Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Stillen auf der Intensivstation?

Frage: Stillen auf der Intensivstation?

junipa82

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Liebes Expertenteam, ich werde in den nächsten Wochen mein 2. Kind bekommen und muss leider wieder mit ihm auf die Intensivstation in einer großen Uniklinik. Beim ersten Kind waren das 2 Wochen auf der Intensiv. Hintergrund sind Herzprobleme, die aber das Stillen nicht beeinträchtigen (keine Frühgeburt oder ähnliches). Beim 1. Kind ist das alles sehr blöd gelaufen. Ich hatte gesagt, dass ich stillen möchte. Ich musste jedoch 2 Stunden im Kreißsaal bleiben und in der Zwischenzeit hatten sie ihm auf der Intensivstation bereits eine Flasche gegeben. Begründung war, dass er niedrigen Blutzucker hatte. Später hat er dann auch noch Glucose bekommen deswegen. Nun hatte er dann natürlich keinen Hunger, so dass mit dem Stillstart alles sehr schwierig war. Die sind dort in der Klinik überhaupt nicht aufs Stillen eingerichtet, weil die anderen Kinder dafür zu krank waren (Extremfrühchen, extrem kranke Kinder). Daher Fütterungszeiten alle 4 Stunden, Schließzeiten, in denen man nicht rein darf, etc. So kam es immer wieder dazu, dass die Schwestern eine Flasche gegeben hatten, weil ich nicht rein durfte. Wenn ich gestillt habe, haben die gewogen und natürlich kam fast nichts, so dass sie wieder zugefüttert haben (m.E. unnötig, da reif geborenes Baby). Ich hatte durch die Flaschenfütterung viele Stillprobleme, habe es dann aber doch noch hinbekommen und letztlich voll stillen können. Ich frage mich nun, wie ich es dieses Mal besser machen kann. Werde wohl wieder erst nach 2 Stunden zu meinem Kind dürfen, ist das zu spät? Was kann ich Stillfreundliches anregen, wenn der Blutzuckerspiegel niedrig ist? Wie kann man in so einem "stillunfreundlichen" Umfeld das alles hinbekommen? Ich weiß, die Schwestern haben andere Prioritäten und ich mache mit meinem Stillwunsch dort nur extra Arbeit. Aber ich möchte Flaschenmilch auch vermeiden, weil mein 1. Kind eine Kuhmilchallergie entwickelt hat, außerdem soll mein Kind zu den gesundheitlichen Problemen wenigstens im Übrigen einen guten Start haben. Vielen Dank im Voraus!


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Liebe junipa82, hast du keine Möglichkeit, eine stillfreundliche Klinik zu wählen? Schau mal hier: http://www.babyfreundlich.org/eltern/kliniksuche.html Auf jeden Fall würde ich mir eine Stillberaterin in der Nähe suchen, mit der du zumindest regelmäßig telefonieren kannst und die dich punktgenau unterstützen kann. Eine Stillberaterin in deiner Nähe findest Du im Internet unter http://wwwlalecheliga.de (La Leche Liga), http://www.afs stillen.de (Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl stillen.de (Still und Laktationsberaterinnen IBCLC). Es ist NIE zu spät, um das Stillen zu beginnen, es braucht nur etwas mehr Geduld, wenn der Start nicht optimal ist. Leider SIND die Bedingungen nicht optimal, und wenn es in der Klinik, in der du entbindest, keine Stillbeauftragte gibt (fragen!!!!), dann hast du natürlich vor Ort wenig Unterstützung und musst warten, bis ihr zuhause seid. Dann aber ist alles wieder möglich! Ich hoffe, das macht dir schon mal ein bisschen Mut!! Lieben Gruß, Kristina


zweizwerge

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Hallo Junipa, kannst Du vorab ein Gespräch in der Klinik führen und mt denen Möglichkeiten erörtern, wie Du mit Deinem Kind möglichst früh/flexibel zum Stillen zusammenkommen kannst bzw. wie evtl. Probleme gelöst werden könnten, evtl. gemeinsam mit einer Stillbeaftragten des Krankenhauses oder einer Stillberaterin, mit der Du vorher gesprochen hast? Thema Flaschenmilch: Du kannst evtl. abpumpen und auf die Intensivstation bringen lassen, wenn z.B. nachts nicht gestillt werden kann. In den meisten Krankenhäusern gibt es elektrische Pumpen, z.B. von Medela. Möglichst früh nach der Geburt/auch nachts, sofern es Dir gesundheitlich zuzumuten ist, vorher über Massage schlaumachen, wenn Du möglichst viel pumpen willst. Dauert natürlich ein bisschen, bis da Mengen kommen, aber das ist ja normal... Viel Glück Euch beiden!


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