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Geschrieben von gizmo666 am 20.03.2015, 21:11 Uhr

Freunde finden

Hallo,
ich wende mich an euch, weil ich ratlos bin. Unser Sohn ist in der 2. Klasse, aber findet einfach keinen richtigen Freund. Er hatte sich mit einem Kind aus seiner Klasse angefreundet, aber es klappt einfach mit den beiden nicht mehr. Unser Sohn möchte gerne mit ihm befreundet sein, aber das andere Kind nicht mit ihm. Und sobald unser Sohn versucht mit dem Kind zu spielen, dies aber nicht will, bekommen sie richtig übel Streit. Unser Sohn ist schon immer eher ein Einzelgänger. Aber möchte gerne auch einen festen Kumpel. Aber er hat noch nicht den passenden Kumpel gefunden. Am schlimmsten ist, dass mich immer wieder die Lehrerin anspricht und mir sagt, dass unser Sohn nicht versteht, das das andere Kind nicht mit ihm befreundet sein will oder spielen. was soll ich denn unserem Sohn noch sagen, außer dem Kind aus dem Weg zu gehen, weil der andere den Kontakt mit ihm nicht möchte? Mir tut unser Sohn dann auch immer leid. Es tut mir in der Seele weh, weil ich schon denke, dass er unglücklich ist. In seiner Klasse ist es aber auch schwer, mit den Jungs klar zu kommen, weil viele einfach sehr aggressiv sind und ungerecht anderen gegenüber. Unser Sohn geht zwar zum Tischtennis, aber da ist er der Jüngste und sonst ist er kein Vereinstyp.

Was soll ich noch tun?

Würde mich über Antworten freuen.

 
8 Antworten:

Re: Freunde finden

Antwort von krummenau am 20.03.2015, 21:47 Uhr

Hat Dein Sohn Freunde außerhalb der Schule?
Oder wen in einer anderen Klasse?
Irgendwie erwartet "man" immer, daß Kinder ganz selbstverständlich in ihrer Klasse Freunde finden. Man muß aber bedenken, daß Klassen aus einer mehr oder minder willkürlich zusammengewürfelten Gruppe Kinder besteht.
Erwachsene im Beruf, die vielleicht mit plusminus 20 Kollegen in einer Firma arbeiten, sind meist schon froh, wenn sie mit jedem halbwegs gut klarkommen. Freundschfaten im Büro mögen durchaus auch vorkommen, werden aber erstmal nicht erwartet.
Warum erwartet man also von Kindern, und die Kinder dann eben auch von sich selber, daß sie Freunde in der Klasse finden müssen - gerade, wenn es eher Einzelgänger sind?
Mein großer Sohn, 7. Klasse, ist eher so der Gruppenmensch und hat zu Grundschukzeiten fast alle Jungs aus seiner Klasse zum Geburtstag eingeladen, da das ja alles seine Freunde waren. Ich fand zwar immer, daß die nicht recht zu ihm passen, habe ihn aber gelassen.
Mit dem Schulwechsel (er kam aufs Gymnasium, die aneren alle auf die Realschule) hatte sich das komplett erledigt, es gab keinerlei Kontakte mehr, und erst da hat er gesehen, daß das reine Spielkumpels und Klassenkameraden, aber eben keine Freunde waren.
Jetzt auf dem Gymnasium hat er in seiner Klasse 2 bis 3 richtig gute Freunde, die nun wirklich echte Freunde sind. Das erkennt er nun selber.
Mein jüngerer Sohn, absolut kein Gruppenmensch, 6. Klasse, hat von kleinauf den Begriff "Freund" sehr viel enger definiert. Er hat bislang noch NIE in einer seiner Klassen einen Freund gewonnen. Zeitweilig war er in der Grundschule mit einem Kigafreund in derselben Klasse und die beiden blieben befreundet, aber neu hinzugewonnen hat er keinen Freund aus seiner Klasse, weder auf der Grundschule noch in den anderthalb Jahren, die er jetzt auf dem Gymnasium ist.
Dafür hat er sehr langjährige und beständige Freundschaften eben aus Krabbelgruppen- und Kigazeiten, die den Schulwechsel und auch getrennte Klassen, in die die Kinder nach dem Kiga kamen, überdauert haben. Er hat also genug Freunde, aber eben keinen in seiner Klasse.
Sicher ist es schön, wenn es innerhalb der Klasse paßt und man dort einen guten Freund findet, erzwingen kann man das aber nicht. Wichtig ist, daß Dein Sohn sich nicht falsch fühlt, weil er in der Klasse keinen Freund findet. Vielleicht knüpft er anderswo Kontakte über gemeinsame Hobbies oder in einem Rahmen, der eben mehr verbindet als das zufällig in einer Klasse sein.
Daß er sich so sehr auf den einen Jungen fixiert, der nicht mit ihm befreundet sein möchte, ist sicher sehr kontraproduktiv, denn dann hat er wenig Augen für potentielle andere Freunde. Das muß er respektieren lernen, wenn der andere nicht mag.

LG von Silke

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Re: Freunde finden

Antwort von gizmo666 am 20.03.2015, 22:11 Uhr

Hallo Silke,
Danke für deine Antwort. Ich sehe das genauso wie du. Ich kann ihn nicht zwingen mit irgendwem zu spielen, wenn er nicht will. Aus einer anderen Klasse ist er nur mit einem Kind "befreundet". Sie gehen auch zusammen zur Schule und spielen zusammen, weil dieses Kind direkter Nachbar von uns ist. Aber in den Pausen hat dieser Junge andere Freunde. Also beschränkt es sich nur auf privat oder auf Schulweg hin oder rück. Sonst hat er keine Kinder, mit denen er Kontakt haben möchte. Er möchte sich nun mit einem anderen Jungen aus der anderen Klasse verabreden und ich hoffe, dass das klappt. Es wäre schön, wenn er wenigstens einen guten Freund hätte. Das sich alles beim Schulwechsel nochmal ändert war ja bei uns nicht anders. Ich habe heute zu keinem von früher noch Kontakt. Unser Sohn ist auch eher ein draußen Kind, was heute immer weniger ist, die meisten kids sitzen vor der Konsole etc. er ist auch so ein kleiner Kasper und macht viel Quatsch. Bei uns sind viele Kinder im Fußball Verein etc. und so ein Vereinstyp ist unser wie gesagt nicht und das macht glaube viel aus, wenn man im Verein ist. Man fühlt sich als Eltern nur einfach so hilflos und möchte gerne, dass es seinem Kind gut geht. Ich glaube auch nicht, dass er jetzt total unglücklich ist, wie es ist.

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Re: Freunde finden

Antwort von pflaumenbaum am 20.03.2015, 22:11 Uhr

Mein Sohn ist eigentlich anders er hat immer viele Freunde und ist seeeeehr gesellig (wir fragen uns immer, woher er das hat), er ruft auch Freunde an und wird angerufen. Aber was ich kenne ist, dass er andere Kinder ein bißchen auf die Nerven geht und diese "belagert". Ich glaube, letztendlich muss er aber selber lernen, dass er anderen damit möglicherweise auf den Geist geht. Die Lehrerin sollte also nicht DIR das sagen, sondern mit den beiden nochmal reden. Was sollst du denn machen? Sag ihr, dass dich das stresst.
Ansonsten: gibt es NAchbarskindern, oder Kinder von Freunden, mit denen dein Sohn befreundet sein könnte?

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Re: Freunde finden

Antwort von leonessa am 21.03.2015, 8:58 Uhr

"Man fühlt sich als Eltern nur einfach so hilflos und möchte gerne, dass es seinem Kind gut geht. Ich glaube auch nicht, dass er jetzt total unglücklich ist, wie es ist."

Men Sohn (3. Klasse) ist ähnlich wie Deiner. Er hat keine "besten Freunde" - findet aber draußen meist jemandem, mit dem er spielt - im Winter war das jetzt aber schwieriger. In seiner Klasse hat er gar keinen Freund. Ich habe das mal der Sozialpädagogin an unserer Schule erzählt und gefragt, was sie davon hält.

Sie fragte nur, ob mein Kind unglücklich darüber ist. Ich habe verneint und sie sagte zu mir, dass das ja dann MEIN Problem wäre und nicht das meines Sohnes. Ich habe darüber nachgedacht und festgestellt, dass es stimmt.


Alles Gute, Leonessa

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Re: Freunde finden

Antwort von Pamo am 21.03.2015, 12:52 Uhr

Genau. Manche Kinder wollen nicht unserer Idealvorstellung entsprechen und sind ganz froh, wenn sie in Ruhe gelassen werden. Das Kind der TE klimgt auch happy, wenn ich die Schilderung als Grundlage nehme.

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Re: Freunde finden

Antwort von MamaMalZwei am 22.03.2015, 16:05 Uhr

Hallo, das hatten wir auch als mein Sohn in dem Alter war. Auch ich hatte mit der Lehrerin zu kämpfen, die der Meinung war, ich wolle unserem Sohn ja gar nicht helfen, Freunde zu finden.
Mich hat das auch sehr mitgenommen damals, zumal die Auswahl an der Sprachheilschule nicht gerade groß war.
Über sein Hobby Musik hat er dann wenigstens Kinder gefunden, mit denen er regelmäßig trommelte. Da er aber anders gestrickt ist als andere Jungs in seinem Alter blieb es für ihn schwierig, bis er im Teeniealter war.
Jetzt hat er im Umkreis mindestens 2-3 sehr gute Freunde.
Sag der Lehrerin einfach, dass es Dich sehr mitnimmt, wenn sie Dich immer wieder darauf anspricht.
Eine meiner Freundinnen (auch mit musikalischem Sohn) hat die Lehrerin damals, als die nicht locker ließ ihr zu sagen, dass das ja wohl sehr auffällig sei, dass X sich mit dem Freundefinden in der Klasse so schwer tut, gefragt, ob sie sie direkt ins Grab oder nur ins Krankenhaus bringen möchte, wenn sie immer darauf herumreite.
Die Lehrerin war geschockt, ließ meine Freundin dann aber in Ruhe. LG

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Re: Freunde finden

Antwort von gizmo666 am 23.03.2015, 7:26 Uhr

Hallo,
danke für eure zahlreichen Antworten. Es baut einen sehr auf. Ich versuche mir um das Thema Freunde nicht soviel Gedanken zu machen. Ich selber weiß aus eigener Erfahrung, wie oft sich das eh noch ändern kann. Heute habe ich 1 gute Freundin und glücklich damit.

Was mich am meisten belastet ist, dass er mit einem Kind befreundet sein will, was auch anfangs klappte, aber jetzt will der Junge es nicht mehr. Unser Sohn stänkert immer mal wieder an ihm rum und such dessen Nähe, was dann zu Streit zwischen den beiden führt und natürlich nervt das auch die Lehrerin. Deswegen spricht sie mich immmer wieder an, wenn es soweit kommt. Ich sage jetzt unserem Sohn schon als, er soll dem anderen Jungen aus dem Weg gehen und das er sicher andere Freunde findet, richtige Freunde, denn der andere Jungen tritt und haut unseren Sohn auch. Und auch er sucht ab und an die Nähe von unserem Sohn. Also sind sie beide nicht ohne. Aber laut Lehrerin ist es schon mehr unser Sohn, der mit dem andern befreundet sein will. Wie mache ich unserem Sohn klar, dass er nicht der richtige Freund ist? Er findet ja sonst auch scheinbar keinen anderen, also versucht er an diesem festzuhalten, was ich irgendwie auch verstehen kann. Es tut nur beiden nicht gut.

Freue mich auf euere Meinungen.

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Re: Freunde finden

Antwort von MamaMalZwei am 24.03.2015, 10:11 Uhr

Hallo, unter Erwachsenen würde man das eine "amour fou" nennen... Das was Du tun kannst, machst Du ja schon.
Eine Frage: Sind alle anderen Kinder in der Klasse "schon vergeben"? Ich kenne es aus meiner Jugend so, dass Jungs sehr offen waren und jeden mitspielen ließen. Die, die immer schrieen "Hände weg, das ist meine Freundin!" waren die Mädchen.
Deshalb war ich bei Lemmi sehr überrascht, das "Mädchenverhalten" plötzlich bei den Jungs wiederzufinden. "Nein, das ist mein Freund! Du hast hier nichts zu suchen!"
Auch er suchte sich deshalb oft problematische Jungs, weil er bei den anderen eben nicht dazwischenkam. Schlimmer noch, wenn die Konstellation aufgeweicht wurde und ein neuer Junge in die Klasse kam und er dachte, jetzt gehe ich mal auf den zu... Pustekuchen! In Nullkommanichts war dieser Junge absorbiert von den anderen, um dann nach kurzer Zeit wieder fallengelassen zu werden, unerreichbar für meinen Sohn.
Tut mir leid, das so sagen zu müssen, aber hier ist Eure Lehrerin gefragt. Statt Dich wild zu machen sollte sie oder ihre Kollegen in Pausen ein Auge darauf haben, dass jeder mitspielen darf. UND DAS GEHT! Bevor hier jemand schreibt, dass das für Lehrer nicht zu leisten ist. Wir kennen Schulen, in denen ein Auge darauf geworfen wird, wie Schüler miteinander umgehen. Das sind die mit dem guten Schulklima... LG

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