Heidi85
Liebe Frau Welter, ich habe folgendes Problem: Meine Tochter (9 Wochen alt, voll gestillt) verweigert seit Sonntag die rechte Brust und gelegentlich beide Brüste. Schon fast von Geburt an bevorzugt meine Tochter die linke Brust. Sie hat mal besser, mal schlechter an der rechten Brust getrunken, aber sie nie komplett verweigert wie es jetzt der Fall ist. Ich hatte schon das Problem, dass ihr beim Stillen zu viel Milch gekommen ist, auch da hat sie gelegentlich das Stillen verweigert. Das habe ich aber in den Griff bekommen durch anderes Lagern beim Stillen und über 2-3 Stunden nur dieselbe Brust geben. Mittlerweile hat sich die Milchmenge ganz gut reguliert. Nun zu meinem aktuellen Problem: Es begann damit, dass meine Tochter am Samstagabend lange geschrien hat und nicht an die Brust wollte. Es hat lange gedauert sie zu beruhigen, aber dann hat sie wieder getrunken, von beiden Brüsten. Seit Sonntag nun verweigert sie tagsüber die rechte Brust komplett. Meistens lässt sie sich überhaupt gar nicht anlegen, sondern schreit wie am Spieß sobald ich sie nur auf die Seite lege. Selten kann ich sie dazu bringen 2-3 Schlucke zu trinken. Dann lässt sie wieder los und wird zornig. Nachts, wenn ich sie im Liegen stille, macht sie keine Probleme. Manchmal gelingt es mir auch tagsüber sie auszutricksen indem ich sie im Liegen auf die rechte Seite drehe, so als würde sie von der linken Brust trinken, ich ihr aber dann die rechte Brust gebe. Gelegentlich verweigert sie nun sogar beide Brüste, meistens dann wenn ich vergeblich versucht habe sie rechts anzulegen. Ich trage sie dann rum, beruhige sie und versuche sie zum schlafen zu bringen. Selbst wenn sie nur ein paar Minuten döst, trinkt sie dann wieder unproblematisch an der linken Brust. Ich weiß leider nicht mehr wie ich dieses Problem in den Griff bekommen kann. Ich war mit meiner Tochter vor eineinhalb Wochen bei einer Osteopathin, da sie eine Vorzugshaltung des Kopfes entwickelt hat. Sie liegt fast nur auf der rechten Seite. Ich weiß nicht, ob das mit den Stillproblemen zusammen hängt. Die Osteopathin konnte jedenfalls keine größeren Verspannungen oder Blockaden feststellen. Ist es möglich, tagsüber nur links und nachts nur rechts zu stillen? Oder wird dadurch die Milchmenge zu sehr reduziert? Einseitiges Stillen an der linken Brust würde ich gerne vermeiden. Über Ihre Hilfe und Ihren Rat wäre ich sehr dankbar. Herzlichen Dank im Voraus! Viele Grüße Heidi
Liebe Heidi, wenn ein Baby plötzlich eine Seite verweigert, sollte in jedem Fall als erstes abgeklärt werden, ob eine medizinische Ursache vorliegen könnte. Eine Erkältung kann zu Ohrenschmerzen führen und das Baby mag ebenfalls nicht mehr auf der betroffenen Seite liegen, da sich dann der Druck auf das Ohr noch weiter verstärkt. Es kann aber auch einfach sein, dass eine Seite besser "läuft" als die andere (ist bei fast jeder Frau der Fall) und das Baby deshalb eine Seite vorzieht oder die Frau es als praktisch und angenehm empfindet, eine bestimmte Seite zu bevorzugen.. Normalerweise besteht kein Grund zur Sorge wegen der Bevorzugung einer Seite, sie ist ebenso normal, wie die Tatsache, dass es Menschen gibt, die Rechtshänder sind und andere, die die linke Hand bevorzugen. Manchmal geht die Bevorzugung so weit, dass nur noch an einer Seite gestillt wird. Die Milchmenge in der bevorzugten Brust wird dann mehr und nimmt auf der anderen Seite ab. Das ist im allgemeinen kein großes Problem, denn es ist durchaus möglich ein Baby mit nur einer Brust zu ernähren (Zwillinge haben rechnerisch auch nur eine Seite zur Verfügung). Es kann allerdings einige Zeit dauern, bis sich die erforderliche Milchmenge durch häufigeres Anlegen an der bevorzugten Seite eingependelt hat, vielfach sind beim einseitigen Stillen zumindest anfangs die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten auch kürzer. Der in diesem Fall entstehende Größenunterschied zwischen den beiden Brüsten ist nur ein kosmetisches Problem und gleicht sich nach dem Abstillen wieder aus. Lass also vorsichtshalber einmal vom Kinderarzt nachschauen, ob alles in Ordnung ist und wenn ja, dann hat dein Kind eine eindeutige Lieblingsseite. Du kannst versuchen, durch Pumpen oder Ausstreichen der Milch von Hand einen Ausgleich zu schaffen, doch es gibt keine Garantie dafür, dass du diesen Ausgleich erreichen wirst. Manche Babys lassen sich auch überlisten. Du kannst versuchen dein Baby zunächst an der bevorzugten Seite anzulegen und beim Seitenwechsel drehst Du es nicht um, sondern lässt es einfach an die andere Brust hinüberrutschen, so dass es seine Lage in etwa beibehält. Und schau doch mal, ob du nicht eine Fachfrau in der Nähe hast, die euch beim Stillen vielleicht mal beobachten und dir dann ganz gezielte Empfehlungen geben kann. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße Biggi
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