Ein Kaiserschnitt ist wirklich nicht so schlimm

Ein Geburtsbericht von Gitta

Baby an Mamas Schulter

© Adobe Stock, natalialeb

"Unser kleiner Paul hat sofort angefangen zu weinen - und ich war sofort in dieses kleine Stimmchen verliebt", berichtet Gitta von der Geburt ihres Babys mit einem geplanten Kaiserschnitt.

"Für uns war ein geplanter Kaiserschnitt aus verschiedenen Gründen die beste Entscheidung", erklärt Gitta. Paul wurde in der 39. Schwangerschaftswoche schon auf 3.900 g und 52cm geschätzt, sie hatte zuvor einen operierten Bandscheibenvorfall und bei der vorherigen Geburt hatte sie einen Dammriss 3. Grades erlitten. Das Risiko, dass bei einer Vaginalgeburt doch irgendetwas nicht klappt, sei ihr einfach zu hoch gewesen.

Freundliche und fröhliche Stimmung im OP

Der Tag begann zunächst sehr relaxt: "Wir waren pünktlich um 7 Uhr auf Station und durften dann auch gleich in den Kreißsaal", beschreibt Gitta den Morgen. Sie sei mega entspannt gewesen und habe mit ihrem Mann noch Scherze gemacht, berichtet die werdende Mama. "Ich musste mich komplett ausziehen und habe so ein schickes Nachthemd bekommen, mein Partner hat sich noch lustig gemacht, weil ich damit noch mal schnell zur Toilette musste und durch den dicken Bauch ging es hinten nicht ganz zu." Anschließend wurde der Zugang für Infusionen gelegt. "Ich musste einen kleinen 'Schnaps' trinken, der die Magensäure neutralisiert und schwups durfte ich dann mit offenem Hemdchen und Infusion nach nebenan in den OP wackeln."

Im OP sei eine sehr freundliche und fröhliche Stimmung gewesen. Der Anästhesist habe alles ganz genau erklärt und die Rückenmarksspritzen seien überhaupt nicht schmerzhaft gewesen, erzählt Gitta. Damit die Betäubung schnell wirkt, wurde der OP-Tisch gekippt, das sei für ihren Kreislauf etwas zu viel gewesen und es sei ganz kurz hektisch geworden. "Nach 10 Minuten ging es mir aber wieder gut und es konnte weitergehen." Sie konnte beobachten, wie alles abgehangen wurde, der Anästhesist hat immer wieder mit einer Nadel geprüft, ob und bis wohin die Betäubung wirkt, der Oberarzt kam dazu, die Hebamme hat einen Katheter gelegt - und als dann alles fertig war, durfte auch ihr Mann in den OP. "Ich war wirklich erleichtert, ihn an meiner Seite zu haben", bekennt Gitta.

Als Paul aus dem Bauch geholt wurde, hat es ganz schön geruckelt

Dann sei es auch schon losgegangen, erinnert sie sich. "Ich kann nur sagen, dass ich wirklich überhaupt nichts gespürt habe. Das Einzige, was etwas unangenehm war, war als sie den Kleinen aus dem Bauch geholt haben. Das hat ganz schön geruckelt", beschreibt Gitta den Kaiserschnitt. Die Hebamne habe Paul ihr kurz gezeigt und sei dann gleich mit ihm zum Kinderarzt gegangen. Man habe Paul bis in den OP gehört, er habe die ganze Zeit geweint. "Zum Glück durfte der Papa gleich mit zur Untersuchung. Das hatten wir im Vorfeld abgesprochen, dass er den Kleinen nicht alleine lassen soll." Er sei dann mit Paul zurück in den OP gekommen und das Neugeborene wurde ihr auf die Brust gelegt. "Ich durfte ihn das erste Mal streicheln und küssen. Das war einfach unbeschreiblich schön. Wir hatten beide Tränen in den Augen und konnten unser Glück überhaupt nicht fassen." Anschließend sei der Papa mit ihm im Kreißsaal gewesen, während Gitta genäht wurde und dann ebenfalls dorthin gebracht wurde.

"Im Kreißsaal konnte ich ihn dann auch schon gleich anlegen und das hat der kleine Mann echt toll gemacht", lobt Gitta ihren Schatz. Die Familie durfte dann knapp drei Stunden zu dritt im Kreißsaal genießen, bevor die frischgebackene Mama aufs Zimmer kam.

Kaiserschnitt

Mit der kleinen Maus im Arm sind Schmerzen gut auszuhalten

"Die Schmerzen danach waren echt nicht ganz ohne", schildert Gitta ihre persönliche Erfahrung und fügt direkt an: "Aber mit den Schmerzmitteln und der kleinen Maus im Arm hält man das alles wirklich gut aus." Sie durfte abends schon aufstehen, am nächsten Morgen wurde der Katheter gezogen und abends konnte sie auch schon duschen, berichtet sie weiter. Am vierten Tag wurden Mama und Sohn nach Hause entlassen.

"Am Anfang war zwar alles noch etwas beschwerlich, aber mein Mann hat uns so gut versorgt, dass das alles kein Problem war." Nach etwa einer Woche sei sie schmerzfrei gewesen und konnte sich ganz normal bewegen. Seitdem gehe sie jeden Tag mit Paul spazieren und merkt, wie sie durch die regelmäßige Bewegung immer fitter wird. "Mit dem Stillen klappt es übrigens auch super", freut sich Gitta. Der Milcheinschuss sei erst am vierten Tag gekommen, dadurch mussten sie und ihr Mann die ersten Tage etwas zufüttern, aber nach dem Milcheinschuss konnten sie das Fläschchen auch weglassen.

"Der Kaiserschnitt ist jetzt genau drei Wochen her und ich würde mich definitiv wieder dazu entscheiden", resümiert Gitta. "Für uns war es in dieser Situation die richtige Entscheidung und es ist wirklich alles nicht so schlimm!" Sie fand die Geburt sehr schön und sie ist einfach unendlich glücklich, dass es dem kleinen Paul und ihr so gut geht.

Zuletzt überarbeitet: Juni 2023

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