Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Über N8 im Kühlschrank? Und welche LM gehen nicht?

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Liebe Birgit,

meine Tochter (10M) bekommt seit etwa 8 Wochen Beikost (2 bis 3 Breie/Obst tgl.). Und ich habe dazu grundsätzliche Fragen:

Ich bereite ihr morgens folgenden Brei zu:

Haferflocken, 3-Korn-Brei (Holle/Demeter) in Wasser quellen lassen, dann Banane, Apfel od. Birne, manchm. Kiwi dazu und ab in den Mixer.

Kann ich diesen Brei über Nacht im Kühlschrank aufbewahren und ihr am nächsten Tag nochmal geben?
(Es ist immer soviel über, obwohl ich ihn nur bodenbedeckt zubereite, und jeden Tag schmeiße ich soviel davon weg, was reine Verschwendung ist.)

Das andere:
Kann ich ihr gebratene Pilze geben? Oder hartgekochtes Ei (-weiß)? Gibt es Lebensmittel (außer Honig), den sie nicht bekommen darf?

Ich verzichte in ihrer Ernährung grundsätzlich auf Kuhmilch und Fleisch! Fisch könnte sie bekommen, aber damit bin ich selbst auch nicht sicher (welcher, wie zubereitet usw.).

Kannst du mir helfen?

LG
a~

von annegh am 04.01.2013, 09:34 Uhr

 

Antwort auf:

Über N8 im Kühlschrank? Und welche LM gehen nicht?

Hallo annegh
deine Tochter hat inzwischen das Alter für die sog. Familienkost erreicht. Du kannst in Essensangelegenheiten ganz entspannt weitermachen. Getreidebreie schmecken am besten, wenn sie frisch zubereitet wurden. Sie sind dadurch noch leicht warm und noch nicht zäh. Reste von Getreidebreien (insb. Grießbrei) kannst du mit Butter in einer Pfanne leicht erwärmen.
Deine Breikreation eignet sich nicht wirklich gut zur Zubereitung auf Vorrat, weil die Zutaten nicht aufgekocht wurden. Frisches Obst, zumal zerkleinert eignet sich ebenfalls nicht optimal fürs Aufheben. Das kann gären.
Bereite den Brei in kleiner Menge frisch und bereite ggf Nachschlag.
Besser noch: richte eine kleine Menge Brei und ergänze mit Fingerfood. Kleinegeschnittene, von der Rinde befreite, dünn mit Butter(?) bestrichene Brotstückchen sind für den Anfang ideal geeignet. Idealerweise isst die deine Tochter sogar schon eigenständig. Gib ihr dazu ein paar Scheibchen Banane. Die kann sie gut am Gaumen zerdrücken und essen.
Oder hat dein Baby noch Probleme mit stückiger Kost? Verschluckt sie sich bspw häufiger?
Wenn deine Kleine stückige Kost bereits gut schlucken kann, ist es auch möglich, dass du ihr weich gegarte Gemüsesticks in die Hand gibst. Die kann sie nach Herzenslust bearbeiten und essen. So führst du dein Baby spielerisch an die Familienkost heran.
Das selbständige Erkunden festerer Speisen funktioniert meistens ganz gut, weil die Kleinen dabei ihr eigenes Esstempo und die Größe der Stückchen bestimmen können. Bleibe auf jeden Fall dabei, wegen trotzdem möglichen Verschluckens.
Ab dem 10. Lm ist das Kennenlernen und erste Annäherungen an die Familienkost schon besonders wertvoll, weil Babys diesen Alters noch neugierig sind. Diese Neugier weicht mit fortschreitendem Alter einer Skepsis. Deshalb ist es wichtig, dass die Kleinen jetzt schon viel Gelegenheiten bekommen neue Geschmacksrichtungen, Aromen etc kennenzulernen. Dafür reichen kleine Mengen. Dein Kind darf mitessen - aber es muss keine üppigen Portionen von dem neuem und unbekannten Gericht essen, Dein Kind kann diese Esserfahrungen zunächst noch als spielerischen Anreiz nehmen, um Essen mit allen Sinnen zu erfahren und sich vorerst noch an den üblichen Breien satt essen. So kann dein Kind die unterschiedlichen Geschmäcker und Konsistenzen unterschiedlicher Nahrungsmittel kennen lernen.
Familienkost ist Erlebnis! Lass dein Kind riechen, kosten, matschen, picken, kosten, kauen, lecken, abbeissen, bei dir mitessen, u.v.m.

Auch abends oder mittags/nachmittags darfst du ihr Probierhappen von den üblichen Familienspeisen abgeben, neben dem gewohnten Brei - falls noch nötig.
Schon mit etwa 10Lm ist die Zeit des schnellen Wachstums allmählich vorbei und die Zunahme stagniert. Das äußert sich häufig jetzt schon in verringertem Appetit, wie viele Eltern berichten.
Die Stagnation im Längenwachstum, merkt man alsbald auch an den Kleidergrößen, weil die inzwischen über längere Zeiträume passen.
Gib ihr einen Teller oder eine Schüssel, in die du Basics wie Nudeln, Kartoffel oder Gemüsestückchen/stäbchen) füllst. Die Dinge kann dein Kind auch erst mal nur zunächst spielerisch erkunden, was auch, oder eben bevorzugt in diesem Alter, mit dem Mund geschieht. Je mehr eure Tochter bei euch Großen, was und wie ihr esst, desto mehr möchte sie dem nacheifern. Der Forscherdrang ist in dieser Altersphase sehr ausgeprägt und alle Sinne wollen beschäftigt sein. Nicht nur die Konsistenz (Stückchen), sondern auch die Vielfalt charakterisiert die Familienkost. Es müssen niemals Riesenmengen von Neuem gegessen werden. Oft reicht es auch, wenn das Kind die Bereitschaft zeigt, überhaupt zu probieren. Auch wenn es nur bspw eine einzige Erbse wäre. Beim nächsten Mal wären es dann zwei und so weiter.
Gib ruhig weiterhin den gewohnten Brei, falls gewünscht oder gefordert, denn das vermittelt deinem Baby Sicherheit, und durch Neugier wird sich das Repertoire langsam erweitern.
Stückige Kost ist nur dann noch problematisch, wenn sich dein Kind zu häufig daran verschluckt. Statt der üblichen geschmacklosen Brei kannst du trotzdem mit Familienkost weitermachen und diese entsprechend aufbereiten, wenn es erforderlich ist.
Zerdrücken, pürieren, mischen...
Pilze sind schwerer verdaulich, zumal wenn sie nicht gut gekaut werden können. Eier anfangs am besten in Gerichten eingebettet geben.
Ei kann in Backwaren oder verarbeitet in Mittagsgerichten schon mal auf den Tisch kommen und dein Baby kann mitessen. Ein ganzes Ei muss/sollte es noch nicht sein.
Bspw so:
Waffeln:
50 g Möhren, 2 Eier, 1 Prise Salz, 50 g weiche Butter, 1 EL Zucker, 100 g Mehl, 50 g blütenzarte Haferflocken,, 200 ml Buttermilch, Butter für das Waffeleisen, Puderzucker zum Bestäuben
Die Möhren schälen und fein reiben. Die Eier trennen und das Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen.

Die Butter mit Zucker und Eigelb schaumig rühren, in diese Mischung dann das Mehl sieben und die Haferflocken unterrühren. Dann die Möhren und die Buttermilch dazugeben und zum Schluss den Eischnee unterheben.
Den Teig 10 Minuten ruhen lassen und anschließend die Waffeln im Waffeleisen backen. Die fertigen Waffeln dann nach Belieben mit Puderzucker bestäuben.
aus:
Kochen für Baby, Dagmar von Cramm, GU Verlag
Das Rezept ist dort für ab 10.Lm ausgewiesen, heissen "Häschenwaffeln"
Buttermilch kannst du durch Mandel"milch" oder Wasser ersetzen.

In diesem Alter ist Essen zum Zweck der Ernährung eher eine Nebensache. Essen ist vielmehr ein Erlebnis.
Essen will erkundet werden, vieles wird gar nicht gegessen, wobei manches begeistert mit einem "mehr" eingefordert wird.
Der Forscherdrang ist in dieser Altersphase sehr ausgeprägt.
Alle Sinne wollen beschäftigt sein. Ermuntere deine Kleine ruhig dazu, etwas zu probieren.
Biete vermehrt gewöhnliche Lebensmittel und Speisen an, damit sich dein Kind daran gewöhnen kann. Hieraus bildet sich eine gute Basis. Werden Kartoffeln gemocht, ist der Schritt zum Knödel leichter. Wenn Nudeln gegessen werden, können bald auch Tortellini, gefüllte Nudeln, folgen. Macht die gemeinsamen Mahlzeiten zum Erlebnis. Farbenvielfalt, verschiedene Gerüche, die sich schon beim Kochen in der Wohnung verteilen,
Neben typischen kindgerechten Familiengerichten wäre es gut, wenn die Vielfalt sich um so mehr im Angebot ausbreitet. Die Grundernährung kann und darf (und soll) vorwiegend noch mit Grundnahrungsmitteln in einer einfachen Zubereitungsform erfolgen. Kartoffelstückchen, Gemüsestückchen...

Ein reichhaltig gedeckter Tisch weckt die Neugier und fördert das soziale Lernen, das einen sehr großen Stellenwert in der Ernährungserziehung einnimmt.
Das soziale Lernen basiert auf dem Nachahmungsinstinkt. Je mehr eure Kleine bei euch Großen sieht, was und wie ihr esst, desto mehr möchte sie dem nacheifern.
Der Forscherdrang ist in dieser Altersphase sehr ausgeprägt. Alle Sinne wollen beschäftigt sein. Ermuntere deine Kleine ruhig dazu, etwas zu probieren. Lass ein beladenes Flugzeug in den Mund fliegen. Solche Spielchen machen durchaus Sinn - vorausgesetzt- ihr habt beide Spass daran und die Spielchen dienen nur für kurzfristige (!!) Animationen :-)


Willst du nun Fisch selbst zubereiten, so wähle Lachs oder Alaskaseelachs bzw Kabeljau und Rotbarsch (schmeckt kräftiger)
Für eine Portion rechnest du mit 20-25g Fisch.
Auch einfrieren kannst du den Brei.
Menge für 1 P:
90g Zucchini
40g Kartoffeln
20g Lachsfilet
2 EL Obstsaft
8g Öl

Leider enthält Fisch, je nach Sorte, Stück oder Zubereitungsart mehr oder weniger Gräten.
Fischfilet bevorzugen, aber auch dieses enthält manchmal noch Minigräten. Zur Sicherheit kannst du das gegarte Fischfilet auf Gräten geauestens untersuchen, indem du kleine Stücke mit der Gabel zerlegst oder flachdrückst und einfach genau kuckst.
Fisch gut waschen, dünsten, Grätenkontrolle machen und pürieren.

Grätrenfreie Alternative ab Alter Familienkost:
Fischstäbchen. Sie eignen sich in dieser Hinsicht bestens. Die kannst du nahezu fettfrei garen (in Pfanne oder Ofen) und nach dem Entfernen der Panade !!!! einfach essen lassen.

Also dann
viele Grüße
B.Neumann

von Birgit Neumann am 05.01.2013

Antwort:

Nachtrag: Über N8 im Kühlschrank? Und welche LM gehen nicht?

Welches Öl ist überhaupt geeignet? Ich verwende derzeit Beikostöl, habe aber gesehen, dass es das billige Rapsöl enthält, und halte es daher nicht wirklich für geeignet. Welches kannst du empfehlen? Kaltgepr. Olivenöl benutze ich für mich. Ich benutze es auch nur für die Mittagsmahlzeit, sofern ich mal selbst koche, und mische es unter die Kartoffeln. Sollte ich ihr eig. auch Reis und Dinkelnudeln geben? (Beides esse ich selbst eig. nicht bzw. sehr ungern.)

von annegh am 04.01.2013

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