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Geschrieben von meine_lieblinge am 26.06.2006, 18:39 Uhr

Probleme in der Grundschule

Seit unsere Zwillinge Sebastian und Christian die Schule besuchen, gibt es Probleme. Sie sind in der 25 SSW geboren. Obwohl in der Entwicklung immer etwas zurück, sind beide gesund. Es würde mir sehr helfen, wenn ich Erfahrungen austauschen könnte. Über jede Hilfe wäre ich wirklich froh.
Die Lehrerin hat mir mehrfach verständlich gemacht, daß sie keine Rücksicht nehmen kann. Der Zeitplan zum Vermitteln des Unterrichtsstoffs muß eingehalten werden. Am meisten belastet mich die Trennung der beiden Kinder voneinander. Mit Beginn der Schule habe ich versucht diese zu vermeiden. Das bedeutete für Christian üben und wenig Freizeit. Seit Beginn der 3. Klasse schaffe ich es nicht mehr beiden Kindern den fehlenden Unterrichtsstoff zu Hause zu vermitteln. Denn alles, was sie bis jetzt gelernt haben, das habe ich ihnen beigebracht. Ich fühle mich sowohl von der Lehrerin, als auch von der Direktorin und dem gesamten Schulsystem im Stich gelassen. Der Schulpsychologe vertritt die Meinung, daß Christian auf der "Normalschule" richtig ist. Nur, was will ich mit dieser Schule, wenn dort allen egal ist, was aus Christian wird. Er ist auf Hilfe angewiesen.
Über Eure Meinung würde ich mich sehr freuen. Ihr könnt mir auch eine e-mail senden. Danke! Gabi

 
6 Antworten:

Re: Probleme in der Grundschule

Antwort von like am 26.06.2006, 19:07 Uhr

Das ist sehr traurig, dass Lehrer und Schule so mit euren Kindern umgehen - jedes Kind hat ein Recht auf entsprechende Förderung und für die, denen es nicht so leicht fällt (und die, so wie in eurem Fall, auf der Regelschule an sich schon richtig sind), sollte es im Normalfall Förderstunden geben (Bei uns - Dorfschule in BW - gibt es das auch und es wird durchaus versucht, den Schwachen soweit irgend möglich zu helfen). Kommt keine Alternativschule für euch in Frage? Montessori, Waldorff, Privatschule? Da haben die Lehrer oft noch eher das Bewusstsein, dass sie ja ihr Geld von den Eltern bekommen, die dafür auch eine Leistung für jedes einzelne Kind erwarten können - d.h. das Engagement für eure Kinder könnte evtl. größer sein.

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Re: Probleme in der Grundschule

Antwort von KaMeKai am 26.06.2006, 19:28 Uhr

puh, das ist wirklich schrecklich, was Deinen Kindern da widerfährt. An der Schule meiner Tochter wird das Gegenteil praiktiziert. Schwächere Kinder bekommen speziellen Förderunterricht, es gibt pro Klasse 2 Behinderte Kinder, die eine extra Sonderschullehrerin haben. Integrationshelfer der behinderten Kinder kümmern sich gelegentlich auch um die anderen und jeder hilft jedem.
Wenn die Schulpsychologin der Meinung ist, dass das die richtige Schule für Deinen Sohn ist, könntest Du dann nicht mit ihr gemeinsam mit der Schulleitung sprechen?
Vielleicht könnten die beiden Jungs doch in eine Klasse und so könnte der schwächere vom stärkeren profitieren?
Ich denke, Du kannst wirklich nur etwas erreichen, wenn Du mit der Leitung sprichst, mit der Lehrerin scheint das ja nicht möglich zu sein.

Berichte mal, wie es weiter geht mit Deinen Jungs.
LG
Kathrin

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Re: Probleme in der Grundschule

Antwort von sechsfachmama am 27.06.2006, 10:36 Uhr

ích setz mal hier meinen Artikel rein, den ich schon mal zu einem ähnlichen Problem schrieb - allerdings nicht zur zu Mathe und beim Schulpsychologen ward ihr ja auch schon, aber ich denke, trotzdem kann man bissel was "rausnehmen"? Auf jeden Fall würde ich Ergotherapie anstreben - dort wird auf jedes Kind genau die Therapie zugeschnitten. Nur Nachhilfe und "übenübenüben" bringt gar nix, weil die Ursache ja nicht behoben wird.

meine Tochter (fast 11) wollte auch nicht gerne lesen. Die Jungs lasen schon nach 6 Wochen Schule die ersten Wörter, sie interessierte es nicht. Ende 1. Klasse fing sie bissel an. Dann las sie schon mehr, auch Kinderbücher große Schrift usw., aber wenn ich sie fragte, was sie gelesen hat - weiß ich nicht, das kann ich mir nicht merken, ich muss ja lesen ...
In Mathe Probleme, Textaufgaben lösen katastrophal, logische Schlussfolgerungen usw ...
Jedenfalls glaubte ich erst an LRS (auch wegen der vielen Fehler) und Rechenschwäche. Beim Psychologen Test machen lassen - sie hat IQ von 68 und sollte dringendst auf Hilfsschule, ansonsten würde sie "verheizt" - Lösung des Problems gäbe es keins (diese Diagnose haben bisher alle Kinder erhalten von meinen Bekannten, die bisher dort waren). Das stellte mich nicht zufrieden. Sie ist ein sehr umgängliches Mädchen - Hausmütterchen pur, musisch, künstlerisch begabt, malt schön, denkt sich Gedichte, Lieder, Geschichten aus, spielt viele Rollenspiele mit den Geschwistern, kann mir die Küche komplett in Ordnung halten - hat also vollen Durchblick ...
Bin zu der Logopädin, bei der auch die Kinder meiner Freundin waren, nur mal so zum "Schnuppern" - sie meinte, dass sie die Diagnose auch nicht bestätigen kann nach der halben Stunde Beobachtung - ich soll mir dringend eine zweite Diagnose einholen.
Ein anderes Institut sagte mir, dass sie den gleichen Test machen, also bringe das nix und außerdem bezahlt das nicht die KK. Ich soll mich doch ans Regionalschulamt wenden. Hab ich auch gemacht.
Wir waren paar Mal dort, sie hat wieder Tests gemacht, allerdings rein Schulwissen. Ergebnis: sie hat eine Konzentrationsstörung und eine Untergrundwahrnehmungsstörung. Dringend Ergotherapie und Konzentratiionsübungen.
In der Schule mit einer Leherin hat sie daraufhin erstmal 10 Stunden Konzentrationsübungen gemacht - mit dem Erfolg, dass sie in einem Laufdiktat sogar mal eine eins heimbrachte, das ist noch nie passiert. Jetzt sind wir in der Ergo und dort waren die ersten drei Mal auch "nur" Diagnose. Ergebnis: die Konzentrationsstörung kommt von einer Überforderung. Irgendwann fühlt sie sich der Sache nicht mehr gewachsen und flüchtet sich in eine Traumwelt. Hat wieder mit der Untergrundwahrnehmungsstörung zu tun - da sie damit große Probleme hat (siehe erste Leseversuche), muss sie soviel Kraft investieren, dass diese nicht bis zum Schluss reicht.
Sie hat Probleme in der Formkonstanz (also durchhalten, dranbleiben usw.), hängt alles mitnander zusammen.
Jetzt weiß ich auch, warum sie noch nie gerne gepuzzelt hat, das ist für sie die reinste Quälerei. Sie kann diese Details auf den Puzzleteilen gar nicht richtig erkennen, die Unterschiede der Ausbuchtungen usw.
Deshalb ist für sie Lesen und Textaufgaben lösen auch so anstrengend. Sie muss sich dermaßen auf das Erfassen der Buchstaben konzentrieren, dass nicht mehr Kraft für das Merken und Verarbeiten bleibt. Ist sie am Ende von einer Textaufgabe mit Durchlesen angekommen, weiß sie eigentlich gar nicht mehr, was drinstand ...
Es muss nicht immer eine "nur" Unlust des Kindes dahinterstecken - oft haben die Sachen wirklich begründete Ursachen. Ich würd mal solche Tests machen lassen, bevor sich das Kind quält. Kost ja nix, außer Zeit und Fahrtkosten ... aber besser testen lassen und es ist nix, als nicht testen lassen und sich ewig rumärgern.
Nachhilfeinstitute wollen für solche Tests immer haufenweise Geld ... ich war mal zu so einem Vortrag - dann dachte ich - was machen die Eltern, die kein Geld für Nachhilfe haben? Und kam über Umwege auf das Regionalschulamt. Dort wurde mir auch gesagt, dass sämtliche Nachhilfe übers Regionalschulamt und die Schule (Beratungslehrerin) abgedeckt werden können.


Allerdings bin ich mit der Vorgehensweise in der GS auch nicht überall zufrieden ... mit der Schulpsychologin vom Regionalschulamt, der Klassen- und der Mathelehrerin (die Direktorin) haben wir abgesprochen, dass sie sämtliche Arbeiten, die als Kopien den Kindern ausgeteilt werden, auf farbiges Papier bekommt (grün regt an) und dass auch div. weitere Kinder, die nicht so gut sind, das so bekommen, damit nicht erst groß Fragen auftauchen bei den Kindern.
Das Endergebnis: nur zwei Mathearbeiten wurden so geschrieben, nur sie alleine bekam farbiges Papier und das war ihr zu blöd (warum kriegst du denn ein grünes Blatt ...) und diese zwei Mathearbeiten hat sie auch "verhaun" - sprich mit 4 geschrieben. Ein eindeutiges Zeichen für die Lehrer, dass diese Methode überhaupt nix bringt ...
ja klar, nach zweimal und wo sie gerade erst angefangen hatte mit Konzentrationsübungen.
Den anderen Fachlehrern wurde die Info, dass sie oben genannte Diagnose hat, gar nicht erst weiter gereicht ...

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Re: Probleme in der Grundschule

Antwort von meine_lieblinge am 27.06.2006, 16:31 Uhr

Danke für Deinen lieben Brief. Es ist für mich eine große Erleichtung. Schon wenn ich über meine Probleme schreiben kann, und jemand mich versteht, das hilft mir ungemein.
Tatsache ist, daß wir fast zwei Jahre in der Ergo waren. Durch die Überforderung in der Schule und einen ständigen Therapeutenwechsel sind wir zu dem Schluß gekommen, daß die Ergo nicht den gewünschten Erfolg für die Probleme in der Schule bringt.
Christian ist auch ein sehr begabter Maler. Er hat schon Bilder gemalt, da konnten wir nur staunen. Da er in der Lage ist, seine Umwelt sehr genau zu studieren. Leider bringt ihn dieses Talent auch in Mathe kein Stück weiter.
Nach anderen geeigneten Schule haben wir uns auch umgesehen. Privatschulen gibt es in unserer Nähe keine. Eine ev. Schule auch nicht und die Alternativschule nimmt keine Kinder mehr auf, sie ist voll. Es bleibt für unseren Christian nur die Förderschule.
Am liebsten würde ich Sebastian auch gleich mit von der Regelschule nehmen. Keiner kann sagen, wie er die Trennung verkraften wird. Wird er aufatmen, da er die Niederlagen seines Bruders nicht mehr so mitbekommt, oder läßt er sich hängen, um ihm wieder nahe zu sein.
Erst heute wieder saßen wir bei den HA. Immer wieder ist es das gleiche. Die leichten Aufgaben werden in der Schule erklärt, die schweren bleiben für mich zu Hause. Ich kann mir ja dann den Kopf zerbrechen, wie ich es dem Kind verständlich mache. Die Lehrerin hat eine weiße Weste, es sind ja schließlich nicht ihre Kinder. Ein ausführliches Gespräch mit der Schulleiterin ergab keinen Erfolg. Sie stellt sich auf die Seite der Lehrerin. Sie können auch die Meinung des Schulpsychologe nicht verstehen. Christian muß weg, er stört nur das Klassenbild der guten Schüler.Ich kann sie jedenfalls nicht hängen lassen. Wer soll ihnen denn helfen, wenn nicht ich? Nachhilfe kommt wohl auch nicht in Frage, da sie nach der Schule gar nicht mehr in der Lage sind, etwas aufzunehmen. Auch von einem Fremden nicht.
Der Schulpsychologe hat es mir auch ziemlich deutlich gemacht, was hier abläuft. Er sagte:"Wenn die Schule und die Lehrerin Ihnen beweisen will, daß Christian nicht auf die Regelschule gehört, dann können die das mit entsprechenden Aufgaben und den folgenden schlechten Zensuren. Diese Macht hat die Schule. Egal ob Sie oder ich da anderer Meinung sind. In unserer Region ist das Schulsystem auf Selektion aus. Mit Beginn der Schule wird aussortiert, egal wie. Keine Rücksicht." Dieses Gespräch hat mich schockiert, aber es machte mir auch klar, wir sind machtlos gegen diese Ungerechtigkeit.
Auch in Deutsch ist Christian z. Z. nicht besser. Es bricht mir das Herz, wenn er nur noch 6en heim bringt. Wie soll ich sein Selbstbewußtsein wieder aufrichten. Ein Bsp. im letzten Laufdiktat hat er zwei Sätzen zeitlich nicht geschafft. Alle anderen Sätze, nicht einen einzigen Fehler. 6! Das ist nicht leicht für mich, mit diesen Niederlagen zu leben. Ich habe auch mit der Lehrerin gesprochen, ob sie ihm wohl einige Arbeiten ersparen kann, wenn sowieso feststeht, daß Christian die Schule verlassen wird. Keine Chance! Wenn die Lehrerin Klassenarbeiten ausgibt und ein 6 bekanntgibt, dann flüstern schon alle in der Klasse: "Die hat bestimmt der Chrsitian!" Das ist doch Quälerei oder nicht?
Ich versuche mir immer wieder Mut zu machen. Er ist mein Engel, egal wie viele 6en er nach Hause bringt, und das weiß er auch.
Ich möchte Dir auf jeden Fall noch einmal danken, für den Brief. Das bedeutet mir wirklich viel.
LG Gabi

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Re: Probleme in der Grundschule

Antwort von MamaMalZwei am 28.06.2006, 9:46 Uhr

Hallo Gabi, das hört sich ja wirklich traurig an. Leider ist unser Schulsystem darauf angelegt, Kinder mit Schwächen sofort auszusortieren. Kannst du irgendwas drehen, dass für ihn eine andere Grundschule zuständig ist, zb. auf dem Papier den Wohsitz zur Oma verlegen oder so?
Vielleicht hilft es dir auch, wenn ich dir folgende Geschichte erzähle: Eine Mutter sprach mich an, ihrem Mädchen würde in der Grundschule nur Steine in den Weg gelegt. Ich regte an, den Schritt zu machen, eine Überprüfung bei der Sprachheilschule zu machen. Die Überprüfungslehrerin kam, setzte sich in die Klasse ohne dass das Mädchen wußte, worum es geht. Hinterher sagte die Lehrerin: "Nicht das Kind hat ein Problem, die Lehrerin hat ein Problem mit dem Kind!" Sie durfte die Klasse wechseln und kam in der Parallelklasse besser mit.
Es muss also bei einer Überprüfung nicht ungedingt herauskommen, dass das Kind die Schule wechseln muss. Ansonsten ist eine Förderschule nicht unbedingt ein Beinbruch. Ich habe zwei Kinder da gehabtund auch wieder weggekriegt, eins davon besucht das Gymnasium. LG

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Erst mal mein tiefes Mitgefühl!!!

Antwort von Trini am 28.06.2006, 10:13 Uhr

Zu Christian sind ja hier schob viele gute Rtaschläge gekommen.

Jetzt mal zu einer eventuellen Trennung der Brüder.

Die halte ich für gar nicht so schlecht.

Sie haben sich ja immer noch den ganzen Nachmittag.

Bei uns werden (wurden bisher) Zwillinge generell getrennt, schon in den Kindergärten.

Finde ich eigentlich gut.

Mein Großer hat auch einen "halben Zwilling) in der Klasse, dessen Bruder auf die Förderschule gkommen ist und ein Zwillingsmädchen, deren Schwester geprungen ist. Das ist natürlich sehr viel einfacher, wenn die Kinder individuell gesehen werden und nicht als Einheit.

Trini

PS: Wir haben im Dorf etwa 60 jährige Zwillingsfrauen wohnen, die nie bei Mutti ausgezogen sind und immer noch in den gleichen Sachen rumlaufen.

PS: Habt Ihr schomal checken lassen, ob Christian KISS haben könnte.

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