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Geschrieben von Vici1968 am 13.01.2008, 19:34 Uhr

Wieso machen Diktate keinen Sinn?

Hallo,

bei den vorangegangen Diskussionen über die Bewertung von Diktaten haben hier einige den Sinn von Diktaten in Frage gestellt.

Darüber habe ich mir ehrlich gesagt noch nie Gedanken gemacht und möchte mal gerne von den Diktat-"Gegnern" wissen, warum sie das so sehen.

Ich stehe derzeit unserem Schulsystem auch sehr kritisch gegenüber und bemerke bei meinem Sohn nur, daß er in der 1. Klasse "intuitiv" fehlerfreier schrieb als jetzt, wo sie sich intensiver mit Rechtschreibung und Grammatik in der 2. Klasse auseinandersetzen.

Allerdings dachte ich, daß das an der momentan nicht allzu guten Phase meines Sohnes liegt.

Bin über Eure Antworten (insbesondere auch die der Lehrerinenn hier) sehr gespannt.

LG
Vici

 
13 Antworten:

Re: Wieso machen Diktate keinen Sinn?

Antwort von Eleanamami am 13.01.2008, 20:37 Uhr

In der Regel ist es so, dass Kinder für das Diktat stur auswendig lernen...und vergessen, wenn das Diktat vorbei ist.
Ich habe mal einige Zeit nach einem Diktat dieses erneut geschrieben.....auch die Kinder waren erstaunt. Das Ergebnis war für mich eine gute Grundlage zum Argumentieren.
Ich schreibe Deutscharbeiten mit solchen Aufgabenstellungen.
Wan......d oder t? Begründe deine Entscheidung!
Der Lehrer glaubt, da...s oder ss? Begründe deine Entscheidung......usw.

Ich möchte meine Kinder ausrüsten mit einem "Handwerkszeug" an Regeln, Ableitungen, usw. Sie sollen beim schreiben denken.

Diktate schreibe ich nun (4.Klasse), weil sie in der weiterführenden Schule diese Diktiersituation kennen sollen, aus keinem andern Grund.

Sonst würde ich mir das sparen, den Kinder ersparen ........

LG

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Re: Wieso machen Diktate keinen Sinn?

Antwort von IngeA am 13.01.2008, 21:41 Uhr

Hallo,

ich kann dir zwar keine Antwort darauf geben, aber ich habe als Kind doch einige schlechte Diktat-Erfahrungen gemacht.
Oder anders ausgedrückt: Ich hatte bis zu 7. Klasse!!! in keinem Diktat eine andere Note als 6 (dann habe ich Schreibmaschine schreiben gelernt und es wurde schlagartig besser). Ich bin zwar vielleicht nicht gerade ne Rechtschreib-Leuchte, aber in Aufsätzen hatte ich immer sehr wenige Rechtschreibfehler.

Ich finde das heute noch seltsam.

LG Inge

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Re: Wieso machen Diktate keinen Sinn?

Antwort von Franz Josef Neffe am 13.01.2008, 21:53 Uhr

Weil man damit nur übt, sich einem Diktator zu unterwerfen. Wenn der Lehrer selber richtig gut schreiben kann, dann würde ihm die Güte Deiner Schrift auffallen und er würde ggf. GÜTIG über Schwachstellen mit Dir sprechen und Dich und diese STÄRKEN.
Das übliche UNTER-RICHTEN dressiert aber nur ein, dass Du Dich UNTEN nach jemand oben RICHTEN lernst. Da geht es gar nicht ums Schreiben und um Dich und Deine Höherentwickelung, im Gegenteil!
Ich grüße herzlich.
Franz Josef Neffe

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@Eleanamami

Antwort von Pauline04 am 13.01.2008, 21:59 Uhr

Hallo,
gute Idee, die Regeln auf diese Art zu lernen.

Bei uns kommt Grammatik viel zu kurz, find ich. 5 - 6 Diktate im Halbjahr - aber bisher noch kein einziger Grammatiktest.

Ich hab keine Ahnung wieso mein Sohn da so fit ist. Er liest viel, vielleict ist das der Grund. Die Lernwörter vor dem Diktat schreibt er einmal und merkt sie sich. Das ist wohl sein Vorteil.

Aber Regeln? Null.
Ich bin gespannt wie das an der weiterführenden wird.

Ich finde auch Diktate nicht ganz unnötig. Über die Art und Weise der Benotung lässt sich streiten aber sie zeigen doch, ob Kinder die Regeln (wenn gelehrt) auch im Text anwenden können. Ohne explizit pro Wort nachzudenken... weißt du wie ich meine?

Die Mischung würde es machen. Und abgestufte Benotungen. Einmal auf die Kinder zugeschnitten, wie Henni es schon beschrieben hat und dann eben unterschieden ob es ein eher leichtes Diktat war oder länger, schwieriger.

Mein Sohn hatte letzte Woche ein "normales" Diktat mit ca. 12 Lernwörtern geschrieben und 3 Tage später ein ungeübtes. (Auf dessen Ergebnis wir noch warten).

Ich bin sehr gespannt.

Schade das soviel Individualismus an unseren Schulen kein Platz hat.

Musst du dich eigentlich nicht an den Lehrplan halten? SInd da nicht Diktate Vorschrift?

LG
Pauline

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was war denn das jetzt...grins...? Und zur Sache.

Antwort von like am 13.01.2008, 22:17 Uhr

Diktate können dienen zur Abprüfung von Rechtschreibwissen, das aber auch nur dann wirklich, wenn es ungeübte Diktate sind. Besser sind aber auch zur Abprüfung auf jeden Fall "Rechtschreibtests", wie sie Eleanamami beschrieben hat ( und die ja gottseidank in die Grundschulen inzwischen Einzug gehalten haben). Zum Rechtschreibung Üben sind sie völlig ungeeignet - dazu sind eben diese Regeln, Übungen dazu und ein regelrechtes Lernen von schwierigen, v.a. nicht regelgerechten Wörtern z.B. mit dem Karteikastensystem sinnvoll.
Dass Eltern von rechtschreibschwachen Schülern geraten wird, mit ihren Kindern Diktate zu üben, ist totaler Schwachsinn und wird nur in Frustration münden.
Wofür Diktate evtl. geeignet sind, ist, Konzentration zu üben. Wenn ein Kind z.B. viele Schusselfehler macht, können Diktate evtl. hilfreich sein.

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naja...ich finde das nicht so tragisch...

Antwort von Reni+Lena am 14.01.2008, 9:35 Uhr

Die Kinder haben bei uns ein Blatt bekommen, mit den sog. Grundwörtern.
Die lernen sie jetzt seit der ersten klasse.
parallel zum Zauberlehrling, in dem dann die entsprechenden Übungen drin sind.
Und so weiß Lena automatisch, dass man Wand eben mit "d" schreibt, weil man das Wort einfach in den Plural setzen soll wenn man unsicher ist. Bei Wände hört man das "d" ja dann deutlich.
Diese Regeln werden je nach Wort erklärt, geübt und sitzen dann automatisch.
Insofern finde ich Diktat sowohl geübte aus den grundwörten mit "Wand", als auch ungeübte mit Ersatzwörtern wie "Hand", dann schon sinnvoll. Zeigt es doch, ob das Kind die Regel verstanden hat.
Außerdem wird bei uns zwischen Merkwörtern und Regelwörtern(oder so ähnlich) unterschieden.
Die Merkwörter muss man halt einfach ein paarmal schreiben und üben, bis sie drin sind, wohingegen die Regelwörter
(wie Hand) nach erlernen der regel selbstverständlich sind.
In Diktaten wird unterschiedlich benotet.
Ungeübte Diktate werden nur über regelwörter geschrieben, da muss das Kind die regel eben herleiten.

Ich finde es gut so.
Lg reni

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Re: Wieso machen Diktate keinen Sinn?

Antwort von MamaMalZwei am 14.01.2008, 9:53 Uhr

Hallo zusammen, Diktate machen für mich dann Sinn, wenn generell auf die Rechtschreibung der Kinder geachtet wird. Dazu muss man als Lehrer das, was sie in Aufsätzen u.ä. schreiben, einsammeln und ihnen die Fehler dort anstreichen (ich weiß, das liest Du nicht gerne, Elenamami) meinetwegen in blau oder grün. Was nützt es, wenn man ihnen die Fehler nie zeigt, sie dann aber in den weiterführenden Schulen rote Diktate wiederkriegen. Meine Tochter (der der Lehrer nie was angestrichen hat) beneidet inzwischen meinen Sohn (der regelmäßig verbessert wurde und inzwischen eine bombensichere Rechtschreibung hat). Sie hätte in Deutsch gerne den Lehrer meines Sohnes gehabt... Dass ich ihr sagte, was falsch ist, war ja nicht so wichtig, eben weil ich nicht ihr Lehrer war. Das Argument der Grundschule, man hätte ja später immer ein Rechtschreibprogramm dabei im PC ist auch nicht richtig. Neulich sah ich eine Verkäuferin, die schrieb "Elektro-Lock, günstig..." auf ein Schild. Vor solchen Fehlern graust es mir.
Ein Weg zu besserer Rechtschreibung ist übrigens viel Lesen. Und, genau wie Du geschrieben hast, Regeln vermitteln. LG

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Re: Wieso machen Diktate keinen Sinn?

Antwort von RenateK am 14.01.2008, 10:03 Uhr

Hallo,
Diktate habe ich bei meinem Sohn bisher nur als Stress und Quälerei erlebt und es wird - wie Eleanamami schreibt - dafür nur kurzfristig auswendig gelernt. Seit diesem Jahr hat er eine neue Lehrerin, die keinerlei Diktate mit Bewertung mehr schreibt, die Rechtschreibung ist bei ihm in freien Texten seither viel geworden, da sie mehr regelorientiert arbeitet und Übungsprogramme individuell für Schwierigkeiten einzelner Kinder entwirft. Dafür schreibt sie übrigens tatsächlich zweimal im Halbjahr Diagnosediktate, um das besser einschätzen zu können, die werden aber nicht bewertet.
Auf den Gymnasien bei uns werden übrigens auch keine Diktate geschrieben (jedenfalls weiß ich das jetzt von 3 verschiedenen Gymnasien, wo ich Fünftklässler kenne).
Gruß, Renate

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Hier mal ein Link:

Antwort von Henni am 14.01.2008, 10:36 Uhr

Hallo
hab grad wenig Zeit, hier mla ein link:

http://lbsalt.schule-bw.de/realschule/aktuelles/intensiv/kritikdikt.htm

LG HEnni

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Machen Mathearbeiten dann Sinn?

Antwort von +emfut+ am 14.01.2008, 10:43 Uhr

Ein Diktat ist für mich kein "Lehrmittel" sondern eine Art der Abfrage, ob ein bestimmter Stoff richtig gelernt wurde. Also nicht Gegenwart, sondern Vergangenheit - wie eine Matheprobe.
In der Matheprobe wird quasi "abgefragt", ob die Bruchrechnung verstanden wurde. Dafür werden Bruchrechenaufgaben gestellt.
In einem Diktat sollte abgefragt werden, ob bestimmte Regeln verstanden wurden (Lautverdoppelung, Dehnungs-H, sowas in der Art). Dafür werden Texte mit solchen Wörtern diktiert.

In diesem Rahmen machen Dikate Sinn und sollten auch korrigiert und benotet werden (wenn es denn generell Noten auch für eine Matheprobe gibt). In dem Rahmen sind sie dann aber auch eine Information für den Lehrer, welche Themen inwieweit verstanden wurden oder nicht, also ob bestimmter Stoff besser nochmal wiederholt werden sollte. Diesen Doppelnutzen (Prüfen, ob der Stoff verstanden wurde plus Information, ob und wo noch Lücken sind) sehe ich als Grundlage für alle Proben, Tests oder Exen.

Geübte Diktate machen höchstens so viel Sinn wie Gedichte-Auswendig-Lernen. Rechtschreibung wird damit nicht vermittelt.

Aber deswegen bin ich nicht generell gegen Diktate. Sie sind halt nur kein Lehr-Mittel.

In den weiterführenden Schulen, die ich kenne (Gymnasium und Realschule in Bayern) werden übrigens keine Dikate mehr geschrieben. Rechtschreibung wird als bekannt vorausgesetzt und nicht mehr abgefragt. Dafür kann katastrophale Rechtschreibung die Note in jedem Fach drücken.

Gruß,
Elisabeth.

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Re: @Eleanamami

Antwort von Eleanamami am 14.01.2008, 15:53 Uhr

Hab nicht so viel Zeit....Vorschrift sind 3" Deutscharbeiten" pro Halbjahr.Das kann ein Diktat, Gammatikarbeit, Leseverständnistest, Aufsatz etc.sein.

LG

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Wir schreiben diese Woche das 12. Diktat...

Antwort von Antje&Tim am 14.01.2008, 16:47 Uhr

Hi!

Wenn diese Woche um ist, haben wir (2.Klasse) das zwölfte Diktat dieses Jahr geschrieben (8 x geübt, 4 x ungeübt)... ob das Sinn macht, beurteile ich mal nicht...

Ich stecke die schweren Wörter immer in eine Lernkarteibox und übe dann hin und wieder mit Tim, weise ihn auch immer auf gewisse Sachen hin (z.B. läuft - woher kommt das Wort, von Laufen, also mit ÄU).

Gruß
Antje

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Re: Wieso machen Diktate keinen Sinn?

Antwort von A5 am 15.01.2008, 15:37 Uhr

Nachtrag:
Wir differenzieren, um die "Sechserkandidaten" rauszuholen, um Erfolgserlebnisse zu ermöglichen. Noch müssen wir ja (R-P) Diktate schreiben...
Und so wird bei uns diferenziert:
Alle schreiben den gleichen Text.
Wer ihn "normal" diktiert bekommt, hat die "normale" Wertung
oF -1
1,2,3 F - 2
usw...
Wer zum Text eine Wörterliste bekommt, kann mit
0,1,2F eine 2 bekommen.
Kinder, die den Text als Schleichdiktat schreiben, bekommmen mit
0,1,2, F eine 3
und die Kinder, die ihn als Abschreibdiktat bekommen, haben die Bewertung
0,1,2,3F - 4

Ziel ist es, die Kinder vom Abschreibdiktat über das Schleichdiktat und die Wörterliste zum erfolgreichen Diktat zu bringen.

Kinder entscheiden (mit Eltern) selbst, wie sie das Diktat schreiben.

Ab dem nächsten Jahr wird sich allerdings Einiges ändern...

Die Rechtschreibnote sollte sich auch nicht nur aus den Diktaten herleiten.

Ach ja, wir haben schon die ersten Erfolge verbuchen können und vor allem freuen sich die Kinder oft schon aufs Diktat.

lg Astrid

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