Frage: will es doch noch einmal versuchen

Hallo, ich bin in der 16. SSW. Mein "Großer" wird zum Zeitpunkt der Geburt des 2. Kindes 1 1/2 Jahre sein. Ihn habe ich nur eine Woche gestillt. Er wollte nicht mehr und ich hatte eine Brustentzündung. Damit war ich bei der FÄ, die sofort zum Abstillen geraten hat. Mit 40 Grad Fieber war ich ja auch nicht gerade in der Verfassung, das zu diskutieren. Außerdem hatte ich von Beginn an Probleme beim Stillen, mein Sohn hat mir die Brustwarzen vom ersten Tag an regelrecht zerkaut, so daß er immer erst einmal kräftig Blut geschluckt hat, wenn ich ihn angelegt habe. Ganz davon abgesehen, daß es mir höllisch weh getan hat. Weder Abpumpen noch Stillhütchen noch sonstige Tips der Kinderschwestern haben geholfen. Ich habe es nach zwei Monaten noch einmal mit Relaktation versucht, bin aber bei der Hebamme offensichtlich an eine nicht sonderlich erfahrene geraten. Nun möchte ich es beim zweiten Kind aber doch noch einmal versuchen, zumal ich jetzt bei meiner Schwägerin sehe, wie problemlos das sein kann (Neid!!!). Gibt es irgendwelche Tipps, die ich schon jetzt als Vorbereitung beherzigen kann? Ich will nicht um jeden Preis stillen, aber versuchen will ich es doch noch einmal ... Ich danke schon mal für die Hilfe ... tanja schmidt

Mitglied inaktiv - 17.07.2001, 15:01



Antwort auf: will es doch noch einmal versuchen

Liebe Tanja, du bist enttäuscht und trauerst um den Verlust einer schönen Stillbeziehung. Es hat trotz deines intensiven Bemühens nicht geklappt. Denk daran, dass alle deine Bemühungen viel mehr Anstrengung erfordert haben als eine eingespielte Stillbeziehung. Die biologische Möglichkeit, ein Baby zu stillen, ist manchmal nur theoretisch vorhanden, weil die Hindernisse zu groß sind. Mangelnder Rückhalt in der Familie und Umgebung, sehr große Anforderungen an die Mutter, Krankheit bei Mutter und/oder Kind, Stress, Angst und Sorge, zuwenig oder falsche Unterstützung und Information von medizinischem Personal, falsch eingefädelte Verhaltensweisen in der Klinik, fehlende Informationen zur richtigen Zeit, Temperament und Saugtechnik des Babys und das gesellschaftliche Klima können einzeln oder in Kombination die Stillbemühungen der Mutter zunichte machen. Es muss aber wirklich nicht sein, dass sich das alles wiederholt und Du hast noch Zeit, dir kompetente Hilfe vor der Geburt zu suchen. Die beste Vorbereitung auf das Stillen besteht darin sich so gut wie möglich zu informieren. Wunden Brustwarzen und anderen Stillproblemen kannst Du am besten dadurch vorbeugen, dass Du dich informierst. Wunde Brustwarzen entstehen in über 80 % der Fälle durch falsches Anlegen oder Ansaugen. Es ist extrem wichtig, korrekt anzulegen. Deshalb ist es entscheidend, dass Du dich möglichst gut über das Stillen und die grundlegenden Dinge wie korrektes Anlegen und Ansaugen, das Prinzip von Angebot und Nachfrage, Stillen nach Bedarf usw. informierst. Ganz wichtig ist dass Du weißt, wie korrekt angelegt ist und woran Du erkennst, dass dein Baby richtig ansaugt und effektiv an der Brust trinkt. Hierzu bietet sich neben dem Lesen der entsprechenden Literatur (z.B. „Stillen - Rat und praktische Hilfe für alle Phasen der Stillzeit“ von Marta Guoth-Gumberger und Elizabeth Hormann, „Das Handbuch für die stillende Mutter“ von der La Leche Liga, „Stillen - einfach nur stillen“ von Gwen Gotsch, das erste bekommdt Du im Buchhandel, die beiden letzteren im Buchhandel, bei der La Leche Liga oder jeder LLL-Stillberaterin) der Besuch einer Stillgruppe an. In einer Stillgruppe triffst Du nicht nur andere stillende Mütter, sondern Du lernst auch gleich eine kompetente Ansprechpartnerin kennen, für den Fall, dass es nach der Geburt zu Stillproblemen kommen sollte. Wenn Du mir deinen Wohnort mit Postleitzahl angibst, suche ich dir gerne die nächstgelegene LLL-Stillberaterin heraus. Ansonsten sollte darauf geachtet werden, dass die Brustwarzen und der Brustwarzenhof beim Waschen nur mit klarem Wasser abgespült wird. Seife oder gar Alkohol (wird manchmal immer noch zum Abreiben der Brustwarzen empfohlen) trocknen die Haut aus und machen sie anfälliger für wunde Brustwarzen. Wenn deine Haut sehr trocken ist und auch die Haut der Brustwarzen sehr trocken ist, kannst Du sie ganz sparsam und dünn mit hochgereinigtem Lanolin einreiben (gibt es unter dem Handelsnamen Purelan, Lanosin oder Lansinoh in der Apotheke). Hochgereinigtes Lanolin muss vor dem Stillen nicht abgewaschen werden, aber bitte wirklich nur hauchdünn verwenden. Während der Schwangerschaft bewirken Hormone, dass die Brust sich auf die Stillzeit einstellt. Die Haut wird geschmeidiger und elastischer, um sich der Brustentwicklung anzupassen, während Brustwarzen und Brustwarzenhof sich vergrößern und die schützende Pigmentierung zunimmt. Die Montgomerydrüsen, kleine Erhebungen am Brustwarzenhof, sondern eine pflegende und schützende Substanz ab, die die Brustwarzen und den Brustwarzenhof vor Austrocknung und Abschuppung schützt. Daher ist sind Abhärtungsmaßnahmen wie Rubbeln mit Frotteetüchern und dergleichen nicht sinnvoll, denn dabei würde diese Schutzschicht entfernt. Viele Frauen machen gar nichts zur Vorbereitung, andere finden es angenehm ihre Brust in den letzten Wochen der Schwangerschaft zu massieren. Als Grundregel gilt: sei liebevoll mit Deiner Brust und tue nichts, was Dir unangenehm ist. Ich wünsche dir eine schöne restliche Schwangerschaft und eine gute Geburt. LLLiebe Grüße Biggi

von Biggi Welter am 17.07.2001



Antwort auf: will es doch noch einmal versuchen

Bei mir wars beim 1. Kind ähnlich, sechs Wochen und zwei Milchstaus inklusive total zermatschter Brustwarzen lang hab ich durchgehalten. Jetzt bei Jonas ists irgendwie problemloser, ich habe meine Brustwarzen gründlich vorbereitet (u.a. mit Nipletten von Avent, da ich Flachwarzen habe),Wechselduschen, Bürstenmassage usw. Dann von Anfang an richtig angelegt und auch nie länger als 15 min. Die Warzen waren am Anfang etwas gereizt,m aber das ging mit Hilfe von Arnica- Kompressen im nullkommanix wieder weg. Wenn du wirklich stillen willst, dann schaffst du das auch!

Mitglied inaktiv - 18.07.2001, 14:20