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Geschrieben von Henri3 am 19.10.2006, 9:02 Uhr

Kind setzt sich selber zu sehr unter Druck

Hallo !!!
Wer von Euch hat auch ein Kind, dass so super-ehrgeizig ist, immer das Beste sein will und sich dadurch unnötig unter Druck setzt??

Mein Sohn ist jetzt im ersten Schuljahr und - wie die LEhrerin mir sagte - ein sehr guter Schüler.
Gestern allerdings haben sie eine unangekündigte Mathearbeit geschrieben. das war die erste! Er hat direkt so Panik bekommen, dass nichts mehr ging. Er hatte ein Brett vor dem Kopf und hat angefangen zu weinen. Nach und nach hat er sich beruhigt und aufeinmal fiel ihm alles wieder ganz leicht, so dass er alles richtig gemacht hat. Die Lehrerin mußte ihm allerdings auf die Sprünge helfen.

ICh finde das enorm, wenn ein Kind sich schon mit gerade 6 sooo unter Druck setzt. Was kann man da wohl machen?? Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht? Ich habe Angst, dass mein Sohn so bald keine Lust mehr an der Schule hat und er dadurch total schlecht wird..

Liebe Grüsse
MElanie

 
5 Antworten:

Re: Kind setzt sich selber zu sehr unter Druck

Antwort von Birgit67 am 19.10.2006, 17:46 Uhr

versuche ihm beizubringen, dass es nicht schlimm ist wenn er mal was nicht kann, denn nicht jeder kann alles, irgendwas muss man lernen - und hole Dir Hilfe von der Lehrerin, die hat Deinen Sohn in der Klasse und kann am besten damit umgehen wenn es eine gute Lehrerin ist sie findet das richtige um ihn bei der Lernfreude zu halten ohne dass er sich selber weiter unter Druck setzt.

Gruss Birgit

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Die Antwort gibst Du Dir schon selber...

Antwort von abb am 19.10.2006, 18:53 Uhr

Hallo Melanie, Du hast Angst, dass er die Lust verliert und "total schlecht wird"... Ich denke, es gibt ganz wenige Kinder, die sich selber unter Druck setzen...seid Ihr zu Hause vielleicht sehr leistungsorientiert? Kinder spüren das ziemlich genau und orientieren sich auch daran. Wie reagierst Du als Mutter auf gute Noten? Am besten nicht zu überschwänglich, denn das proviziert auch Ängste im Kind, Deinen Ansprüchen nicht zu genügen. Es hilft sehr oft, sein eigenes Verhalten zu hinterfragen. Wie wichtig ist es Dir, dass Dein Kind ein guter Schüler ist? Nur ein paar Denkanstöße von einer Zensurengegnerin:-)
Liebe Grüße Susi

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Re: Wie sind denn Eure Erwartungen?

Antwort von Bonnie am 19.10.2006, 20:30 Uhr

Hallo Melanie,

das Verhalten Deines Sohnes ist ja ein Signal an Dich und Deinen Partner. Offenbar glaubt Euer Sohn, dass er in erster Linie für Leistung oder ein bestimmtes Können geliebt wird. Ihr könnt ihm helfen, wenn Ihr ihm vermittelt, dass Ihr ihn liebt, ganz einfach weil er da ist. Lobt ihn eine Weile mal nicht so sehr, wenn er etwas geschafft hat. Sondern z.B. für eine originelle Idee, für eine eigene Meinung über etwas oder jemanden, wenn er jemandem geholfen oder sich besonders fair verhalten hat, für ein Spiel, das er sich überlegt hat oder auch für eine sehr unvollkommene Zeichnung oder Bastelei.

Mit der Zeit wird er merken, dass Ihr ihn wunderbar findet, so wie er ist - und nicht für das, was er kann und leistet. Das wird den Druck von ihm nehmen.

Gleichzeitig könnt Ihr auch überlegen, welches Vorbild Ihr selbst vermittelt: Wenn Ihr (nur als Beispiel) selbst großen Wert auf Leistung legt, vielleicht öfters mal schlecht über "faule" Menschen oder sogenannte Verlierertypen in der Nachbarschaft oder dem TV redet, Euch eventuell verächtlich über Arbeitslose oder Sozialhilfeempfänger äußert usw. - dann kann auch dies dazu führen, dass Euer Sohn fürchtet, nicht geliebt zu sein, wenn er nicht genug "bringt".

Das ist nur so eine Anregung, sie muss auf Euch natürlich nicht zutreffen. Meist ist es aber schon so, dass sehr ehrgeizige Kinder auch Eltern mit hohen Erwartungen haben - die diese oft nicht mit Worten, sondern ganz unterschwellig und indirekt vermitteln. Sich selbst darauf hin mal ehrlich zu überprüfen, ist auf jeden Fall hilfreich ;-)

Liebe Grüße,

Bonnie

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Re: Kind setzt sich selber zu sehr unter Druck

Antwort von sun1024 am 19.10.2006, 23:01 Uhr

Oh ja, meine Älteste ist auch so eine Perfektionistin. Wie oft hat sie ganze Reihen oder gar eine ganze Seite wegradiert, wenn sie nicht ordentlich an den Kästchen / Linien ausgerichtet waren... *seufz*

Es ist schön, dass dein Sohn die Situation geschafft hat. Er ist ja nicht die ganze Zeit heulend da sitzen geblieben, sondern hat sich wieder gefangen, das ist schon ein großer Schritt! Habe nicht gleich Panik, sonst bekommt er sie womöglich auch.

Den Tipps der anderen kann ich mich zwar anschließen... aber muss auch relativieren, dass kleine Überperfektionisten nicht so leicht zu "heilen" sind.
Wir loben hier zuhause wirklich viel und für alles mögliche, auch für etwas versuchtes und nicht geschafftes... Leistungen und Noten sind uns relativ egal... wir zeigen den Kindern unsere Zuneigung auch gerade in Situationen, in denen sie "rumspinnen" und "komisch" sind... wir selbst sind überhaupt nicht karriere- oder geldgeil, sondern wuseln uns durch den schönen Tag... aber gegen den Perfektionismus der Großen (inzwischen 8 Jahre und 4. Klasse) kommt man nicht so leicht an...

Es ist einfach ein Charakterzug, und auch mit dem kann man auf Dauer leben lernen...

Ich würde versuchen, das Thema Prüfung und Brett vorm Kopf erst mal nicht weiter zu beachten, vielleicht bringt das ja auch schon was.

LG sun

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Charakterzug !

Antwort von kiaranina am 21.10.2006, 13:39 Uhr

Nachbars haben auch so eine. Sehr intelligent und der Ehrgeiz die beste sein zu wollen. Es ist jetzt in der 2. Klasse etwas besser geworden, da sie ihre Stellung "festigen" konnte und gelernt hat, dass es auch erträglich ist, wenn die Freundin nebenan einen Fleißstern mehr im Heft hat. Ihre Eltern und die Schwester sind nicht perfektionistisch und fordern auch keine Spitzenleistungen von ihr.

Die Kleine weiß aber von ganz alleine schon, dass sie aufs Gymnasium will und dafür gut sein muss. Da hilft nur viel Verständnis und Liebe.

Übrigends glaube ich nicht daran, dass man ein Kind zum Perfektionismus "erziehen" kann. Meiner lernt keinen Schlag mehr als er muss - und wenn mal was schief geht ärgert ihn das auch, artet aber nicht gleich in eine tränenreiche Katastrophe aus. Er versteht, dass es egal ist welche Note man bekommt, wenn man das beste gegeben und und er versteht auch das Flüchtigkeitsfehler bei allen Kindern mal vorkommen.

LG Maria

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