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Geschrieben von Anita_65 am 23.06.2006, 18:56 Uhr

Probleme mit Klassenkameraden -ellenlanger Text

Hallo,
also, mein Sohn geht in die 2. Klasse Grundschule in einem kleineren Ort. Wir sind alleine (ohne Papa) und wohnen hier seit 5 Jahren, hatten aber, bis er in die Grundschule kam, mehr oder weniger fast keinen Kontakt zu den Leuten im Dorf. Grund: Ich bin ganztägig berufstätig und habe bis vor 2 Jahren in einer Firma gearbeitet, die 35 km von der Wohnung entfernt war. Da es aufgrund der Arbeitszeiten nicht möglich war einen Kindergartenplatz in der Gemeinde zu nehmen, hat mein Sohn einen privaten Kindergarten in der Nähe meines Arbeitsplatzes besucht. Wir fuhren werktags um 7.15 Uhr los und kamen abends um ca. 19.00 Uhr heim. Am Wochenende sind wir oft zu meiner Mutter oder Freunden gefahren. Da war also kaum Zeit, damit mein Sohn Freundschaften mit Kindern aus dem Dorf geschlossen hätte. Jetzt habe ich einen neuen Job, und er geht wie gesagt in diese Schule im Ort und besucht nachmittags den Hort gleich gegenüber. Alles wäre super, wären da nicht seit der 1. Klasse Probleme mit seinen Mitschülerinnen und Mitschülern. Die Lehrerin erzählt mir immer wieder mal, dass er zwar Anschluß suchen, aber irgendwie einfach nicht akzeptiert bzw. angenommen werden würde. Sie meinte das kommt daher, weil er sich einfach viel zu ungeschickt anstellt und so z.B. die Kinder ärgert damit er die erhoffte Aufmerksamkeit bekommt, bzw damit er mitspielen kann, anstatt sie normal zu fragen. Ich hatte meinen Sohn schon mal danach gefragt, und er sagte: „Wenn ich frage, kann mitspielen bei euch,sagen die nein und gehen weg“ .Eben rief mich die Lehrerin auch wieder an. Sie sagte, er hätte momentan Probleme mit mehreren Mädchen. Er würde ihnen immer wieder nachlaufen, sie am Kleid/Rock zupfen und das würde den Mädchen ziemlich auf die Nerven gehen. Wenn sie sagen er solle es lassen, dann würde er es nicht akzeptieren und weiter machen. Im Winter sei er 2 Mädchen nachgelaufen weil er Lebkuchen abhaben wollte, und als die Mädchen dann außer Atem waren und sie nicht mehr konnten, „mussten“ sie mit ihm mehr oder weniger den Lebkuchen gegen ihren Willen teilen, damit er sie endlich in Ruhe lässt. Die Lehrerin meinte, dieses soziale Verhalten meines Sohnes wäre bedenklich. Ich hatte ihn auf diesen Vorfall übrigens damals angesprochen, und er sagte: Aber Mama, was ist da schlimm, da war doch der xy auch dabei, und ich wusste nicht, dass die Mädchen das nicht auch lustig fanden. Mit einem der Jungen hat er auch zur Zeit Probleme, weil er immer Schimpfwörter zu ihm sagen würde. Ich fragte dann, was das für Wörter sind. Und die Lehrerin meinte, das sind selbst erfundene, wie z.B. Maxlmox(?) Tragandaz(?) usw. Ich muss dazu noch sagen, dass die Kinder in seiner Klasse schon seit dem Kindergarten zusammen sind. Sie wohnen auch alle in unmittelbarer Nähe der Schule und es haben ein paar Grüppchen gebildet, die meist nachmittags auch miteinander spielen, da alle Mütter aus der Klasse alle zu Hause sind, oder halbtägig arbeiten gehen (seufz….) Klar ist es da für mein Kind schwer, reinzukommen. Er hat 1 Mädchen aus seiner Klasse, mit der er sich sehr gut versteht und 1-2 Jungs, mit denen er sich auch super versteht. Die Kinder kommen mehr oder weniger regelmäßig zum spielen zu uns, oder er besucht sie. Je nachdem. Er hat auch nicht soviel Zeit, ich hole ihn um 17.00 Uhr vom Hort ab, 2 x die Woche hat er danach Leichtathletik, 1 x Turnen nach dem Hort, das dauert jeweils bis 19.00 Uhr dann. Am Wochenende fahren wir nach wie vor oft weg, entweder an verschiedene Seen, skifahren, wandern, etc. Er hat 2 sehr enge Freundschaften (1 Mädchen, 1 Jungen) die aber leider in Parallelklassen gehen. Der Junge besucht aber denselben Hort, und sie machen auch sonst viel zusammen (Skifahren, über Ostern waren sie zusammen 1 Woche am Bauernhof, Inlineskaten, Aikido, etc). Ich habe meinen Sohn schon öfters gefragt, ob er denn mal den xy oder den yz oder vielleicht auch den zz mal zu uns einladen möchte. Er meinte dann nur, „ Nö, die sind mir echt ein bisschen zu blöd. Außerdem hängen die eh immer nur zusammen und reden über Fußball und das interessiert mich überhaupt nicht“. Einerseits ist das ja o.k., schließlich kann man Gott Sei Dank seine Freunde selbst aussuchen, aber andererseits ist das dann auch schlecht, wenn er dann keinen Anschluß in der Klasse bekommt. Die 3 Jungs aus seiner Klasse waren übrigens auch bei den Ferien am Bauernhof mit dabei, und die 5 Kinder (also die 3 und mein Sohn sowie dessen Freund aus der Parallelklasse) hatten 1 Zimmer zusammen. Mein Sohn und sein Freund hatten sich bitter beschwert, dass die 3 anderen Jungs gleich die oberen Betten der Stockbetten in Beschlag genommen hätten und auch hätten sie sich unmöglich aufgeführt und meinen Sohn, seinen Freund und die anderen Kinder im Zimmer (es waren noch 2 aus einem anderen Ort dabei, die keiner kannte) immer geärgert = Bettdecke wegziehen, etc. Ich finde es auch echt komisch, dass er z.B. im Urlaub sofort Anschluß findet, oder auch wenn wir alleine am See sind, und dort spielen ein paar Kinder, geht er hin, und kann auch gleich mitspielen. Ohne Streit, alles super. Was kann ich tun, damit sich das ändert? Andere Kinder aus seiner Klasse zu uns einladen? Aber wen? Schließlich kann ich meinen Sohn doch nicht „zwingen“ wenn er nicht will. Ausserdem bin ich, ehrlich gesagt, auch nicht besonders „scharf“ drauf, dass er sich mit speziell diesen 3 Jungs befreundet (meine Mutter war auf Besuch und hatte ihn früher vom Hort abgeholt, da sind diese 3 Jungs hinter einem Busch gestanden und haben gerufen „Arschloch-Oma und Arschloch-Basti“. Oder aber einer der Jungs hatte zu einem Mädchen „du arschverfi…… Hure gesagt – und das mit 8 Jahren, bitte! – die Mutter des Mädchens hatte mir dies erzählt, oder: die Amanda und der Basti sind verliebt und haben Sex miteinander – das mag mein Sohn überhaupt nicht, teilweise will er jetzt gar nicht mehr mit dem Mädchen spielen, weil die anderen ihn deswegen immer verschaukeln. Kann ich die Lehrerin mehr in die Pflicht nehmen, schließlich ist sie vor Ort und kann besser eingreifen bzw. schlichten und erklären. Was kann ich machen? Was will sie von mir, bzw. was genau will sie mir eigentlich sagen. Irgendwie kommt mir vor, redet sie um den heißen Brei rum, oder ist das Verhalten meines Jungens wirklich soooooo bedenklich? Ich finde da Beschimpfungen wie „arschverf... Hure“ um einiges bedenklicher. Auch kommt mir vor,dass mein Sohn von den Kindern der Klasse gerne als „Buhmann“ hingestellt wird. Anfang der 2. Klasse hatten sie eine Lernbeobachtung zu schreiben, und da hatte ein Mädchen sehr schlecht abgeschnitten. Sie hatte dann behauptet, dass mein Sohn zu ihr gegangen wäre und hätte ihr verschiedene Ergebnisse wieder ausradiert. Das ging sogar bis zur Direktorin, weil die Eltern des Mädchens das vorantrieben. Gott Sei Dank hat sich das dann noch aufgeklärt, und das Mädchen hatte zugegeben, dass sie gelogen hatte. Ich finde das aber wirklich unglaublich. Aber an was liegt das? Warum ruft mich die Lehrerin wegen solcher Kleinigkeiten an (oder sind das keine Kleinigkeiten?) – Ich bin halt keine Psychologin, die jede Geste analysiert und sofort Verhaltensstörungen diagnostiziert. Ich kann es mir nicht erklären. Ich bin wirklich ernsthaft am überlegen, ob ich ihn aus der Schule nehmen soll und woanders anmelden. Was meint ihr?
Vielen Dank – und sorry wegen dem ellenlangen Text. Bin nur echt stinksauer gerade.

Anita

 
3 Antworten:

Re: Probleme mit Klassenkameraden -ellenlanger Text

Antwort von SusanneZ am 25.06.2006, 0:51 Uhr

Grundsätzlich finde ich das Verhalten deines Sohnes nicht auffällig, sondern der Situation angemessen. Wissen die Erzieher auch den Lebensablauf deines Sohnes wie du ihn uns geschildert hast.

Dein Sohn versucht krampfhaft Anschluss zu finden in einer geschlossenen Gemeinschaft. Da läuft jedes Kind jedem potenziellen Freund hinterher und nimmt auch negative Signale (zum Selbstschutz) nicht wahr sonder versucht es bis zum äußersten. Nun hat er ein paar Freunde gefunden und setzt sich auch ein wenig zur Ruhe und naja, wenn die anderen ihn ausschließen, dann will er sie jetzt natürlich auch ausschließen. Somit kommt der Fussball, der ihn nicht interessiert, gerade recht für ein Abwehrargument. Vollkommen normal und traurige Situation für deinen Sohn.

Äußerungen wie: "Die die und der sind ein Paar und haben Sex miteinander." kann glaube ich kein Kind so richtig ab, weil sie in dem Alter auch glaub ich ein wenig gemischte Gefühle mit der Beziehung zun anderen Geschlecht haben. Zu meiner Zeit, also vor etwa 12 Jahren war das nicht anders, nur da war noch von Knutschen die Rede und jetzt eben vom Sex. Das macht wohl die Zeit, wobei Kinder immer frühreifer bei sexuellen Dingen werden.

Die Rolle der Pädagogen würde ich so einschätzen wie ich es schon öfter erlebt habe. Sie mögen Kinder mit Eingliederungsproblemen nicht so besonders bzw. haben kein Verständnis dafür. Wohnen die denn auch im Dorf, dann kann das vorgefertigtes Image auch noch negativ wirken. In einem Dorf wird viel getratscht und Gruppen bilden sich enger als sonst irgendwo. Je gefestigter die Gruppe desto mehr werden Fremde auch ausgeschlossen. Gleiches kannst du bei Primaten in freier Natur sehen - das ist das gleiche Prinzip.

Um des Friedens Willen, wenn ihr in dem Dorf weiter leben wollt, sieh zu, dass ihr am Wochenende mal gemeinsam im Dorf euer Image auffrischen könnt. Du solltest also auch mal bei den Eltern von Mitschülern, die dein Sohn nicht ganz so mag, vorbeischauen und jede Gelegenheit nutzen euch positiv bekannt zu machen. Ein Grundsatz gilt: Bekanntes ist dem Menschen automatisch sympathischer. nicht umsonst wird Werbung gemacht :-) Du hast zu den Schwierigkeiten deines Sohnes massiv beigetragen - das diese Probleme auftreten in einem Dorf, ist nichts geheimes.

Das Rausnehmen aus der Schule sollte der letzte Schritt sein. Beachtet auch, dass in einer Schule eines anderen Dorfes gleiche Probleme auftreten werden. Somit wäre es besser ihn in eine Schule einer Stadt zu geben. Aber auch hier haben sich schon Freunde gefunden und Gruppen gebildet.

Also, macht euch positiv bekannt, redet mal mit den Pädagogen und unterstütze deinen Sohn in seinem Handeln.

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Re: vor etwa 17 jahren sollte es heißen

Antwort von SusanneZ am 25.06.2006, 0:52 Uhr

o.T.

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Re: Probleme mit Klassenkameraden -ellenlanger Text

Antwort von MamaMalZwei am 25.06.2006, 11:52 Uhr

Liebe Anita, wir haben dieselben Probleme mit unserem Sohn. Leider ist es gerade in kleinen Dörfern so, das "Reingeschmackerte" von vornherein schlechte Karten haben.Bei uns war es so, dass unsere Kinder in andere Kindergarteneinrichtungen gehen mussten, weil sie eben Probleme mit der Sprache bzw. mit der Wahrnehmung hatten.
Es stimmt, was Susanne Z. sagt, das Verhalten deines Sohnes ist eben so, weil die Situation so ist. Auch das mit den Lügengeschichten, die andere über ihn erzählen, ist so. Mich rief eine Mutter an, unserer Junge hätte auf einem Gespensterbild einen Grabstein mit dem Namen ihres Sohnes gemalt. Ich stellte ihn zur Rede, er sagte nichts, aber versprach, den Namen auszuradieren und sich zu entschuldigen. Am Ende sah ich mir das Bild an, er hatte zwar den Namen einer Mitschülerin auf den Grabstein geschrieben, aber eben nicht den von diesem Jungen. Unser Junge gab an, er hätte so reagiert, weil ihn die Mitschüler immer wieder fragen, ob er behindert wäre.
Ich habe unserem Jungen einfach Zeit gelassen, ihn unterstützt und ihn nicht unter Druck gesetzt. Mittlerweile ist er innerlich sehr stark geworden und hat zwei Freunde in der Klasse. LG

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