PD Dr. med. Axel Hübler

Infektion unklarer Herkunft

Antwort von PD Dr. med. Axel Hübler

Frage:

Unsere Tochter musste am 6.6. bei 31+2 per Not-Kaiserschnitt geholt werden.
Nach einem schweren Start lief es gut und es stand eine mögliche Entlassung für heute im Raum. Leider hat sie am 18.7. Fieber bekommen, dabei wieder Atemaussetzer und völlige Trinkverweigerung.
Beatmungsgerät und Ernährungssonde wieder gelegt. Ihr wurde Ampicillin gegeben, das aber keine Wirkung zeigte. Blut wurde mehrfach auf Bakterien und Viren untersucht, kein Eindeutiger Befund. Also es scheint wohl eine Sepsis zu sein, aber unklarer Herkunft.
Zusätzlich wurde ihr einen Tag später Metronidazol gegeben.
Unterdessen liegt sie ganz schlapp da, reagiert auf nichts. Sie öffnet ihre Augen nicht und bewegt sich fast gar nicht. Ihr Bauch ist aufgebläht und sie hat immer wieder Fieberanfälle.
Sie wurde in den letzten Tagen 2 mal ins Leben zurückgeholt, mit dem zurückholen direkt nach der Geburt waren es jetzt 3 mal.
Heute soll sie mit Vancomycin behandelt werden. Ich bin ziemlich durch den Wind und kann jetzt nicht sagen ob zusätzlich oder ob etwas anderes abgesetzt wird.
Hätte nach fast 4 Tagen nicht schon festgestellt werden müssen, was das für ein Bakterium oder Virus ist?
Wir fragen uns, ob wir anfangen müssen zu akzeptieren, dass unser kleines Wunder nicht bei uns bleiben kann. Im Gespräch mit den Ärzten wurden wir gefragt, ob unsere Kleine nicht mehr reanimiert werden soll.
Und wenn sie überlebt, welche Folgen das ganz haben wird?

von Reh77 am 20.07.2020, 09:55 Uhr

 

Antwort auf:

Infektion unklarer Herkunft

Guten Tag,

die von Ihnen geschilderte, sehr kritische Situation für Ihre Tochter weist wahrscheinlich auf eine schwer verlaufende Infektion als mögliche Ursache hin. Die Maßnahmen, welche dabei ergriffen wurden, zielten zum einen auf die Behandlung des vermuteten Auslösers durch Gabe von Antibiotika, zum zweiten auf die Stabilisierung Ihres Kindes ab. Aus der Ferne lässt sich die Wahl der eingesetzten Antibiotika nicht beurteilen, da dies immer von den jeweiligen Bedingungen des Kindes sowie bekannten Erregern in der Umgebung abhängt. Unabhängig von der vermuteten Infektion als häufigster Komplikation nach einer Zeit recht guter Stabilisierung gibt es noch einige seltenere Ursachen für die rasche Verschlechterung des Befindens, welche durch das Behandlungsteam sicherlich mit berücksichtigt wurden.
Ihren Schilderungen ist vor allem zu entnehmen, dass Sie verständlicherweise sehr große Sorgen um das Wohl und auch das Leben Ihrer Tochter haben. Gleichzeitig können Sie noch nicht alle der Informationen bewerten, mit denen Sie nun unerwartet konfrontiert wurden und werden. Ich möchte Sie sehr ermutigen, aktiv und rasch das Gespräch mit Vertretern des Behandlungsteams Ihrer Tochter zu suchen.
In einer Situation, wo sich die Ereignisse scheinbar überschlagen, kann es manchmal hilfreich sein, sich in Vorbereitung des nächsten Gespräches stichpunktartig Fragen aufzuschreiben, welche einen am meisten beschäftigen. Wenn sich die erwartete Gesamtsituation eines anstehenden medizinischen Gespräches außerdem als sehr anstrengend und belastend darstellt, ist es mitunter auch sinnvoll, eine Vertrauensperson zu bitten, mit anwesend zu sein.

Ich wünsche Ihrer Tochter und Ihnen alles Gute!

von PD Dr. med. Axel Hübler am 20.07.2020

Antwort:

Danke

Danke.
Wir hoffen sehr, dass unsere Kleine es schafft.
Mit den Ärzten sind wir im Gespräch und bleiben es auch.
Aber sie scheinen selbst ratlos.

von Reh77 am 20.07.2020

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