Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Zu wenig Muttermilch?

Frage: Zu wenig Muttermilch?

Elli52

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Hallo, mein Sohn ist jetzt fast 15 Wochen alt. Er wurde heute gewogen, wiegt 6200g. Letzten Mittwoch waren es noch 6020g. Er hat also 180 g zugenommen. Er ist für sein Alter sehr groß (ca. 66cm) aber das ist der Papa auch. Schlank sind wir beide auch. Meine Hebamme ist der Meinung das mein Sohn zu wenig zunimmt bzw das ich zu wenig Milch habe. Sie war jetzt zufrieden mit der Zunahme, aber möchte das es noch mehr wird. Er schläft nachts nicht sehr gut. Wenn er mal 3-4 Stunden am Stück schläft ist das schon viel. Wenn ich ihn abends hinlege, ist das überhaupt kein Problem. Dann schläft er meistens 3-4 Stunden durch. Aber danach wird er alle 2 stunden manchmal sogar jede Stunde wach. Er trinkt 12-13x innerhalb 24 Stunden. Ich biete ihm beide Seiten an, er nimmt sie aber eher selten. Tagsüber ist er immer sehr zufrieden. Weint sehr selten nur und ist viel am lachen und erzählen. Er ist sehr zappelig, auch wenn er nachts wach wird. Ich versuche tagsüber viel zu trinken, unter anderem seit dieser Woche auch 2 Tassen Stilltee am Tag, ein Glas Malzbier und ich esse viele Nüsse. Meine Hebamme sagt das 12x trinken zu viel ist, die Hälfte müsste in seinem Alter ausreichen. Ich mache mir jetzt Sorgen das ich bald zufüttern muss, bzw meine Hebamme sprach schon von beikost was ich auf keinen Fall schon machen möchte. Ich pumpe auch jeden Tag einmal ab für eine halbe Stunde und habe dann ca 100-140ml Milch. Mir kam heute in den Sinn das ich ihn selber zu oft anlege auch wenn er mir noch kein Zeichen gibt das er Hunger hat, aber das mache ich weil er ja zunehmen soll. Er trinkt auch nur wenn er Hunger hat. Aber er trinkt auch meistens nur ca 6 Minuten und dann ist er satt. Ich habe jetzt Angst das ich was falsch mache oder bald zufüttern muss, das möchte ich nicht. Ist er eventuell so unruhig und zappelig weil er mehr Beschäftigung braucht oder kann das Hunger sein? Ich habe eigentlich das Gefühl das ich genug Milch habe... Danke schonmal im Voraus


Biggi Welter

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Liebe Elli52, ein Baby sollte nach Bedarf gestillt werden. Alle Stillexperten sind sich einig, dass Stillen nach Bedarf für Mutter und Kind am besten ist. So wird sichergestellt, dass das Baby die Nahrung, die es braucht, genau dann bekommt, wenn es sie braucht und sich das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage einstellen kann. Während eines Wachstumsschubs kann es durchaus sein, dass ein Baby alle Stunde an die Brust möchte und Ihr Baby ist im klassischen Alter dafür. Es gibt keinen Grund einen Mindestabstand zwischen zwei Stillmahlzeiten einzuhalten. Im Extremfall kann das „Hinhalten" des Babys zu Gedeihstörungen führen. All die Erzählungen von einem bestimmten Rhythmus eines Babys sind schlicht und ergreifend falsch. Muttermilch ist innerhalb von 60 bis 90 Minuten verdaut und der Organismus eines Babys ist auf häufige Mahlzeiten eingestellt. So kleine Babys wollen im Schnitt zwischen acht und zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden gestillt werden. Im Schnitt heißt, es gibt Babys die seltener nach der Brust verlangen (eher wenige Babys) und es gibt Babys, die häufiger an die Brust wollen (die Mehrzahl). Nun ist es jedoch nicht so, dass ein Kind zügig zwanzig Minuten trinkt und sich dann nach drei Stunden das nächste Mal rührt, sondern es kommt immer wieder zu Stillepisoden, die so ablaufen: das Kind trinkt eine kurze Weile, hört auf, döst vielleicht sogar weg und beginnt erneut kurz zu trinken usw. Dieses Verhalten heißt Clusterfeeding und ist absolut normal für kleine Babys. Besonders gehäuft treten diese Stillepisoden am Nachmittag und Abend auf, wie überhaupt die Abstände zwischen den Stillzeiten im Verlauf des Tages immer kürzer werden. Dazu kommt, dass in bestimmten Altersstufen Wachstumsschübe zu erwarten sind, in denen die Baby manchmal schier ununterbrochen an die Brust wollen. Ob dein Kind gedeiht kannst Du bei einem vollgestillten Baby an den folgenden Anzeichen erkennen: • mindestens fünf bis sechs nasse Wegwerfwindeln hat (um zu sehen wie nass „nass" ist, kannst Du sechs Esslöffel Wasser auf eine trockene Windel geben). Diese Regel gilt aber nur für voll gestillte Kinder, das heißt das Baby bekommt nichts außer Muttermilch (kein Wasser, Tee, Saft usw.). • in den ersten sechs Wochen täglich mindestens zwei bis vier Stuhlentleerungen (später sind seltenere Darmentleerungen normal) • eine durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme von mindestens 150 g pro Woche ausgehend vom niedrigsten Gewicht (mit zunehmendem Alter verringert sich die durchschnittliche Gewichtszunahme, Ihr seid also absolut in der Norm!), • eine gute Hautfarbe und eine feste Haut, • Wachstum in die Länge und Zunahme des Kopfumfangs • ein aufmerksames und lebhaftes Verhalten des Babys in den Wachphasen. Solange diese Kriterien erfüllt sind, dürfte alles in Ordnung sein. Überlege dir einmal zu einem Stillgruppentreffen zu gehen wo Du dich mit anderen Müttern austauschen kannst, denen es vielleicht einmal ganz ähnlich ging wie dir jetzt. Eine Stillberaterin in deiner Nähe findest Du im Internet unter http://wwwlalecheliga.de (La Leche Liga), http://www.afs stillen.de (Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl stillen.de (Still und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße, Biggi


Elli52

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Zu erwähnen ist vielleicht noch das er 12-14 Stunden schläft und das hinlegen auch meistens keine Probleme mit sich bringt. Er sieht auch nicht zu dünn aus. Halt nur lang und schlank. Tipp meiner Hebamme war jetzt auch noch mit ihm schwimmen zu gehen und ihn viel unter dem Spielbogen zu legen.


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