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Geschrieben von JaMe am 01.01.2018, 23:37 Uhr

Probleme mit Toilette gehen

Ich kann es dir nachfühlen, denn genau dasselbe Problem hatten wir bis vor Kurzem auch. Vielleicht hilft dir ja unser Erfahrungsbericht.

Sohn war um Ostern 2017 rum trocken. Er hat von selbst beschlossen, dass er jetzt zu groß sei für eine Pampers, also haben wir sie weggelassen. In den ersten ein bis zwei Wochen gab es noch vereinzelt Unfälle, weil ihm einfach noch das Zeitgefühl für den Weg zur Toilette fehlte, aber das gab sich schnell. Er war also zuverlässig trocken, aber nicht sauber.

Wir haben ihn also immer zwischendurch gefragt, ob er groß machen müsse. Er hat den Kopf geschüttelt und nein gesagt. Manchmal stimmte es, manchmal nicht. In letzterem Fall machte er dann im nächsten Moment in die Hose. Macht nichts, wir sind ja noch am Anfang, habe ich mir dann meist gedacht und habe ihn dann sauber gemacht und die Klamotten ausgewaschen. Da es auch Sommer wurde, war das mit den kurzen und dünnem Klamotten auch relativ unproblematisch.

Wir haben ihn dann weiter gefragt und öfter mal auf die Toilette geschickt, um es mal zu versuchen. Manchmal machte er mit, immer öfter verweigerte er es aber. Und das große Geschäft erledigte er NIE in die Toilette, sondern IMMER in die Hose.

Meine Geduld schrumpfte, ich wurde immer genervter und unverständiger. Warum ging er nicht auf Toilette? Er musste doch merken, dass er mal muss. Immerhin verkroch er sich in den Momenten immer öfter irgendwo hin. Es war mir ein Rätsel und ich hatte langsam absolut keine Lust mehr, jeden einzelnen Tag eine stinkende, verschmierte Unterhose auszuwaschen und meinen Sohn in der Wanne abzubrausen. Zwischendurch war ich so sauer und genervt, dass ich nichtmal warmes Wasser dazu benutzt habe, sondern kaltes.

Zugegeben, das war keine Sternstunde von mir, aber in den Momenten dachte ich halt, vielleicht hilft ihm die Aussicht auf eine erneute kalte Dusche ja, am nächsten Tag mal nicht in die Hose, sondern in die Toilette zu machen. Der Schuss ging aber nach hinten los. Er machte weiterhin in die Hose und traute sich nichtmal mehr, zu sagen, dass er die Hose voll hatte. Er versteckte sich so lange irgendwo im Haus, bis ich stutzig wurde, ihn suchte und dann wieder mehr oder weniger genervt Hose und Unterhose auswusch und ihn abduschte.

Irgendwann habe ich ihn dann vor dem täglichen Drama mal in einem ruhigen Moment in den Arm genommen und ihn gefragt, warum er groß immer noch in die Hose machte, wenn klein doch so super in die Toilette klappen würde. Da sagte er mir ganz kleinlaut, dass er das nicht auf der Toilette machen will, weil er Angst hat. Wovor genau konnte er mir nicht sagen. Er hatte halt einfach Angst. Als ich ihn fragte, ob er denn lieber eine Schlupfpampers hätte, hat er ja gesagt. Für mich war das okay. Alles, damit ich nicht täglich einen Haufen Klamotten saubermachen musste. Immerhin war inzwischen Herbst und durchweichte, stinkende Jeans sind was anderes als dünne, kurze Stoffhosen.

Also haben wir oben und unten Schlupfpampers bereitgelegt und er sollte rechtzeitig Bescheid sagen oder sie selber anziehen. Ergebnis: Es klappte auch nicht, was mich langsam zu der Erkenntnis brachte, dass er zusätzlich zu der Angst es vielleicht immer noch nicht früh genug merkte. Also gingen wir noch einen Schritt zurück. Mittags nach dem Kindergarten zog er sofort eine Schlupfpampers an. Dann wurde gegessen und er konnte spielen. Und spätestens zwei Stunden später war was drin in der Pampers. Dann kam er und sagte Bescheid, wir entfernten ohne schimpfen und Drama die Pampers und es ging ohne Pampers weiter. Das funktionierte prima und brachte uns den lange verlorenen Familienfrieden wieder.

Anfang Dezember allerdings hat er mich ausgetrickst. Er zog wie immer mit seiner Schlupfpampers Richtung Toilette ab, während ich den Tisch fürs Mittagessen deckte. Zwei Stunden später rief er mich dann von der Toilette aus. Als ich ankam, grinste er über das ganze Gesicht und zeigte mir megastolz sein großes Geschäft in der Toilette. Ich musste sogar ein Foto davon machen und seinem Papa per WhatsApp schicken, damit er es auch glaubt. Erst da fiel mir dann auf, dass er gar keine Schlupfpampers anhatte. Als ich ihn darauf ansprach, sagte er, das wäre Absicht gewesen, weil er das heute mal in die Toilette probieren wollte. Der Versuch hat auf Anhieb geklappt und er platzte fast vor Stolz. Ich habe ihn überschwänglich gelobt und ihm zur Belohnung eine Extraportion Nascherei gegeben.

Seitdem fragte ich ihn also jeden Mittag, ob er eine Schlupfpampers wollte oder ob er es wieder auf der Toilette versuchen wollte. Und er wollte an jedem einzelnen Tag ohne Schlupfpampers sein. Und es ist nicht einmal zu einem Unfall gekommen. Er war jetzt einfach soweit, dass er es rechtzeitig merkte und das auch die Angst weg war. Und auch der mütterliche Druck war weg. ER hat entschieden. Nicht ich. Und das war letztlich wohl der ausschlaggebende Punkt, warum es dann plötzlich so reibungslos geklappt hat.

Vielleicht hilft dir das ja weiter. Hab keine Angst, einen Schritt oder zwei zurückzugehen und die ganze Sache zu entschleunigen. Dieser Schritt wirft dein Kind NICHT in der Entwicklung zurück. Das musste ich erstmal begreifen. Ich wünsche euch beiden jedenfalls ein stressfreies sauber werden für Kind UND Mutter.

Lg und ein frohes neues Jahr
JaMe

 
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