Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

ständig an der brust

Frage: ständig an der brust

Mitglied inaktiv

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hallo Biggi habe da mal zwei fragen: meine knapp 5 1/2 Wochen alte tochter will ständig an die brust. vorallem in den späten nachmittagsstunden findet sie nur an der brust ruhe. kaum ist sie an der brust, schläft sie ein. wenn ich dann weggehe oder auch mit ihr liegen bleibe wacht sie wieder auf, kaum ist die brust nicht mehr in ihrem mund. das dauert manchmal stunden so, bis sie endlich den schlaf findet. ich hab schon versucht, sie anders zu beruhigen, mit rumtragen, schnuller geben, alleine lassen, liegen bleiben, ruhige musik und und und. nichts hilft wirklich. schlussendlich geb ich ihr die brust, irgendwann schläft sie ein. soll ich sie lassen? sie ist noch so klein und wenn sie die brust will, möchte ich sie nicht verweigern, da sie sie ja offenbar braucht. wird sich das von alleine wieder regeln oder gewöhnt sie sich zu sehr daran? zweite frage: wir sind aus dem gleichgewicht gekommen. meine linke brust ist immer viel voller als die rechte. wahrscheinlich setz ich sie öfter links an als rechts. wie kann ich das wieder ins gleichgewicht bringen? ich hab schon versucht die linke brust, wenn sie voll ist, auszustreichen und ihr die rechte zu geben. nur das mit dem ausstreichen klappt nicht. muss ich da eine bestimmte technik anwenden? vielen dank schon mal für deinen rat. grüsse aus der schweiz Nadine p.s. habe morgen einen termin bei der stillberatung, mal sehen, was die meint. deine zusätzliche meinung interessiert mich halt auch sehr.


Biggi Welter

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? Liebe Nadine, das ist ein sehr typisches Verhalten für Babys in diesem Alter. So kleine Babys wollen im Schnitt zwischen acht und zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden gestillt werden. Im Schnitt heißt, es gibt Babys die seltener nach der Brust verlangen (eher wenige Babys) und es gibt Babys, die häufiger an die Brust wollen (die Mehrzahl). Nun ist es jedoch nicht so, dass ein Kind zügig zwanzig Minuten trinkt und sich dann nach drei Stunden das nächste Mal rührt, sondern es kommt immer wieder zu Stillepisoden, die so ablaufen: das Kind trinkt eine kurze Weile, hört auf, döst vielleicht sogar weg und beginnt erneut kurz zu trinken usw. Dieses Verhalten heißt Clusterfeeding und ist absolut normal für kleine Babys. Besonders gehäuft treten diese Stillepisoden am Nachmittag und Abend auf, wie überhaupt die Abstände zwischen den Stillzeiten im Verlauf des Tages immer kürzer werden. Muttermilch ist spätestens nach 60 bis 90 Minuten verdaut und der Organismus eines Babys ist auf häufige kleine Mahlzeiten eingestellt. Dazu kommt, dass in bestimmten Alterstufen Wachstumsschübe zu erwarten sind, in denen die Baby manchmal schier ununterbrochen an die Brust wollen. Ein Wachstumsschub ist mit etwa sechs Wochen zu erwarten. Das Dauerstillen kann sehr anstrengend und auch nervend sein, aber es hat seinen Sinn. Rein wissenschaftlich gesehen ist es so, dass das Baby durch den Stillmarathon die Prolaktinausschüttung anregt und so dafür sorgt, das die Milchbildung angeregt wird und genügend Milch für das Kind zur Verfügung steht. Mit zunehmendem Alter wird es immer weniger zu solchen „Marathonstillsitzungen" kommen. Babys und Kleinkinder sollen nach Meinung vieler Menschen möglichst früh ohne Hilfe und Begleitung durch die Eltern in den Schlaf finden. Das hat dazu geführt, dass sich viele Eltern richtig ängstigen, wenn ihr Kind zum (Ein)Schlafen die Nähe und Geborgenheit der Mutter/des Vaters sucht. Dabei ist genau dies normal: Babys und Kleinkinder sind von Natur aus nicht dazu gedacht alleine (ein) zu schlafen. Dazu kommt: Menschenbabys sind Traglinge, die den Kontakt zur Mutter brauchen. Nochmals: Es ist von der Natur nicht vorgesehen, dass sie alleine sind und auch nicht, dass sie alleine schlafen. Das widerspricht dem Bild vom süß in der Wiege schlummernden Baby, das fast alle Frauen (zumindest beim ersten Baby) haben. Das Problem ist der „Denkfehler" vieler Menschen in unserer Gesellschaft, die erwarten, dass ein Baby ab einem bestimmten - möglichst frühen - Alter durchschlafen und alleine schlafen müsse. Babys und Kleinkinder wachen seit Urzeiten nachts immer wieder auf. Da unserer Kinder mit dem gleichen genetischen Programm auf die Welt kommen wie vor Tausenden von Jahren, verhalten sie sich auch so, wie das Babys von Anbeginn der Menschheit getan haben. Das „passt" aber nicht unbedingt in unsere Vorstellung des „modernen Menschens". Deshalb wird das Thema „Durchschlafen" für Eltern mit zu den wichtigsten Themen in unserer Gesellschaft gemacht. In anderen Kulturen, in denen es als normal angesehen wird, dass Babys und Kleinkinder nachts aufwachen, wird überhaupt nicht so ein Aufhebens um dieses Thema gemacht - und den Erwachsenen und Kindern geht es nicht schlechter als bei uns - eher im Gegenteil. Ein Tragetuch kann da wie ein Zaubermittel wirken. Dein Baby kann deine Nähe spüren, es wird sich an deinem Körper beruhigen, die Koliken verringern sich, es wird weniger weinen, vielleicht sogar recht gut schlafen und Du hast mindestens eine Hand frei (und auch den Kopf, weil das Baby wieder ruhiger ist), um andere Dinge zu tun. Versuchs einmal. Eine Autorin nennt dies so schön „Perspektive teilen". Das Tragetuch ermöglich es dem Kind, am Leben der Familie problemlos teilzunehmen und mit dir die Perspektive zu teilen. Mit dem entsprechend gebundenen Tragetuch, kannst Du dein Kind sogar im Tuch stillen. Lass dir von einer tucherfahrenen Frau einmal zeigen, wie vielseitig einsetzbar ein Tragetuch sein kann. Tucherfahrene Frauen findest Du in fast jeder Stillgruppe. Ausstreichen von Muttermilch ist eine Fähigkeit, die gelernt, geübt und richtig ausgeführt werden muss. Am besten lässt Du es dir von einer Stillberaterin zeigen. LLLiebe Grüße Biggi


Mitglied inaktiv

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hallo, ich schreibe dir, weil ich froh darüber bin, dass ich nicht alleine mit diesem problem bin. meine kleine ist 5 wochen alt und verlangt ab ca. 17.00 uhr ständig nach der brust und schläft abends auch nur an dieser ein. einen guten tipp kann ich dir leider nicht geben. da müssen wir wohl durch. angeblich soll es ab der 6. bzw 7. woche wieder viel besser gehen. also, nicht verzweifeln. ich versuche auch positiv zu denken (fällt allerdings je später der abend immer schwerer). lg aus aachen petra


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