Grundschule

Grundschule

Fotogalerie

Redaktion

 
Ansicht der Antworten wählen:

Geschrieben von Chris F. am 23.04.2007, 12:21 Uhr

Angst vor Jugendlichen

Liebes Forum,

mich beschäftigt schon seit einiger Zeit das Thema und ich möchte es heute hier mal im Forum zur Diskussion stellen: haben Eure Kinder auch Angst vor Jugendlichen?
Mein Sohn Joshua (9) bekommt regelrechte Angstzustände vor heranwachsenden Mädchen und Jungen. Es begann mit einigen wirklich blöden Erlebnissen, die er mit Jugendlichen hatte. Einmal bekam er eine Zigarette angeboten, ein anderes Mal wurden sie beim Fußballspielen von einer mehrköpfigen Gruppe "obercooler" Typen geärgert, wiederum ein anderes Mal wurden sie (also Joshua und zwei Freunde) beim Fußballspielen mit Feuerwerkskörpern von irgendwelchen Idioten beschossen. Zum Glück passierte nichts, wir Eltern konnten die Personen aber nicht ausfindig machen.
Jedenfalls führen wir seither ziemlich häufig Gespräche, wie er sich in bestimmten für ihn "brenzligen" Situationen verhalten kann, dass nicht alle Jugendliche gleich schlimme Jugendliche sind usw. usw.
Jetzt waren wir mit einer Freundin und deren Kinder vergangene Woche auf einem Abenteuerspielplatz. Plötzlich kamen zwei ältere Jungs, etwa 13/14 auf das Gelände. Ich sehe nur noch wie Joshua stocksteif wird, sich auf einen Stein setzt und seine Miene sich verdunkelt. Er schien nicht mehr in der Lage sich bewegen zu können, auch nicht als der Sohn meiner Freundin rief, er solle kommen. Ich fragte Joshua, was denn los wäre und er sagte fast tonlos: "Da sind Jugendliche".
Ich war erschrocken. Die Jungs taten gar nichts, waren völlig harmlos, aber Joshua konnte sich nicht mehr einkriegen. Er saß wie zur Salzsäule erstarrt.
Sagt mal, dass ist doch nicht mehr normal. Ich weiß gar nicht mehr, was ich machen soll. Joshua ist sonst eher selbstbewußt, aber mit dieser Situation, also Jugendlichen zu begegnen, wird er nicht fertig.
Was denkt Ihr? Habt Ihr mit Euren Kindern ähnliche Vorfälle erlebt? Was habt Ihr unternommen?

Danke vorab schon mal und viele Grüße
Christiane

 
5 Antworten:

Re: Angst vor Besoffenen!

Antwort von ajnam75 am 23.04.2007, 13:01 Uhr

unser sohn hat angst vor besoffenen. in der stadt haben die ihre plätze und wenn wir dran vorbei müssen, wechselt er die straßenseite und schaut sich immer um.

in freundebüchern steht auch immer "was kannst du nicht leiden" und da erwähnt er diese menschen.

vor jugendlichen hat er keine angst, aber respekt.

habt ihr eine (ich weiss jetzt nicht wie die heisst) achso vertrauenslehrerin oder schulpsychologin? vielleicht kann die mal mit ihm reden?!

denn wenn er in die realschule oder aufs gym kommt, wird er ja mit jugendlichen konfrontiert.

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Eigentlich kenne ich das nicht

Antwort von Romacel am 23.04.2007, 13:08 Uhr

meine Kinder haben keine Angst vor Jugendlichen. Respekt ja, weil sie älter sind, aber Angst...nein.

Allerdings bei dem was Du beschreibst kann ich mir vorstellen, daß dein Sohn regelrecht Panik vor ihnen hat. Klingt schon recht heftig, daß mit den Feuerwerkskörpern.

Was man da machen kann, weiß ich allerdings auch nicht, außer immer wieder mit ihm darüber reden..

LG Romacel

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Re: Angst vor Jugendlichen

Antwort von Elisabeth mit Fumi & Temi am 23.04.2007, 13:18 Uhr

Offensichtlich hat die Erlebnisse noch nicht verarbeitet. Vielleicht braucht er dabei Hilfe? Darf er denn Angst/Unsicherheit/Trauer zeigen?

Fumi hat auch Angst. Sie hat Angst vor Besoffenen - da weiß ich inzwischen, was zumindest zum Größten Teil dahintersteckt, seitdem ist die Angst auch fast verschwunden. Sie hatte in der GS eine "Beste Freundin", bei der sie öfter übernachtet hat. In der Zeit wurde ihre Angst vor Pennern und Besoffenen immer stärker, bis zur Panik. Irgendwann mal haben wir ganz ruhig und ungeplant (!) darüber gesprochen. Da hats sie dann - mehr so nebenbei - erzählt, daß die Mutter der Freundin ihr auch Angst macht. Stellt sich heraus: Die Frau ist Alkoholikerin und säuft sich jeden Abend die Birne zu. Seitdem habe ich Fumi verboten, da zu übernachten, und sie war froh, weil sie ihrer Freundin nicht sagen wollte, daß sie Angst hat. Aber dann konnte sie das auf mich schieben - "Mama erlaubt es nicht!" - und mußte sich nicht rechtfertigen.

Vor Jugendlichen hat sie auch Angst. Auch da gab es ein paar unschöne Dinge, sie wurde beschimpft und bedroht, weil sie schwarz ist. Ihr Angst ist also nicht völlig irrational. Allerdings steigert sie sich da auch ganz stark rein. Meine Therapeutin vermutet, daß sie damit andere Ängste, die sie nicht einordnen oder nicht artikulieren kann/will, kompensiert. Zum Beispiel Verlustängste, weil ihr Vater sich vom Acker gemacht hat oder sowas in der Richtung. Gerade am WE haben wir mal wieder darüber gesprochen und sie könnte sich inzwischen mit einer Psychotherapie anfreunden. Ich habe auch schon Adressen herausgesucht, möchte aber erstmal abwarten, ob das Jugendamt den Einzelfallhelfer, den sie wegen ihrer ADS und Schulproblemen letztes Jahr hatte, noch ein Jahr finanzieren würde. Das wäre für mich noch beser, weil der auch bei Schulproblemen hilft. Ist zwar keine richtige Therapie, aber ich vermute, daß es für den Anfang schon reicht, wenn sie jemanden hat, mit dem sie über ihre Ängste sprechen kann. Mit mir geht das nur begrenzt, weil ihr Vater sie so gegen mich aufhetzt und ihr immer sagt, daß sie mit mir nicht über die Dinge sprechen darf, die er mit ihr bespricht. Ich bin ja - trotz allem - in der Sache mit ihrem Vater nicht objektiv sondern Beteiligte.

Lange Rede, kurzer Sinn: Vielleicht manifestiert sich in der Angst etwas, was bisher noch nicht so richtig auf den Tisch kam. Das ist ein häufiges psychologisches Phänomen. Viele Angststörungen sind irrational verschobene reale Ängste.

Gruß,
Elisabeth.

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Re: Angst vor Jugendlichen, kenn ich.

Antwort von Pauline04 am 23.04.2007, 14:23 Uhr

Die hat mein Sohn auch. Obwohl er noch nicht so extrem schlechte Erfahrungen (persönlich) mit ihnen gemacht hat.

Aber immer wenn was kaputt gemacht wurde, die Graffitis, die Berichte in der Zeitung (hier in der Nähe wurde ein Schule regelrecht verwüstet in den Osterferien), und er mitbekommen hat das die Verursache Jugendliche waren, dann wird das gespeichert. Vor allem wenn man Kinder hat, die auf sowas sensibel reagieren. Oftmals merkt man nicht was sie alles aufnehmen...
Da wird belanglos was dahingesagt und sie werten das anderers. Bei Deinem ist es ja ganz krass da er es am eigenen Leib erfahren musste.

Da mus salso so ein Bild bleiben! Bei uns kommt dazu das wir keine Jugendlichen in der Verwandschaft/Bekanntschaft haben - also kriegt er den Link auch nicht hin, das es einfach nur "ältere" Kinder sind.

4 seiner Klassenkameraden sind kürzlich mit dem Rad unterwegs gewesen, wurden dann von "Jugendlichen" angehalten, die sie zum Absteigen gewzungen hatten. Die 4 hatten Angst, haben aber gemacht was sie wollten. Die älteren haben sie gezwungen stehen zu bleiben, sie angepöpelt bis die "kleinen" (9 Jahre...) geweint hatten. Als Drohung haben sie ihnen mitgegeben wenn einer was sagt dann brechen sie ihm das Genick. (Muss man sich mal vorstellen... ). Die 4 haben das natürlich erzählt und das hat das Bild noch ergänzt.

Und so Sachen auf dem Spielplatz wie schießen mit so kleinen Kügelchenpistolen - das kennen wir auch.
Ich hab ihm geraten dem einfach aus dem Weg zu gehen. Das fördert natürlich die Angst. Aber was soll ich tun ?

Wichtig ist glaub ich, ihm zu erklären das nicht alle Jugendlichen potentielle Verbrecher oder Gewaltbereite Menschen sind. Sondern das es auch hier solche und solche gibt.

Sicher kennt dein Sohn auch in seiner Klasse Kinder, die rabiater und "gemeiner" sind als andere. Und wieder andere völlig normal. Und es bringt was, wenn man aus seiner eigenen Jugend erzählt und wie man selbst als Jugendlicher die Zeit erlebt hat. Das man da eben lieber mit gleichaltrigen zusammensitzt und aus Langeweile mal blöde Sprüche drückt oder eben sich durch seine Kleidung unterscheidet in der Zeit weil man freier wird, alleine entscheiden darf.

Grundsätzlich hats meinem noch gut getan das er im WingTsun ist seit 2 Jahren. Neben den Selbstverteidigungsgriffen (nicht, wie rolle ich mich ab wenn ich geworfen werde, sondern: Wie schaff ich es das mich so leicht keiner umwerfen kann? nicht festhalten kann? nicht treten kann? Lernen das man gegen körperlich übermächtige Gegener was ausrichten kann)sie lernen da auch: Wann ist es ratsam wegzurennen, wie rufe ich laut und böse und bestimmt, das ich wahrgenommen werde. Wo wende ich mich hin ? Wa sind Notinseln und was liegt z.B. auf meinem Schulweg, was mir Sicherheit gibt, wenn ich mir nicht selbst helfen kann ? (Geschäfte, Bekannte, Schülerlotsen etc.).

Früher gab's die Jugendlichen auch (wir :-) aber so krass wie die heute drauf sind - ich glaub so waren wir nicht....

Pauline04

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Re: Angst vor Jugendlichen

Antwort von schnecke71 am 23.04.2007, 15:50 Uhr

Unsere Große (10) hat auch Angst vor Jugendlichen. Allerdings nur auf offener Straße und wenn sie allein unterwegs ist.
Von daher seh ich kein Problem im nächsten Jahr in der höheren Schule.
Sie hat persönlich keine schlechten Erfahrungen gemacht - ihr langt, wenn sie sieht, wie sich manche Jugendliche gebärden.

Beitrag beantworten Beitrag beantworten

Die letzten 10 Beiträge im Forum Grundschule

Anzeige

Paidi

Mobile Ansicht

Impressum Über uns Mediadaten Nutzungsbedingungen Datenschutz Forenarchiv

© Copyright 1998-2021 by USMedia.   Alle Rechte vorbehalten.