Mitglied inaktiv
Hallo Biggi, hallo Kristina, erst einmal ein frohes neues Jahr 2011 und vielen Dank für Eure tolle Arbeit hier. Ich bin mir sicher, dass ihr nicht nur für mich eine große Hilfe seid. Ich könnte einmal ein paar Anregungen/Ratschläge gebrauchen, wie es bei uns mit dem Stillen weitergehen könnte. Meine Tochter ist mittlerweile 15 Monate alt und wird momemtan wieder recht viel gestillt. Sowohl tagsüber als auch nachts. An Abstillen denke ich auch noch lange nicht, aber ich bin nun an einem Punkt angelangt, an dem ich einfach keine Lust mehr habe, wirklich immer und überall zu stillen. Ende letzten Jahres waren wir eigentlich soweit, dass wir nur noch zu Hause gestillt haben. Und das auch eigetlich nur abends zum Einschlafen, Nachts und ggfls. wenn ich von der Arbeit gekommen bin. Wenn sie zwischendurch mal Stillen wollte, durfte sie es auch gerne hin und wieder, sie hat aber auch immer ganz gut ein "nein" oder ein "später" akzeptiert. Mit der Situation war ich wirklich sehr zufrieden. Dann ist meine Tochter krank geworden, mit hohem Fieber und Verweigerung fester Nahrung und jeglicher Flüssigkeit, so dass ich sie dann ein paar Tage wieder voll gestillt habe. Und ich bin heilfroh gewesen, dass ich diese Möglichkeit noch hatte. Tja, und seitdem will meine Tochter wieder ständig stillen. Seit Anfang des Jahres ist sie ja nun zusätzlich 3 Tage in der Woche bei der Tagesmutter und hat in der restlichen Zeit dann verständlicherweise auch erstmal ein verstärktes Bedürfnis nach Nähe/Geborgenheit/Sicherheit. Das will ich ihr ja auch so gut es geht geben. Aber ich bin wie gesagt nicht mehr bereit, immer und überall und vor allem sofort zu stillen. Und wenn ich ihr jetzt "Nein" oder "Später" sage, fängt sie herzzerreißend an zu weinen und zeigt richtig panisch und hektisch das Babyzeichen für Milch.:( Ich weiß einfach nicht, wie ich wieder zu der Situation komme, wie wir sie Ende letzten Jahres ja schon hatten. Vor allem, ist es vielleicht besser, tagsüber fürs Stillen dann wirklich feste Regeln einzuführen? Wobei ich da schon vor dem Problem stehe, da die Tage bei uns nicht jeden Tag gleich ablaufen. 3 Tage in der Woche bin ich arbeiten, bringe sie um 7 Uhr zur Tagesmutter und und komme abends auch erst gegen 19 Uhr nach Hause. Alle drei Wochen, wenn mein Mann Spätschicht hat, bin ich dann halt morgens schon weg, wenn die Kleine aufsteht und bin dann abends aber halt früher da. Wenn ich nicht da bin, hat sie kein Problem damit ohne Stillen auszukommen. Aber bin ich dann da, will sie mich quasi nicht mehr aus den Augen lassen. Manchmal nuckelt sie nur ganz kurz. Als ob sie sich vergewissern will, dass sie immer noch Stillen darf. Und wenn sie es halt nicht gleich und sofort auf der Stelle darf gibt es großes Gebrüll. So zum Beispiel auch schon in der vollbesetzten Straßenbahn, in der ich mangels Platz dann aber auch gar keine Möglichkeit zum Stillen hatte. Ich frag mich halt vor allem auch, ob es sinnvoller wäre, tagsüber ganz abzustillen (weil sie ja durchaus auch ohne auskommt)? Aber eigentlich will ich das ja auch nicht. Und irgendwie finde ich es dann auch blöd, es ihr verwähren zu müssen, wenn ich doch eigentlich kein Problem damit habe. Hm, versteht man ein wenig was ich geschrieben habe? Würde mich über ein paar Tipps oder Erfahrungsberichte freuen. Vielleicht, welche Art von "Regeln" sinnvoll und ob es auch irgendwie eine Möglichkeit gibt, Regeln einzuführen, die aber dennoch auch ein wenig Flexibilität zulassen? Lieben Dank, sapa2009
Liebe sapa2009, Stillen ist viel, viel mehr als nur Nahrung für den Körper und deshalb bedeutet Stillen nicht nur, dass das Kind Mahlzeiten an der Brust zu sich nimmt. Das sollte dir absolut bewusst sein, wenn Du dein Kind abstillst: Du ersetzt nicht einfach nur ein Nahrungsmittel durch etwas anderes. Im Alter deiner Tochter ist es dem Kind auch sehr bewusst, dass Stillen mehr als nur Trinken bedeutet. Ich werde dir jetzt ein paar Möglichkeiten aufzählen, ein älteres Stillkind von der Brust zu entwöhnen. Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt "biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Du Deinem Kind die Brust nicht von Dir aus anbietest, aber auch nicht ablehnst, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Deine Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Du musst die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Ihr viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmt, die Deinem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Du Dein übliches Verhalten in bestimmten Situationen veränderst. Wenn Du zum Beispiel sitzen bleibst anstatt Dich hinzulegen, wenn Du Dein Kind zum einschlafen bringst. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal bringt es Dich auch weiter, wenn du das Stillen immer dann, wenn Dein Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschiebst. Das kannst Du flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Du kannst auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst Dein Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Wenn es dir möglich ist, dann warte bis zu einem neuen Versuch solange ab, bis sich die Gemüter wieder beruhigt haben und deine Tochter nicht mehr so aufgebracht und verunsichert ist. Wichtig ist, dass deine Tochter spürt, dass Du ihr zwar die Brust entziehst, nicht aber deine Liebe. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was machst Du, wenn die KLeine nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Außerdem möchte ich dir das Buch "Wir stillen noch über das Leben mit gestillten Kleinkindern" von Norma J. Bumgarner empfehlen, das bei La Leche Liga und jeder La Leche Liga Stillberaterin (also auch bei uns) und im Buchhandel erhältlich ist. LLLiebe Grüße Biggi
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