Dr. med. Ludger Nohr

Kind weint und verhält sich abweisend mir gegenüber

Antwort von Dr. med. Ludger Nohr

   

Antwort:

Kind weint und verhält sich abweisend mir gegenüber

Hallo,
auch wenn sich das Verhalten beim ersten Lesen wie unsicher-vermeidend anhört, sehe ich eher eine andere Erklärung. Auf dem Boden einer ausreichend guten Bindung hat Ihre Tochter trotzdem lernen müssen, mit verschiedenen Trennungen, besonders von Ihnen, umzugehen. Auch wenn sie äußerlich wenig reagierte, sind solche Trennungen potentiell verunsichernd. Sie zeigt dies, indem sie nicht einfach freudig auf Sie zukommt, aber eine langsame (Wieder-) Annäherung zulässt. Sie braucht also Zeit, um die Nähe, trotz der häufigen Trennungen, wieder zuzulassen. Mir erscheint dieses Verhalten sehr gut zu zeigen, dass diese innere Verunsicherung besteht, aber dann auch auflösbar ist. Deshalb ist es wichtig, die Grenze nicht einfach zu überspringen, sondern die Geschwindigkeit der Tochter zu akzeptieren. Denn die Tochter muß mit der täglichen Trennung umgehen und erst mit ca. 3 Jahren gibt es eine wachsende innere Sicherheit (Objektkonstanz), dass es nur eine Trennung auf Zeit ist.
Dr.Ludger Nohr

von Dr. med. Ludger Nohr am 30.08.2019

 
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