Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Stillkriese

Frage: Stillkriese

Mitglied inaktiv

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Hallo Biggi und Kristina, meine Kleine ist jetzt 6 Monate alt, kam aber 5 Wochen zu frueh zur Welt. Eigentlich hat sie alles "Fruehchen" verwachsen - mit 68 cm und 7400g :). Dennoch wollte ich ihr den extra Monat Zeit geben, bevor ich Beikost einfuehre. Nun ist es derzeit so, dass sie nachts super oft (alle 1-2 Stunden und das seit mind. 1 Woche - ich habs verdraengt) und lange stillt - mal sind es volle Mahlzeiten, mal nuckelt sie nur und sucht Naehe. Wir haben ein Familienbett. KLar, ich kann nebenbei weiterschlafen, aber sobald ich mich nur etwas bewege und sie aus versehen abdockt, gibt es Geschrei, ich stille weiter, verkrampfe, etc .. Tagsueber stillen wir auch oefter - aber da ist es nicht so anstrengend ;). Koennte es einfach nur ein Schub (Wachstum- oder Entwicklung) sein? Oder will sie mir zeigen, dass sie doch schon Beikost braucht? Ich weiss nicht mehr genau, wie es bei meinen Jungs war in dem Alter, aber beide waren sehr spaet erst fuer Beikost bereit (8 Monate und 11 - korr. 9 Monate) und ich war mir bei ihnen sicher. Danke und lG, Katja


Biggi Welter

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Liebe Katja, es ist ein normaler entwicklungsphysiologischer Verlauf, dass Babys in diesem Alter nachts (wieder) vermehrt aufwachen. Dieses Aufwachen liegt nicht an der Ernährung des Kindes, sondern ist entwicklungsbedingt. Deshalb ist die Einführung von fester Nahrung oder künstlicher Säuglingsnahrung oder eben das Abstillen auch keine Garantie für angenehmere Nächte. Die Kinder beginnen die Welt sehr konkret zu erleben, sie müssen das am Tag Erlebte in der Nacht verarbeiten, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, krabbeln, gezieltes Greifen ...), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen. All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne verstärkt bemerkbar machen, dass vielleicht die erste Erkältung kommt und, und, und ... Der scheinbare Rückschritt im Schlafverhalten ist eigentlich ein Fortschritt, denn er zeigt, dass die Entwicklung des Kindes voranschreitet. Abgesehen von den umstrittenen Schlaftrainingsprogrammen, die von Stillexperten nahezu einhellig abgelehnt werden, bleibt in dieser Zeit nicht viel, als geduldig zu bleiben und sich die Tage und Nächte so einfach wie möglich zu gestalten. Auch wenn dein Kind nicht besser schlafen wird, solltest Du mit der Beikost beginnen. Die üblichen Kriterien zur Beikostreife gelten für voll ausgetragene, gesunde Babys. Für Frühgeborene gelten etwas andere Regeln. Aber NICHT, dass mit der Beikost länger gewartet werden soll, sondern, dass unter Umständen die Beikosteinführung sogar schon vorgezogen werden sollte, weil es sonst Probleme mit der Eisenversorgung geben kann, denn Frühchen hatten nicht so viel Zeit wie reif geborene Kinder einen Eisenspeicher anzulegen. Am besten besprichst Du mit deiner Kinderärztin/arzt wie es für dein Kind am besten gehandhabt wird. LLLiebe Grüße Biggi


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