Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Stillen und Nakose

Frage: Stillen und Nakose

Mitglied inaktiv

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Hallo. Ich bin etwas verwirrt!?! Ich war heute bei einem Vorgespräch wg. Operation. Ich habe am linken Eierstock eine Zyste und die muss mir raus operiert werden. Der Narkosearzt hat mir mitgeteilt, das ich anschließen 24 h nicht stillen darf, wg. der Narkose. Jetzt habe ich erst mal eine Milchpumpe besorgt und versuche meine Kleine, sie ist 9,5 Monate alt, langsam an die Flasche zu gewöhnen. Ich werde vermutlich am 02.02. abpumpen, weil ich soll dann so eine Tablette nehmen, die wohl auch direkt in die Muttermilch geht. Der OP-Termin ist am 03.02. um ca. 11 - 11:30 Uhr. Dann darf ich die kleine bis spätestens 04.02 ab 12 Uhr erst wieder stillen. So jetzt kommen meine Fragen: Muss ich die abgepumpte Milch einfrieren? Oder kann die für ca. 2 Tage im Kühlschrank bleiben? Reicht es, wenn die Milch im flaschenwärmer aufgewärmt wird? Muss ich nach der OP, also bevor ich meine kleine wieder stille, weiter abpumpen und die Milch entwerten? Wenn ja, wie lange oder wie viel sollte ich entfernen? Kann es passieren, das meine Maus sich an die Flasche gewöhnt und vielleicht gar nicht mehr an die Brust möchte? Ich will natürlich so lange wie es geht stillen. Der Arzt hatte mich schon darüber aufgeklärt, aber er war so unfreundlich und da wollte ich nicht mehr nachfragen. Ich hoffe, sie können mir da weiter helfen. Vielen Dank im Voraus für ihre Bemühungen.


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe SteWasBaby, eine Vollnarkose ist kein so großes Problem, wie es Ihnen jetzt vielleicht vorkommt (auch nach einem Kaiserschnitt kann eine Frau bei entsprechender Narkose unverzüglich zu stillen beginnen). Sie müssen dem Arzt sagen, dass Sie stillen, dann kann er Narkosemittel und eventuell notwendige Medikamente so wählen, dass keine Stillpause notwendig wird. Bei Fragen zur Vereinbarkeit von Medikamenten und Stillzeit (und natürlich auch Schwangerschaft) kann und sollte sich Ihr Arzt jederzeit an das Berliner Pharmakovigilanz und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie ("Embryotox") wenden, das unter der Telefonnr. 030 30308 111 erreichbar ist, per mail unter mail@embryotox.de, oder online unter www.embryotox.de bzw. http://www.bbges.de/content/index024a.html. Ich zitiere auch die Empfehlungen aus dem Buch "Arzneiverordnung in der Schwangerschaft und Stillzeit“: Empfehlung für die Praxis: Wenn die Mutter nach einer Narkose wieder in der Lage ist, ihr Kind anzulegen, darf sie stillen. Weder die pharmakokinetischen Eigenschaften der im Zusammenhang mit einer Narkose heute verwendeten Mittel noch die klinischen Erfahrungen begründen eine zusätzliche Stillpause. Dies gilt auch für die Narkose im Rahmen einer Sectioentbindung, bei der ohnehin der plazentar übergehende Anteil an Narkotika gegenüber der geringen Kolostrummenge quantitativ im Vordergrund steht!" Sobald Sie selbst sich wieder "fit" fühlen, dürfen Sie auch wieder stillen, und die Ärzte können die Schmerz- bzw. Beruhigungsmittel so wählen, dass sie stillverträglich sind. Sollte der Arzt nicht kompromissbereit sein, sollten Sie ihm sagen, wie wichtig Ihnen das Stillen ist und ihn bitten, bei embryotox anzurufen. Wenn Sie das nicht möchten, können Sie die Milch im Kühlschrank kühlen und im Flaschenwärmer erwärmen. Nach der OP können Sie abpumpen, die Milch muss nicht verworfen werden! Die abgepumpte Milch kann auch mit einem Löffel oder einem Becher gegeben werden, dann vermeiden Sie auf alle Fälle eine Saugverwirrung. Aber wie gesagt, wenn der Arzt Ihnen entgegenkommt, ist das alles nicht nötig! Bleiben Sie beharrlich. Ich wünsche Ihnen alles Gute, vor allem Verständnis! Alles Gute! Biggi


Mitglied inaktiv

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Hallo Biggi, vielen Dank für ihre Information. Ich habe dem Narkosearzt schon deutlich gemacht, das ich Stille. Er wollte unbedingt, das ich einen Abend vor der OP die Tranxilium Tabs einnehme, weil mich das schon beruhigen soll, geht aber in die Muttermilch über. Habe ihm gleich gesagt, das ich vor allem Abends und morgens Stille, ist er nicht drauf eingegangen, meinte nur, müssen sie selber sehen, ob sie die Tablette nehmen oder nicht. Er hat mir auch mehrmals mitgeteilt, das ich nach der OP die nächsten 24 h nicht stillen sollte. Ich habe mir jetzt schon eine Milchpumpe besorgt, weil mir das zu Riskant ist, möchte nicht die Gesundheit meiner Tochter gefährden. Werde es dem Arzt aber auch noch mal mitteilen. Vielen herzlichen Dank. Gruß SteWasBaby


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