine sehr große Maßnahme und auch nicht sooo teuer.

LG

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Re: Uebergriffe durch Erzieher / miserable Entwicklungsberichte - wie wehren?

Antwort von MamavonMia123 am 25.03.2021, 16:23 Uhr

Hallo Jan,
vorne weg, ich habe noch keine eigene Erfahrung, da mein Kind noch zur Tagesmutter geht.
Aber müssen nicht kontinuierlich durch die Erzieher Entwicklungsberichte geschrieben werden?
Ich denke ich würde fordern mir die ganze Akte in Kopie auszuhändigen (die ganze Zeit vorher war ja offenbar alles noch im grünen Bereich) und dann ggf wird mein Vorredner schrieb: ab zum Anwalt... oder je nach noch bestehenden Verhältnis zum kiga nochmal besprechen, dass dies aufgrund der, aus deiner Sicht, völlig ungerechtfertigten und vernichtenden Bewertung deiner Kinder dein nächster Schritt sein muss, sofern sie nicht einlenken.
Und /oder wenn dabei nichts herauskommt, könnte ich mir nur vorstellen ein "Gegengutachten" bei einem Kinderpsychologen erstellen zu lassen. Aber auch wird Zeit und Geld kosten. Dem Kita sollte klar sein, dass du dich so lange nicht auf den neuen Platz bewerben kannst.

Sollte es sich wirklich so abgespielt haben, dass der Erzieher einen drei Jährigen in einer "Wiedereingewöhnung", weil er einen Zornesanfall hatte weggesperrt hat, statt ihn adequat zu betreuen und trösten (auch noch wenn die Absprache war, bei Problemen die Eltern anzurufen..)
.. Ich glaube ich persönlich wäre ausgerastet.
Zum "sicher wegsperren" brauche ich keine ausgebildeten Erzieher... Aber wie du schon schreibst, das ist schwierig genau nachzuvollziehen und zu beweisen..
Viel Glück.

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Re: Uebergriffe durch Erzieher / miserable Entwicklungsberichte - wie wehren?

Antwort von pauline-maus am 25.03.2021, 21:50 Uhr

Also der Rat mit dem Anwalt halte ich für arg überambitioniert und ich frage mich ,warum man immer mit klage um die Ecke kommen muss.
Ich würde den Eltern Vertreter ansprechen ,ob es aehnliche Vorkommnisse gab ( dafür ist dieser unter anderem auch da) und dann weitersehen .
Gibt es niemanden mit dem Problem ,ist es vermutlich auch nicht so dramatisch wie dargestellt.
Trotzdem würde ich dann eine Vermittler Position vom Eltern Vertreter wuenschen, um noch einmal ins Gespräch zu kommen .
Letztlich würde ich einen anderen Kiga suchen und es gut sein lassen.

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Re: Uebergriffe durch Erzieher / miserable Entwicklungsberichte - wie wehren?

Antwort von wolfsfrau am 26.03.2021, 11:53 Uhr

Ich würde auch beim Wechsel der Leitung / Erzieher ansetzen.
Bis dahin schien ja alles in Ordnung. Da würde ich mir die Entwicklungsberichte aushändigen lassen.

Und da würde ich tatsächlich auch wg. des Verhaltens/Gebahrens des Erziehers ansetzen.

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Re: Uebergriffe durch Erzieher / miserable Entwicklungsberichte - wie wehren?

Antwort von Summer80 am 27.03.2021, 9:55 Uhr

Wenn bis kurz vier Schluss alles gut war und nichts auffällig, würde ich mir sämtliche Entwicklungsberichte als Kopie aushändigen lassen (habt ihr die nicht eh? Wir bekommen bei jedem Entwicklungsgespräch eine Kopie ausgehändigt) und damit zum neuen Kindergarten gehen. Den letzten Bericht - den du ja beanstandest - würde ich einfach unter den Tisch fallen lassen.

Mal blöd als Unwissende gefragt: warum braucht man für eine Kita-Ummeldung überhaupt einen Entwicklungsbericht? Geht das nicht auch ohne?

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Wozu braucht ihr denn Entwicklungsberichte?

Antwort von blessed2011 am 29.03.2021, 19:24 Uhr

Muss man sich bei einem Kita Wechsel damit bewerben ???? Wofür soll diese Dokument gut sein?
Es dient dazu, es vorzulegen, wenn man ZB Therapien beantragt, und da ist ein "negativer" Bericht "gut", um Hilfen zu bekommen.
Was UNWAHR ist, weiß ich natürlich nicht, es scheinen die Einschätzungen abzuweichen, sagen wir mal so.

Ich würde ein Fass aufmachen, wenn du ganz klar weißt WO und WANN und bei WEM dein Kind durch diese Berichte Nachteile hätte. Sonst abheften und gut. Ihr müsst die Berichte ja nirgendswo vorlegen, oder? Habt ihr schon einen Schulplatz?



PS Ich denke, es ist AUfgabe der KITA pädagogisch auf die Jungs einzuwirken und nicht hilflos zu jammern "die sind aber schwierig, die sollen weg" Ich meine geht's noch? Einfach so nach monatelanger Pandemie (und dem ganzen Wahnsinn, der damit zusammenhängt) KInder einfach aufgeben?

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