Prof. Dr. med. Volker Wahn

Autoimmunneutropenie und Rota-Impfung

Antwort von Prof. Dr. med. Volker Wahn

Frage:

Hallo,
bei meinem 10 Wochen alten Baby wurde eine Neutropenie und ein B12 Mangel festgestellt, als er ca 5 Wochen alt war. Da Antikörper vorhanden sind, geht man derzeit von einer Autoimmunneutropenie aus, wobei die Fachärzte ihn dafür noch arg jung finden. Mir und meinem Mann wurde auch Blut abgenommen, aber von uns kommt nichts, was das Problem verursachen könnte. Heute waren wir zur Kontrolle in der Klinik und die Segmentkernigen sind auf 80 gefallen. Nächste Woche Donnerstag ist die nächste Kontrolle.
Am Mittwoch hätten wir jetzt eigentlich einen Termin zur Rota-Impfung. Ich weiß, dass es keinen Grund gibt ihn nicht zu impfen bzgl der Neutropenie, aber ich frage mich, wie wir mit möglichen Impfreaktionen umgehen sollen. Ein bisschen Fieber und co kann ja durchaus passieren. Die Ärzte sagen uns allerdings ständig, dass wir bei dem geringsten Anzeichen einer Infektion (und auch schon bei einem schlechten Gefühl) den Kinderarzt oder besser gleich die Klinik aufsuchen sollen.
Ich habe große Bedenken die Impfung durchführen zu lassen und ggf. eine Infektion zu übersehen, die durch eine Impfreaktion verschleiert wird.
Gibt es irgendeine sinnvolle und sicherere Vorgehensweise?

von Wachtel am 01.04.2021, 21:19 Uhr

 

Antwort auf:

Autoimmunneutropenie und Rota-Impfung

Sie haben sicher recht, dass in diesem Alter eine Autoimmunneutropenie schon sehr ungewöhnlich ist. Daher ist es sinnvoll, bei der Mutter nach Antikörpern zu schauen, da auch eine sog. Alloimmunneutropenie vorliegen könnte. Ein ANC-Wert von 80 ist schon sehr niedrig. Ich hoffe, dass der Nachweis von Autoantikörpern verlässlich ist, und nicht doch eine genetisch bedingte schwere Neutropenie vorliegt.
Bei einem ANC-Wert von 80 besteht ein erhöhtes Risiko insbesondere für bakterielle Infektionen.
Die Rotavirusimpfung bedeutet kein Risiko und kann von den B- und T-Zellen des Immunsystems normal beantwortet werden.

von Prof. Dr. med. Volker Wahn am 02.04.2021

Antwort auf:

Autoimmunneutropenie und Rota-Impfung

Die Klinik sprach schon davon den Antikörpertest zu wiederholen, aber der Test war schon recht eindeutig und er scheint die Antikörper zu bilden. Uns wurde ja auch Blut abgenommen. Der B12 Mangel wird derzeit auch nochmal kontrolliert, denn ich habe keinen und auch das ist wohl für so junge Babys eher ungewöhnlich.
Dass die Impfung an sich kein Problem darstellt, weiß ich. Aber wie kann ich eine Impfreaktion von einer bakteriellen Infektion nach der Impfung unterscheiden? Meine Tochter hat immer Fieber gekriegt. Nach Empfehlung der Ärzte sollen wir bei Fieber mit meinem Sohn sofort einen Arzt aufsuchen oder besser gleich in die Klinik kommen.
Mir ist nicht ganz klar, ob wir im Falle einer Impfreaktion wie Fieber auch sofort in die Klinik sollen oder abwarten könnten, immerhin kann es sich theoretisch auch um eine bakterielle Infektion handeln, die zeitgleich mit möglichen Impfreaktionen auftritt.

von Wachtel am 02.04.2021

Antwort auf:

Autoimmunneutropenie und Rota-Impfung

Bei einem Kind mit einem ANC Wert von 80 kann ich nur unterstützen, dass dann ein Arzt aufgesucht werden muss.
Als Eltern können Sie Fieber nach Impfung und Fieber bei bakterieller Infektion nicht unterscheiden. Der Arzt kann ggf. im Blut das CRP messen. Mit einem ANC von 80 sieht man auch oft keinen Eiter (Mandeln, Mittelohr etc.), denn Eiter besteht in erster Linie aus Granulozyten.

von Prof. Dr. med. Volker Wahn am 02.04.2021

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